Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Test Fujifilm XF35mm F1.4 R – Mein Lieblingsobjektiv

Artikel ursprünglich verfasst am 10. November 2019

Das Fujifilm XF35mm F1.4 R Objektiv ist eine sehr universelle Linse für alle X-System Kameras. Inzwischen existiert zwar auch ein XF35mm F2 R WR, welches staubgeschützt und spritzwassergeschützt daherkommt. Doch hat das Fujinon XF35mm mit der Anfangsblende F1.4 die kleinere Schärfentiefe und erstellt tolle Fotografien. Es ist an der Zeit Ihnen die getestete Linse vorzustellen:

Das universellste Fujifilm X-Objektiv

Ein Objektiv zum Verlieben

Test Fujifilm XF35mm F1.4 R Objektiv (Fujinon)

Test Fujifilm XF35mm F1.4 R Objektiv (Fujinon)

Lieblingsobjektiv Fujifilm XF35mm F1.4 R

Lassen Sie mich ein bisschen ausholen, damit Sie wissen, wie ich an dieses Fujifilm-Objektiv kam: Ich fotografierte über Jahrzehnte professionell mit Canon. Jedoch hatte Canon, genau wie Nikon, in den letzten Jahren keine, mich überzeugenden spiegellosen Systemkameras (DSLM) oder Objektive. Mir gefielen die kleinen, leichten Fujifilm X-System Kameras sowohl optisch, als auch technisch. Weder Canon noch Nikon bieten in meinen Augen eine Alternative zu diesem System. Dabei mag ich Fujifilm nicht allein wegen der schönen und fähigen Kameras (X-T2, X-T3, X-T20, X-T30, X-Pro2, …), sondern vor allem wegen der weltbesten Objektive. Das XF35mm F1.4 gehört zu diesen besonderen Linsen:

Es ist die Normalbrennweite für die Fujifilm-X-System-Kameras. Im Vollformat würde man es als „Nifty-Fifty“ bezeichnen. Ganz korrekt würde ein 28mm Objektiv als Normalbrennweite durchgehen. Aber genau dieses 35mm-Objektiv stellt sich als sehr universell für die verschiedensten Fotomotive heraus.

Test Fujifilm XF35mm F1.4 R Objektiv (Fujinon)

Fujinon XF35mm F1.4 R Objektiv

Das universelle Objektiv

Ich fotografiere mit dieser Linse alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist:

  • Portraitfotografie
  • Studiofotografie
  • Reportagefotografie / Hochzeitsfotografie
  • Landschaftsfotografie
  • Naturfotografie
  • Makrofotografie
  • Architekturfotografie
  • Straßenfotografie
  • Urlaubsfotografie
  • Reisefotofotografie
  • Und viele Genre mehr…
Testfoto mit XF35mm F1.4 in Amsterdam - Strassenfotografie

Testfoto mit XF35mm F1.4 in Amsterdam – Strassenfotografie

Dabei hat dieses sehr preiswerte Linsensystem im Gegensatz zu einem „Nikon Nikkor Z 58mm f/0.95 S Noct“ (Preis EUR 9.000,-) viele Vorteile und nur einen Nachteil. Es hat im Vergleich eine um 2 EV schlechtere Anfangs-Schärfentiefe. Aber es stellt zuverlässig mit einem ausreichend schnellen Autofokus scharf. Dabei kann es die Gesichtserkennung und Augenerkennung nutzen und auf die Pupille genau scharf stellen.

Noch dazu bringt es mit etwa 190g nur etwa ein Zehntel des Gewichts auf die Waage und ist deshalb auch für Reportage, Hochzeiten, Portrait und lange Wege in der Naturfotografie zu nutzen.

Technische Daten vom XF35 F1.4

Wer früher mit 50mm Objektiven analog im Kleinbildformat fotografierte, wird sich sofort mit dem XF35mm auf den APS-C-Kameras zurecht finden. Dieses „Normalobjektiv“ hat eine kleinbildäquivalente Brennweite von 53mm und die kleinbildäquivalente Schärfentiefe einer Optik mit F/2. Durch die große Offenblende lässt sich damit auch ein Portrait oder ein anderes Motiv freistellen. Reportagen, Hochzeiten, Landschaftsfotos werden von uns Fotografen mit der Brennweite in hoher Qualität auf den Sensor gebannt. Mit einem Makrozwischenring wie dem MCEX-11 wird mein Lieblingsobjektiv zu einem guten Makroobjektiv. Auch ohne den Makrozwischenring liegt die Naheinstellgrenze bei nur 28cm und erstellt wunderschöne Aufnahmen von kleineren Dingen.

Das Linsensystem zeichnet bei F4 am schärfsten, ist aber bei allen Blenden von F1.4 bis F11 hervorragend scharf bis in die Ecken. Die Randschärfe ist wie bei anderen offenblendigen Linsen bei F1.4, F1.8, F2.0 noch nicht besonders hoch, nimmt aber beim Abblenden ab F2.8 extrem zu. Das Bokeh des „Nifty-Thirtyfive“ ist sehr ansprechend. Der AF-Motor ist nicht der leiseste und schnellste, aber absolut perfekt für die genannten Fotogenre. Das Objektiv ist mit dem Autofokus sofort auf den Punkt scharf.

  • Brennweite: f = 35 mm (53 mm kleinbildäquivalent)
  • Blende: F1.4 bis F16 (Offenblende = F2 kleinbildäquivalente Schärfentiefe)
  • Linsen:  8 Linsen in 6 Gruppen inkl. asphärische Linse(n)
  • Blickwinkel: 44.2°
  • Anzahl Blendenlamellen: 7
  • Gewicht: (ohne Deckel): ca. 187 g
  • Naheinstellgrenze: 28cm
  • Filterdurchmesser: 52mm
Fujifilm Trinität XF16mm F1.4, XF35mm F1.4, XF56mm F1.2

Fujifilm Objektiv Trinität XF16mm F1.4, XF35mm F1.4, XF56mm F1.2

Test Fuji XF35mm F1.4 R

Die reinen Testcharts und technischen Daten sind niemals allein ausschlaggebend bei der Wahl der Linsen. Mit einem XF16mm F1.4, XF 35mm F1.4, XF56mm F1.2 erwerben wir Fotografen beim Kauf eine gelungene Objektiv-Trinität von Festbrennweiten für unsere Fujifilm-Digitalkamera. Mit diesen Brennweiten lassen sich fast alle fotografischen Situationen außer Wildlife belichten.

Das Design des Standardobjektivs ist ansprechend. Besonders schön wirkt die rechteckige Metall-Streiflichtblende vorne. Aber aufgepasst: Der Objektivdeckel aus Gummi lässt sich leicht verlieren und ist nicht billig. Die Verarbeitungsqualität der Festbrennweite ist wie gewohnt auf exzellentem Niveau. Die Einstellringe für die manuelle Schärfe und die Blende gehen leicht und zuverlässig. Das Beste an der Linse ist neben der universellen Einsatzmöglichkeit und Bildqualität das geringe Gewicht einer so offenblendigen Optik. Auch der Durchmesser ist überraschend gering. Wohl auch deshalb wähle ich dieses Linsensystem so gerne als Immerdrauf- und Reportageobjektiv. Dummerweise hat auch meine Frau mit diesem leichten und kleinen Wunder ihren Spaß, weshalb ich seltener in den Genuss der Nutzung komme. Der Name meiner Frau steht auch deshalb unter vielen der Bildbeispielen. Das XF35mm F1.4 ist das Lieblingsobjektiv meiner Frau:

Anmerkung: Die Blende, Verschlusszeit und ISO der Aufnahmen erfahren Sie beim Überfahren der Bilder mit der Maus. Unter einigen Aufnahmen stehen die Metadaten auch eingeblendet.

Fazit Fujifilm XF35mm F1.4 R

Sicherlich erkennen viele Fotografen beim Anblick des XF35mm, dass Fujifilm ein optisches Wunder vollbrachte, als es ein so kleines, leichtes und hochwertig verarbeitetes Objektiv entwickelte. Das scharfe und preiswerte kleine Linsensystem kann von uns Fotografen als eine Immerdrauf-Festbrennweite universell eingesetzt werden. Mit dieser Linse wird der eigenen Kreativität keine Grenze gesetzt.

Tipp: Dieses XF35mm F/1.4 ist meine Empfehlung für alle Einsteiger und Fortgeschrittenen Fujifilm X-System Fotografen

Aus verschiedensten Gründen bin ich ein Fan von Festbrennweiten mit großen Anfangsblenden. Früher, wir hatten ja nichts, haben wir mit einem 50mm Objektiv auf einer Kleinbildkamera alles fotografiert, was nicht bei Drei auf dem Baum war. Ich würde diese 35mm Linse sogar jedem Einsteiger an Stelle des XF18-55m F2.8-4 empfehlen. Zwar müssen wir damit ein paar Meter vor oder zurück gehen, bekommen aber eine gute Erfahrung in Sachen Schärfentiefe, die mit einem Zoomobjektiv so nicht möglich ist. Dabei ist das 35mm wesentlich kreativer in Sachen kleiner Schärfentiefe und Bokeh. In Zusammenarbeit mit der Gesichtserkennung und Augenerkennung in der Portraitfotografie spielt das Kleine seine Qualitäten aus. Mit dem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis ist das XF35mm F1.4 R ein Objektiv zum Verlieben.

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In eigener Sache – Fujifilm-Fotokurs

Fotograf und Fototrainer Peter RoskothenIch biete Ihnen als Einsteiger, Fotoamateur und Fotograf einen Fujifilm-Fotokurs an, der individuell (oder höchstens mit zwei Teilnehmern, Freunde, Verwandte auf gleichem Level) zu Ihrem Lieblingstermin stattfindet. Sie erlernen auf Wunsch die Basis der Fotografie, aber auch alle Details und Einstellungstipps zur X-T3, X-T2 oder X-T1, X-Pro 3, X-Pro2, X-Pro1, X-T10, X-T20, X-T30…. Bei mir dürfen Sie sich auch über Beratung zum Fujifilm-Fotoequipment freuen. Ich habe die Fujifilm-Objektive für Sie parat, wenn Sie diese im Kurs testen möchten und helfe Ihnen mit Tipps aus der Praxis:

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Test Fujifilm XF35mm F1.4 – Mein Lieblingsobjektiv

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Fujifilm Systemkameras - Lesen Sie die ganze Serie:

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

9 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    der CALUMET-Link führt zum 2.0er 35mm!
    Ich würde immer das 1.4er nehmen,
    hab´s von unserem Termin noch immer in bester Erinnerung
    und steht auf meiner Wunschliste ;-)

    LG, Dirk

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    • Danke Dirk, was würde ich ohne Dich machen! Die Linse ist eine Wucht!
      Herzlich, Peter

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  2. Grüezi Peter

    Das XF35mm F1.4 ist auch bei mir die Immerdrauf-Linse, gefolgt vom XF 56mm F1.2, diese zwei Linsen inspirieren mich am meisten für Bilder mit begrenzter Schärfentiefe, mein bevorzugtes Fotografieren.

    Gurss Matteo

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  3. Guten Tag
    Danke für die tollen Artikel. Habe das 18-55, welches ja etwas mehr kostet als die von Ihnen beschriebene Linse. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann würden sie dieses verkaufen und das Objektiv mit der Festbrennweite kaufen? Mir ist auch wichtig, dass es sehr Lichtstark ist. Wollte in Ergänzung eh noch ein anderes Zoom-Objektiv zulegen mit dem ich dann wirklich stark näher zoomen kann. Das würde dann mit dem Objektiv mit der Festbrennweite gut passen.

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    • Guten Tag Renzo,
      sie sollten das 18-55 mm F2. 8-4 nicht verkaufen, da sie dafür nicht sehr viel Geld bekommen. Der Grund dafür ist, dass der Markt quasi mit diesen Objektiven geflutet ist. Kaufen Sie sich aber zunächst das 35 mm Objektiv hinzu, dann werden Sie damit vermutlich fast ausschließlich Fotografieren. Nutzen Sie das andere 18-55 mm einfach als Wechsel Objektiv. Teleobjektive benötigt man in der Fotografie eher seltener als Weitwinkelobjektive. Die einzige Ausnahme ist es, wenn Menschen gerne Sport Action oder Wildlife fotografieren. (Tipp)
      Herzlich, ihr Peter Roskothen

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  4. Hallo Herr Roskothen,
    mich würde auch ein Vergleich F1.4 und F2.0 interessieren. Ich habe mich gegen das 1.4er und für das 2er entschieden. Für mich ist es nach wie vor die richtige Entscheidung und vermisse nichts. Dennoch würden mich die Unterschiede interessieren.
    Herzlichen Gruß

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Der Unterschied ist eine Blende, ein anderes Bild und die Geschwindigkeit beim Autofokus (F/2-AF dürfte schneller sein). Das heißt nicht, dass Sie mit dem F/2 einen Fehler machen. Ich persönlich würde zu dem F/1.4 greifen. Wenn Sie der Unterschied interessiert, dann leihen Sie sich mal für einen Tag das F/1.4 und erzählen von Ihren Erfahrungen hier auf *fotowissen.

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  5. Ich hatte das Fujinon 2/35, kaum daß es herausgekommen war, gekauft, ein unglaublich scharf zeichnendes Objektiv. Dennoch habe ich es nach einiger Zeit wieder abgegeben und mir – nein, nicht das Fujinon 1,4/35, sondern – das Zeiss Touit 1,8/32 zugelegt, das ich bis heute sehr mag. Warum?

    Für ein „Normal“-objektiv ist mir zum einen die Brennweite 35mm@APS-C zu lang. Das ergibt nämlich umgerechnet auf das KB-Format (Fuji-Verlängerungsfaktor 1,53) stolze 53,5mm Brennweite @KB und ist damit weit von der Formatdiagonale von 42,5mm@KB, die das Normalmaß markiert, entfernt. Die umgerechnet nur 49mm@KB des Zeiss bemerkt man schon. Im Klartext: Die Fuji 35er bilden schon ziemlich selektiv ab – das kann man mögen oder auch nicht. Fürs Selektive nutze ich lieber das Touit 2,8/50 oder das Fujinon 1,2/56. Des Weiteren mag ich insbesondere für Landschaftsfotografie sehr gerne die etwas distanzierteren und m.E. dadurch auch differenzierteren Farben der Touits gegenüber den meisten Fujinonen. Nachteilig beim Zeiss 32er ist das geringere Freistellungspotential (kürzere Brennweite, kleinere Anfangsöffnung) – aber dafür habe ich das 56er – und der AF, der keine Chance gegen das neuere Fuji 2/35 hat; der des Fuji-Oldies 1,4/35 dürfte aber auch nicht schneller sein. Und dann wäre da noch die Haptik der Touits, die ich richtig „supergeil“ finde: Unglaublich sanft und präzise laufende Ringe, sehr angenehme und glatte Oberflächen, die nicht so zerklüftet sind wie die der Fujinone. Ich fotografiere seit fast 50 Jahren mit Spiegelreflexen und Systemkameras und durch meine Hände sind definitiv schon deutlich mehr als 50 Objektive gegangen, aber keines hat sich bislang so toll angefühlt wie die Zeiss Touits. Ich gebe zu, das ist keine Argument für optische Leistung, aber auch den Spaßfaktor sollte man bei unserem Hobby nicht vernachlässigen.

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    • Hallo Michael,

      danke für den ausführlichen Kommentar. Das ist ja schon fast ein eigener Testbericht. Ich freue mich über diese Informationen sehr.

      Herzlich, Peter Roskothen

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