Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Zoomobjektiv – * Pro und Contra – Festbrennweite

Artikel ursprünglich verfasst am 17. November 2019

Dirk Trampedach und Peter Roskothen schreiben Pro und Contra Zoomobjektive. Dabei gerät zwangsläufig auch die Festbrennweite in den Fokus. Zwei Meinungen zum Zoomobjektiv:

Bildbearbeitung Pro und Contra

Zoomobjektive Pro und Contra

Zoomobjektiv kurz erklärt

In einem Zoomobjektiv sind gleich mehrere Brennweiten vereint. Im Zoomobjektiv verändert sich also mit dem Drehen am Zoomring (oder dem kleinen Zoomhebel bei vielen Kompaktkameras oder Bridgekameras) der Abstand von der optischen Linse zum Sensor. Mit einem Zoomobjektiv kann man relativ leicht hereinzoomen oder herauszoomen, je nachdem wo man im Verhältnis zum fotografierten Objekt steht.

Festbrennweite kurz erklärt

Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, welches sich im Gegensatz zu einem Zoom in der Brennweite nicht verändern lässt. Das bedeutet, die Vergrößerung und der Blickwinkel einer Festbrennweite ist fest. Im Englischen wird ein Objektive mit fester Brennweite „Prime“ genannt.

Pro Zoomobjektiv

Dirk TrampedachDie Meinung von Dirk Trampedach

Contra Zoomobjektiv

Fotograf Fototrainer Peter RoskothenDie Meinung von Peter Roskothen

Zoomobjektive als Kitobjektive

Tja, Peter, ich denke, wir werden die Eierlegendewollmilchsau wohl kaum finden zwischen Zoom und Festbrennweite, aber die Zoomobjektive haben durchaus ihre Vorteile, Berechtigungen und Qualitäten. Es geht eigentlich damit los, dass beim Kauf einer neuen Kamera fast immer ein sogenanntes Kit-Objektiv im Paket ist, deren Qualität mittlerweile richtig klasse ist. Diese Kombination bietet dem Anfänger ohne erheblichen Kostenaufwand die Möglichkeit, gleich über einen variablen Brennweitenbereich zu fotografieren. Diese Zoomobjektive decken die Spanne von einem Weitwinkel bis leicht über die Brennweiten eines „Normalobjektivs“ ab, und über die ersten Gehversuche und Projekte reichen diese immer besser werdenden Zooms weit hinaus. Man mag streiten, ob das vom Lerneffekt her positiv oder negativ sein wird, aber zumindest ist es vom Gefühl her erst einmal angenehmer.

Generell sind Zooms auch meist günstiger als Festbrennweiten, vor allem eben im Verhältnis zu mehreren festen Brennweiten, die denselben Bereich des Zooms abdecken sollen. Egal wie viele verschiedene Festbrennweiten angeschafft werden: Alle Brennweiten, die ein hochwertiges Zoom-Objektiv abdeckt, werden Festbrennweiten in Summe niemals bieten. Hinzu kommt, dass eben zu einem einzigen Zoom auch immer nur ein Filter gekauft werden muss, zumindest, wenn es Schraubfilter sein sollen. Wer sich also eher der technischen Fotografie verschreibt, und nicht alles erst am PC nachfiltern mag, wird so die eine oder andere Ausgabe sparen. Bevor man also Omas Erbe komplett auf den Kopf haut, aber dennoch flexibel sein möchte in puncto Brennweiten, kauft man besser ein Zoom.

Reisen mit dem Zoomobjektiv

Wer oft auf Reisen geht, und dabei zu Fuß unterwegs ist, ist gut beraten, das Gewicht/Volumen der Fotoausrüstung im Blick zu behalten. Auch dabei trumpft ein hochwertigeres Zoom-Objektiv, für das vielleicht 3 feste Brennweiten zu hause bleiben. Anstatt permanent die Objektive zu tauschen, bleibt das Zoom am Body. In Gegenden, die staubig, sandig oder extrem feucht sind, ist das ein nicht unerheblicher Komfort, und ganz klar ein Vorteil, denn das Risiko von verdreckten Gehäusen und/oder Sensoren entfällt.

Gegenüber Festbrennweiten sind Zoomobjektive in der Regel lichtschwaecher. Die dadurch geringer einstellbare Freistellung erübrigt sich aber dann, wenn Landschaftsfotografie oder Architektur im Vordergrund steht. Denn erstens verlangt das nahezu immer eine durchgehende Schärfe im Bild, und etwas längere Verschlusszeiten sind auch marginal, da meist vom Stativ fotografiert wird. Im Fall des Fotografierens ohne Stativ kann es sogar sein, dass der im Zoom vorhandene Bildstabilisator die schlechtere Lichtstärke gegenüber einer Festbrennweite durchaus ausgleicht.

Flexibilität des Zooms

Wer als Fotograf seinen Standpunkt, seine Perspektive zum Motiv aus bestimmten Gründen einfach gar nicht verändern kann, und trotzdem Einfluss auf den Bildausschnitt nehmen mag, der kommt am Zoom nicht vorbei. Vielleicht entsteht in dem Augenblick auch als „Zoomer“ so ein wenig das Gefühl von Überlegenheit dank veränderbarer Brennweite. Und als „Bonus“ in der heutigen Zeit darf auch genannt werden, dass die meisten aktuellen Kameras ja auch eine hochwertige Video-Funktion haben. Wer das nutzt, wird sich über den Gestaltungsspielraum freuen, denn der ist mit einem Zoom-Objektiv erheblich größer. Man kann dann zum Beispiel innerhalb einer Video-Sequenz zoomen, was mit Festbrennweiten eben gar nicht möglich ist.

Zum Schluss ist mir noch wichtig zu bemerken, dass es ratsam ist, bei der Zusammenstellung des eigenen Equipments einen guten Kompromiss zu finden zwischen Flexibilität und Abbildungsqualität/-eigenschaften. Die jeweils getroffene Entscheidung muss ja nicht komplett für oder gegen eine der beiden Varianten getroffen werden. Mit einem guten Zoomobjektiv und ein bis zwei Festbrennweiten für bestimmte Zwecke ist mit Sicherheit für die meisten ein ansprechender Grundstock gelegt.

Besser kein Zoomobjektiv

Lieber Dirk, ich bin heute der Meinung, dass Zoomobjektive nur in einem einzigen Falle Sinn machen, nämlich in der Sportfotografie und Wildlifefotografie. Dort benötigt man zum Beispiel ein 100-400mm oder 150-600mm Objektiv, um den Vogel im Flug überhaupt mit kleinerer Brennweite (100mm / 150mm) zu finden und dann hineinzuzoomen, um den Vogel groß abzubilden. In allen anderen Fällen sind Festbrennweiten den Zooms überlegen.

Erinnern wir uns an früher: Wir gingen voller Stolz und Unsicherheit in einen Kameraladen und hatten die Tasche voll mit Erspartem. Wir wollten die beste Kamera der Welt für unser Geld besitzen, und freuten uns wie ein Kind auf die Fotografie mit dem Film. Einige von uns hatten vielleicht eine Praktika-Spiegelreflexkamera, andere vielleicht eine Hasselblad-Mittelformatkamera oder Rollei-Mittelformatkamera. Oder wir kauften eine Minolta, Pentax, Olympus, später eine Canon oder Nikon SLR. Was war vorne auf der Kleinbildkamera? Eine feste Brennweite, meist eine 50mm-Festbrennweite mit Anfangsblende F/1.8 oder F/1.4.

Festbrennweiten sind besser

Wir Fotografen haben mit der Festbrennweite alles fotografiert. Wir sind los und haben mit dem „Nifty-Fifty“ / 50mm-Festbrennweite hervorragende Portraits, Landschaftsaufnahmen und Naturaufnahmen belichtet. Wollten wir eine Makroaufnahme auf den Film bannen, so haben wir uns einen Makrozwischenring besorgt. Früher wurde die Linse selten von dem Kamerabody abgeschraubt (z. B. M42-Gewinde statt Bajonett). Wir konnten mit der einen Brennweite alles machen. Zoomobjektive waren Mangelware und wenn es sie gab, dann war die Bildqualität so unterirdisch, dass wir darüber lachten, oder wenn wir sie bereits gekauft hatten, weinten wir.

Die bessere Bildqualität der Festbrennweiten ist legendär im Vergleich zum Zoom. Es gibt tatsächlich einige Ausnahmen, wie eines der besten Zoomobjektive, das Canon EF 70-200 F/2.8 oder F/4 (auch von Nikon erhältlich). Beide Linsensysteme stehen unter dem Verdacht, mindestens die gleiche Aufnahmequalität wie eine entsprechende feste Brennweite zu liefern. Aber ich behaupte ein Canon EF 200mm F/2.8 ist immer noch überlegen, auch wenn es für viele Einsatzzwecke wie Portrait, Sport, Action und Wildlife dem Zoom in der Versatilität unterlegen sein mag. Mit dem 200mm Objektiv kann ich diese Fotogenre fotografieren, auch wenn ich manchmal einen Ausschnitt in Kauf nehmen muss.

Zoomobjektive sind langsamer

Im Englischen heißen Festbrennweiten auch „Fast Prime Lenses“ (dt.: Schnelle Festbrennweiten), weil sie kürzere Belichtungszeiten zulassen. Die meisten Zoomobjektive bieten nicht die gleiche große Anfangsblendenöffnung wie die feste Brennweite. Blendenwerte wie F/0.95, F/1.0, F/1.2, F1.4, F/1.8, F/2.0 sind bei Zoomobjektiven eher selten anzutreffen. Dementsprechend kann ich bei der festen Brennweite mit schnelleren Verschlusszeiten oder kleineren ISO-Werten arbeiten. Fotografen können in dunkleren Umgebungen Portraits oder anderes belichten. Wir Fotografen können mit einer Brennweite kreativer mit der geringen Schärfentiefe fotografieren. Das alles ist den meisten Festbrennweiten vorbehalten. Ein ähnlich lichtstarkes Zoomobjektiv ist oft Fehlanzeige. Kreative Fotografie beginnt daher mit der offenblendigen Festbrennweite und nicht mit dem Zoom.

Zoomobjektive sind nichts für Anfänger

Immer wieder werden Zooms den Anfängern verkauft. Die Kitobjektive liegen der Spiegelreflex oder der spiegellosen Systemkamera (DSLM) bei. Beispiel Fujifilm XF18-55mm F/2.8-4 Zoom-Objektiv oder Canon 18-55mm F/3.5-5.6. Damit fangen die Menschen zu fotografieren an. Dabei erkläre ich in meinen Fotokursen den Einsteigern, dass die Anfangsblende F/3.5 (Canon) nur bei 18mm verwendet werden kann und man je weiter man hineinzoomt, nur noch mit größeren Blendenwerten bis F/5.6 arbeitet. Das soll mal einer verstehen, der in die Fotografie einsteigt! Dazu kommt die zu große Schärfentiefe bei 55mm Brennweite. Das kann eine Festbrennweite mit einer Anfangsöffnung von F/2.0, F/1.8 oder F/1.2 besser. Mit kleinen Blendenwerten entstehen butterweiche Hintergründe, der eigentliche Vorteil einer Sucherkamera im Vergleich zum Smartphone! Erst mit diesen guten Blendenwerten lässt sich ein Portrait mit weichem Vordergrund und Hintergrund erstellen. Nur damit erhält man ein Bokeh, nach dem sich doch alle sehnen.

Abgesehen davon verführen Zoomobjektive zum Knipsen. Anfänger bleiben stehen, zoomen, knipsen und gehen weiter. Mit der Festbrennweite muss ich vor oder zurück, um mein Motiv in der richtigen Größe auf den Sensor zu bannen. Richtig: Das ist nicht immer möglich, meistens aber schon. Damit muss ich mich bewegen und ich bewege mich mit der Festbrennweite nicht nur nach vorne oder nach hinten, sondern suche mir auch nach rechts oder links den passenden Blickwinkel durch den Sucher. Somit bekomme ich einen Blick für Motive, kann bereits nach einem Tag abschätzen, wie weit ich ich am Motiv stehen muss, um es in meinem Blickwinkel perfekt einzufangen.

Die Bildwirkung ist anders

Einsteigern empfehle ich keine Zoomobjektive, wegen der unterschiedlichen Bildwirkung der Brennweiten. Sie werden verführt mit 18mm oder mit 55mm (je nach Knipsstandpunkt) zu schießen. Dabei wird die unterschiedliche Bildwirkung der Aufnahmen mit den verschiedenen Brennweiten nicht berücksichtigt. Viel besser ist es mit einer Festbrennweite zu  fotografieren, um ein Gefühl für die Bildwirkung, die Räumlichkeit und Schärfentiefe der Optik zu bekommen. Leider sehen die Kamerahersteller heute keine 50mm-Festbrennweiten (oder 30mm für APS-C-Kameras) vor, sondern Zoomobjektive. Deshalb sollten Sie spätestens als zweites Objektiv eine Festbrennweite erwerben, um künftig ein besseres Gefühl für die Bildwirkung, Tiefe und Schärfentiefe zu bekommen (Tipp).

Der Kauf von verschiedenen Objektiven mit fester Brennweite sei empfohlen:

Empfohlene FestbrennweitenVollformatAPS-C-Format
anfangs20mm /24mm16mm
35mm23mm
50mm35mm
später85mm10mm
135mm56mm
200mm90mm

Übersicht Brennweiten für verschiedene Motive / Fotogenre

Vollformat-Brennweite / MotivPortraitLandschaftReportageArchitekturStilllebenMakroSport ActionWildlife
11-17mm--+++o+++oo+o
17-24mm-++++++++o+o
27mm o++++++++o+o
35mm+++++++++o+o
50mm++++++++++++o
85mm++++oo+++++++++
100mm+++oo++++++++++
135mm+++-o++++++++
200mm++---++++++++
300-1000mmoo------++++++++
Legende-- nicht nutzen- nicht ratsamo möglich+ gut++ sehr gut+++ perfekt
?

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

6 Kommentare

  1. Hallo Dirk, hallo Peter
    Eure Diskussion ist ja spannend, aber auch ein klein wenig theoretisch. Denn die Realität ist heute oft so (wie oben beschrieben): Ich kauf eine gute Kamera und krieg ein (oft gutes) Zoomobjektiv dazu – bzw. zahle einen kleine Aufpreis (siehe Fuji 18-55mm). Ich möchte den Fotografen / die Fotografin sehen, die entweder auf das Kit-Objektiv ganz verzichtet und vorerst nur den Body kauft oder das Zoom einmottet, bis sie „begriffen hat, wie richtiges(?) Fotografieren funktioniert“.
    Darum gefällt mir Dirks Schlusssatz: „Mit einem guten Zoomobjektiv und ein bis zwei Festbrennweiten für bestimmte Zwecke ist mit Sicherheit für die meisten ein ansprechender Grundstock gelegt.“
    Für mich geht die Diskussion für (ernsthafte) Einsteiger/-innen sowieso in eine andere Richtung: Equpipment (und obige Diskussion zeigt es) wird zu Beginn total überschätzt, fotografisches Sehen, Wahrnehmen und Gestalten unterschätzt. Mit bescheidenem Equpiment lassen sich sehr gute Bilder machen, ein exquisites Equipment ist noch lange kein Garant für tolle Bilder.

    Um auf die Diskussion zurückzukommen: An meiner Fuji (zuerst X-T20 / jetzt X-T3) gabs zuerst das 18-55Zoom, dann kam die Festbrennweite 35mm F1.4, dann die Festbrennweite 16mm 1.4, dann das Zoom 55-200mm. Mit dieser Kombination und der Reihenfolge der Beschaffung bin ich super zufrieden und je nach Ansprüchen immer mit der passenden Kombination sehr gut unterwegs.

    Meine Stimme geht also dieses Mal klar zu Dirk.

    Bitte publiziert weitere Diskussionen dieser Art. Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Mandi

    PS: Und als absoluten Luxus habe ich mir das Fujinon 80mm F2.8 für Macros und Porträts geleistet ;-)

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Was das Lernen und bewusste Sehen angeht, bin ich bei Peter. Der praktische Nutzen von Zooms wird von Dirk gut herausgestellt. Der grösste Fehler, den man machen kann ist sich vorher keine Gedanken darüber zu machen, wie ich etwas abbilden will, will ich Nähe darstellen oder etwas Distanz. Tödlich für die Bildgestaltung ist es, irgendwo zu stehen und solange die Brennweite zu verändern bis der Ausschnitt passt. Ich arbeite im Normal und kurzem Telebereich mit lichtstarken Festbrennweiten. Dazu kommt ein UWW – WW Zoom. Ein mittleres und langes Tele steht im Moment nicht auf der Wishlist, da ich kein Sport oder Wildlife mache. Eher wird wohl ein lichtstarkes, leichtes WW das nächste Objektiv sein. Im Moment ist mein Bedarf an Linsen aber gedeckt. Man braucht ja nicht nur Linsen sondern auch Licht und sonstige Gimmicks, die beim Fotografieren unentbehrlich sind. :)

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Hallo Peter, hallo Dirk,

    die Idee Themen per Pro und Kontra vorzustellen und zu behandeln gefällt mir ausgesprochen gut.

    Doch nun zu meiner Position:
    Frage – ist das menschliche Auge eine Festbrennweite oder ein Zoomobjektiv? ;-)

    ich schließe mich den Ausführungen vom Dirk an. Im Alltag und insbesondere auf Reisen und Wanderungen etc. dürfte/n ein/zwei Zoom/s sowohl transport- als auch gewichtstechnisch deutlich im Vorteil sein. Insbesondere auch dann, wenn man nicht allein reist oder wandert, es sei denn, diese Personen sind ebenfalls fotografisch unterwegs. Ansonsten können die permanneten „Turnschuhzoomaktionen“ an der Toleranzschwelle der Nichtfotografen nagen. Die selteneren Objektivwechsel sind überdies den Sensor betreffend verschmutzungsresistenter. Zudem sind die heutigen Zoomobjektive um etliche Klassen besser als jene aus analogen Zeiten.

    Das wiederum ändert nichts an Peters Feststellungen, dass das optische Freistellen mit Festbrennweiten schlicht besser funktioniert; auch sind diese in der Regel deutlich lichtstärker. Und somit kann auch ich dem Schlussplädoyer vom Dirk nur zustimmen, das Eine muss das andere nicht ausschließen.

    Das ich als Fototrainer in erster Linie mit Festbrennweiten arbeite, erachte ich wiederum als schlüssig. Die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Brennweiten lässt sich so nun mal am besten vermitteln. Schließlich spricht nichts dagegen sich auch mit einem Zoom zu bewegen, selbst dann wenn es per „Dreh“ ebenfalls möglich wäre.
    Wünsche allzeit Gut Licht

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. Hallo Dirk.
    Hallo Peter.

    Ihr habt beide recht, ABER …

    … Dirk liegt mit seiner Meinung – aus meiner Sicht gesehen – vorne.
    Weshalb?

    Die heutigen Zoom-Objektive sind nun mal besser, als diejenigen, die man noch vor 20 Jahren kaufte.
    Und für Anfänger würde ich immer ein Zoom empfehlen.

    Ich fotografiere selbst schon Jahrelang, und als ich meine Letzte Kamera 2017 kaufte (Sony A99MII), war meine Vorstellung, ein Festbrennweiten-Objektiv dazu zu nehmen. Leider hatte der Laden (obwohl Deutschlandweit bekannt) keines vorrätig, und warten wollte ich auch nicht. Ich entschied mich dann für ein Tamron 24-70 / 2,8.

    Eine (oder ein paar mehr) Festbrennweiten haben mich trotzdem in ihren Bann gezogen. Und das, wovon Peter berichtet, wie man mit Festbrennweiten umgehen muss, das begreift ein Anfänger „vielleicht“ noch nicht und hat vielleicht auch keine Lust dazu, sich den Bildausschnitt durch vor- und zurückgehen zu suchen.
    Außerdem: Wer einen Fotokurs besucht, hat meist schon eine Kamera!

    Wenn man längere Jahre fotografiert, denkt man über die Vorzüge eines Festbrennweiten-Objektivs mal eher nach.

    Mich ärgert es heute noch, dass der Laden damals KEIN Objektiv mit Festbrennweite für meine Kamera hatte.

    Auf diesen Kommentar antworten
  5. Hallo zusammen,

    vielen lieben Dank für diese wirklich tollen Statements!
    Ich denke, dass deutlich wird, mit diesen Pro/Contra Diskussionen ein „Ende-offen“ herzustellen, und so solls´s ja auch sein. Gott sei Dank denken, handeln und fotografieren nicht alle Leute gleich. Wenn sich in Summe aller Optionen der beiden Seiten schließlich alles Wissenswerte gebündelt findet, und bei Kaufentscheidung hilft, oder man die eigene Vorgehensweisen nochmal hinterfragt, ist doch alles gut verlaufen.
    @Mark: Zu deiner höchst spannenden Frage „Ist das menschliche Auge eine Festbrennweite oder ein Zoomobjektiv?“, tendiere ich eindeutig zu Festbrennweite. Wir können nicht zoomen, das Sehfeld nicht verändern. Einzig das Scharfstellen gelingt auf den vielen Ebenen, je nach Fokus. Wahrscheinlich ist deshalb die techniche Möglichkeit eines Zoom-Objektivs so faszinierend für uns.

    Herzlich grüßend, Dirk

    Auf diesen Kommentar antworten
  6. Hallo zusammen,

    Danke für die super Diskussion. Lichtstarke Festbrennweiten sind „Spezialisten“ und ideal zum Fotografieren und Gestalten, speziell bei Offenblende oder extremeren Brennweiten.
    Gute Zoomobjektive (Fujinon 18-55 2,8-4) sind „Universalisten“ und sind zum schnellen Fotografieren ideal geeignet.
    Beide haben ihre Berechtigung, aber ich greife lieber, wann immer es möglich ist zur Festbrennweite.

    Viele Grüße
    Wilfried Babutzka

    Auf diesen Kommentar antworten

Ihre Meinung interessiert uns (keine Links bitte)

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.