Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Test Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm

Artikel ursprünglich verfasst am 9. März 2019

Dieser Test vom Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm (Makroobjektiv) ist eine Mischung aus Erfahrungsbericht und Pixelpeeping (frei übersetzt: Pixel ansehen). In anderen Worten erhalten Sie eine Mischung aus tagelanger Fotografie-Erfahrung mit dem Makroobjektiv und einem Testchart, bei dem wir die Qualität unterschiedlicher Blenden genau untersuchen. Ich habe das Zeiss Touit 50mm für den Fujifilm X-System-Anschluss getestet. Es existiert ebenfalls eine Version für Sony E-Mount:

Test Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mm mit Video

Das Zeiss Touit 50mm Makroobjektiv

Test Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mmDas 50mm Makroobjektiv des legendären Herstellers Zeiss ist bereits seit 2014 auf dem Markt. Warum wir es heute erst testen? Es hat sich so ergeben und es gab Leser und YouTube Zuschauer, die um diesen Test gebeten haben. Da dieses Objektiv aber eine ernsthafte Alternative zu den zwei Fujifilm Makro Objektiven ist, wird sie vermutlich auch interessieren, wie es sich schlägt. Die Brennweite des Zeiss Touit von 50mm verspricht zunächst zweierlei Fähigkeiten:

  • Makrofotos mit einem Abbildungsmaßstab von 1:1
  • Portraitfotografie (Kleinbildäquivalent 75mm Brennweite)

Selbstverständlich lassen sich mit der Linse auch ganz andere Motive einfangen. Dazu gehören Stillleben, Landschaftsbilder und viele Fotogenre mehr. Wozu Makroobjektiv generell nicht taugen sind Fotogenre wie Wildlife, Action und Sport. Dazu ist der Autofokus solcher Linsen meist schlichtweg zu langsam. So auch in diesem Falle. Zwar ist der zeitliche Wechsel von nah Einstellung zu Ferneinstellung im Alltag nicht wirklich auffällig, würde man aber Sport oder Action fotografieren, so käme das Objektiv schnell an seine Leistungsgrenze. Dazu ist es aber auch nicht gebaut.

Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mm Markoobjektiv für Sony E-Mount und Fujifilm X-Mount

Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mm Markoobjektiv Fujifilm X-Mount

Zeiss Touit Dreieinigkeit / Trinity

Das Objektiv mit dem seltsamen Namen Touit (eine Papageienart vom Amazonas) ist eines von drei Zeiss Objektiven, die sowohl für Sony E-Mount, wie auch auf Fujifilm X-Mount (X-System: X-T10, X-T20, X-T30, X-Pro1, X-Pro2, X-T2, X-T3, X-H1,…) gefertigt werden:

  • Zeiss Touit 12mm F2.8
  • Zeiss Touit 32mm F1.8
  • Zeiss Touit 50mm F2.8 Makro

Bei der Firma Zeiss blickt man bekanntlich allergrößten Wert auf die Qualität der Linsen. So sind in diesem Makroobjektiv 14 Elemente in elf Gruppen verbaut. Der Abbildungsmaßstab liegt bei 1:1 und bedeutet, dass man sein Motiv in der Originalgröße auf dem Sensor abbilden kann. Die Naheinstelltgrenze* der Linse liegt bei 15 cm. Das Objektiv ist mit einem Autofokus ausgestattet, allerdings fehlt eine Bildstabilisierung zum Beispiel im Vergleich mit dem Fujinon 80 mm F2.8 Makro. Der Fotograf vermisst am Objektiv auch alle Schalter, die man am Fujinon 80 mm Makro für die Begrenzung des Fokusierbereiches findet.

*Die Naheinstellgrenze eines Objektivs bezeichnet die kleinste Distanz, welche zwischen Motiv und Sensorebene möglich ist, um ein Motiv noch scharf abzubilden. Es ist nicht die Distanz zwischen Objektivvorderseite und Motiv.

Kompaktes und Leichtes Makro – Qualität

Die hervorstechenden Eigenschaften dieses Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm liegen in der kompakten Bauform und des reduzierten Gewichts. Gefertigt werden das Bajonett und der untere Teil des Objektivs aus Metall, der vordere Teil aus hochwertigem Plastik. Damit erreicht die Linsenkombination eine unglaubliche Leichtigkeit von nur 290g (im Vergleich mit dem Fujinon 80mm von 750g).

Fujinon XF80mm F2.8 versus Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mm - Markoobjektive

Fujinon XF80mm F2.8 (750g) versus Carl Zeiss Makro Planar 2.8/50mm (290g) – Markoobjektive im Vergleich

Durch die kleinere Brennweite im Vergleich mit dem Fujinon ist der Abstand zum Motiv geringer, was bei Insekten mit einer großen Fluchtdistanz nicht hilfreich ist. Jedoch ist die kleinere Brennweite sehr viel universeller einzusetzen als die vom 80 mm Objektiv. Ganz davon abgesehen, dass es auf einer kleinen und leichten Kamera wie zum Beispiel einer X-T20 oder X-T30 zu einem „immerdrauf“-Objektiv werden kann.

In meinem Test über mehrere Tage an einer Fujifilm X-T3 fiel das Objektiv besonders positiv durch seine Leichtigkeit und universelle Einsetzbarkeit auf. Ich hatte es wirklich sehr gerne vorne an der Kamera, ganz im Gegenteil zu einem Fujinon 80mm, welches viel unhandlicher und schwerer ist.

Bedienung, Handhabung, Lieferumfang

Das Objektiv ist schnörkellos und besitzt eine Streiflichtblende, die man bei näheren Distanzen zum Objekt fast immer abschrauben muss, um das Motiv nicht abzustatten. Der manuelle Fokustring, welchen man bei Makroobjektiven häufig benötigt, läuft leicht, aber nicht zu leicht und verzichtet auf irgendwelche Intervalle. Der Ring zieht Staub und Schmutz quasi magisch an, was man aber von Fujifilm eigenen Objektiven, dank der Rillen an den Bedienelementen, ebenfalls bemerken kann. An der Zeiss-Linse (wie auch bei beiden Fujinon Makro Objektiven) fehlen sämtliche Distanz-Angaben und Schärfentiefe-Angaben. Das kann bei manuellem Scharfstellen schon mal von Nachteil sein, wenn man nicht genau weiß, ob die Linse gerade im Nahbereich oder Fernbereich arbeitet. Schade auch, dass die Begrenzung des Fokussierbereiches mittels eines Schalters fehlt. Dennoch ist das manuelle Scharfstellen mithilfe des Fokus Peaking und der Fokuslupe in Fujifilm Kameras präzise möglich. Den Autofokus muss man als eher behäbig bezeichnen. Besonders nervig ist ein ständiges hin- und herfahren des Autofokus zwischen dem Aufnahmemodus und dem Wiedergabemodus. Da kann man schon mal sekundenlang warten, wenn man in geringen Abständen mit Makromotiven arbeitet.

Beim 50mm Touit für Fujifilm X-Mount laufen die Blendenringe  von F2.8-F22 leicht und rasten zufriedenstellend gut ein. Bei der Sony E-Mount Variante fehlt der Blendenring vollständig; hier wird die Blende an der Kamera eingestellt. Dem Karton mit Objektiv und Anleitung liegt die lange Streiflichtblende bei. Warum eine Objektiv-Schutztasche bei einer so hochwertigen Linse nicht mitgeliefert wird, bleibt das Zeiss-Geheimnis.

Bildqualität Touit 50mm

Mein subjektiver Eindruck von großer Schärfe hat sich auch beim Pixelpeeping in einer 1:1 Ansicht in Lightroom / Capture One Pro bestätigt. Ein genaueres, objektives Ergebnis liefert erst der Testchart mit verschiedenen Blendenseinstellungen. Auch hier ist das Schärfeergebnis sehr gut, fällt aber im Vergleich zum Fujinon 80 mm Objektiv ganz leicht ab. Einen genauen Vergleich entnehmen Sie bitte dem zugehörigen Video und den Bildern unten:

Bilder vom Testchart Zeiss Touit 50mm

Das Zeiss Touit 50 mm Makroobjektiv hat keine nennenswerte Verzeichnung. Ebenso wenig konnte ich eine chromatische Aberration an kontrastreichen Kanten in Bildern feststellen. Durch die verbauten neun Blendenelemente entsteht ein schönes Bokeh. Die wiedergegebenen Farben sind hervorragend.

Mit dem Objektiv ist es einfach besonders gute Fotos zu schießen.

Vergleichsbilder Touit versus Fujinon XF80mm

Der Vergleich vom Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm mit dem Fujifilm FUJINON XF80mm F2.8 R LM OIS WR Macro erbringt die Erkenntnis, dass das Fujifilm noch einen ganz kleinen Ticken schärfer zeichnet, als das Zeiss. Das Zeiss Planar ist in der Mitte bei F4 am schärfsten, an den Ecken bei Blende F8. Die Ergebnisse vom Fujinon 80 mm sind bei (Blende F5.6 und) F8 am schärfsten. Der Vergleich zeigt die beiden Testcharts bei Blende F8, links das Zeiss, rechts das Fujinon:

Video Zeiss Touit

*fotowissen YouTube Videos

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Fazit zum 50mm Touit

Das Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm ist ein universell einsetzbares 50 mm Makroobjektiv. Mit diesem Objektiv kann man sowohl Makromotive als auch Portraits und Landschaftsfotos einfangen. Die Abbildungsleistung und das Bokeh sind hervorragend.  Die Makroleistung reicht bis zu einem Abbildungsmaßstab von 1:1. Das geringe Gewicht und die saubere Verarbeitung lassen auf große Sorgfalt beim Hersteller schließen. Das Autofokussystem ist präzise, wenn auch wie bei Makroobjektiven üblich, eher behäbig.

Der mangelnde Staubschutz und Feuchtigkeitsschutz, fehlende Abstandsangabe und Schärfentiefeangabe am Objektiv, wie der fehlende Bildstabilisator sind teils enorme Versäumnisse des Herstellers. Bei einem Makroobjektiv ist eine Schärfeskala am Objektiv tatsächlich sehr hilfreich. Diese fehlenden Eigenschaften verwundern umso mehr angesichts einem UVP von EUR 999,- für das Objektiv (Straßenpreis 2019 etwa 850,- EUR).

Das Zeiss-Touit-Makroobjektiv dürfte hauptsächlich für eingefleischte Makrofotografen und Produktfotografen interessant sein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, der finanzielle Sprung zum 80mm Fujinon-Makroobjektiv aber nicht mehr so groß. Da das Fujinon Makroobjektiv einen ganz kleinen Tick schärfer ist, wird es sicher für Makrofotografen und vor allem für Produktfotografen eine wirkliche Alternative zum Zeiss Touit sein. Jedoch ist das Carl Zeiss Touit Makro Planar 2.8/50mm das universeller einsetzbare und das wesentlich leichtere Objektiv. Damit eignet es sich mehr für Outdoorfotografen, die damit auch mal das eine oder andere Porträt fotografieren möchten.

Für Sony Besitzer stellt sich keine Frage: Das Touit ist umwerfend gut, da es an vergeleichbar guten E-Mount Linsen fehlt.

Pro

  • Hervorragende Schärfe und Farben
  • Wertige Verarbeitung
  • Nicht nur für Makrofotografie, sondern auch für Portraitfotografie gut geeignet
  • Schönes Bokeh
  • Das Objektiv ist leicht und klein
  • Mit 50mm Brennweite sehr universell einsetzbar

Contra

  • Naheinstellgrenze von 15cm, die wenig Platz für Licht zwischen Motiv und Objektiv lässt, meist nur ohne Streiflichtblende zu nutzen
  • Die Streiflichtblende hat keine Öffnung zum Einstellen eines Polfilters
  • Der Autofokus (AF) ist behäbig tut sich schwer bei wenig Licht
  • Kein Bildstabilisator
  • Fehlende Schärfeskala und Schärfentiefenskala
  • Keine Fokusbegrenzung
  • Relativ teuer (im Vergleich zur Leistung ist es aber preiswert), UVP 999,- Euro
Bild mit Zeiss Touit 2.8/50mm Makro Planar aus 50 Einzelaufnahmen per Focus-Stacking zusammengesetzt

Bild mit Zeiss Touit 2.8/50mm Makro Planar aus 50 Einzelaufnahmen per Focus-Stacking zusammengesetzt. Die eingesetzte Software ist Focus Projects 4 Professional aus dem Franzis Verlag >>

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Rivalen des Zeiss Touit

Für Porträtfotografen mit Fujifilm Kameras ist ein Fujinon XF56mm F1.2 oder XF50mm F2 mit optionalem Makrozwischenring die bessere Alternative. Für eingefleischte Makrofotografen im Studio oder vorwiegend ohne Wanderungen kommt auch das Fujinon XF80mm F2.8 in Frage. Das Fujinon XF60mm F2.4 ist ebenfalls eine Alternative, die allerdings nur bis 1:2 abbildet und ich noch nicht testen konnte.

 Zeiss
Touit 50mm F2.8 Makroobjektiv
Fujinon
XF80mm F2.8 R LM OIS WR Makro
Fujinon
XF60mm F2.4 R Makro
Brennweite50mm80mm60mm
Abbildungsmasstab1:11:11:2
Naheinstelltgrenze15cm25cm26,7cm
Blendenslamellen999
Bildstabilisatorneinjanein
Fokusbegrenzung per Schalterneinjanein
Staubschutz / Spritzwasserschutzneinjanein
MarkteinführungApril 2014November 2017März 2012
Strassenpreis Frühjahr 2019 etwa849,- €1.249,- €549,- €
UVP999,- € 1.299,- €629,- €

Meine Meinung zum Carl Zeiss Touit 2.8/50mm

Die Fotografie mit diesem Makroobjektiv hat mir sehr großen Spaß gemacht. Zu meiner großen Freude, findet auch meine Frau dieses Objektiv sehr universell und leicht. Sie könnte sich vorstellen, dieses Objektiv bei Ausflügen und Wanderungen auf der Kamera zu belassen. Es kann also durchaus sein, dass ich Ihr diese Linse schenken werde (auch meine Frau hat einen Systemwechsel von Panasonic auf Fujifilm vollzogen, so wie ich von Canon zu Fujifilm).

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Test Carl Zeiss Touit 50mm F2.8 Makroobjektiv

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

5 Kommentare

  1. Hallo Peter,
    vielen Dank für den Test. Ich bin gerade am überlegen, mir das das Fujinon 60mm Makro zuzulegen, vor allem wegen des Preis-/Bildqualitätsverhältnisses. Auf einen Testvergleich würde ich mich sehr freuen, falls du an dieses Objektiv rankommst.
    Vielen Dank und Grüße
    Franck

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Hallo Peter,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen Test, zu dem ich eine Frage habe. Ich hatte eben erst beide Makro Objektive für Testzwecke zu Hause (Zeiss Touit 50mm und Fuji 80mm) und habe den Eindruck, daß der Abbildungsmaßstab nicht der gleiche ist, obwohl beide ja als 1:1 Objektive verkauft werden. Mir scheint als wäre das Fuji 80mm ein 1:1,25 Objektiv – oder das Zeiss nur ein 1:0,8, je nachdem, wie man den Maßstab anlegt. In jedem Fall kriege ich bei dem Fuji größere Maßstäbe hin und kann die Feinheiten besser herausarbeiten. Kann das sein? Oder ist das nur mein subjektiver Eindruck durch den ich mich da täuschen lasse? Oder liegt es nur an der größeren Brennweite des Fuji 80mm, da ich mit dem 50mm Zeiss z.T. extrem nah ans Objekt heran muß? Es ist mir ein Rätsel, da mir der Abbildungsmaßstab wirklich deutlich unterschiedlich vorkommt.
    Danke für eine kurze Rückmeldung und besonderen Dank für Ihre hilfreiche Arbeit.
    Martin

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Guten Tag Herr Roskothen,

    Ihr sehr gut gemachter Film auf YouTube hat mich dazu bewogen, darüber nachzudenken, ob ich das im Überschwang gekaufte, von Optik und OIS exzellente, aber klobige und sehr schwere und deshalb bei mir ziemlich ungeliebte Fujinon 80mm F2,8 Macro überhaupt brauche, denn ich habe es aufgrund seiner Größe und seines Gewichtes so gut wie nicht genutzt. Inzwischen habe ich mir die Frage beantwortet: Nein, ich möchte eine leichtere und kleinere Lösung und habe mich für das Zeiss Touit 50mm F2,8 Macro entschieden und das 80er Fujinon verkauft. Das ist mir umso leichter gefallen, als ich das umstabilisierte Touit nunmehr an der X-H1 benutze, die ja mit IBIS ausgerüstet ist. Das 80er Fujinon hatte ich als stabilisiertes Objektiv für die nicht stabilisierte X-T2 gekauft.

    Zu Ihren beiden Kritikpunkten „Hin- und Herfahren des AF“ und „zu große Streulichtblende“ zwei Anmerkungen von mir:
    1. Das Hin-und Herfahren beim Umschalten auf Bildwiedergabe kann ich weder bei meiner X-H1 noch bei der X-Pro2 feststellen. Ist möglicherweise die Firmware des Touit inzwischen geändert worden?
    2. Das Problem mit den Riesentrichtern als Streulichtblenden finden Sie landauf/landab praktisch bei allen Makroobjektiven. Ich weiß nicht, was sich die Hersteller dabei denken. Wahrscheinlich haben die Konstrukteure selbst noch nie flüchtige Insekten mit ihren eigenen Objektiven fotografiert. Ich hatte die Riesentrichter bei Nikon AF-D 105mm F2,8 Micro, Tamron 90mm F2,8 VC, Fujinon 60mm F2,4 und Fujinon 80mm F2,8. Die Abhilfe ist jedoch einfach: Ich hatte bzw. habe für alle genannten Objektive, jetzt auch für das Touit 50mm, kurze Metallstreulichtblenden im entsprechenden Filterdurchmesser gekauft und verwendet. Problem beseitigt!

    Eine Feststellung zum 50er Touit möchte ich allerdings nicht vorenthalten: Die Stabilisierungswirkung im Zusammenspiel mit der X-H1 ist deutlich schwächer als im Zusammenspiel von X-H1 und 80er Fujinon. Dazu hat das jüngste Firmware-Update für Kamera und Objektiv erheblich beigetragen. Für meine gelegentlichen Macro-Ausflüge Outdoor reicht allerdings auch die schwächere Stabilisierung durch X-H1 alleine. Überwiegend benutze ich das 50er Touit ohnedies als „normales“ kurzes Tele.

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  4. Guten Tag Michael,

    ich danke für den tollen Kommentar, der Aufschluss gibt über Ihre sehr interessanten Überlegungen und Entscheidungen. Solche ausführlichen Kommentare helfen sicher auch anderen Fotografen bei der Entscheidung. Ich teile Ihre Überlegungen, denn auch mir ist das 80mm etwas zu unhandlich für größere Touren. Ich würde mit einer X-H1 selbst das 50mm vorziehen, auch für andere Fotos mit kleinem Telebereich. Für das Studio ist das 80mm allerdings klasse, obwohl dort der OIS eben nicht notwendig ist und die 80mm häufig ein Fotostacking erfordern. Auch hier wäre das Zeiss vermutlich die bessere Wahl, wenn man nicht sogar ein Tilt-Shift-Objektiv verwenden will (Adapter).

    Ihr Tipp zu der Streulichtblende ist goldrichtig. Vielleicht wären Sie so freundlich mir mal die Seite zu mailen, auf der man die Blende erhält, dann kann ich es hier allen Lesern zur Verfügung stellen?

    Herzlichen Dank und Gruß, Peter Roskothen

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