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ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen

So manch einem Fotografen rutscht beim Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit das Herz in die Hose, weil er vom Bildrauschen gehört hat. Ich behaupte: Keine Angst vor hoher ISO Fotografie und dem ISO Rauschen. Der Bericht gibt Infos zur ISO im Detail, Hintergründe, Tipps und Tricks und zeigt die beste Software zum Entrauschen:

Keine Angst vor hoher ISO-Empfindlichkeit und ISO-Rauschen.

ISO Fotografie ist ein Luxus, mit dem wir auch im Dunkeln aus der Hand fotografieren können.

Bildrauschen wird überbewertet.

ISO - fotografieren mit hoher Empfindlichkeit ISO – fotografieren mit hoher Empfindlichkeit - Reisefotografie

Foto oben: Das Foto wurde in dunkler Umgebung mit ISO 10.000 belichtet. – Dieser Artikel “ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen” wurde ursprünglich im Juli 2018 veröffentlicht und im Mai 2022 für Sie überarbeitet.

Was ist ISO überhaupt?

Zu den Zeiten als analoger Film der Standart war, mussten wir uns beim Kauf für eine bestimmte Empfindlichkeit, gemessen in ASA oder DIN entscheiden. Den analogen Film gab und gibt es immer noch in verschiedenen Empfindlichkeiten, wie zum Beispiel 100 ASA, 200 ASA oder auch 400 ASA, der auch auf der Patrone abgedruckt ist. Profis erhalten im Fotofachgeschäft auch Filme die noch niedrigere (25 / 50 ASA) oder höhere Empfindlichkeiten (3200, …) ermöglichen. Die Empfindlichkeit des Films wird chemisch möglich gemacht.

In jedem Falle mussten und müssen analoge Fotoamateure einen Film erst einmal komplett zu Ende fotografieren, bevor sie eine andere Empfindlichkeit nutzen konnten (von Wechselmagazinen und dem Trick den Film zwischendurch aus der Kamera zu nehmen einmal abgesehen).

ASA bei analogem Film - Links 200 ASA, rechts 125 ASA. Heute heißt das ISO
 

ASA bei analogem Film –
Links 200 ASA, rechts 125 ASA

ISO im digitalen Zeitalter

Heute arbeiten wir digital mit der ISO und wir fotografieren meist digital. In der modernen digitalen Fotografie können wir zu jedem Foto eine neue ISO-Empfindlichkeit wählen oder die Kamera sogar auf Auto-ISO einstellen. Die manuelle Einstellung verschiedener Empfindlichkeiten kann der Fotograf in der Digitalkamera wählen. Meist lässt sich die Einstellung über eine bestimmte Taste schnell erreichen.

Smartphones haben per se eine automatische Empfindlichkeits-Einstellung, die man mit vielen Kamera-Apps auch manuell wählen kann. Auch alle anderen Kameras wie zum Beispiel Kompaktkameras, Bridgekameras, Systemkameras, Spiegelreflexkameras, Mittelformatkameras können pro Bild eine andere ISO Empfindlichkeit nutzen. Dabei wird stark vereinfacht gesagt, das Sensorsignal verstärkt, ähnlich einem Verstärker in der Tontechnik. Das Rauschen entsteht durch Ladungen, Leckströme und durch das Rauschen des Verstärkers. In den letzten Jahren wurden viele Kameras mit hohen Empfindlichkeits-Werten beworben. Sollte ich aber mit diesen hohen ISO-Werten tatsächlich fotografieren?

ISO detallierter beschrieben

Die ISO Kamera Abkürzung bedeutet “International Standard Organisation”. Es handelt sich um eine Unternehmung zur Definition der Lichtempfindlichkeit. Die ISO selbst kann in der Digitalkamera eingestellt werden, theoretisch von 25 aufwärts (25 50 100 200 400 800 1600 3200 6400 12800 25600 51200 102400 204800 409600 …). Es existieren auch Zwischenschritte, wie zum Beispiel ISO 1.000 oder ähnlich. Die Verdoppelung der Einstellung bedeutet eine Blendenstufe oder Lichteinheit (EV) mehr. In anderen Worten: Wenn ich eine Blende F4 nutze bei 1/30s und ISO 100, dann kann ich bei ISO 200 entweder eine Blende F5.6 oder 1/60s Verschlusszeit nutzen.

Fotos oben (Ausschnitt): Die Wildlifefotografie erfordert oftmals kurze Belichtungszeiten, die eine hohe 12.800 ISO erfordern. Mit entsprechender Software lässt sich das Rauschen hervorragend reduzieren. DxO und Topaz können das derzeit am besten.

Niedrige ISO-Empfindlichkeit

Mit niedriger ISO erreicht man meist weniger Rauschen im Foto (Bildrauschen, Grisseln im Bild, störende Pixel, Artefakte), bessere Farben und einen bessere Dynamikumfang. Mit einem hohen Dynamikumfang meint man die Möglichkeit der Kamera gleichzeitig in den Schatten und Lichtern Details zu belichten. Weniger Dynamikumfang bei höherer ISO bedeutet weniger Details in Lichtern und Schatten. Kurz gesagt: mit höherer ISO erhält man schlechtere Bilder in Bezug auf Farben, Dynamikumfang und Rauschen (auch Bildrauschen genannt).

Sensoren haben ab Fertigung eine bestimmte Basisempfindlichkeit. Die Basisempfindlichkeit vieler Kameras ist unterschiedlich, je nach Sensor. Canon beispielsweise liegt meist bei ISO 100, Fujifilm X-T2 bei ISO 200, X-T4 bei 160 ISO. Auf einem Sensor sitzen Photodioden, die Licht in elektrische Energie umwandeln. Das ist zunächst ein analoges Signal, welches in der Kamera von einem nachfolgenden Analog-Digital-Wandler in digitale Informationen “übersetzt” wird. Leider ist die Empfindlichkeit der Photodioden nicht regelbar.

Belichten wir ein Foto bei ISO 200, wenn die Kamera eine Basisempfindlichkeit von 100 hat, dann liefert uns der Sensor ein Signal um -1EV unterbelichtet. Wir belichten entweder um die Hälfte kürzer oder mit einer kleineren Blendenöffnung. Damit das Bild nicht um eine Lichteinheit zu dunkel gerät, hellt “der Verstärker” der Digitalkamera das Bild um +1EV auf. Wir erhalten Bildrauschen in Form von Photonenrauschen, Auslreserauschen, Quantisierungsrauschen und Dunkelrauschen.
Quelle unter anderen: Das Sony Alpha 7 System – Marin Vieten – dpunkt Verlag

Mit hoher Empfindlichkeit fotografieren

Wenn ich aus der Hand fotografiere, dann nutze ich in dunkler Umgebung am besten höhere ISO-Werte, um noch entsprechende Belichtungszeiten zu erreichen, bei denen ich nicht verwackle. Dabei entsteht ein Bildrauschen im Foto, welches mich spätestens am Monitor in der Vergrößerung irritieren kann. Doch ist ein Bildrauschen im Foto wirklich so schlimm?

Interessantes:

  • Die Sensoren wurden in den Jahren immer besser. Heute kann man wesentlich höhere Empfindlichkeiten nutzen, als noch vor fünf Jahren.
  • Fotografieren Sie so, dass Ihr Bild nicht unterbelichtet wird, sonst verstärkt sich das Rauschen noch. Überbelichten hilft der Bildqualität bei hoher Kamera-Empfindlichkeit!
  • Kurze Belichtungszeiten bei hoher ISO sind wesentlich besser im Bildergebnis als lange Belichtungszeiten bei hoher Empfindlichkeit.
  • Manchmal ist die nachträgliche Rauschunterdrückung durch die Bildbearbeitung sinnvoller, als die interne Funktion der Kamera (JPG). Ausprobieren!
  • Mit zunehmender Empfindlichkeit erhält man neben dem zunehmenden Bildrauschen auch weniger Dynamikumfang der Kamera.
  • Rauschen kann nachträglich nicht ganz entfernt werden. Man kann es aber nachträglich reduzieren.
  • Es gibt zwei Arten im Bild: Farbrauschen (auch Chrominanzrauschen) und Luminanzrauschen (Helligkeitsrauschen).
  • Vermeiden können wir das Rauschen, indem wir die Blende öffnen oder Licht zur Situation hinzufügen (z.B. per Blitzlicht, sorgt für niedrigere ISO).
  • Für unbewegliche Motive nutzen Sie am besten ein Stativ und niedrige ISO bei längeren Belichtungszeiten (auch Langzeitbelichtung).
  • Fotografieren Sie oft im Dunkeln Stilleben, dann ist eine Kamera mit IBIS von Vorteil.
  • Nutzen Sie unbedingt die ISO-Automatik gepaart mit der minimalen Belichtungszeit (nicht in jeder Kamera vorhanden) bei Stillleben. Das ist eine sehr wertvolle Funktion!
  • Fotografieren Sie bei wenig Licht und längerer Belichtungszeit mehrere Aufnahmen. Eine der Fotografien wird am schärfsten sein!
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Keine Angst vor hoher ISO-Empfindlichkeit

Die meisten Digitalkameras lassen sich auf Auto-ISO einstellen und gleichzeitig lässt sich der höchste automatische ISO-Wert auf einen Maximalwert begrenzen. Viele Kameras bieten zudem die Möglichkeit, die längste Belichtungszeit zum Beispiel auf 1/60 Sekunde einzustellen. Auf diese Art kann ich bei ruhiger Kamerahaltung ein Foto (mit einem Weitwinkelobjektiv oder mit normaler Brennweite) kaum verwackeln. In dunkler Umgebung entstehen auf diese Weise schon mal ISO Werte von ISO 3.200, ISO 6.400 oder gar ISO 12.800. Viele Kameras wie zum Beispiel die Sony Alpha 7S können mit diesen hohen Empfindlichkeiten hervorragend umgehen, da sie für solche dunklen Umgebungen ausgelegt wurden. Andere Kameras erzeugen schon ab 3200 ISO ein Bildrauschen, welches Fotoamateure nur schwer ertragen können. Die Wahl der Kamera ist insbesondere auch für Kinderfotos entscheidend, die oft in dunkler Umgebung zu Hause fotografiert werden (Innenräume).

Was ist Bildrauschen? Beispiel Bildausschnitt des Coverfotos mit hoher Empfindlichkeit im Dunkeln Venedigs fotografiert. Die Kamera (Fujifilm X-T2) war auf Auto-ISO eingestellt mit einer minimalen Verschlusszeit von 1/60s:

ISO - fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit

Hohe ISO – Auto-ISO einstellen hilft – Die Kamera wählte Empfindlichkeit (10.000) – Das hohe ISO-Bildrauschen wird überbewertet. Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit ist kein Problem, da man das Rauschen meist gar nicht sieht.

Video Kamera ISO-Empfindlichkeit-Einstellungen

Hier die ISO Einstellungen für Canon Kameras:

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Ein Video zu den Empfindlichkeits-Einstellungen für Fujifilm Kameras:

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Bildrauschen wird überbewertet

Doch bei aller Technik: Das hohe ISO-Bildrauschen wird meist völlig überbewertet. Ich möchte Ihnen kurz das Geheimnis verraten, warum ich das so sehe:

Fotografiere ich mit niedriger ISO bei wenig Licht, so laufe ich ständig Gefahr zu verwackeln. Fotografiere ich zum Beispiel bei einer Partystimmung im Halbdunkel mit maximaler ISO 1600, dann darf ich vielleicht höchstens mit einer 1/15 Sekunde, manchmal einer 1/30 Sekunde arbeiten. Hierbei besteht nicht nur die Gefahr der Verwacklung der Kamera, sondern auch die Gefahr, dass die Bewegungen der Menschen vor der Kamera eine Bewegungsunschärfe erzeugen. In vielen Fällen funktioniert das Fotografieren so noch ordentlich, in anderen überhaupt nicht mehr. Am liebsten würde man während der Party den Gastgeber bitten, das Licht einzuschalten, lach. Aber alles sollte ja stimmungsvoll bleiben. Also Blitz aus und hohe Empfindlichkeit einstellen?

Beispiel gleicher Helligkeiten und resultierender Belichtungen mit unterschiedlicher Empfindlichkeit:

  • Empfindlichkeit ISO 1.600, F4, 1/15 s (starke Verwacklungsgefahr!)
  • Empfindlichkeit 6.400, F4, 1/60 s (besser)
  • Empfindlichkeit 12.800, F4, 1/125 s (langsame Bewegungen werden noch scharf abgebildet)

Heute ist es mit vielen Kameras möglich bis ISO 12.800 zu fotografieren, ohne allzu starkes Bildrauschen zu erzeugen. Doch bei all diesen Überlegungen und der Furcht um das Bildrauschen im Foto vergessen viele Fotografen, dass es besser ist, ein bisschen Bildrauschen in Kauf zu nehmen, als ein verwackelte Foto zu erhalten. Schließlich kann ich ein verwackelte Foto nicht gebrauchen, ein Foto mit Bildrauschen jedoch immer noch nutzen.

Keine Angst vor Bildrauschen! Das Bildrauschen wird meist völlig überbewertet.

Daher rate ich jedem Fotoamateur, auch höhere ISO Werte zu verwenden. Kann ich dann ein Bildrauschen nachträglich entfernen? Und wie mache ich das?

ISO-Bildrauschen reduzieren – Beste Software Rauschreduktion

Das ISO-Bildrauschen im Foto wird stark überbewertet. Die meisten Fotografen zoomen am Monitor stark in ein Foto hinein. Zwar ist das Zoomen am Monitor in Ordnung, um zu erkennen, ob das Motiv scharf abgebildet ist. Jedoch suchen viele Fotografen in dieser Auflösung geradezu nach Fehlern und Bildrauschen.

Schauen Sie mit einem Mikroskop in einen 13 x 19cm Abzug? Rauschen wird überbewertet.

Tatsächlich fällt ein Bildrauschen bei hoher ISO-Empfindlichkeit aber erst in größeren Bildformaten im Druck oder bei Abzügen auf. Selbst in einem Fotoalbum, in dem ich ein Bild über eine Doppelseite zeige, wird mich das meiste Bildrauschen überhaupt nicht stören. Erst wenn ich in Postergröße Abzüge erstelle, würde mich ein Rauschen im Foto anfangen zu stören. Ich behaupte, die meisten Bilder werden den Rechner nie verlassen, einige andere in 13 × 19 cm ausbelichtet. Nur ganz wenige Fotos werden in größeren Maßen an die Wand gehängt. Das sind meist Bilder, die bei gutem Licht entstanden.

Auch bei Motiven, die nicht besonders dunkel sind, wird ein Rauschen im Bild kaum sichtbar. Hier gibt es meist keinen Grund, gegen das Rauschen bei hoher ISO vorzugehen.

Fragen und Antworten Kamera ISO Fotografie FAQ

Frage: Kann ich ISO Rauschen reduzieren?

Antwort: Natürlich lohnt es sich die ISO so niedrig wie möglich zu halten. Ich muss keine Landschaftsaufnahme oder ein Stillleben mit 1/1000 Sekunde fotografieren, wenn sich nichts bewegt. Was nun viele Fotoamateure nicht wissen ist, dass es Software gibt, mit der man das Rauschen in Fotos mit hoher ISO-Empfindlichkeit nachträglich reduzieren kann. Diese Programme machen es möglich, ein Bildrauschen zu mindern und ein ursprünglich verrauschtes Bild auch für größere Abzüge nutzen zu können. In meinen Augen ist die beste Software (2021), um das Rauschen aller Kameras – außer Fujifilm X-Trans / X-System – zu entfernen, DxO PureRAW:

DxO PureRAW – Neue Software für die Bildbearbeitung – Testbericht >>

oder

Topaz Software >>

Frage: Wie ISO Kamera einstellen?

Antwort: In der Regel findet sich am Kamerabody aller Marken ein ISO Knopf. Den drücken Sie bei eingeschalteter Kamera und nicht in der Wiedergabe, sondern im Aufnahmemodus. Dann lässt sich die ISO einstellen. Tipp: Wählen Sie Auto-ISO und stellen im Kameramenü die kleinste und höchste ISO als Grenzen ein. So müssen Sie sich nicht mehr um die ISO kümmern, wenn Sie aus der Hand fotografieren.

Frage: Was ist die beste ISO Kamera?

Derzeit ist die beste Kamera für extrem hohe ISO in meinen Augen die Sony Alpha S III. Sie bietet 12 Megapixel mit extrem hohen ISO Einstellungen.

Frage: Welche ISO für welches Bild?

Ganz einfach: Auto-ISO aus der Hand für Wildlife, Sport, Action, Bewegungen. Dabei kommen schon mal hohe ISO heraus, die sich aber nicht vermeiden lassen. Wichtig ist dann zu wissen, welche Verschlusszeit wir für welche Bewegungen benötigen (Tipp: Fotokurs). Bei Stillleben (Deko, Landschaft, …) ist die niedrigste native ISO der Kamera die beste, wenn Sie ein Stativ nutzen. In der Regel ist das ISO 100, bei manchen Kameras auch ISO 160 oder ISO 200.

© P. Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fachjournalist für Fotografie – ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen entfernen

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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