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ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen

So manch einem Fotografen rutscht beim Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit das Herz in die Hose, weil er vom Bildrauschen gehört hat. Ich behaupte: Keine Angst vor hoher ISO. Mein Bericht gibt Infos, Hintergründe, Tipps und Tricks:

Keine Angst vor hoher ISO-Empfindlichkeit und Rauschen

ISO ist ein Luxus, mit dem wir auch im Dunkeln aus der Hand fotografieren können

Bildrauschen wird überbewertet

ISO - fotografieren mit hoher Empfindlichkeit ISO – fotografieren mit hoher Empfindlichkeit - Reisefotografie

Dieser Artikel “ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen” wurde ursprünglich im Juli 2018 veröffentlicht und im März 2020 für Sie überarbeitet.

Was ist ISO überhaupt?

Zu den Zeiten als analoger Film der Standart war, mussten wir uns beim Kauf für eine bestimmte Empfindlichkeit, gemessen in ASA oder DIN entscheiden. Den analogen Film gab und gibt es immer noch in verschiedenen Empfindlichkeiten, wie zum Beispiel 100 ASA, 200 ASA oder auch 400 ASA, der auch auf der Patrone abgedruckt ist. Profis erhalten im Fotofachgeschäft auch Filme die noch niedrigere (25 / 50 ASA) oder höhere Empfindlichkeiten (3200, …) ermöglichen. Die Empfindlichkeit des Films wird chemisch erreicht.

In jedem Falle mussten und müssen analoge Fotoamateure einen Film erst einmal komplett zu Ende fotografieren, bevor sie eine andere Empfindlichkeit nutzen konnten (von Wechselmagazinen und dem Trick den Film zwischendurch aus der Kamera zu nehmen einmal abgesehen).

ASA bei analogem Film - Links 200 ASA, rechts 125 ASA. Heute heißt das ISO
 

ASA bei analogem Film –
Links 200 ASA, rechts 125 ASA

ISO im digitalen Zeitalter

Heute arbeiten wir digital mit der ISO und wir fotografieren meist digital. In der modernen digitalen Fotografie können wir zu jedem Foto eine neue ISO-Empfindlichkeit wählen oder die Kamera sogar auf Auto-ISO einstellen. Die manuelle Einstellung verschiedener Empfindlichkeiten kann der Fotograf in der Digitalkamera wählen. Meist lässt sich die Einstellung über eine bestimmte Taste schnell erreichen.

Smartphones haben per se eine automatische Empfindlichkeits-Einstellung, die man mit vielen Kamera-Apps auch manuell wählen kann. Auch alle anderen Kameras wie zum Beispiel Kompaktkameras, Bridgekameras, Systemkameras, Spiegelreflexkameras, Mittelformatkameras können pro Bild eine andere ISO Empfindlichkeit nutzen. Dabei wird stark vereinfacht gesagt, das Sensorsignal verstärkt, ähnlich einem Verstärker in der Tontechnik. Das Rauschen entsteht durch Ladungen, Leckströme und durch das Rauschen des Verstärkers. In den letzten Jahren wurden viele Kameras mit hohen Empfindlichkeits-Werten beworben. Sollte ich aber mit diesen hohen ISO-Werten tatsächlich fotografieren?

ISO detallierter beschrieben

ISO bedeutet “International Standard Organisation”. Es handelt sich um eine Unternehmung zur Definition der Lichtempfindlichkeit. Die ISO selbst kann in der Digitalkamera eingestellt werden, theoretisch von 25 aufwärts (25 50 100 200 400 800 1600 3200 6400 12800 25600 51200 102400 204800 409600 …). Es existieren auch Zwischenschritte, wie zum Beispiel ISO 1.000 oder ähnlich. Die Verdoppelung der Einstellung bedeutet eine Blendenstufe oder Lichteinheit (EV) mehr. In anderen Worten: Wenn ich eine Blende F4 nutze bei 1/30s und ISO 100, dann kann ich bei ISO 200 entweder eine Blende F5.6 oder 1/60s Verschlusszeit nutzen.

Niedrige ISO-Empfindlichkeit

Mit niedriger ISO erreicht man meist weniger Rauschen, bessere Farben und einen bessere Dynamikumfang. Mit einem hohen Dynamikumfang meint man die Möglichkeit der Kamera gleichzeitig in den Schatten und Lichtern Details zu belichten. Weniger Dynamikumfang bei höherer ISO bedeutet demnach weniger Details in Lichtern und Schatten. Kurz gesagt: mit höherer ISO erhält man schlechtere Bilder in Bezug auf Farben, Dynamikumfang und Rauschen.

Sensoren haben ab Fertigung eine bestimmte Basisempfindlichkeit. Die Basisempfindlichkeit vieler Kameras ist unterschiedlich, je nach Sensor. Canon beispielsweise liegt meist bei ISO 100, Fujifilm X-T2 bei ISO 200. Auf einem Sensor sitzen Photodioden, die Licht in elektrische Energie umwandeln. Das ist zunächst ein analoges Signal, welches in der Kamera von einem nachfolgenden Analog-Digital-Wandler in digitale Informationen “übersetzt” wird. Leider ist die Empfindlichkeit der Photodioden nicht regelbar.

Belichten wir ein Foto bei ISO 200, wenn die Kamera eine Basisempfindlichkeit von 100 hat, dann liefert uns der Sensor ein Signal um -1EV unterbelichtet. Wir belichten entweder um die Hälfte kürzer oder mit einer kleineren Blendenöffnung. Damit das Bild nicht um eine Lichteinheit zu dunkel gerät, hellt “der Verstärker” der Digitalkamera das Bild um +1EV auf. Wir erhalten Bildrauschen in Form von Photonenrauschen, Auslreserauschen, Quantisierungsrauschen und Dunkelrauschen.
Quelle unter anderen: Das Sony Alpha 7 System – Marin Vieten – dpunkt Verlag

Mit hoher Empfindlichkeit fotografieren

Wenn ich aus der Hand fotografiere, dann nutze ich in dunkler Umgebung am besten höhere ISO-Werte, um noch entsprechende Belichtungszeiten zu erreichen, bei denen ich nicht verwackle. Dabei entsteht ein Bildrauschen im Foto, welches mich spätestens am Monitor in der Vergrößerung irritieren kann. Doch ist ein Bildrauschen im Foto wirklich so schlimm?

Interessantes:

  • Die Sensoren wurden in den Jahren immer besser. Heute kann man wesentlich höhere Empfindlichkeiten nutzen, als noch vor fünf Jahren.
  • Fotografieren Sie so, dass Ihr Bild nicht unterbelichtet wird, sonst verstärkt sich das Rauschen noch. Überbelichten hilft der Bildqualität bei hoher Kamera-Empfindlichkeit!
  • Kurze Belichtungszeiten bei hoher ISO sind wesentlich besser im Bildergebnis als lange Belichtungszeiten bei hoher Empfindlichkeit.
  • Manchmal ist die nachträgliche Rauschunterdrückung durch die Bildbearbeitung sinnvoller, als die interne Funktion der Kamera. Ausprobieren!
  • Mit zunehmender Empfindlichkeit erhält man neben dem zunehmenden Bildrauschen auch weniger Dynamikumfang der Kamera.
  • Rauschen kann nachträglich nicht ganz entfernt werden. Man kann es nur nachträglich reduzieren.
  • Es gibt zwei Arten im Bild: Farbrauschen (auch Chrominanzrauschen) und Luminanzrauschen.
  • Vermeiden können wir das Rauschen, indem wir die Blende öffnen oder Licht zur Situation hinzufügen (z.B. per Blitzlicht, sorgt für niedrigere ISO).
  • Für unbewegliche Motive nutzen Sie am besten ein Stativ und niedrige ISO bei längeren Belichtungszeiten.
  • Fotografieren Sie oft im Dunkeln Stilleben, dann ist eine Kamera mit IBIS von Vorteil
  • Nutzen Sie unbedingt die ISO-Automatik gepaart mit der minimalen Belichtungszeit (nicht in jeder Kamera vorhanden). Das ist eine sehr wertvolle Funktion!
  • Fotografieren Sie bei wenig Licht und längerer Belichtungszeit mehrere Aufnahmen. Eine der Fotografien wird am schärfsten sein!
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Keine Angst vor hoher ISO-Empfindlichkeit

Die meisten Digitalkameras lassen sich auf Auto-ISO einstellen und gleichzeitig lässt sich der höchste automatische ISO-Wert auf einen Maximalwert begrenzen. Viele Kameras bieten zudem die Möglichkeit, die längste Belichtungszeit zum Beispiel auf 1/60 Sekunde einzustellen. Auf diese Art kann ich bei ruhiger Kamerahaltung ein Foto (mit einem Weitwinkelobjektiv oder mit normaler Brennweite) kaum verwackeln. In dunkler Umgebung entstehen auf diese Weise schon mal ISO Werte von ISO 3.200, ISO 6.400 oder gar ISO 12.800. Viele Kameras wie zum Beispiel die Sony Alpha 7S können mit diesen hohen Empfindlichkeiten hervorragend umgehen, da sie für solche dunklen Umgebungen ausgelegt wurden. Andere Kameras erzeugen schon ab 3200 ISO ein Bildrauschen, welches Fotoamateure nur schwer ertragen können. Die Wahl der Kamera ist insbesondere auch für Kinderfotos, die oft in dunkler Umgebung zu Hause fotografiert werden entscheidend.

Bildausschnitt des Coverfotos mit hoher Empfindlichkeit im Dunkeln Venedigs fotografiert. Die Kamera (Fujifilm X-T2) war auf Auto-ISO eingestellt mit einer minimalen Verschlusszeit von 1/60s:

ISO - fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit

Hohe ISO – Auto-ISO einstellen hilft – Die Kamera wählte Empfindlichkeit (10.000) – Das hohe ISO-Bildrauschen wird überbewertet. Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit ist kein Problem, da man das Rauschen meist gar nicht sieht.

Video ISO-Empfindlichkeit-Einstellungen

Hier die ISO Einstellungen für Canon Kameras:

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Ein Video zu den Empfindlichkeits-Einstellungen für Fujifilm Kameras:

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Bildrauschen wird überbewertet

Doch bei aller Technik: Das hohe ISO-Bildrauschen wird meist völlig überbewertet. Ich möchte Ihnen kurz das Geheimnis verraten, warum ich das so sehe:

Fotografiere ich mit niedriger ISO bei wenig Licht, so laufe ich ständig Gefahr zu verwackeln. Fotografiere ich zum Beispiel bei einer Partystimmung im Halbdunkel mit maximaler ISO 1600, dann darf ich vielleicht höchstens mit einer 1/15 Sekunde, manchmal einer 1/30 Sekunde arbeiten. Hierbei besteht nicht nur die Gefahr der Verwacklung der Kamera, sondern auch die Gefahr, dass die Bewegungen der Menschen vor der Kamera eine Bewegungsunschärfe erzeugen. In vielen Fällen funktioniert das Fotografieren so noch ordentlich, in anderen überhaupt nicht mehr. Am liebsten würde man während der Party den Gastgeber bitten, das Licht einzuschalten, lach. Aber alles sollte ja stimmungsvoll bleiben. Also Blitz aus und hohe Empfindlichkeit einstellen?

Beispiel gleicher Helligkeiten und resultierender Belichtungen mit unterschiedlicher Empfindlichkeit:

  • Empfindlichkeit ISO 1.600, F4, 1/15 s (starke Verwacklungsgefahr!)
  • Empfindlichkeit 6.400, F4, 1/60 s (besser)
  • Empfindlichkeit 12.800, F4, 1/125 s (langsame Bewegungen werden noch scharf abgebildet)

Heute ist es mit vielen Kameras möglich bis ISO 12.800 zu fotografieren, ohne allzu starkes Bildrauschen zu erzeugen. Doch bei all diesen Überlegungen und der Furcht um das Bildrauschen im Foto vergessen viele Fotografen, dass es besser ist, ein bisschen Bildrauschen in Kauf zu nehmen, als ein verwackelte Foto zu erhalten. Schließlich kann ich ein verwackelte Foto nicht gebrauchen, ein Foto mit Bildrauschen jedoch immer noch nutzen.

Keine Angst vor Bildrauschen! Das Bildrauschen wird meist völlig überbewertet.

Daher rate ich jedem Fotoamateur, auch höhere ISO Werte zu verwenden. Kann ich dann ein Bildrauschen nachträglich entfernen? Und wie mache ich das?

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ISO-Bildrauschen reduzieren – Software

Das ISO-Bildrauschen im Foto wird stark überbewertet. Die meisten Fotografen zoomen am Monitor stark in ein Foto hinein. Zwar ist das Zoomen am Monitor in Ordnung, um zu erkennen, ob das Motiv scharf abgebildet ist. Jedoch suchen viele Fotografen in dieser Auflösung geradezu nach Fehlern und Bildrauschen.

Schauen Sie mit einem Mikroskop in einen 13 x 19cm Abzug? Rauschen wird überbewertet

Tatsächlich fällt ein Bildrauschen bei hoher ISO-Empfindlichkeit aber erst in größeren Bildformaten im Druck oder bei Abzügen auf. Selbst in einem Fotoalbum, in dem ich ein Bild über eine Doppelseite zeige, wird mich das meiste Bildrauschen überhaupt nicht stören. Erst wenn ich in Postergröße Abzüge erstelle, würde mich ein Rauschen im Foto anfangen zu stören. Ich behaupte, die meisten Bilder werden den Rechner nie verlassen, einige andere in 13 × 19 cm ausbelichtet. Nur ganz wenige Fotos werden in größeren Maßen an die Wand gehängt. Das sind meist Bilder, die bei gutem Licht entstanden.

Auch bei Motiven, die nicht besonders dunkel sind, wird ein Rauschen im Bild kaum sichtbar. Hier gibt es meist keinen Grund, gegen das Rauschen bei hoher ISO vorzugehen.

Was nun viele Fotoamateure nicht wissen ist, dass es Software gibt, mit der man das Rauschen in Fotos mit hoher ISO-Empfindlichkeit nachträglich reduzieren kann. Diese Programme machen es möglich, ein Bildrauschen zu mindern und ein ursprünglich verrauschtes Bild auch für größere Abzüge nutzen zu können.

Über die diverse Software, mit der man Bildrauschen nachträglich entfernen kann, habe ich bereits einen ausführlichen Artikel beschrieben, den Sie hier lesen können:

Bericht zu Software die Bildrauschen entfernt >>

In einem kommenden Bericht soll es darum gehen, wie ich mit Adobe Lightroom das Rauschen nachträglich begrenzen kann.

© P. Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fachjournalist für Fotografie – ISO – Fotografieren mit hoher ISO-Empfindlichkeit – Bildrauschen entfernen

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Über den Autor

Peter Roskothen

Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

6 Kommentare

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  • Vielen Dank für diesen Artikel. In einem VHS Kurs bin ich für den Einwand, man könnte ja auch mal den ISO Wert erhöhen, fast gesteinigt worden. Ich habe schon immer höherer ISO Werte nicht gescheut, fand dann aber die Ergebnisse doch nicht akzeptabel. Das lag dann aber auch an der Kamera. Meine alte Sony 77 war in dieser Hinsicht eine Katastrophe. Mit der Fuji xt2 sind höhere ISO Werte fast kein Problem mehr. Das zeigt schon, dass ich gegenüber der Sony das Softwareprogramm Denoise überhaupt nicht mehr verwendet habe. Hier hat sich wirklich etwas getan, oder liegt es wirklich am Hersteller? Jedenfalls fühle ich mich durch den Artikel bestätigt. Da wo es notwendig ist, rauf mit der ISO.

  • Hi Peter,

    vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. Vorab: Besser ein Bild mit Rauschen, als gar kein Bild. Gerade wenn es um Erinnerungen geht, dann ist das sicherlich die wichtigste Aussage!
    Eines meiner Lieblingsbilder aus dem letzten Venedig-Urlaub ist auch eines dieser Bilder. In meinem Beitrag Canal Grande bei Nacht ist es direkt das erste Bild. Ich mag es einfach, es ist eine wunderschöne Erinnerung an einen tollen Tag! Es rauscht, alle Bilder aus diesem Beitrag rauschen. Und? Ich mag sie dennoch!
    Anfangs hatte ich auch häufig die interne Rauschunterdrückung aktiviert. Ergebnis? Ich habe kaum Unterschied zu einem Bild ohne feststellen können. Nur die kamerainterne Bearbeitung hat mich schlicht zur Verzweiflung getrieben, da ich gefühlte Ewigkeiten warten musste, bis dieser Prozess abgeschlossen war und die Kamera damit wieder einsatzbereit war. Man muss sich einfach im Klaren darüber sein, dass die Aufnahmezeit sich verdoppelt. Für mich auf Dauer keine Option, vor allem mit dem kaum sichtbaren Ergebnis.

    LG
    Britta

    • Britta,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Möchtest Du trotzdem Bilder entrauschen, so kann ich Dir das neue Denoise Projects 2 Professional empfehlen. In der neuen Version hat man es verstanden, die Bilder wirklich klasse zu verbessern. Zunächst findet ein Prozess statt, der das Bild rauschärmer macht, dann wird ein gewisses Korn wieder hinzugefügt. Das verblüffende Ergebnis ist wirklich hervorragend. Der Test zur Software kommt in Kürze.

      Denoise Projects 2 Professional >>
      Tipp: unten in der Webseite findest Du den Link Downloads. Hiermit kannst Du die Version zunächst einmal testen und feststellen ob sie Dir gefällt, bevor Du sie kaufst.

      Herzlichen Gruß,
      Peter

    • Hallo Britta,
      die kamerainterne Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen sorgt dafür, das eben durch die Langzeitbelichtung kein Rauschen entsteht. Es hat nichts mit dem High ISO – Ruschen zu tun. Es wird nochmal ein Bild mit der gleichen Belichtungszeit ohne Licht aufgenommen und diese vom vorherigen Bild subtrahiert. Alle Sensoren reagieren auf Langzeitbelichtungen mit Störungen, die so komplett herausgerechnet werden. Unabhängig von der ISO. Neben dem Rauschen werden auch Störpixel weggerechnet. Ich nutze diese Funktion immer bei Langzeitbelichtungen und die Ergebnisse überzeugen durch glasklare Bilder ohne Störungen. Ich bin mit MFT unterwegs und kann Dir nicht sagen ob und ab wann dieses, nennen wir es mal Störrauschen, bei welchen Kameras einsetzt. Da hilft nur die eigene Erfahrung. Man muss die Kamera aber nicht stillhalten während dieser Zeit und kann schon mal zum nächsten Motiv gehen. Ist natürlich nervend und geht auf die Batterie. Wenn man wirklich lange belichtet, ist es aber alternativlos wenn man top Qualität haben will. Man kann das auch manuell machen, indem man nochmal ein Bild mit der selben Belichtungszeit und Deckel vor dem Objektiv belichtet und dieses Bild im Photoshop vom ersten subtrahiert. Das ist aber noch aufwendiger und mehr Fruckelei. Die Ergebnisse sind aber identisch. Gegen dieses Störrauschen hilft Dir später kein Antirauschfilter mehr. Die Bilder haben Blaue oder Grüne Störpixel die wirklich schlimm aussehen. Wie gesagt, ab welcher Belichtungszeit sie auftreten ist von Kamera zu Kamera verschieden, aber sie treten auf und können dir ein Bild komplett versauen.

      • Hallo Andreas,

        vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung. An meiner ersten Einsteiger-DSLR hatte ich auch einige sogenannte Hot Pixel und sie traten direkt auf, nachdem der Sensor einmal warm wurde, sprich nach zwei oder drei Langzeitbelichtungen. Daher kenne ich auch den “Trick” mit dem Objektivdeckel, der hervorragend klappt. Inzwischen bin ich bei Vollformat-DSLR angekommen und dort habe ich keine Probleme. Vielleicht ist mein Monitor auch einfach nicht gut genug, um die Unterschiede in den Aufnahmen zu sehen. Ich sehe auf jeden Fall keine :-( Aber ich werde es bei den nächsten Langzeitbelichtungen nochmals ausprobieren und mir die Bilder genau anschauen.

        LG
        Britta

  • Lieber Peter,

    wieder einmal eine sehr gute Zusammenfassung eines wichtigen Themas – diese Mal der (oftmals ziemlich überschätzten) High-ISO-Problematik und zudem klasse auf den Punkt gebracht.

    Wer heutzutage über High-ISO “Probleme” jammert, der kennt ganz sicherlich nicht die Zeiten der Analogfotografie.
    Damals haben sogar Amateure je nach Genre bis zu 2-3 Kameragehäuse mit jeweils unterschiedlichen Filmen (Farbe, S/W, high- und Low ISO-Filme, …) herumgeschleppt, zudem war Landschaftsfotografie kaum ohne schwere Stative möglich. OIS und IBIS gab es nicht.

    Die damit verbundenen Kompromisse haben in mehr als 150 Jahren der Fotogeschichte trotzdem eine enorme Anzahl von (im Amateurbereich) persönlich enorm geliebten und wichtigen Erinnerungen und im Profibereich von ikonenhaften Fotos mit Weltruhm hervorgebracht – so manche von ihnen haben sogar Geschichte nicht nur dokumentiert, sondern sogar Geschichte GEMACHT, indem sie politische Umwälzungen erzeugten oder zumindest ihnen enormen Schub brachten. Die allermeisten davon waren mit “Korn”, der analogen Variante des “ISO-Rauschens”…

    Damals hat man noch viel mehr auf den Inhalt, die BOTSCHAFT eines Fotos, geachtet – heutzutage eher mehr auf Pixelprobleme….

    Wer sich heutzutage über High-ISO beschwert, sollte sich klar machen, daß noch vor 20 Jahren solche Fotos zum ganz überwiegenden Teil von vorne herein technisch UNMÖGLICH waren oder nur extremst grobkörnig, weil mit 3.200 ASA geschossen…Dann doch lieber ein bißchen heutiges “Rauschen” und ein scharfes Foto, bzw überhaupt ein Foto, egal, wie stark es rauscht – oder etwa nicht?

    Manchmal denke ich bei der heutigen, übertrieben techniklastigen Betrachtungs- und Bewertungsweise von Fotos und der fast schon als nebensächlich angesehenen AUSSAGE UND GESTALTUNG der meisten Fotos in Foren, daß es vermutlich nicht einmal die berühmtesten Fotos der weltberühmten Fotografen der MAGNUM-Agentur schaffen würden dort positive Kritiken zu erreichen….

    (Nebenbemerkung: Das gilt leider für alle Bereiche, die in unserer Gesellschaft etwas mit Kunst, Kreativität, Kommunikation, oder anderen Inhalten zu tun haben)

    Interessanterweise gibt es ja einen Gegentrend: Es gibt Software, welche ein altes Analoges Bild “vortäuschen” kann, Korn HINZUFÜGT.
    Weil grobes Korn, die fotografischen Grenzen der Analogfotografie einen eigenen Charme haben, in uns (zumindest den Älteren unter uns, aber auch Jüngeren) etwas Emotionales bewirken, Erinnerungen aufleben lassen. So wie es alte LPs trotz der eindeutigen, vielen Vorzüge der Digitaltechnik auch im Zeitalter von CDs und inzwischen Streaming noch bewirken.

    Wohlgemerkt: Ich bin nicht rückwärtsgewandt, sondern freue mich seit Jahrzehnten wie ein Kind jedes Mal, wenn mal wieder ein technischer Durchbruch wie AF, OIS, digitale Technik etc. unsere fotografische Möglichkeiten enorm erweitern, ich möchte das um keinen Preis vermissen.

    Aber es ist beim Betrachten eines Fotos ziemlich irrelevant, bzw eher nachrangig, wieviel Korn bzw “Rauschen” es hat.
    Es muss den Betrachter berühren. Und Berührungen haben eine emotionale Wucht – egal, ob die Hand gerade zuvor eine Maniküre erhielt oder nicht….

    In diesem Sinne…

    beste Grüße
    DWL

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