Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Brennweite

Was ist eine Brennweite? Dieser Beitrag erklärt das Fotografieren mit verschiedenen Festbrennweiten oder von Zoomobjektiven mit variablen Brennweiten:

Die Brennweite

Technische Erklärung Brennweite

Technisch vereinfacht erklärt: Die Brennweite ist der Abstand zwischen schärfeführender Linse im Objektiv und dem Fokus / Brennpunkt (siehe Grafik). Bei einem Zoomobjektiv muss demnach der Abstand der schärfeführenden Linse mit dem Drehen oder Schieben des Zooms verändert werden. Der Abstand wird auf jeder Linse mit Millimetern angegeben.

Brennweite

Video Brennweite erklärt

Tipp zu diesem Video zur Brennweite: Schauen Sie den Video nur bis 2:60 Minuten an, denn dann wird es sehr physikalisch und die Erklärungen sind nicht mehr wichtig, um den Begriff zu verstehen.

Zoomobjektiv Brennweite

Wir alle kennen das Zoomobjektiv. Mit dieser Linse kann man hineinzoomen oder hinauszoomen und muss sich kaum bewegen, um das Motiv richtig im Sucher oder auf dem Display zu gestalten. In einem Zoomobjektiv sind mehrere Brennweiten vorhanden, die Sie als Fotograf durch das Drehen am Ring des Objektivs frei wählen können.

Hinweis: Es gibt nicht nur Drehzoom-Objektive, sondern auch Schiebezoom-Objektive. Bei letzteren wird nicht an einem Ring des Objektivs gezoomt, sondern der Tubus wird nach vorne oder hinten / von der Kamera weg oder zur Kamera hin geschoben.

Beispiel Zoomobjektiv - hier Fujifilm 18-55mm

Beispiel Zoomobjektiv – hier Fujifilm 18-55mm

Festbrennweite Objektiv

Außer den Zoomobjektiven gibt es auch Festbrennweiten (engl. Prime Lens). Diese Festbrennweite-Objektive lassen sich in der Brennweite nicht verstellen, bieten demnach immer denselben Blickwinkel und dieselbe Vergrößerung oder Verkleinerung des Motivs.

Sie alle kennen sicher die Foto-Beispiele verschiedener Brennweiten von ein und demselben Motiv? Das sind mehrere Fotos mit Brennweiten von Weitwinkelobjektiven (< 50mm) über Normalobjektiven (50mm) bis zum Teleobjektiv (> 50mm).

Beispiel Festbrennweite - hier Fujifilm 56mm

Beispiel Festbrennweite – hier Fujifilm 56mm

Brennweitenvergleich – Beispielfotos Brennweite

Diese Beispielfotos zum Brennweitenvergleich sind mit verschiedenen Objektiven aufgenommen und zeigen die Wirkung der Brennweite eines Weitwinkelobjektivs, Normalobjektivs bis hin zum starken Teleobjektiv. Beim Weitwinkel sieht das Objekt weiter weg aus, als es in Wirklichkeit ist. Wir gucken zudem in einem sehr großen Winkel. Beim Teleobjektiv sieht das Objekt näher aus, als es in Wirklichkeit ist. Wir sehen durch das Tele in einem sehr kleinen Winkel. Hier ein Brennweitenvergleich in Bildern:

Die Blende beim Objektiv

Die Brennweite wird immer wieder mit der Blende verwechselt. Die Blende, in der Regel bestehend aus Blendenlamellen, hat allerdings eine ganz andere Funktion im Objektiv. Die Blende ist wichtig für die Schärfentiefe.

Lichtstärke

Die Lichtstärke eines Objektivs wird durch den Quotient aus maximalem Durchmesser der Eintrittspupille (Öffnungsweite) und der Brennweite eines Objektivs errechnet (Quelle: Wikipedia). Beispiel: die Lichtstärke eines 50mm Objektivs (wird auch als Normalobjektiv auf Vollformatkameras bezeichnet) errechnet sich aus der Öffnungsweite der Eintrittpupille. Beträgt die Öffnungsweite etwa 36mm, dann rechnet sich das: 36 /50mm = 1 / 1.4. Vorne auf dem Objektiv wird sich demnach zum Beispiel folgende Angabe finden: „50mm 1:1.4“. Bei dieser Angabe handelt es sich gleichzeitig um die offenste Blende und die kleinste Blendenzahl. Blenden werden auch mit einem „F“ vorne weg angegeben. Beispiel F/1.4.

Je höher die Lichtstärke (in dem Beispiel die kleinste Blendenzahl F/1.4), desto teurer wird die Linse. Für eine große Eintrittspupille benötigt man Gläser mit großem Durchmesser. Dieser Umstand macht Linsen mit großer Lichtstärke entsprechend schwerer.

Welches ist die beste Brennweite für die Fotografie?

Die beste Brennweite der Fotografie gibt es nur in Abhängigkeit mit bestimmten Fotomotiven. Man kann durchaus sagen, dass ein Portraitobjektiv mit einer Brennweite von 80-85mm hervorragende Portraits zulässt. Auch kann man die beste Brennweite in der Architekturfotografie durchaus als klein annehmen (kleiner gleich 20mm, vielleicht sogar 14mm).

Aber natürlich kann man sich auch trefflich über dieses Thema streiten. Es gibt Fotografen, die fotografieren Portraits mit 135mm oder mit 180mm / 200mm und schwören auf die Ergebnisse. Andere wiederum behaupten, dass der Kopf des Portraitierten zu flach wirkt, wenn er mit einem Tele größer als 135mm fotografiert wird.

Die beste Brennweite in der Fotografie ist natürlich immer gerade die, welche man dabei hat. Doch bevor man zu einem Auftrag oder auf Reise geht, überlegt jeder Fotograf genau, welche Objektive er mitschleppen möchte. Ich persönlich bin bei meinen privaten Ausflügen ein Fan von nur einer Festbrennweite für den einen Tag. So eine Festlegung hat Vorteile oder auch Nachteile. Der Vorteil ist, dass man sich mit der Linse besser auskennt und nicht viel mit sich tragen muss. Der Nachteil ist, dass man Motive unter Umständen verpasst. Aber hier ein Beispiel einer besten Brennweite für einen Auftrag:

Beste Brennweite Portrait

Bekomme ich persönlich einen Auftrag für die Erstellung von Portraits, so nehme ich folgende Kameras und Obejktive mit. Ich würde behaupten, darunter findet sich die beste Brennweite für Portrait. Die Links führen zu weiteren Infos und der Möglichkeit des Erwerb bei Amazon oder Calumet. Zwei Beispiele:

Die Kameras und Objektive sind austauschbar. Egal ob Nikon, Sony, Olympus, Panasonic oder Leica, jede Marke hat besonders gute Linsen für jede Aufgabe. Und Sie sehen: auch Profis nutzen ab und an Zoomobjektive.

Tipp Brennweite für Portraits

Bei Portraitaufnahmen ist vor allem auch ein Systemblitz oder eine Blitzanlage sehr wichtig. Für Gruppen-Portraits würde ich in jedem Falle ein 24mm/ 35mm / 50mm Objektiv einem 85mm vorziehen, um noch mit der Gruppe reden zu können und nicht zu weit weg zu stehen.

Tipp Spiegellose Systemkamera versus Spiegelreflexkamera: Die Brennweiten für zum Beispiel eine Fujifilm-X-Kamera muss man mit dem Faktor 1.5 rechnen, um die vergleichbaren kleinbildäquivalten Brennweiten zu errechnen, da die X-T2 keine Vollformatkamera ist. Der Vorteil dieser spiegellosen Kamera ist jedoch eine höhere Quote an scharfen Aufnahmen / Portraits durch die Gesichtserkennung und Augenerkennung im Vergleich zur Spiegelreflex.

Festbrennweite oder Zoom?

Sollte man lieber eine Festbrennweite oder ein Zoom nutzen? Auch darüber ließe sich gut diskutieren. Ich habe gerade mit einer sehr qualitätsbewussten Profifotografin gesprochen, die partout keine Zoomobjektive kauft, sondern ausschließlich mit Festbrennweiten für ihre Fotokunst arbeitet. Aber auch zu diesem Thema, Festbrennweite oder Zoomobjektiv, haben wir einen eigenen passenden Artikel auf *fotowissen.eu bereits verfasst.

Teil Zwei dieses Artikels beschäftigt in Kürze sich mit der Bildwirkung von verschiedenen Objektiv-Brennweiten. Die Bildgestaltung und Bildwirkung wird häufig hinter die technischen Details geschoben, ist aber extrem wichtig in der Fotografie wie in der Malerei.

Brennweite 50mm – Normalobjektiv

Warum ist die Brennweite 50mm so beliebt? Das liegt daran, dass 50mm als Normalbrennweite in der Kleinbildfotografie (Vollformat) gelten. Die 50mm sind zwar nicht wirklich richtig, denn es sollten eher 43mm sein, aber 50mm hat sich in den Köpfen festgesetzt. Für das Normalobjektiv gilt die Brennweite ist gleich der Diagonale des Sensors (Normal-Brennweite Beispiel siehe Tabelle unten).

Für eine APS-C-Kamera (meist Crop 1.5) sollten es etwa 30mm sein, um den gleichen Blickwinkel zu erhalten. Für das Mittelformat sind es bei Fujfilm GFX 50S beispielsweise 55mm (Crop 0.78). Eine Übersicht über die Nomalbrennweite / Normalobjektive:

KameramarkeFormatCrop-Faktor
(x-fach für KB-äquivalent)
Diagonale in mm
"Normalbrennweite"
Nikon FX / Vollformat36 x 24 mm /43,26
Nikon DX23,7 x 15,6 mm1,5x28,37
Canon Kleinbild / Vollformat36 x 24 mm /43,26
Canon APS-C22,5 x 15 mm1,6x27,04
Olympus MFT17,3 x 13 mm2x21.64
Panasonic MFT17,3 x 13 mm2x21.64
Fujifilm APS-C23,6 x 15,6 mm 1,5x28,28
Fujifilm Mittelformat43.8 x 32.9 mm 0,79x54,78

Was ist die kleinste Blende?

Die kleinste Blende ist eine verwirrende Angelegenheit. Manche Fotografen denken an die kleinste Blendenöffnung im Objektiv, andere an die kleinste Blendenzahl. Hier kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Ich rede lieber über die Blendenöffnung oder die Blendenzahl, nicht über die Blende.

Reden wir ausnahmsweise von der kleinsten Blende als kleinsten Blendenöffnung, so haben viele Objektive diese bei F/22, F/32. Es gibt aber eine enorme Spannbreite. Manch ein Objektiv einer Bridgekamera oder Kompaktkamera endet bei F/8, mach eine Linse im Mittelformat bei F/32, Vollformat oft bei F/22.

In eigener Sache – Der bessere Fotokurs

Möchten Sie gerne Ihre eigene Fotografie ausbauen, dazulernen und suchen einen besseren Fotokurs? Ich schule individuell (auf Wunsch auch zu Zweit plus Trainer) Fotografie für Einsteiger und Fortgeschrittene. Der individuelle Kurs schult Ihre Grundkenntnisse oder baut auf Ihren bestehenden Kenntnissen auf und wird genau auf Sie abgestimmt. Mehr noch: die Schulung macht großen Spaß und neben Theorie unternehmen wir auch eine eigene Fotoexkursion.

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Die besten Fotokurse der Fotoschule Roskothen

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Brennweite - Lesen Sie die ganze Serie:

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Die Brennweite

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

2 Kommentare

  1. Lieber Peter!
    Da ich bekanntlich ja nicht zu der Kategorie „Technik-Freak“ gehöre, hat mich dieser Artikel gut an die Hand genommen. Jetzt verstehe ich, und kann mir bildlich vorstellen, warum du mir für die Streetfotografie 35mm empfohlen hast.

    Überhaupt ist dieser Artikel eine wunderbare Ergänzung zu meiner letzten Schulung bei dir. Die theoretische / technische Ausrichtung war genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte und du hast mir meine „Probleme“ mit der korrekten Belichtung in schwierigen Lichtstimmungen ganz hervorragend erklärt. Mir ist jetzt erst im Nachhinein richtig klar geworden, wie wichtig doch das Histogramm ist. Und, nach deiner Erklärung wird mir auch deutlich, wann ich – aus welchem Grund – oder aus welcher Intention heraus – davon bewusst abweichen möchte. Das konnte ich vorher nicht einschätzen und mir hat das Histogramm, gelinde gesagt, wenig dazu erzählt. Ich kann jedem nur empfehlen, eine individuelle Schulung bei dir zu machen. Im Vergleich zu herkömmlichen Kursen findet und bekommt man hier passgenaue, individuelle Antworten auf die persönlich relevanten Fragen. Ich danke dir nochmals, deine beiden neuen Artikel sind für mich eine perfekte Ergänzung zur Schulung.
    LG
    Maike

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