Architekturfotografie, die fotografische Darstellung von Gebäuden und Bauwerken oder Teilen davon, ist einer der interessantesten und anspruchsvollsten Bereiche auf dem Gebiet der Lichtbildnerei. Ein Fotograf der sich auf dieses Terrain vorwagen möchte, benötigt nicht nur die richtige Ausrüstung, sondern auch ein Auge für Details und einen ausgeprägten Sinn für die perfekte Bildkomposition.
Einsatzgebiete der Architekturfotografie
Die Einsatzgebiete der Architekturfotografie sind vielfältig. Sie können sowohl dokumentarischer als auch künstlerischer Art sein.
Dokumentarische Architekturfotos
Im Rahmen der dokumentarischen Architekturfotografie kommt es hauptsächlich auf die objektive, wertfreie Wiedergabe eines Objektes an. Von größter Bedeutung ist hierbei die möglichst naturgetreue Abbildung aller Details. Seinen künstlerischen Anspruch muss der Fotograf hintanstellen.
Künstlerische Architekturfotos
Im künstlerischen Sektor ist zwischen interpretierender und subjektiver Architekturfotografie zu unterscheiden. In beiden Fällen darf der Fotograf seine persönliche Sichtweise wiedergeben und seine eigene Kreativität einfließen lassen. Während jedoch bei der interpretierenden Architekturfotografie die Motive noch realistisch erkennbar bleiben müssen, kann er bei der subjektiven Fotografie seiner Fantasie freien Lauf lassen. Hier können unter anderem übersteigerte Perspektiven, besondere Lichteffekte oder Spiegelungen zum Einsatz kommen.
Um die originalgetreue Darstellung der Einzelheiten zu ermöglichen, finden meist große Aufnahmeformate Verwendung. Vorrangig wird aus der Zentralperspektive fotografiert, das heißt, aus Sicht einer sich in der Umgebung des Objekts aufhaltenden Person. Aufnahmen aus der Vogel- oder Froschperspektive sind aber ebenso üblich.
Stürzende Linien in der Architekturfotografie
Eine der nennenswertesten Herausforderungen in der Architekturfotografie ist das Vermeiden “stürzender Linien”. So werden die aufeinander zulaufenden Linien bezeichnet, die entstehen, wenn die Kanten des zu fotografierende Objekts nicht parallel zum Sensor der Kamera bzw. dem Film verlaufen. Sie treten zum Beispiel auf, wenn der Fotograf die Kamera nach oben schwenkt, um ein hohes Bauwerk in voller Größe zu aufzunehmen. Wer diesen Effekt nicht nachträglich per Bildbearbeitungssoftware beseitigen möchte, sollte auf Tilt-Shift-Objektive zurückgreifen. Diese lassen sich manuell schwenken, wodurch das Ausrichten des Objektives unabhängig von der Kamera möglich ist. Bei längeren Belichtungszeiten ist zudem der Einsatz eines Stativs sinnvoll.
Industriefotografie
Oftmals werden in der Businessfotografie oder Werbefotografie auch Industriefotografen für die Industriefotografie benötigt. Wie in der Architekturfotografie arbeiten diese mit sehr aufwendigem Foto-Equipment, viel Know-how und Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop und kalibrierten Monitoren.
Rechtliches zur Architekturfotografie
Damit die Freude über eine gelungene Aufnahme nicht im Nachhinein getrübt wird, sollte der Fotograf die rechtlichen Aspekte nicht außer Acht lassen. So dürfen Außenaufnahmen ohne Erlaubnis des Architekten nur von öffentlichen Straßen aus und ohne Hilfsmittel (Leitern, Hubschrauber, gegenüberliegender Balkon etc.) erfolgen. Wikipedia erläutert gut das Panoramarecht in der Architekturfotografie und weitere Einschränkungen >>










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