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Fujifilm-Filmsimulationen – Kreativität für Fotografen – Analog simulieren

Artikel ursprünglich verfasst am 6. Juli 2020

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Vielleicht fragen Sie sich auch: Was sind die Fujifilm-Filmsimulationen wie Provia, Astia, Velvia, Classic Negative, Classic Chrome, Eterna Bleach Bypass und Acros? Was ist der Unterschied der Fuji-Filmsimulationen? Für welche Fotos kann ich welchen analogen Film simulieren? Die Verwirrung kann groß sein, wenn man noch nicht alle Film-Simulationen ausprobiert hat. *fotowissen bringt Licht in das Thema und vergleicht die digitalen Bildstile:

Fujifilm Sucher mit Filmsimulation Acros + Rot-Filter

Fujifilm Sucher mit Filmsimulation Acros + Rot-Filter. Der Beitrag „Die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen – Kreativität für Fotografen – Analog simulieren“ wurde für Sie Februa 2020 erstellt. Im Juli 2020 wurde der Artikel für Sie erweitert. 

Wer hört auf die Namen Provia, Velvia, Acros, Eterna, Classic Chrome und Classic Negative?

Was Sie schon immer über die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen wissen wollten

Fujifilm FotografInnen lieben die Filmsimulationen der analogen Filme

Fujifilm-Filmsimulationen in JPG und RAW

Nach und nach wurden von dem japanischen Unternehmen Fujifilm (FF) den hauseigenen Digitalkameras immer mehr Filmsimulationen hinzugefügt. Fujifilm unterscheidet sich mit seinen innovativen Filmsimulation neben dem Kameradesign, der Bedienung, der Bildqualität von anderen Kameraherstellern.

Für uns Fotografen bedeutet es eine kreative Freiheit, verschiedene Filmsimulationen alter analoger Filme schon während des Fotografierens oder des Videographierens zu nutzen. Möglich ist die Wahl über das Menü, das Quick-Menü (nicht so ausführlich beschrieben) oder per programmierbarer Taste. Bei Kameras mit vier Richtungstasten (Wippe), liegt die Funktion standardmäßig auf der linken Auswahltaste.

Der Unterschied zwischen den Simulationen der analogen Filme liegt grob gesagt in der Farbsättigung, dem Kontrast und dem Filmkorn. Tatsächlich programmiert FF die Stile noch etwas subtiler in den Farbkurven etc.. Simuliert werden verschiedenes Bildaussehen in der Kamera (JPG) oder in der Nachbearbeitung (RAW) mit einer fähigen Bildbearbeitungssoftware (RAW-Konverter). Die Bildstile sind bereits vor der Aufnahme im Sucher und im Display der spiegellosen Digitalen (DSLM) zu sehen:

Historie / Entwicklung der Fujifilm Filmsimulationen - Eterna Bleach Bypass

Digitale Fujifilm-Filmsimulationen in der Historie (Grafik Fujifilm). 2020 mit der X-T4 kommt die Filmsimulation Eterna Bleach Bypass hinzu. Sie beruht auf einer analogen Art und Weise, Abzüge zu entwickeln und bewirkt einen unterkühlten Bildstil. Die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen – Kreativität für Fotografen – Analog simulieren

Analoge Filme als Vorbilder

Einige Fotografen kennen noch verschiedene Filmsorten aus der analogen Foto-Zeit. Fujifilm war zu analogen Zeiten bekannt bei Fotoamateuren und Profi-Fotografen. Es existierten verschiedene Fuji-Filmsorten (Negativfilme / Diafilme), die besondere optische Merkmale aufwiesen. Diese analogen Filmsorten können heute in der digitalen FF-Kamera simuliert werden. Die digitalen Filmsimulationen sind die Gegenstücke zu den analogen Filmen.

Die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen sind Pendants der analogen Filmsorten

Das Unternehmen Fujifilm entwickelt diese Filmsimulationen speziell für seine APS-C Kameras (X-System), wie auch für die Mittelformat-GFX-Kameras (GF System). Die FF-Gestalter der digitalen Filmsorten achten dabei auf viele verschiedene Kriterien wie zum Beispiel:

  • Farbsättigung
  • Kontrast
  • Gradiationskurve
  • Filmkorn

Alle analogen Filme hatten ihre eigenen Charakteristiken. Dazu gehörten der unterschiedliche Kontrast einer Filmsorte, genau wie ein leichter Farbstich. Niemals gab es einen analogen Farbfilm, der alle Farben korrekt darstellte. Immer hatte die eine oder andere Filmrolle entweder einen Farbstich ins gelbliche, grünliche oder ins bläuliche. Bei analogen Schwarzweißfilmen gab es erhebliche Unterschiede im Kontrast und der übrigen Anmutung.

Die Fujifilm Filmsimulation gibt unseren Fotos so etwas wie eine Seele (Zitat Peter Roskothen)

Vorteile der Fujifilm Film-Simulationen

Wer bereits beim Fotoshooting die Filmsimulationen nutzt, kann die verschiedenen Bildstile auf dem Display oder im Sucher sehen. Für Fotografen bedeutet es, dass sie die Ergebnisse mit diesem Bildstil dem Model oder dem Kunden zeigen können. Selbstverständlich kann man diese Bildstile auch nachträglich in einer Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Lightroom Classic, oder Capture One Pro simulieren. Allerdings sieht man dann nicht schon während des Fototermins die Ergebnisse. Die Bildstile schon während des Fotografierens zu sehen, bedeutet auch mit Ihnen zu arbeiten und entsprechende Fotos zu belichten. Das ist ein Unterschied zum nachträglichen Bearbeiten.

Einstellungen der FF-Simulationen

Grundsätzlich erreichen Sie die Einstellung der Filmsimulation mit der linken Wipptaste Ihrer X-T1, X-T2, X-T3 und anderer Kameras. Sie können auch im Quick-Menü die Einstellungen vornehmen, finden dort aber keine ausführlichen Erläuterungen zu Ihrer Wahl. Alternativ legen belegen Sie eine der programmierbare Tasten Ihrer Kamera mit der Filmsimulationsauswahl. Außerdem sind die Stile im Menü Ihrer Kamera zu finden (I.Q. Bildqualitäts-Einstellung Seite 1/3 – Filmsimulation). Hier wird auch die Anwendungsmöglichkeit angedeutet.

Viele analoge Fotografen schätzen die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen, da sie diese bereits während des Fototermins auswählen können. Einige der älteren Fotografen haben sich bewusst für Fujifilm-Kameras entschieden, da sie die Filmsorten von damals sehr schätzten und gerne wieder digital einsetzen wollen. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten, in denen es um möglichst große Farbtreue ging, ist man jetzt mit Fujifilm-Kameras in der Lage, seinen Bildern einen künstlichen Bildausdruck zu geben, der von der Realität abweicht und die künstlerische Bildaussage unterstützt.

Generiert werden die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen mit dem Computer der Kamera, der diese verschiedenen Bildstile dem fertigen JPG-Foto verleiht. RAW-Fotografen können die Bildstile mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware wie Capture One Pro (C1) oder Lightroom Classic nachträglich auf ein RAW anwenden. Dabei gibt es einen kleinen Unterschied in den ACROS-Filmsimulationen zwischen JPG und RAW, auf die wir später noch zu sprechen kommen (kaum einer kennt diesen Unterschied).

Fujifilm Filmsimulationen Capture One Pro

Capture One Pro (C1) macht es möglich, die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen nachträglich auf das RAW anzuwenden. Sogar die Filmsimulation Classic Negative ist für entsprechende FF-Kameras verfügbar.

Fujifilm-Filmsimulationen Lightroom Classic

Auch in Lightroom Classic (LR) können Fotografen den Bildstil der Kamera nachträglich dem RAW hinzufügen. Meist ist Adobe (LR) langsamer als PhaseOne (C1) bei der Implementierung neuer Filmstile in die Software. 

Filmsimulation-Unterschiede

Alle Filmsimulationen sind eine Geschmacksache, wie damals, als sich Fotografen über den besten Film stritten. Die einen fanden Kodak, die anderen Agfa und wieder andere Fujifilm am besten. Wer Schwarzweiß fotografierte, kannte mindestens die Agfa, Ilfort oder Fujifilm Acros Filme. Alle ergaben ein anderes Bildaussehen auf dem fertigen Abzug. Jeder hatte seinen Lieblingsfilm in seiner Kameratasche. Früher mussten wir dazu auch noch auf verschiedene Empfindlichkeiten des Films achten, da wir alle 24 oder 36 Aufnahmen mit derselben ASA (heute ISO) fotografierten. 100 ASA für bessere Bildqualität, 400 ASA für dunklere Umgebungen, Profis arbeiteten zusätzlich mit dem Push-Verfahren. Viele Filme mussten im Fotogeschäft bestellt werden, da sie eine begrenzte Lebensdauer (Mindesthaltbarkeitsdatum) hatten. Viele dieser vorausschauenden Filmplanungen entfallen im digitalen Zeitalter. Mit den Fujifilm Kameras haben wir heute die Möglichkeit, uns mithilfe der digitalen Fujifilm-Filmsimulationen für verschiedene fotografische Aufgaben den entsprechenden digitalen Film pro Bild auszusuchen.

Jeder der mit Fujifilm-Kameras fotografiert nutzt mindestens einen Filmstil (meist Provia / Standard)

Vergleich der digitalen Fujifilm-Filmsimulationen

Digitale Fujifilm Filmsimulationen im VergleichAbk. MenüBeschreibungFotogenreBesonderheiten
ProviaStdDer Standardfilm bei Fujifilm (FF) heißt Provia. Dieser "Film" ist neutral in seiner Farbwiedergabe. Sehr viele Fujifilm-Fotografen belassen die kamerainterne Farbsimulation auf Provia, um einen möglichst neutralen Bildstil zu wählen. Dieser Stil kann für alle Fotogenre verwendet werden. Besonders nützlich bei sehr starken Farben, da diese dann nicht übertrieben werden.Alle Fotogenre, besonders für Szenen mit starken Farben geeignet, da neutralNeutral
VelviaVDer Name des Bildstils ergibt sich aus dem analogen Film Velvia 50, einem Diafilm / Farbumkehrfilm. Landschaft, Natur, Makro Nicht gut für Portrait, großer Kontrast, tiefes Schwarz, Buntheit
AstiaSDie digitale Filmsimulation Astia stammt von dem gleichnamigen analogen Farbdiafilm Astia 100 ab. Der Bildstil ist besonders geeignet für Portraits, da er die Gesichtsfarbe unterstützt. Dieser sehr farbenreiche und kontrastärmere Filmmodus bedeutet ein intensives Bildaussehen ausgerechnet für Natur und vor allem für Portrait.Gut für Portrait (auch Babyfotos) aber auch andere Genre (Landschaft / Natur / Makro)Sehr subtile Farben, immer noch kräftig, ähnlich wie Provia aber weniger kontrastreich
Classic CromeCcSubtilere Farbe als Provia, Velvia oder Astia. Etwas weniger Kontrast als Velvia, aber mehr als Provia. Kühler Look. Viele Fotografen lieben Classic Chrome, weil es den Blick lenkt auf Formen und Kontraste, weg von den FarbenReportage, Straßenfotografie, evtl. Architektur und auch kühleres PortraitWenn Farben ablenken, ist diese Filmsimul. eine Alternative. Ergibt einen kühlen, nostalgischen Look
Pro Neg HighNsDieser "Film" ist eine Alternative zu Astia und zeigt besonders realistische Hauttöne. Dabei allerdings mit weniger Sättigung als Astia und geringerem Kontrast als Provia. Das tut der Haut und dem Portrait sehr gut. Portraitkühler als Astia
Pro Neg StdDer neutralste Filmstil bei FF. Flacher Kontrast, gedämpfte Farben, und hoher Tonwertumfang. JPGs kann man auf diese Art am besten weiter bearbeiten, da noch alles an Informationen enthalten ist. Studio PortraitNeutralster Film
Classic Negative/
Klassisch Schwarz (dt)
NcHarte Kontraste, hohe Dreidimensionalität im Bildaussehen, ausgewaschene Farben. Die Filmsimulation Classic Negativ wurde erst 2019 zur neuen X-Pro3 hinzugefügt und heißt auf deutsch "Klassisch Schwarz". Seitdem ist dieser Bildstil auch bei der X-T30 und der X-T3 nachgerüstet (Firmware-Update). Der Bildstil ähnelt der analogen Filmsorte Fujifilm Superia. Dieser digitalen Filmsorte sagt man eine gewissen Dreidimensionalität nach. Die Bilder sehen nostalgisch aus und insbesondere die Grüntöne und Hauttöne bieten eine auffällige, eigene Farbgebung. Classic Negativ gehört zu den kontrastreichen (härtere Kontraste) und weniger gesättigten Filmsimulationen (weniger Buntheit / unterkühlt) von Fujifilm.Reportage, Straßenfotografie, Portrait, Architektur, Rost, AltesNostalgischer Farbstil, besonderes Grün und Orange / Gelb
Stammt vom analogen Film "Superia"
Eterna / KinoEEine Simulation für Videos. Liefert wenig Kontrast und Sättigung, die man in der Post-Produktion mit LUTs hinzufügen möchte. Nicht fertig, aber gut zu bearbeitenAlle Videos für Kino-LookKann gut bearbeitet werden
Eterna Bleach BypassDas genaue Gegenteil von Velvia, was die Farbe angeht. Eterna Bleach Bypass ist entsättigt.
Es bietet außerdem harte Kontraste, ähnlich wie Velvia.
Angeblich für Video entwickelt, eignet es sich auch für Fotos.
Reportage, Straßenfotografie, Portrait, Architektur, Rost, AltesAusgeblichen und passend vor allem für Architektur, Straße
Acros +
(Y/R/G)
ADas schwarzweisse Acros ist der einzige Filmstil, der in JPG anders aussieht als in RAW. Bei der JPG-Ausgabe wird ein Filmkorn hinzugefügt im RAW ist das nicht vorhanden. Filmkorn wird aus dem Rauschen generiert und ist abhängig von der ISO.
Der analoge Acros-Film war sehr begehrt unter S/W-Fotografen. Viele haben deshalb die digitalen FF-Kameras gekauft, da dieser Film digital simuliert wird. Acros bietet einen kinoähnlichen Look. Die virtuellen Filter (Y/R/G = Gelb / Rot / Grün) wirken aufhellend für die entsprechende Farbe (im Farboriginal, was aber in Grautöne gewandelt wird) und abdunkelnd für die Komplementärfarbe (Gelb / Violett, Rot / Grün, Grün / Rot).
Portrait, Akt, Straßenfotografie, Landschaft, Architektur, Reportage, ...Vier Simulationen, Filmkorn im JPG
Schwarz/Weiß +
(Y/R/G)
BIst sehr neutrales Monochrom, aber längst nicht so interessant wie Acros. Sie können aus drei Filtern zusätzlich auswählen (Y-Gelb- / R-Rot- / G-Grün-Filter). Jeder Filter wandelt die Farben anders in Schwarz / Weiß. Für Portraits kann der Rotfilter schmeichelhaft seinPortrait, Kontraste, Geometrien, StrukturenLangweilig im Vergleich zu Acros
SepiaSepia

Die Filmsimulation Classic Negative wurde erst 2019 zur neuen X-Pro3 hinzugefügt. Mit älteren Kameras ist es Ihnen nicht möglich den Filmstil in der Kamera zu wählen.  Man kann den Bildstil allerdings auch in C1 im RAW nachträglich den Kameras X-Pro3, X-T3 und X-T30 hinzufügen*. Der Bildstil Classic Negative ähnelt der analogen Filmsorte Fujifilm Superia. Dieser digitalen Filmsorte sagt man eine gewissen Dreidimensionalität nach. Die Bilder sehen nostalgisch aus und insbesondere die Grüntöne und Hauttöne bieten eine auffällige, eigene Farbgebung. Classic Negative gehört zu den kontrastreichen (härtere Kontraste) und weniger gesättigten Filmsimulationen (weniger Buntheit) von Fujifilm. Favoriten für Ihre Wahl dieses Bildstils sind die Genre Straßenfotografie und Reportage.

*Für ältere Kameras gibt es den Filmstil als Preset (Vorgabe) für Capture One und Lightroom. Diese Presets / Vorgaben sind dem Stil des Classic Negative nachempfunden und keine „echten“ Filmsimulationen von FF.

Kostenpflichtiges Lightroom Preset (sehr starke Kontraste) >>

Gratis Preset für LR und C1 und als LUT >>

Kontrast und Sättigung der Fujifilm Filmsimulationen - Eterna Bleach Bypass

Mit dieser Grafik (Grafik Fujifilm) ist es einfacher die Bildstile zu verstehen. Links in der Grafik ist weniger Sättigung, rechts mehr. Unten ist weniger Kontrast, oben mehr Kontrast. Die Velvia-Simulation oben rechts ist entsprechend beides: kontrastreich und farbsättigungsreich.

Beispiele für Bildstile

Leider kranken die Vergleiche der Bildstile immer wieder an viel zu kleinen Internetdarstellungen, Kompressionen der Bilder für das Internet, fehlenden Vergleichen und viel zu subtilen Unterschieden auf den ersten Blick. Wenn man hingegen durch den Sucher der FF-Kamera schaut oder auf einem großen Monitor die Bilder formatfüllend ansieht, fallen die Unterschiede stärker aus. Ich möchte bei *fotowissen die Vergleiche zweier Filmsorten zeigen, um Ihnen den Unterschied besser zu erklären. Tatsächlich sieht man die Unterschiede der Bildstile besonders in den passenden Fotogenren. Erst wenn man anwendungsspezifisch belichtet, werden die Unterschiede klarer, für welche Motive sich die Simulationen besonders eignen. In anderen Worten:

Nur wenn das Motiv passt, lohnt sich die entsprechende Filmsimulation

Eine Anleitung für die Bildcharakteristika und Anwendungen der Bildstile finden Sie in der *fotowissen-Tabelle weiter unten.

Vergleich Pro Neg. Std (PNS) versus Provia

 

Vergleich Pro Neg. Std versus Velvia

 

Vergleich PNS versus Astia

 

Vergleich PNS versus Classic Chrome

 

Vergleich PNS versus Acros +R-Filter

Die Übersicht dieser Filmstile:

Classic Chrome oder Classic Negative

Die beiden Filmsorten Classic Chrome oder Classic Negative unterscheiden sich tatsächlich erheblich von einander. Zwar zeigen sie beide untertriebene Farben, dennoch bringt uns Classic Negative mehr Kontrast. Der direkte Vergleich offenbart den Unterschied:

Zum einfachen Vergleich noch einmal Velvia / Provia, Classic Chrome und Classic Negativ in der Übersicht:

Vergleich Provia versus Eterna Bleach Bypass (X-T4)

Die Fujifilm Filmsimulation Eterna Bleach Bypass geht auf eine analoge Farbfilmentwicklung zurück. Das fertige Bild sieht aus, als würde ein Farbbild von einem Schwarzweißbild überlagert. Damit werden im Bild weit weniger Farbsättigung und ein stark erhöhter Kontrast erreicht. Fuji simuliert Eterna Bleach Bypass in der X-T4, die 2020 erscheint.

Links: PROVIA / Standard Filmsimulation – Rechts: Fujifilm ETERNA BLEACH BYPASS Filmsimulation – Die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen Kreativität für Fotografen

Einen Beitrag über Eterna Bleach Bypass finden Sie hier >>

Feineinstellungen Fotografien

Alle Fotografien und damit auch die Farbe können feiner eingestellt werden. Wir FF-Fotografen können je nach Alter der Kamera die JPG-Bilder im Menü noch feiner einstellen:

  • Dynamikbereich
  • Ton-Lichter
  • Ton-Schatten
  • Farbe
  • Schärfe
  • Rauschreduktion
  • Farbe Chrome-Effekt
  • Farbe Chrome FX Blau

Alle diese Konfigurationen lassen sich obendrein abspeichern. So erhalten Sie Ihren sehr persönlichen Bildstil, wenn Sie zum Beispiel die Farbe in Classic Chrome noch um zwei Punkte anheben (nur ein Beispiel).

Farbe Chrome-Effekt

Den Farbe Chrome-Effekt dürfen wir nicht mit der Filmsimulation Classic Chrome verwechseln. Der Farbstil Chrome-Effekt wirkt sich ausschließlich auf das JPG aus, er ist im RAW nicht enthalten. Sie können den Effekt im Menü (Bildqualitäts-Einstellung – Seite 1/3) ausschalten, schwach oder stark wählen. Dieser Effekt wirkt sich auf die Farben in den Lichtern und Tiefen aus, die gewöhnlich am wenigsten Farben darstellen. Mit dem Einschalten des Effekts wird die Kamera langsamer, da kamerainterne Rechnerleistung für die Berechnung benötigt wird. Das ist prima, solange wir Fotografen eine Einzelaufnahme erstellen. Im Serienbildmodus (CH / CL) kann der Farbe Chrome-Effekt die Kamera stark verlangsamen. Man rechnet etwa eine Sekunde für die Berechnung des Stils.

Fujichrome fortia Professional

Der Farbe Chrome-Effekt wurde durch Fuji vom analogen Fujichrome-fortia-Professional-Film abgeleitet. Der Diafilm / Umkehrfilm fortia wurde 2004 nur kurz produziert und beworben mit Worten wie „Hoher Kontrast und lebendigere Farben als Velvia.“. Der Bildeffekt (im Menü einstellbar) ist laut FF am besten bei Aufnahmen von Blumen zu erkennen. Mit dem Effekt (engl. Color Chrome-Effekt) werden Farbnuancen besser sichtbar und dramatischer.

Tipp: Die Anmutung des analogen Fujichrome-fortia-Professional-Films lässt sich laut Fujifilm übrigens am besten mit der Filmsimulation Velvia gemeinsam mit dem Chrome-Effekt (Stark / Strong) erreichen.

Vergleich Links: Kein Farbe Ch. Effekt – Ausgeschaltet – Rechts: Starker Ch. Effekt – Eingeschaltet

Hier noch einmal der Vergleich Farbe Ch. Effekt Ausgeschaltet (links) – Eingeschaltet Stark (rechts) mit Bildern der GFX 50S und anderer Belichtung:

Diese beiden Fotografien wurden im Fotostudio in JPG belichtet. Die FF-GFX50S wurde auf Velvia und Schärfe +2 eingestellt. Das linke Bild ist ohne den Color-Chrome-Effekt (CCE) aufgenommen, das rechte sollte dem Fujichrome-fortia-Professional-Film sehr nahe kommen, da es mit starkem CCE belichtet wurde:

Fazit Chrome Effekt

Der CC-Effekt auf das Bild ist subtil und ein Unterschied ist gerade dann schwer zu sehen, wenn der Bildeffekt auf „Schwach“ gestellt ist. Der Bildeffekt wird in der Kamera ausschließlich im JPG angewandt und nur für JPG-Fotografen interessant, die keine nachträgliche Bildbearbeitung schätzen, oder sich mit Hilfe der JPG-Fotografie und den Effekten zu einem eigenen Bildstil verhelfen.

Tipp: Der CCEffekt ist ausschließlich im Einzelbild-Modus möglich, da er sehr viel Prozessorleistung erfordert. Auch beim Fokus-Stacking kann er nicht angewandt werden.

Farbe Chrome FX Blau

Die Option „Farbe Chrome FX Blau“ kann im Menü eingestellt werden auf: OFF – Weak – Strong, zu Deutsch: Aus – Schwach – Stark. Doch was bewirkt diese Simulation? Zunächst werden Sie den Effekt „Farbe Chrome FX Blau“ vergebens in Ihrem RAW-Bild suchen. Der Stil überträgt sich auf alle Filmsimulationen ausschließlich im JPG-Foto. Ich möchte es Ihnen an Hand eines Beispiels einmal zeigen:

Fujifilm Filmsimulation Provia – Links Chrome FX Blau Ausgeschaltet, Rechts Stark

 

Fujifilm Filmsimulation Eterna Bleach Bypass- Links Chrome FX Blau Ausgeschaltet, Rechts Stark

Fazit Chrome FX Blau

Der Effekt lässt sich zu mancher Filmsimulation sinnvoll einschalten, um zum Beispiel den blauen Himmel zu verstärken. In den Vergleichen zeigt sich schnell, dass sich der Effekt ausschließlich auf die Blautöne auswirkt.

Auslesen der Filmsimulation und Effekte aus den Fujifilm Exif-Daten

Fujifilm Metadaten in Capture One

Es ist tatsächlich eine ziemliche Katastrophe, dass man die gewählten Filmeffekte kaum auslesen kann, denn die Daten sind verschlüsselt in den Fujifilm-Exif-Daten enthalten. Capture One Pro (C1) steht im Werkzeug Farbe – Basismerkmale – Kurve auf „Auto“ und wir können nur raten, welche Filmsimulation wir in der Kamera verwendeten. Das mag noch einfach sein, wenn man überwiegend einen Bildstil wählt, undurchsichtig wird das aber, wenn wir bei einem Fototermin mehrere Stile nutzen. C1 zeigt auch keinerlei Informationen hierüber in den Exif-Daten / Metadaten (Werkzeug – Metadaten).

Was tun, wenn man C1 nutzt? Auf dem Windows-Rechner ist das einfach: Man installiert IrfanView. Das zeigt auf Wunsch die Daten an, die von FF-Kameras in den Exif-Daten gespeichert werden. Auf dem Mac ist momentan nichts verfügbar, was ich empfehlen möchte (Hinweise erwünscht).

IrfanView Windows >>

Fujifilm Metadaten in Lightroom Classic

In Adobe Lightroom Classic ist es besser gelöst. Dort wird im Werkzeug Bearbeiten – Profil-Browser angezeigt, mit welcher FF-Filmsimulation wir fotografierten. Doch die Metadaten geben darüber keinen Aufschluss und zeigen auch nicht einen eventuellen Chrome Effekt. Immerhin gibt es für Adobe Lightroom zwei nützliche Plugins zum Auslesen der Fujifilm-Exif-Daten:

Kostenlos Jeffrey’s “Metadata Viewer” Lightroom Plugin >>

Kostenpflichtig JB X-LR >>

Metadata Viewer Plugin for Lightroom

Metadata Viewer Plugin for Lightroom

Acros Schwarzweiß Simulation

Einer der Vorteile der spiegellosen Technik ist es, dass wir Fotografen bereits vor der Aufnahme den Bildstil im Sucher sehen dürfen. Stellen wir Acros ein, dann sehen wir im Sucher auch schwarzweiß, was uns helfen kann, schwarzweiße Motive zu entdecken. Was aber bedeuten die drei Modi Acros Y/R/G?

Acros / Schwarzweiß wird in einem eigenen Artikel fortgesetzt. Wir reden auch über einen großen Fehler, den Fujifilm im Menü bei den Einsatzgebieten der Schwarzweiß-Filter macht…

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Die digitalen Fujifilm-Filmsimulationen – Kreativität für Fotografen

In eigener Sache (Werbung für die 1:1 Fotoschule):

Fotokurs Bildbearbeitung und Fotokurs Fotografie

Fotograf und Fototrainer Peter RoskothenEgal, ob Sie Einsteiger oder fortgeschrittener Fotoamateur sind, in der Fotoschule Roskothen erlernen Sie die Fotografie und Bildbearbeitung in einem persönlichen Fotokurs. Ich stimme den Kurs genau auf Sie, Ihre Wünsche und Ihr Vorwissen ab. Sie können alle Ihre Fragen stellen und bekommen Antworten vom Profi Fotografen. Dazu lernen Sie in Windeseile und in Ruhe in einer Umgebung mit Profi-Monitor, Fotostudio, Fotogalerie und leckerem Kaffee oder Tee:

Individueller Fotokurs Bildbearbeitung >>

Individueller Fotokurs Fotografie >>

Fotokurs in der Fotoschule Roskothen

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Fujifilm Systemkameras - Lesen Sie die ganze Serie:

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Autor: Peter Roskothen

Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

2 Kommentare

  1. Guten Morgen, ich sehe mir seit ca. einem Jahr deine Videos an und habe den Newsletter erst kürzlich abonniert – nachdem ich mir wegen des Youtubes zur X-Pro 3 diese nicht gekauft habe. (Fotografiere mit x-pro 2). Parallel habe ICH meine schlaflosen Nächte, ob und wenn ja auf welche GFX ich ergänzen soll. Neben meinen Solo(!)touren mit Rucksack und Zelt über dem Polarkreis ist mein Thema eher … hm.. Achtsamkeitsfotogafie oder besser Fotografie als eine Form der Philosophy. Für dieses zweite Genre lasse ich auf Acryl, Glas, Metal und Holz entwickeln. Da das Bild als ganzes wirkt geht zwar kaum ein Betrachter direkt an das Bild, doch ab 120cm wird es mir dann auch grenzwertig. Die 50r wird ja derzeit zu Kampfpreis angeboten, die 50s gut gebraucht für einen gtollen Preis und nach Steuern (Das Finanzamt zwing mir nebenberuflich Umsatzsteuer auf) gibt es die 100 für 9000,- . Bei Ihr kommt es mir weniger auf die zusätzlichen Pixel, als auf die zusätzlichen Funktionen an … welche ich wohl aber nicht brauche. ;-)

    Rationaler Kompromiss wäre also die 50r, welche es derzeit neu in Deutschland für 3200 (Ca. 2600 nach Steuerabzug) gibt.

    Wie auch immer, ich finde den Youtubekanal und den Newsletter hervorragend und freue mich bald auf einen Fotokurs bei dir..

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  2. „…Auf dem Mac ist momentan nichts verfügbar, was ich empfehlen möchte (Hinweise erwünscht). …“
    Hier der Hinweis: Raw File Converter Ex 3.0 lässt sich kostenlos bei Fujifilm laden – auch für Mac.
    Unter „Bildinformationen“ wird die korrekte Filmsimulation angezeigt.
    (getestet mit X-E3 unter macOS 10.15.5)

    Und: herzlichen Dank für die ausführlichen und erhellenden Beiträge!

    Beantworten

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