Makrofotografie FotoWissen

10 exklusive Tipps für die Makrofotografie

10 exklusive Tipps für die Makrofotografie erleichtern Ihnen den Einstieg, geben aber auch Hinweise für erfahrene Makrofotografen. Ich möchte Ihnen die wunderschöne Welt der kleinen Dinge ganz groß ans Herz legen. Dabei besprechen wir auch schwierige Themen der Makrofotografie, wie die Schärfe und reden über das Zubehör Makrofotografie:

Makrofotografie für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Making Of: Makrofoto auf dem Leuchttisch

Making Of: Makrofotografie auf dem Leuchttisch.

*fotowissen Tipps für die Makrofotografie

Makrofotos Definition

Frage: Was ist Makrofotografie?

Antwort: Ganz nüchtern betrachtet, beschäftigt sich die Makrofotografie mit dem fotografischen Abbilden von Objekten im Abbildungsmaßstab* von 1:10 bis 10:1.

*Abbildungsmaßstab = Ein Abbildungsmaßstab mit dem Betrag 1:1 bedeutet, dass der Gegenstand und seine Abbildung auf dem Sensor gleich groß sind.

Vorwort Tipps zur Makrofotografie

Ich weiß aus Erfahrung, dass einigen Fotografen der Spaß an bestimmten Fotothemen verborgen bleibt, weil der Start meist schwierig ist. In der Nahfotografie kämpfen einige von uns mit dem Fokus, den kleinen Schärfentiefen, mit bewegten Motiven wie Hummeln, oder mit dem Stativ. Meine *fotowissen Makro-Tipps, können Ihnen den Spaß an der Fotografie von kleinen Dingen ganz groß einfach ermöglichen:

Makro-Tipp #1 Makrozwischenring

Zubehör Makrofotografie

Makrofotos Online FotoschuleNeben einem einfachen Makrofilter vorn auf dem Objektiv, können Sie auch einen Makrozwischenring, ein Makroobjektiv, ein Makrobalgengerät oder einen Umkehrring verwenden. Den meisten Fotografen ist die Fotografie mit Zwischenringen oder mit Makroobjektiven bekannt. Hier finden Sie einen Artikel für den preiswerten Einstieg in die Makrofotografie mittels der Makro-Zwischenringe (wenn Sie auf den Link klicken, öffnet sich ein neuer Tabulator, sodass Sie jederzeit zu diesem Beitrag zurückkehren können):

Für Fotografen mit Bridgekameras ist ein Makro-Aufsteckvorsatz nützlich (bitte Durchmesser vom Objektiv beachten). Ich nutze diesen Vorsatz von Reynox selbst auf einer Panasonic Bridgkamera:

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Nutzen Sie zunächst den kleinsten Makrozwischenring. Beginnen Sie nach Möglichkeit mit einem 10-12mm-Ring.

Makrozubehör - Zubehör für die Makrofotografie

Makrozubehör – Zubehör für die Makrofotografie: 1) Makro-Filter 2) Makro-Vorsatz für Bridgekameras 3) Makro-Zwischenringe 4) Makroobjektiv 5) Makroschlitten XY-Achse 6) Novoflex Makroschlitten 7) Retroadapter 8) Novoflex Balgengerät.
Tipps für die Makrofotografie: Beginnen Sie mit einem Makrofilter oder noch besser mit einem Makro-Zwischenring

Makro-Tipp #2 Kosten

Zubehör Makrofotografie

Erst wenn Sie Spaß an Makrofotos mithilfe eines preiswerten Makrozwischenrings finden, können Sie über den Kauf eines Makroobjektivs nachdenken. Natürlich ist ein Makroobjektiv universeller und überwiegend auch besser nutzbar, zumal es noch in der Unendlichkeit scharf stellen kann (Objektiv mit Makrozwischenring stellt ausschließlich in kürzeren Distanzen scharf). Versuchen Sie zunächst einmal die weiteren Makro Tipps, die Ihnen die Freude an diesem Fotogenre ermöglichen:

Makro-Tipp #3 Autofokus versus manuellem Fokus

Vielen Fotografen ist das Arbeiten mit dem Autofokus vertraut. Der Autofokus kann leider bei den kleinen Abständen von Makrofotos wenig ausrichten, greift nicht immer auf dem Motiv und dem klitzekleinen Detail, welches Sie scharf stellen möchten. Selbst wenn Sie das Autofokus-Einzelfeld genau auf das Detail legen, welches Sie scharf abbilden möchten, kann es sein, dass der Autofokus seine Funktion verweigert. Eine Autofokus-Fehlfunktion kann viele Gründe haben, jedoch fotografieren erfahrene Makrofotografen meist mit dem manuellen Fokus. Sie können mit einer spiegellosen Kamera die Digitallupe nutzen, um genau dort manuell scharfzustellen, wo Sie es möchten.

Einer der Gründe, warum ein Makrofoto partout nicht scharf wird, ist die Naheinstellgrenze des Objektivs. Wenn Sie mit einem “normalen” Objektiv ohne Filter und Makrozwischenring zu nah an ein Motiv herangehen, dann kann das Objektiv nicht mehr scharf stellen. Ein einfacher Trick, um mit jedem Objektiv möglichst nah heranzukommen ist, das Objektiv am Fokusring vorn auf die nächste Entfernung zu stellen. Fehlt die Aufschrift auf der Linse, dann schauen Sie durch den Sucher oder auf Ihr Display und drehen den Fokusring auf die nächste Einstellung, die hoffentlich im Sucher angezeigt wird. Gibt es weder auf dem Objektiv, noch in Ihrem Sucher eine Entfernungsanzeige, dann schalten Sie diese Anzeige zunächst im Menü Ihrer Kamera ein.

Finden Sie mit dieser Methode heraus, wie nah Sie mit Ihrer Kamera-Objektivkombination an ein Motiv heran können.

Suchen Sie sich zunächst ein Motiv zu Hause bei gutem Fensterlicht aus. Das Motiv kann eine Gabel, eine Frucht, ein Blumenstrauß sein. Gehen Sie jetzt einfach mit der Kamera so nah an das Motiv heran, dass es im Sucher scharf wird. Merken Sie sich diese Distanz im Kopf für die Zukunft. Belichten Sie jetzt Ihr Motiv und freuen sich über Ihr Makrofoto.

Beginnen Sie nicht mit bewegten Motiven wie Bienen oder Hummeln, Blumen im Garten, die sich im Wind wiegen. Starten Sie in Ihrem Zuhause.

Makro-Tipp #4 Schärfe

Viele Fotografen leben in dem Glauben, dass eine kleine Blendenzahl für Makrofotos perfekt ist. Das Gegenteil ist grundlegend der Fall. In der Makrofotografie haben wir Fotografen das Problem unglaublich kleiner Schärfentiefen. Oft sind es nur wenige Millimeter Schärfentiefe. Um aus einem Millimeter Schärfentiefe zwei Millimeter zu machen, nutzen Sie am besten Blendenzahlen F/8, F/11 oder F/13.

Nutzen Sie anfangs unbedingt einmal mindestens die Blende F/8.

Makro-Tipp #5 Fotostativ Makro Fotografie

Zubehör Makrofotografie

Ich weiß, das Fotostativ ist nicht immer bei jedem Fotografen beliebt. Es gibt dafür verschiedene Gründe, die sich auch in unserem Hinterkopf abspielen können. Stative sind anfangs nicht einfach zu bedienen (vermutlich hat keiner Ihnen die Stativ-Bedienung erklärt) und schwer.

Warum also ein Stativ? Weil Sie schon beim ersten Makrofoto bemerken, wie schwierig das Fotografieren aus der Hand ist. Je näher Sie am Makromotiv dran sind, zeigt sich im Sucher die Bewegung Ihre Kamera. Außerdem können Sie vom Stativ bei wirklich unbeweglichen Makromotiven mit der niedrigsten ISO fotografieren, da die Verschlusszeit vom Stativ ruhig länger dauern darf.

Schalten Sie auf dem Fotostativ unbedingt den Bildstabilisator in der Kamera (IBIS) / im Objektiv (OIS) aus.

Makro-Tipp #6 Makroschlitten

Zubehör Makrofotografie

Wenn Sie mit dem Stativ Schwierigkeiten bekommen, weil Sie es mal weiter weg und mal näher aufstellen möchten und dabei feststellen, dass Zentimeter oder Millimeter entscheiden, kommt ein Makroschlitten ins Spiel. Mit dem Makroschlitten zwischen Kamera und Stativ können wir Makrofotografen mit Hilfe eines Stellrades einfach und genau die Distanz zum Motiv verändern. Auf diese Art können wir sogar meistens einfacher scharfstellen als mit dem manuellen Fokusring am Objektiv. Ein guter Makroschlitten hat mindestens zwei Achsen auf denen Sie Ihre Kamera nach vorne und hinten, links und rechts bewegen können. Meine Empfehlung ist dieser preiswerte Makroschlitten (ich habe ihn gerade selbst für mich bestellt):

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Makro-Tipp #7 Fernauslöser

Zubehör Makrofotografie

Ein Zubehör für Makrofotos, welches Sie immer wieder benötigen, ist der Fernauslöser. Die Notwendigkeit für den Fernauslöser liegt in der Verwacklung der Kamera durch das Drücken auf den Auslöser. Wenn Sie vom Stativ einen Fernauslöser nutzen oder den Selbstauslöser auf zwei Sekunden einstellen, wird die Kamera zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht bewegt. Sie erhalten eine scharfe Aufnahme. Bitte denken Sie bei der Stativfotografie daran, den IBIS (Stabilisator in der Kamera) und OIS (Bildstabilisator im Objektiv) auszuschalten.

Ich tendiere zu einem Fernauslöser mit Kabel, als zu einem Fernauslöser per Funk, aber das ist Geschmacksache:

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  • Der Rollei Kabelfernauslöser ermöglicht Programmierung von Startzeit, Belichtungsdauer und Intervalls bis zu 100 Stunden im Voraus. Die Belichtungsdauer können Sie bis zu 100 Stunden einstellen.

Makro-Tipp #8 Hintergrund

Wenn Sie ein Motiv sehen, denken Sie an den Hintergrund. Der Hintergrund unterstreicht im besten Falle unser Motiv. Oft bilden Komplementärfarben die passende Umgebung für die kleinen Dinge, manchmal sind es benachbarte Farben innerhalb einer Farbgruppe:

Komplementärfarben
Komplementärfarben

Allerdings sind auch Makrofotos in Schwarzweiß oft ein Hingucker. Hier das Beispiel eines Schwarzweiß-Makrofotos im Vergleich zu einem Farb-Makrofoto:

Einige Makrofotografen nehmen farbige Pappen mit in den botanischen Garten, um sie hinter die Pflanzen zu halten. Ich empfinde es als schöner, die natürlichen Umgebungen zu nutzen, aber das ist wie alles im Leben eine Geschmacksache.

Makro-Tipp #9 Unschärfe

Nicht jedes Makrofoto muss unbedingt scharf werden. Wie schön Unschärfe ist, wissen vor allem auch Fotografen, die alte Objektive auf modernen Kameras adaptieren. Wichtig bei unscharfen Makrofotos ist, dass wir ihnen die gewollte Unschärfe ansehen. Sie können Makro-Motive ganz gezielt suchen und mit kleinen Blendenzahlen nur einen kleinen Bereich scharf einstellen, oder gänzlich unscharf belichten:

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Makro-Tipp #10 Fokus-Stacking

Die Makrofotografie erzeugt, wie ich bereits erwähnte, nur kleine Schärfentiefen. Oft ist es uns Fotografen nicht möglich, ein Motiv von vorn bis hinten scharf abzubilden. Immerhin hilft bei statischen Makro-Motiven das Fokus-Stacking. Beim Fokus-Stacking werden Bilder mit verschiedenen Schärfeebenen zu einem einzigen scharfen Bild verrechnet (Helicon Focus Pro, Affinity Photo, Photoshop, On1, …). Einen umfassenden Artikel zum Thema finden Sie hier:

Fokus Stacking Makrofotografie

Foto oben: Fokus Stacking Makrofotografie. Die Faszination der kleinen Dinge ergibt sich mit den winzigen Details, die uns im Leben sonst verborgen bleiben.

Zubehör Makrofotografie

Welches Zubehör benötige ich für Makrofotos unbedingt?

Sie benötigen eine Kamera. Ob Ihre Kamera bereits Makrofotos aufnimmt und eine Nähe zum Motiv zulässt, hängt von Ihrem Objektiv ab. Manche Objektive lassen eine kleinere Naheinstellgrenze zu. Andere benötigen einen Makrofilter (Foto “1”) oder einen Makro-Zwischenring (Foto “2”). Mehr benötigen Sie zunächst nicht. Erst wenn Sie Lunte gerochen haben und Spaß an Makrofotos bekommen, sollten Sie weiter investieren in einen Makroblitz, ein LED-Dauerlicht oder in ein Makroobjektiv (Foto “4”) für Ihre Kamera.

Makrozubehör - Zubehör für die Makrofotografie

Foto oben: Makrozubehör – Zubehör für die Makrofotografie: 1) Makro-Filter 2) Makro-Vorsatz für Bridgekameras 3) Makro-Zwischenringe 4) Makroobjektiv 5) Makroschlitten XY-Achse 6) Novoflex Makroschlitten 7) Retroadapter 8) Novoflex Balgengerät

Alles Weitere ist anschließend weiterführendes Zubehör für die Makrofotografie:

1) Makro-Filter

Der Makro-Filter ist der ideale Einstieg ins Zubehör für die Makrofotografie. Der Filter wird vor das Objektiv geschraubt. Sie achten einfach auf den Filterdurchmesser Ihres Objektivs, der meist vorn um die Linse gedruckt ist.

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2) Makrovorsatz

Der Makro-Vorsatz eignet sich für Bridgekameras, die kein Filtergewinde am Objektiv anbieten. Dieser Makro-Vorsatz kann einfach auf das Objektiv gesteckt werden. Dazu drücken Sie die beiden äußeren Hebel zusammen und lassen sie beim Aufsetzen auf das Objektiv wieder los. Der Vorsatz hält dann am Objektiv fest. Achten Sie bei der Bestellung auf den Durchmesser Ihres Objektivs. Ansonsten ist der Makro-Vorsatz unabhängig von der Kameramarke:

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3) Makro Zwischenringe

Makro-Zwischenringen werden zwischen Kamera und Objektiv geschraubt. Ein Makro-Zwischenring muss auf die Kameramarke passen. Hier finden Sie einen wertvollen kostenlosen *fotowissen Artikel zu den Makro-Zwischenringen:

4) Makroobjektiv

Auch das Makroobjektiv hängt von Ihrer Kameramarke ab. Es gibt Makroobjektive mit verschiedenen Brennweiten. Generell würde ich zum Kauf eines Makroobjektivs raten, wenn Sie schon erheblichen Spaß an Makrofotos gefunden haben.

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5) Makroschlitten

Fragen und Antworten Makrofotografie FAQ

Frage: Was sind die perfekten Makrofotografie Einstellungen?

Die Frage könnte auch lauten: Welche Blende benötige ich für Makrofotos?

Antwort: Es ist ein weitverbreitetes Gerücht, dass Sie in der Makrofotografie eine kleine Blendenzahl wie F1.4, F2 oder F2.8 nutzen sollten. Das ist falsch. Sie benötigen in der Makrofotografie meist eine Blende F8 oder besser F11 und eine Verschlusszeit von mindestens 1/200 Sekunde, wenn Sie draußen fotografieren. Die ISO stellen Sie am besten anfangs auf Auto-ISO. Nutzen Sie eine Software zum Entrauschen, wie Topaz DeNoise AI, um Aufnahmen mit hoher ISO nachträglich zu verbessern. Den Autofokus schalten Sie bitte ab und fokussieren mit dem manuellen Fokus oder einer Makroschiene.

Frage: Warum Makrofotografie mit Blitz?

Antwort: In vielen Fällen hilft ein Blitz die ISO zu reduzieren. Mehr Licht führt zu kleineren ISO Einstellungen bei einer Blendenzahl wie F11 und einer 1/1000 Sekunde für ein Insekt im Flug. Statt einem Blitz (Ringblitz, zwei Makroblitze links und rechts vom Objektiv) können Sie auch Dauerlicht oder einen Reflektor nutzen, um mehr Licht zu erhalten. Allerdings erhellt ein Dauerlicht nicht so stark, wie ein Blitzgerät. Ein Makroblitz hilft außerdem gezielt Licht zu setzen, wenn Sie mit dem Sonnenlicht oder dem Licht durch das Fenster nicht zufrieden sind oder in Blumen hinein leuchten möchten.

Frage: Was für ein Objektiv brauche ich für Nahaufnahmen?

Die Frage könnte auch lauten: Welche Brennweite hat ein Makroobjektiv?

Antwort: Neben den bereits erwähnten Hilfsmitteln wie Makro Zwischenringen, ist es eine der Möglichkeiten, sich ein Makroobjektiv zuzulegen. Makroobjektive sind meistens Festbrennweiten, die keinen Zoom bieten. Sie liegen bei 35 mm, 50 mm, 60 mm, 80 mm, 100 mm oder sogar 135 mm. Makroobjektiv scheinen Einsteigern recht teuer, deshalb sollten Sie erst dann ein Makroobjektiv kaufen, wenn Sie Spaß an der Makrofotografie bekommen. Dann natürlich ist die Bildqualität meist noch besser als mit einem Makro Zwischenring.

Frage: Welches Objektiv für Makro Zwischenringe?

Antwort: Ich nutze gerne eine 50 mm Normalbrennweite auf einer Kleinbildkamera und ein 33 mm oder 35 mm Objektive auf einer APS-C Kamera. Falls Sie das nicht besitzen, können Sie auch erst einmal Ihr Standardzoom-Objektiv in Anspruch nehmen.

Frage: Wie finde ich die Naheinstellgrenze meiner Kamera heraus?

Antwort: Die schnellste und einfachste Methode ist, den Autofokus abzuschalten und manuell auf die kleinste Fokusdistanz einzustellen. Das bedeutet, den Fokusring am Objektiv bis zum Anschlag. Falls Ihre Kamera dabei in der Ferne scharf gestellt hat, drehen Sie den Fokusring genau andersherum bis zum Anschlag. Anschließend nähern Sie sich etwa der Schrift auf einer Wasserflasche und bekommen so das Gefühl für die Naheinstellgrenze Ihres Objektivs.

Frage: Benötige ich unbedingt ein Stativ?

Antwort: Die Makrofotografie aus der Hand ist besonders schwierig. Sie können bei einer großen Nähe zum Motiv bedauerlicherweise sofort ein Verwackeln und eine ständige Unschärfe feststellen, da Sie die Kamera ganz leicht bewegen. Diese minimalen Bewegungen wirken sich in der extremen Makrofotografie unglaublich deutlich aus. Sie benötigen also ein Stativ immer dann, wenn Sie näher an Ihr Motiv herangehen. Und genau dann benötigen Sie auch ein Makroschlitten, da Sie die Schärfe ihres Motivs besser über die Distanz der Kamera zu Motiv einstellen können, als über den Fokus des Objektivs. Ein Makroschlitten hat außerdem den Vorteil, dass Sie die Naheinstellgrenze Ihres Objektivs genau ausreizen und im besten Falle auch die Kamera etwas nach links oder rechts verschieben können. Ein verschieben des Stativs nützt Ihnen in dieser Nähe nichts, da Sie ein Dreibeinstativ nicht um einen halben oder ganzen Millimeter nach links oder rechts stellen können.

Frage: Benötige ich unbedingt einen Makroblitz?

Antwort: Nein, Sie benötigen anfangs kaum einen Makroblitz. Allerdings haben Sie in der Makrofotografie oft die Notwendigkeit eine Blende F11 und gleichzeitig kurze Verschlusszeiten zu nutzen. Dann werden die ISO Zahlen leider steigen und damit erhalten Sie auch vermehrt ein digitales Rauschen in Ihrer Fotografie. Das einzige Mittel gegen höhere ISO ist dann die Zugabe von Licht. Sie können Licht zugeben, indem Sie Blitzen oder in dem Sie ein Dauerlicht benutzen. Der Blitz ist bei Weitem heller, unterstützt Sie aber nicht bei Serienbildern, wie zum Beispiel bei der Fotografie von Insekten im Flug.

Frage: Was bedeutet der Abbildungsmaßstab bei Objektiven?

Antwort: Ein 1:1 Abbildungsmaßstab bei Makro-Objektiven bedeutet, dass die Fliege genauso groß auf dem Sensor abgebildet wird, wie sie in Wirklichkeit groß ist. Viele Makroobjektive haben auch einen Abbildungsmaßstab von 1:2 oder x 0,5. In diesem Falle ist Ihr Motiv doppelt so groß wie die Abbildung auf dem Sensor.

Frage: Mit welchem Objektiv kann ich einer Fliege in den Allerwertesten schauen?

Antwort: In anderen Worten, welches Objektiv kann winzige Details abbilden? Von Canon gibt es ein schon legendäres Makro-Lupenobjektiv mit bis zu 5-facher Vergrößerung. Die Bezeichnung der Linse lautet “MP-E 65 mm f/2.8 1-5x Macro Photo” und es kostet um die tausend Euro. Allerdings sind Lupenobjektive mit noch weniger Schärfentiefe gesegnet, als Makroobjektive mit einem 1:1 Abbildungsmaßstab. Und ab dieser Vergrößerung wird es schwieriger, denn für die Aufnahmen benötigen Sie unbedingt ein Fokus-Bracketing und Fokus-Stacking.

Frage: Was ist ein Tele Makro Objektiv?

Antwort: Ein Tele Makro Objektiv hat eine Brennweite wie 135 mm oder 180 mm. Der Vorteil der längeren Brennweite ist ein größerer Abstand zum Motiv. Der größere Abstand hilft bei Nahaufnahmen von kleinen Tieren, die bei Nähe zur Flucht neigen, oder bei gefährlichen Tieren. Fotografen, die sich auf Schmetterlinge spezialisieren, nutzen oftmals ein 300 mm oder 100-400 mm Objektiv mit Makro-Zwischenringen, um Schmetterlingen die Fluchtdistanz zu gewähren.

Wenn Ihnen die *fotowissen Tipps für die Makrofotografie Spaß bereiten, würde ich mich über einen konstruktiven Kommentar zu Ihren Erfahrungen unten im Kommentarfeld freuen. Das Makrofotografie-Tutorial war ca. 90 Stunden Arbeit. Es wäre nett, wenn Sie die Links nutzen, damit ich auch in Zukunft so aufwendige Artikel für Sie bereitstellen kann. Auch für einen Blick auf den individuellen Workshop Makrofotografie unten bin ich dankbar. Der Artikel wurde im April 2021 veröffentlicht und zuletzt im September 2022 für Sie überarbeitet. 

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – 10 exklusive Tipps für die Makrofotografie


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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