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Fujifilm X-PRO3 – Edelkamera – Top oder Flop?

Die neue Edelkamera Fujifilm X-Pro3 ist gerade angekündigt und wirbt mit Puristik im Titangehäuse. Was ist das für eine spiegellose Systemkamera (DSLM) mit Messsucher und elektronischem Sucher? Revolution oder Altes in neuem Kleid? XPro3 Top oder Flop? Technische Daten, Pro und Contra:

Neue X-Pro3 von Fujifilm in drei Ausführungen

Neue XPro3 von Fujifilm in drei Ausführungen – von links nach rechts: DURA Silber – Schwarz – DURA Schwarz

Fujifilm X-PRO3 Vorgaben

Entwickelt wurde die Fujifilm XPro3 für die Straßenfotografie. Die Vorgabe vom innovativen Toshihisa Iida, General Manager von Fujifilm Imaging, ist die pure Fotografie. Beim japanischen Hersteller wollte man zurück zu den Grundlagen:

  1. Carry & Access – Laufen und Tragen der Kamera – Robustheit / Gewicht
  2. Find & Frame – Der Sucher
  3. Shoot to Express – Ohne Auslöser kein Bild – Display weniger wichtig

Daraus ergaben sich die folgenden Vorgaben für die pure Kamera X-PRO3:

  • Größe, Gewicht
  • Diskretion (Straßenfotografie, Dokumentation, Portrait)
  • Rubustheit und Langlebigkeit

Staubschutz und Spritzwasserschutz machen die neue Kamera extrem robust

Titangehäuse, Staubschutz und Spritzwasserschutz machen die neue Kamera extrem robust

Titan macht die XPro3 robust

Statt Plastik, Aluminium oder Magnesium, wollte Fujifilm Titan verarbeiten. Titan ist eine extreme Herausforderung für die Herstellung des Kameragehäuses, da dieses sehr harte Material nur schwer zu bearbeiten ist. Titan ist ähnlich schwer zu bearbeiten wie ein Saphir. Weiterhin leitet Titan als Material nur sehr schwer Wärme ab. Daher gibt es bei der Edelkamera Fujifilm XPro3 einen inneren Gehäuserahmen aus Magnesium, der die Wärme ableitet.

Hinzu hat man bei Fuji eine besondere Legierung mit DURA Black oder DURA Silver (Duratect™1-Beschichtung) genommen, aus der sich drei Versionen der Kamera ergeben:

  • X-PRO3 Black / Schwarz
  • X-Pro3 DURA Black / DURA Schwarz
  • X-Pro3 DURA Silver / DURA Silber

Die beiden “DURA”-Legierungen machen die Kamera etwa 10mal kratzfester als die rein schwarze Version der Digitalkamera für Puristen. Hinzu kommt ein Staubschutz und Spritzwasserschutz an 70 Stellen im Gehäuse.

Fujifilm X-Pro 3 - Sensor 26 Megapixel

X-Pro 3 – Sensor 26 Megapixel

Video XPro3

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Video Test X-Pro3

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Unterschiede der X-Pro3 zur X-Pro2 und X-Pro1

Der Hybridsucher (EVF und OVF) ist geblieben, wurde aber heller, hat weniger Verzeichnung und hat einen größeren Durchsichtwinkel. Das hat diese Auswirkungen auf den Sucher:

  • Höhere Auflösung
  • Höherer Kontrast
  • Größerer Farbumfang
  • Heller
  • Höhere Bildfrequenz für angenehmeres Sehen

Dafür verliert der OVF einen Teil seiner Reportagequalität. Leider sind keine Objektive <23mm (35mm Kleinbildäquivalent) oder >90mm im optischen Messsucher nutzbar. Warum ausgerechnet das bei einer Kamera, die für Reportage und Straßenfotografie prädestiniert erschien geändert wurde, weiß sicher nur der Hersteller.

Die X-Pro3 ist für Fans des Messsuchers in der Reportage / Straßenfotografie leider nicht mehr so universell nutzbar, da der OVF (optische Sucher) Objektiven <23mm nicht mehr unterstützt.

Das Touch-Display auf der Rückseite der Kamera ist zunächst verborgen. Dafür finden Fotografen auf der Rückseite, hinter kratzfestem Glas, die wichtigsten Aufnahmedaten (Standard-Modus) in einem Info-Display, welche sich in eine Filmfenster mit der verwendeten Filmsimulation (Classic Modus) austauschen lässt. Fuji legt eine alte Idee neu auf, die man auf der Rückseite einiger analoger Kameras vorfand: Ein Metallrahmen, in den man den abgerissenen Deckel der Filmdose steckte, um sich zu erinnern, welchen Film man in die analoge Kamera einlegte. In der X-Pro3 kann man nun ein kleines Filmfenster auf der Rückseite vorfinden, welches die verwendete Filmsimulation anzeigt.

Fujifilm X-Pro3 Info-Display Klassik und Standard

X-Pro3 Info-Display Klassik und Standard – Im Klassik-Mode zeigt die Kamera die Filmsimulation (hier die neue Calssic Neg.)

Zitat Fujifilm: “Im Modus „Klassisch“ werden Informationen zu Filmsimulations-Effekt, Weißabgleich und andere, noch aus der analogen Fotografie bekannte Belichtungsparameter eingeblendet; im Modus „Standard“ sind die Verschlusszeit, die ISO-Empfindlichkeit, die Anzahl der verbleibenden Aufnahmen sowie weitere Informationen als Zahlen oder Icons abzulesen.”

Fujifilm X-Pro3 Film-Fenster

XPro3 Film-Fenster

Das Filmfenster auf der Rückseite der XPro3 ist der Hit

Diese Rückseite kann um 180° heruntergeklappt werden, um ein Touchdisplay zu erhalten, welches auch die fertigen Bilder oder das Livebild anzeigen kann. Dieses Touchdisplay kann man in Bodennähe oder über Kopf verwenden.

Fujifilm X-Pro3 DURA Silber - Titangehäuse - Edelkamera

XPro3 DURA Silber – Titangehäuse

Der Sensor kommt uns Fotografen aus der X-T3 und X-T30 bekannt vor, denn er belichtet rückwärtig mit 26,1 Megapixeln. Der Prozessor ist ebenfalls aus beiden vorhergehenden Digitalkameras bekannt und heißt X-Prozessor 4. Eine neue Filmsimulation namens Classic Neg erinnert an analoge Farbfilme und wurde im Menü der Kamera hinzugefügt.  Die Bildqualitäts-Optionen „Farbe“, „Schärfe“ und „Rauschreduktion“ wurden um die Einstellung „Klarheit“ ergänzt. Mit ihr lassen sich laut Fujifilm die Texturen und Konturen des Motivs hervorheben oder abschwächen, ohne dabei die generelle Farbwiedergabe des Bildes zu beeinträchtigen.

Die neue Digitalkamera von Fujifilm XPro3 wird in deutschsprachigen Gefilden ab Mitte Dezember 2019 pünktlich zum Weihnachtsfest erhältlich sein. Der Preis für die X-Pro3 (UVP) liegt bei

  • X-PRO3 Schwarz UVP 1.899,- EUR
  • X-Pro3 DURA Schwarz UVP 2.099,- EUR
  • X-Pro3 DURA Silber 2.099,- EUR

Technische Daten Fujifilm XPro3

Technische Daten Fujifilm X-Pro3  
Sensor 23,5mm x 15,6mm (APS-C) X-Trans CMOS 4 / 26,1 Mio Pixel (effektiv)
Speicherkarten SD- / SDHC- / SDXC-Speicherkarte UHS-I / UHS-II / Video Speed Class V30*1
Dateiformat Foto: JPEG (Exif Ver. 2.3*2), 14bit RAW (RAF), RAW + JPEG
Video: MPEG-4 AVC/H.264 (MOV) mit Stereoton 24bit / 48KHz
(DCF-konform / DPOF-kompatibel)
Pixel L: 6240×4160 6240×3512 4160×4160
M: 4416×2944 4416×2488 2944×2944
S: 3120×2080 3120×1760 2080×2080
Empfindlichkeit ISO 160-12800 (Standard-Ausgabeempfindlichkeit, in 1/3 Stufen)
AUTO 1/AUTO 2 /AUTO 3 (bis zu ISO 12800)
Erweiterbar auf ISO 80, ISO 100, ISO 125, ISO 25600 und ISO 51200
Belichtungskorrektur - 5,0 EV bis + 5,0 EV in 1/3 Stufen (Video: - 2,0 EV bis + 2,0 EV)
Verschlusszeit Mechanisch:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/8000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/8000 Sek.,
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/8000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.

Elektronisch *3:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/32000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/32000 Sek.
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/32000 Sek., (Bulb) 1 Sek. fest.

Elektronisch gesteuerter 1. Verschlussvorhang:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/8000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/8000 Sek.,
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/8000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.

Mechanisch + Elektronisch:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/32000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/32000 Sek.,
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/32000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.

Mechanisch + elektr. gesteuerter 1. Verschlussvorhang:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/8000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/8000 Sek.,
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/8000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.
(elektr. gesteuerter 1. Verschlussvorhang bis 1/2000 Sek.)

Mechanisch + Elektronisch + elektr. gesteuerter 1. Verschlussvorhang:
(P Modus) 4 Sek. bis 1/32000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/32000 Sek.,
(S/M Modus) 15 Min. bis 1/32000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.
(elektr. gesteuerter 1. Verschlussvorhang bis 1/2000 Sek.,
1/8000 Sek.)

Synchronisiert:
1/250 Sek. oder langsamer
Serienaufnahme mechanisch bis zu Ca. 11 Bilder / Sek. (JPEG: 145 Aufnahmen; RAW verlustfrei komprimiert: 42 Aufnahmen;
RAW unkomprimiert: 36 Aufnahmen)
Automatische
Belichtungsreihen
AE Bracketing: 2, 3, 5, 7, 9 Bilder, ±1/3EV, ±2/3EV, ±1EV, ±4/3EV, ±5/3EV, ±2EV, ±7/3EV,
±8/3EV, ±3EV
Filmsimulation Bracketing: 3 Filmtypen auswählbar
Dynamikumfang Bracketing: DR 100% / 200% / 400%
ISO Bracketing: ±1/3EV, ±2/3EV, ±1EV
Weißabgleich Bracketing: ±1, ±2, ±3
Fokus Bracketing: (Auto, Manuell)
Filmsimulation 17 Modi (PROVIA/STANDARD, Velvia/VIVID, ASTIA/SOFT, Classic Chrome, PRO Neg.
Hi, PRO Neg. Std, Schwarzweiß, Schwarzweiß+Gelbfilter, Schwarzweiß+Rotfilter,
Schwarzweiß+Grünfilter, SEPIA, ACROS, ACROS+Gelbfilter, ACROS+Rotfilter,
ACROS+Grünfilter, ETERNA/Cinema, Classic Neg.), Monochrome Farbe
Color Chrome Effekt Stark, Schwach, Aus
Color Chrome Effekt Blau Stark, Schwach, Aus
Intervall-Auslöser Ja (Einstellungen: Intervall, Anzahl Aufnahmen, Startzeit)
LCD Monitor 7,6cm (3,0 Zoll) 3:2, klappbar (180°), TFT Farb LC-Display (Touchscreen), ca. 1,62 Mio.
Pixel
Sucher Hybrid Optischer Sucher
Optischer Sucher:
(Invers-Galiläisch), mit LCD Element und einer 0.52-fachen Vergrößerung, ca. 95%
Bildfeld

Elektronischer Sucher:
OLED Farbsucher, ca. 3,69 Mio. Pixel, ca. 100% Bildfeld, 4:3, 0,5 Zoll,
Augenpunkt ca. 16,8mm, Dioptrienausgleich –4 bis +2m (dpt), Augensensor,
Vergrößerung: 0,66x mit 50mm-Objektiv (analog zu KB),
Diagonaler Blickwinkel: ca. 32°
Videoaufzeichnung [DCI4K (4096x2160)] 29.97p / 25p / 24p / 23.98p
200Mbps / 100Mbps
max. Aufzeichnungsdauer 15 Minuten.
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[4K (3840x2160)] 29.97p / 25p / 24p / 23.98p
200Mbps / 100Mbps
max. Aufzeichnungsdauer 15 Minuten.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
[Full HD (2048x1080)] 59.94p / 50p / 29.97p / 25p / 24p / 23.98p
200Mbps / 100Mbps / 50Mbps
max. Aufzeichnungsdauer 29 Minuten. ...
Kreative Filter Lochkamera / Miniatur / Pop Farbe / High-Key / Low-Key / Dynamische Farben /
Weichzeichner / Partielle Farbe (Rot / Orange / Gelb / Grün / Blau / Lila)
Anschlüsse USB Typ-C
weitere: 2,5mm Stereo Miniklinkenstecker (Mikrophon) / Fernauslöser-Anschluss,
Blitzschuh, mechanischer Auslöser (Gewinde)
Gewicht ca. 497g (mit Akku / Speicherkarte)
ca. 447g (ohne Akku / Speicherkarte)
Batterielaufzeit Ca. 370 Aufnahmen
4K: ca. 45 Minuten (29.97p), Full HD: ca. 45 Minuten (59.94p)
4K(Gesichtserkennung Aus): ca. 60 Minuten (29.97p), Full HD: ca.75 Minuten (59.94p)
Lieferumfang Lithium-Ionen Akku NP-W126S, Schultergurt, Gehäusedeckel, Gurtclip, Schutzabdeckung,
Werkzeug zum Anbringen der Clips, Blitzschuh-Abdeckung, Reinigungstuch,
Bedienungsanleitung, Garantiekarte
Preis X-PRO3 Schwarz UVP 1.899,- EUR
X-Pro3 DURA Schwarz UVP 2.099,- EUR
X-Pro3 DURA Silber 2.099,- EUR
Lieferbar ab ca. 19.12.2019

Bilder der X-Pro3

Pro und Contra XPRO3

Nicht alles an der XPRO3 ist hipp und pur. Es gibt auch Kritikpunkte. Hier die Auflistung der Pro und Contra XPRO3:

Pro Fujifilm XPro3 Contra Fujifilm XPro3
Tolle Bildqualität auch bei hoher ISO Klappdisplay müsste für Straßenfotografie ausklappbar und schwenkbar sein
Filmsimulationen und Einstellmöglichkeiten Fehlende Wippe (Vier-Richtungs-Tasten)
Zu wenige programmierbare Tasten!
Hybridsucher
(Meßsucher und elektronischer Sucher)
OVF / Meßsucher nicht für Weitwinkel kleiner 23mm und Tele größer 90mm nuzbar
Filmfenster / Info-Display Filmfenster zu dunkel
USB-C-Anschluss auch für Ladevorgang Fehlender IBIS
Design, Hybridsucher, Bedienung ist Puristik Videofunktion überflüssig
Automatische Fokus-Bracketing / Fokus-Stacking DURA-Black / DURA-Schwarz scheint sehr anfällig für Fingerabdrücke zu sein
Quick-Menü einstellbar (4, 8, 12, 16 Funktionen) ISO-Wahlrad nicht so gut gelöst, wie bei X-T3

Fazit – Meinung zur Fujifilm XPro3

Die Fujifilm XPro3 ist eine innovative Kamera, bei der sich der japanische Hersteller etwas getraut hat. Die Edelkamera Fujifilm X-Pro3 besitzt das innovative Filmfenster auf der Rückseite. Dieses Fenster ist eine kleine Revolution und sieht schick aus. Auch die Verbesserungen in Sachen Sensor, Sucher und Filmsimulationen kommen der neuen Digitalkamera entgegen.

Allerdings zeichnet sich die Pro3 nur durch zwei wirklich entscheidende Dinge vor der X-T3 aus: Design und Messsucher. Warum also nicht zur X-T3 greifen, wenn einem diese Kamera ebenso gut gefällt? Der OVF der Pro3 jedenfalls ist nun nicht mehr so universell nutzbar, wie bei der X-Pro2. Eventuell erweitert der Hersteller die X-T3 nachträglich (Firmware-Update) mit der neuen Fokus-Bracketing-Funktion, dann wird sich die Pro3 schwer verkaufen.

Zu viel Puristik – Klappdisplay

Dass man bei Fujifilm das Display nicht als herausklappbares und drehbares Display konzipiert ist ein Fehler. Jeder Fotograf gerät einmal in die Versuchung aus der Bodenpersektive zu fotografieren. Das muss im Hochformat und Querformat vom Klappdisplay oder einem drehbaren und schwenkbaren Display unterstützt werden. Da das Touchdisplay nicht sofort zur Verfügung steht, fehlen bei der Fotografie auch die vier Wischfunktionen, die bei einer X-T3 und X-T30 zur Verfügung stellen. Dementsprechend stehen bei der X-Pro3 zu wenige programmierbare Tasten zur Verfügung.

Zu wenig Puristik – Überflüssige Videofunktion

Wenn wir über die pure Fotografie reden, dann benötigen wir in einer X-Pro3 keine Videofunktionen. Warum gab es hier nicht den Mut zur Puristik? Die Kamera ist ganz klar auf die Straßenfotografie, Dokumentation, Reportage und Portraitfotografie ausgerichtet. Dabei hat man leider in Deutschland ein großes Problem, denn hier ist die Straßenfotografie nahezu unmöglich geworden. Damit ist die X-Pro3 zwar eine innovative Digitalkamera, aber für den deutschen Markt mit DSGVO nur eingeschränkt zu gebrauchen. Die Straßenfotografie, die in anderen Ländern eine Kunstform ist, wurde in Deutschland durch unsere totalversagende Regierung unmöglich. Damit wird sich auch die X-Pro3 in Deutschland schwerer verkaufen. Das allein wäre schade, es handelt sich um eine wunderschöne Fortsetzung der X-Pro2.

Hybridsensor

Ich besitze den Hybridsensor bei der X-100S und möchte Ihnen aus Erfahrung sagen, dass ich mit der X-100S fast ausschließlich den elektronischen Sensor (EVF) nutze. Ich sehe persönlich keinen Grund in dem Hybridsucher, weiß aber, dass viele Fotografen auch den optischen Messsucher schätzen. Wenn es einen Grund für den Messsucher gibt, dann die Tatsache, dass ich bei einem Objektiv mit größerer Brennweite als 23mmm in der Straßenfotografie / Reportagefotografie schon vor der Aufnahme sehe, wenn ein Mensch in den Messsucherrahmen eintritt. Das können Fotografen aber oft auch mit einem Schwenk oder dem zweiten Auge lösen.

Kastrierter optischer Sucher (OVF) / Messsucher

Der kastrierte Messsucher spricht für den Kauf einer X-Pro2 zu einem guten Preis, da man gerade in der Straßenfotografie gerne auch mit 18 mm Brennweite fotografiert. Da man den Vergrößerungsmaßstab des optischen Suchers bei der Version 3 veränderte, sind jetzt ausschließlich Objektive zwischen 23 und 90 mm optisch darstellbar. Ein krasser Widerspruch zu der ursprünglichen Idee, diese puristische Kamera für die Straßenfotografie und Reportagefotografie auf den Markt zu bringen?!

Fokus-Stacking / Fokus-Bracketing

Mit der 3 hat man das Fokus-Stacking verbessert. Festgelegt werden vom Fotografen der nächste und weiteste Fokussierungspunkt. Die Kamera errechnet automatisch anhand der eingestellten Blende und Brennweite, wie viele Fotos mit welchen Abständen belichtet werden müssen. Diese Funktion wünschen sich viele Fotografen auch im Firmwareupdate der X-T3 und X-T30 dringend, obwohl die Funktion natürlich auch mit dem bisheringen rudimentären Fokus-Stacking / Fokus-Bracketing möglich ist.

Preis XPRO3

Die Preise für die verschiedenen Varianten der XPRO3 sind angemessen angesichts des sehr langlebigen Titangehäuses und der inneren Leistungen. Bei anderen Edelherstellern würde diese Digitalkamera sicher über EUR 10.000,- kosten und Käufer finden.

Fehlende Wippe

Die Wippe mit den vier Richtungstasten und dem OK-Knopf in der Mitte wegfallen zu lassen, ist ein Fehler. Der Joystick hat nicht die Programmiermöglichkeiten der Tasten und ist längst nicht so einfach zu bedienen.

Fehlendes Blenden-Bracketing

Allen Fujifilm-Kameras fehlt das Blenden-Bracketing. Es wäre einfach zu implementieren, vermutlich 30 Minuten Programmierarbeit und würde uns helfen eine Blendenreihe von sagen wir 3 oder 5 Blenden zu schießen, um unterschiedliche Schärfentiefen zu erhalten und die Kamera dabei aus der Hand zu nutzen. Verstellen wir Fotografen die Blende vorne am Objektiv, so ist nicht der gleiche Bildausschnitt der Bilder gewährleistet. Mit dem fehlenden Blenden-Bracketing wären drei Bracketing-Einstellungen nützlich (positiv bei X-T20 / X-T30 sind 2 Bracketing-Einstellungen).

Fehlender IBIS

Noch wertvoller wäre diese puristische Digitalkamera geworden, hätte Fuji ihr einen IBIS spendiert. Es ist in 2019 unverständlich, dass die GFX 100 diesen IBIS bekommt, die X-Pro3 jedoch nicht. Ausgerechnet diese Strassenkamera hätte den internen Stabilisator verdient, den man sehr gerne bei Dunkelheit aus der Hand nutzt.

Kaufempfehlung Fujifilm X-Pro3

Alles in allem ist die Fujifilm XPro3 eine hervorragende Digitalkamera mit Messsucher und elektronischem Sucher. Hinzu kommen die hochwertige Verarbeitung, der helle und umfangreiche Sucher, das Filmfensters / Info Display, das Design und die Filmsimulationen. Fujifilm scheint der einzige Kamerahersteller zu sein, der es versteht, die analogen Vorteile mit der digitalen Technik zu verbinden. Bis zu unserem *fotowissen-Test der Kamera (in Kürze) mit allen Funktionen gebe eine Kaufempfehlung für den Puristen unter den Fuji-Kameras: Die neue XPro3. Unsere Freude am Kamera-Design kann ein berechtigter Kaufgrund sein. Und tatsächlich würde ich die neue XPro3 jederzeit kaufen, wäre ich ein Fan des Messsuchers.

Fujifilm schafft es, die analogen Vorteile in seinen digitalen Kameras zu vereinen. Blendeneinstellung, Einstellungsräder, Puristik, Verarbeitung, Design, das macht die X-System-Kameras und GFX-Kameras zu absoluten Juwelen für Fotografen. TOP!

Alle Links zu Calumetphoto:

 

Fotos: Fujifilm – Webseite für die Neue >>

Hier finden Sie den ausführlichen Testbericht zur XPRO3

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Edelkamera Fujifilm X-Pro3 – Top oder Flop?


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Fujifilm Kameras und Objektive

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Fujifilm Systemkameras - Lesen Sie die ganze Serie:

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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