Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Festbrennweite – Vorteile und Nachteile

Eine Festbrennweite in der Fotografie ist heute eher selten geworden. Die Hersteller bemühen sich, den Fotoamateuren und Fotografen Zoomobjektive zu liefern. Hier mein brennendes Plädoyer für die Festbrennweite:

Scharfe Objektive - Festbrennweite 35mm Weitwinkel

Was ist eine Festbrennweite?

Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, welches sich im Gegensatz zu einem Zoom in der Brennweite nicht verändern lässt. Das bedeutet, die Vergrößerung und der Blickwinkel einer Festbrennweite ist fest.

Was ist eine Brennweite?

Einfache Frage, komplizierte Antwort. Bei Wikipedia wird es wissenschaftlich erklärt. Ich verzichte darauf und sage vereinfacht: der Abstand zwischen der optischen Linse des Objektivs und dem Fokuspunkt. Das ist immer noch kompliziert genug. Angegeben wird die fotografische Brennweite in Millimetern. Und meist wird die Brennweite in Relation zum Kleinbildformat mit Vollformatsensor genannt.

Bei Spiegelreflexkameras mit einem Sensor im Format 24 x 36mm sind heißen diese Brennweiten

  • Brennweite < 50mm – Weitwinkelobjektive
  • Brennweite > 50mm – 60mm – Normalobjektive
  • Brennweite > 60mm – Teleobjektive

Wenn man einen Einsteiger noch weiter verwirren möchte, dann unterscheidet man die Brennweiten noch in

  • Fischauge (Fisheye)
  • Superweitwinkelobjektive
  • Weitwinkelobjektive
  • Normalobejektive
  • Teleobjektive
  • Makroobjektive
  • Tilt-Shift-Objektive
  • und vielleicht noch andere?

Jetzt aber mal zu einem Zoomobjektiv: in einem Zoomobjektiv sind gleich mehrere Brennweiten vereint. Hier verändert sich also mit dem Drehen am Zoomring (oder dem kleinen Zoomhebel bei vielen Kompaktkameras oder Bridgekameras) der Abstand von der optischen Linse zum Sensor.

Mit einem Zoomobjektiv kann man relativ leicht hereinzoomen oder herauszoomen, je nachdem wo man im Verhältnis zum fotografierten Objekt steht. Allerdings machen sich die meisten Fotografen beim Zoomen kaum einen Gedanken über die veränderte Vergrößerung oder die resultierende Tiefenschärfe. Sprich:

Es ist einfach mit einem Zoom: Wir stehen zu nah dran? Schon ist ein Weitwinkel parat. Wir stehen zu weit weg? Schon ist es ein Teleobjektiv, welches wir verwenden. Alles parat, aber alles nicht richtig. 16-300 Millimeter? Kein Problem, alles in einem Objektiv. Oder doch nicht?

Warum kein Zoomobjektiv?

Früher, wir hatten ja nichts. Nichts außer analogen Kameras und Festbrennweiten. Zu den Zeiten der analogen Fotografie wurde kaum mit Zoomobjektiven, sondern mehr mit Festbrennweiten fotografiert. Nicht nur waren auf den Objektiven noch viel mehr Angaben, wie zum Beispiel welche Tiefenschärfe ich bei welcher Blende erziele, sondern der Fotograf konnte auch noch gut manuell scharf stellen.

Und haben Sie in den letzten digitalen Jahren jemanden beim Fotografieren vor oder zurück gehen sehen? Das Zoomobjektiv macht es möglich, sich nicht mehr von der Stelle bewegen zu müssen. Dabei wäre es doch manches Mal wirklich besser einen anderen Standpunkt zum Objekt einzunehmen.

Eine Lanze brechen für das Zoomobjektiv

Natürlich müssen wir mit einem Zoomobjektiv nicht mehr so oft das Objektiv wechseln. Das Zoom macht es uns bequem. Außerdem habe ich die Möglichkeit schneller meinen Ausschnitt zu verändern, ohne vor oder zurück gehen zu müssen. Leider verändert sich beim Zoomen aber auch gleich die Ansicht, die Verzerrung, die Tiefenschärfe und darüber denken wir alle in dem Moment nicht nach, oder?

Teures und hervorragendes Zoomobjektiv

Vorteile und Nachteile – Festbrennweite versus Zoomobjektiv

Mittlerweile wissen wir aber, dass Zoomobjektive eben auch keine eierlegenden Wollmilchsäue sind. Sie haben den Nachteil, dass die Auflösung, die Randschärfe und die offenste Blende meist nicht so gut sind wie eine vergleichbaren Objektivs mit fester Brennweite. Hier eine kleine Übersicht:

Vorteile Festbrennweite

  • Bessere Auflösung
  • Bessere Randschärfe
  • Bessere Lichtstärke = geringere mögliche Tiefenschärfe

Vorteile Zoomobjektiv

  • Weniger Gewicht als einzelne Objektive
  • Schnelleres Verändern des Ausschnittes
  • Kein Wechseln nötig – weniger Staub in der Kamera

Welches Objektiv kostet weniger?

Das ist eine oft falsch beantwortete Frage. Wenn ich sage, die Festbrennweite ist in der Regel billiger, dann berücksichtigt die Antwort nicht, dass ich mindestens zwei Festbrennweiten benötige, um ein Zoom zu ersetzen. Die richtige Antwort wird also vermutlich lauten: Das Zoomobjektiv kostet weniger.

Welches Objektiv ist das bessere?

Das sind ja schwere Fragen. Auch hier ist eine Antwort sehr schwierig. Und abhängig vom Geschmack. Leicht ist die Antwort aber in Hinblick auf die Qualität: Die Festbrennweite ist die Bessere.

Viel wichtiger ist das, was ich Ihnen persönlich ans Herz legen möchte:

Das abschließende Plädoyer für die Festbrennweite

Wenn Sie mal ein gutes Portrait schießen möchten, dann kaufen Sie sich ein 80mm Objektiv – oder ein 50mm Objektiv bei einer Kamera mit Cropsensor. Also ein Objektiv, welches an Ihrer Kamera 80mm im Vergleich zum Kleinbildformat ergibt. Noch besser: leihen Sie sich ein solches Objektiv an einem freien Tag und belichten mal zwischen 200 und 1000 Fotos damit, bevor Sie es sowieso kaufen :-).

Jetzt spätestens werden Sie  Ihre Liebe zu einer festen Brennweite entwickeln. Jeannette Chmill ist nur eine der fantastischen AutorInnen auf dieser Webseite. Sie fotografiert begeistert mit einer 100mm Makrobrennweite. Damit macht sie fast alles außer kochen. Ich habe das große Glück mit ihr befreundet sein zu dürfen und bemerke, welche Qualität Fotos sie jetzt mit dieser Linse fotografiert. Hinter vorgehaltener Hand darf ich Ihnen verraten: Sexy!

Ich selbst liebe die Reportagefotografie. Da ist es fast nicht möglich mit nur einer Festbrennweite auszukommen. Beliebter und schneller ist in dieser Art der Fotografie ein Zoomobjektiv.

Aber: wenn ich gerne einen Tag lang einen lieben Menschen begleite, um ein Portrait von diesem Menschen in seiner Umgebung zu erstellen, dann würde ich mich immer für mein 35mm f2.0 oder für mein 50mm f1.4 Objektiv auf einer Canon 5D Mark II (Vollformat) entscheiden.

Mit dem 35mm Weitwinkel habe ich einen ganzen Urlaub lang fotografiert. Ich Depp hatte aus Vorsicht auch noch ein Zoom von 28-105mm und eines mit 70-200mm mitgenommen. Die habe ich gar nicht gebraucht! Und die Schlepperei geht mir zunehmend auf den Keks.

Blüte - fotografiert mit Festbrennweite Canon EF 35mm f2.0

Blüte, 2015, Canon EF 35mm f2.0, bearbeitet in Lightroom

Ich war so begeistert von der Schärfe, von der Lichtstärke und dem Bokeh des Objektives, dass ich die gesamten 10 Tage in den Bergen damit fotografiert habe: Portrait, Landschaft, Makro, einfach alles. Und was ist dabei das Resultat?

Na ganz einfach: ich kenne jetzt das Objektiv in und auswendig, weiß genau, wie weit ich weg stehen muss, um alles einzufangen. Ich weiß, welche Tiefenschärfe das Ding hat, bei welchen langen Belichtungszeiten ich aus der Hand fotografieren kann und wie ich damit Fotos bei Dunkelheit mache. Nein wirklich, aus meinem Blickwinkel sind es sind einfach wunderschöne Fotos geworden.

Ausprobieren: Fotografieren Sie mit einer Festbrennweite einen ganzen Tag lang.

Noch ein Hinweis: jeder Fotograf findet mit der Zeit sein Lieblingsobjektiv. Es ist ganz gleich, welche Brennweite das hat. Es ist ihre Brennweite. Vermutlich ist es eine Festbrennweite?

In eigener Sache: Was lerne ich im Fotokurs von Peter Roskothen?

Ihr Fotokurs ist individuell, damit Sie genau das lernen, was Sie möchten. Als Einsteiger können Sie folgende Inhalte lernen:

  • Einfach VerständlichKameratechnik
  • Blende
  • Belichtungszeit
  • Belichtungskorrektur
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  • HDR-Fotografie
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Fototrainer Peter RoskothenEs ist gleich welches Lieblingsthema Sie haben: Familienfotos, Portraits, Tierfotos, Sportfotos, Naturfotos, Landschaftsfotos, Makrofotos, Stillleben, Architekturfotografie oder andere Themen der Fotografie. Ich gehe genau auf Ihre Interessen und Ihr Know-how ein. Immer gehört eine Fotoexkursion oder gemeinsames Fotografieren zum Fotokurs dazu.

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Dies ist eine Serie von Beiträgen - Brennweite - Lesen Sie die ganze Serie:

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Festbrennweite Vorteile und Nachteile

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.


Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.


Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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2 Kommentare

  1. Lieber Peter,
    danke für das nette Kompliment! Ich fand deinen Artikel wieder sehr interessant und stelle fest, dass ich wirklich wieder öfter mit dem 50mm Objektiv fotografieren sollte… Dein Foto gefällt mir übrigens wieder ausnehmend gut – eine schöne „Mädchenaufnahme“. Du Postkarten davon
    drucken lassen!!!! Ganz liebe Grüße und einen schönen Restsonntag 🙂

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  2. Zu den Zeiten der analogen Fotografie wurde kaum mit Zoomobjektiven, sondern mehr mit Festbrennweiten fotografiert.
    Zu dieser Behauptung habe ich gestern, 16.11.17, einen Kommentar geschrieben – es wäre interessant, warum wurde dieser nicht freigegeben wurde?
    Liegt es daran, daß ich zu schreiben wagte, daß zu analogen Zeiten sehr wohl auch mit Zoomobjektiven fotografiert wurde?

    Auf diesen Kommentar antworten

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