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Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren

Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren 4 Kameras
Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren 4 Kameras: Rolleicord, Rolleiflex, Hasselblad, Mamiya
Mittelformatkamera analog: Tolle Qualität und besonderes Aussehen der Filme, Entspannung, Reduktion, Herausforderung. Eine analoge Mittelformatkamera mit 120er Rollfilm ist alles gemeinsam. Das Thema Mittelformat lässt *fotowissen nicht mehr los.

Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren: Als ich mich im Jahr 2022 wieder intensiver der analogen Film-Fotografie zuwandte, kam für mich vor allem das Mittelformat infrage. Schon früher, als Jugendlicher, hatte ich mit einer Rollei Mittelformatkamera wunderbare Fotos belichtet. Etwa 2019 schenkte mir eine nette Dame eine alte Mamiya 6×7 Mittelformatkamera. Vielleicht war auch diese Kamera ein Auslöser dafür, warum ich heute wieder Rollfilme einlege. Ich möchte Ihnen von meinen neuesten Erfahrungen mit einer analogen Mittelformatkamera (Hasselblad) berichten:

23 % der Fotografen schießen ausschließlich analog.*

68 % aller analoger Fotografen sind jünger als 45 Jahre.*

*Quelle Ilford von 2019 >> 

Analoges Fotografieren mit der Mittelformatkamera

Wer analog fotografieren möchte, der geht auf den ersten Blick einige Nachteile ein. Die digitale Fotografie ist schneller, kann sofort versandt werden, fordert keine Filmkosten, ist sauber und recht staubfrei, kann mit Automatiken und einem Histogramm kontrolliert belichtet werden. Ein Smartphone kann die Fotos sofort an das Ende der Welt senden oder zu Instagram hochladen. Dann ist da noch der saubere Look, die Bildqualität und die Mühelosigkeit der digitalen Fotografie. Auf den ersten Blick spricht alles für die digitale Fotografie.

Wäre da nicht auch auf der anderen Seite die Schnelllebigkeit der digitalen Fotografie, die Manipulation, in der nichts mehr unmöglich erscheint, die vielen Fotos, die häufig mit der Schrotschussmethode entstehen. Und da sind die Wegwerf-Unternehmen, die digitale Kameranachfolger schnell produzieren, um Geld zu verdienen.

Genau deshalb hat es mich auch plötzlich gereizt, im Jahr 2022 und im Jahr 2023 mit der Mittelformatkamera analog zu fotografieren. Ich wünschte mir die Entschleunigung, die Aufmerksamkeit und die Achtsamkeit der Fotografie / im Leben zurück. Wir fotografieren anders, wenn wir “nur” 12 Fotos eines 120er Rollfilms belichten können, als wenn wir hunderte oder gar tausende Fotos auf die Speicherkarte pressen.

Nachteile Analoge Fotografie versus Vorteile Analoge Fotografie

Und einige der analogen Nachteile können eben auch analoge Vorteile darstellen. Das ist eine Frage der Sichtweise und des Betrachtungswinkels. Siehe die Wartezeit auf die fertigen Fotos, die auf den ersten Blick keinen Lerneffekt bringt, wenn wir uns nicht die Belichtungsmessung aufschreiben. Außerdem können wir das Foto nicht sofort korrigieren, wenn uns ein Fehler bei der Belichtung passiert. Das Motiv ist für immer verschwunden, wenn wir zum Beispiel auf Reisen mit der analogen Kamera sind.

Andererseits bringt die Wartezeit auf das fertige Foto eine Vorfreude und Entschleunigung mit sich. Oder nehmen wir die externen Belichtungsmesser, die mit der Lichtmessung bessere Ergebnisse erzielen, als die Objektmessung aller modernen Digitalkameras. Wäre da noch die häufige Stativ-Verwendung bei schweren Mittelformatkameras oder Großformatkameras. Ich bemerke bei mir selbst und in meinen Fotokursen, dass wir Fotografen mit Stativ aufmerksamer das Foto gestalten und die Kamera gerader ausrichten.

So hat eben jedes Ding seine Nachteile, aber auch Vorteile. Die digitale Fotografie jedenfalls hat nicht in jedem Falle bessere Fotoergebnisse gebracht. Das beweisen Milliarden von Smartphone-Fotografien, die ohne Sinn und Verstand entstehen (natürlich gibt es auch gute Smartphone Fotos). Das beweisen die fehlenden Abzüge von digitalen Fotos, die bei der analogen Fotografie selbstverständlich waren.

Nachteile Analoge Fotografie Vorteile Analoge Fotografie
Wartezeit auf die Fotos Wartezeit auf die Fotos (Entschleunigung)
- Achtsamkeit, anderes Fotografieren
Ohne Scan kein digitales Foto Chemischer Abzug
Keine Kontrollmöglichkeit - Korrektur Anspruchsvolleres Fotografieren
Unvorhersehbarkeit
Meist Externer Belichtungsmesser Besseres Wissen um Belichtungsmessung, Lichtmessung, Spotmessung
Keine einfache ISO Änderung pro Foto -
Stativnutzung bei niedriger ISO
oder bei schweren Kameras (Mittelformat / Großformat)
Aufmerksameres Fotografieren und Gestalten vom Stativ
- Film Aussehen (film Look) und Korn
- Einzigartige Negative / Originale
- Negative überdauern oft flüchtige digitale Daten
Imperfekte Ergebnisse, Lichteinschlüsse Imperfekte Ergebnisse, Lichteinschlüsse
Keine AEB Möglichkeit Je nach Film hohe Dynamik / Tonwertumfang
Dunkle Schärfentiefenkontrolle -
Keine schnellen Serienbilder -
Kosten des Films, Entwicklung, Scan -
Staubprobleme -
Chemie & Gelatine -

Die Freude an der analogen Mittelformatkamera

In jedem Falle kann eine Rolleicord, Rolleiflex, Mamiya 67, Hasselblad 500, Bronica, Pentax, Fujifilm und alle anderen analogen Kameras dieser Welt eine Fotografin vollkommen verzücken. Im Falle der Rolleicord oder Rolleiflex fällt die unglaubliche Handlichkeit und das geringe Gewicht der analogen Mittelformatkamera auf. Im Falle einer Mamiya überzeugt das wunderbare 6×7-Format, welches tatsächlich ein 4×5-Format ist. Bei der Hasselblad 6×6 Mittelformatkamera gefällt mir das Design, die unglaubliche Austauschbarkeit der Komponenten, die knackscharfen Carl-Zeiss-Objektive, die Handlichkeit und die mechanische Präzision, die ohne Elektrik auszukommen vermag.

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für die analoge Fotografie, als das Jetzt.

Ewige Konkurrenten: Rolleiflex und Hasselblad 6x6 Mittelformatkameras

Ewige Konkurrenten: Rolleiflex und Hasselblad 6×6 Mittelformatkameras. Zweiäugig versus Einäugig.

Hybrides Fotografieren

Wer schon immer von der analogen Fotografie träumte, wer sich zu den Rollfilmen mit dem Klebestreifen am Ende hingezogen fühlt, der findet heute eine gebrauchte Kamera bei einem Fachhändler oder in den Angeboten des Internets. Überhaupt muss die hybride Nutzung der analogen Kamera mit der digitalen Post-Produktion kein Nachteil sein. Wer den analogen Film zum Entwickeln und digitalen Scannen gibt, der hat Negative und digitale Daten zur Verfügung. Negative sind das beständigere Medium, das weiß jeder, der bereits tausende digitale Fotos auf Festplatten verloren hat.

Auch das digitale Bearbeiten der Fotos im Rahmen der analogen Dunkelkammer (Kontraste, Helligkeiten, Abwedeln, Ausschnitte, Geraderücken) sehe ich in keinem Affront zum analogen Fotografieren. Es macht Spaß, auch die analogen Fotos zeigen und versenden zu können. Da sind digitale Bildergalerien auf eigenen Webseiten oder bei Instagram. Das Drucken auf Fine-Art-Druckern wird mit dem Scannen möglich, ein unschätzbarer Vorteil vor den Möglichkeiten des photochemischen Abzugs.

Kontrolle über die analogen Ergebnisse

Wer mit der Mittelformatkamera analog fotografieren möchte, der wird sich vermutlich auch überlegen, ob er selber die Filme entwickelt und in der Dunkelkammer auf Papier belichtet oder scannt. Viele der analogen Fotografinnen möchten die volle Kontrolle über die Ergebnisse. Oder sie möchten die Möglichkeiten, die Filme anders zu entwickeln und kontrollierter zu scannen. So gibt es die Möglichkeit sich auch heute eine Dunkelkammer in seinen Räumlichkeiten einzurichten, oder einen eigenen Scanner zu kaufen. Allerdings ist alles in der analogen Fotografie entschleunigt und so ist auch das Scannen nicht nur zeitlich aufwändiger, sondern auch schön komplex. Und mit “schön komplex” haben wir die analoge Mittelformatkamera, das Entwickeln der Filme, das Scannen auch schon prima beschrieben.


Ich empfehle Ihnen diesen Epson Scanner, mit der wertvollen Scan-Software von Silverfast:

Scannner bei Foto Koch >>

Scanner bei Calumetphoto >>


 

Wer die Leichtigkeit und das im Vergleich geradezu einfache Fotografieren der digitalen Welt satt ist, der wendet sich mitunter den alten, analogen Herausforderungen zu:

  • Belichtungsmessung via Lichtmessung oder Spotmessung (Ev)
  • Push und Pull des Films
  • Filtertechniken, Verlaufsfilter
  • Seitenverkehrter Schachtsucher (waist level finder)
  • Schwarzschildeffekt / Reziprozität
  • Entwicklung im Fotolabor
  • Scannen der Negative / Umkehrfilme
  • Konventionellen Doppelbelichtungen

Das Meditative der analogen Fotografie

Es sind die neuen alten Herausforderungen, die uns bedachter, aufmerksamer, im besten Falle achtsamer und entschleunigter fotografieren lassen. Ganz vorn ist beim Mittelformat der auf 4, 6, 10 Fotos, 12 Fotos, oder 16 Fotos beschränkte Film, der uns wieder bedachter mit dem einzelnen Foto umgehen lässt. Nicht jeder ist von diesem Effekt betroffen, denn manch einer fotografiert auch bewusst im digitalen Format.

Allein die Schnelllebigkeit der digitalen Welt, mit allen Fehlern bezüglich Energie, Bluetooth, WLAN, digitales Vergessen, Neustarts des Rechners und anderen täglichen Herausforderungen spricht oft den Imperativ:

Zurück zur analogen Fotografie.

Schnappen wir uns wieder den guten alten Film.

Die Einzigartigkeit des Films

Zu der analogen Begeisterung kann auch eine ganz und gar mechanische Kamera mit all ihren eigenen Schikanen beitragen. Ich werde immer wieder durch interessante, schicke Kameras inspiriert zu Aufnahmen, die mir besonders gut gefallen. Ob das daran liegt, dass ich mit solcher Kamera wie einer von Fujifilm, einer Rolleicord, Mamiya oder der Hasselblad 503 animiert werde? Ja, genau daran liegt es. Es hat mit Emotionen zu tun, die ich verspüre, wenn ich ein solches Wunderwerk der Technik in den Händen halten darf. Der Schachtsucher ist eine besondere Herausforderung. Man schaut auf eine dunkle Mattscheibe, die uns das Motiv seitenverkehrt zeigt. Und genau diese Umstände steigern das Bewusstsein für die achtsame Fotografie. Da ich es mir nicht leisten kann, die Aufnahme schlecht zu gestalten, die Kamera schief aufzustellen, die Blende nicht bewusst einzustellen und die Spiegelvorauslösung bei längeren Belichtungszeiten zu vergessen, habe ich wieder einen neuen Bezug zur Fotografie.

Ein lustiges Detail, als ich anfangs mit der Mittelformatkamera analog fotografierte: Im Falle meiner Hasselblad war ich zunächst enttäuscht über den Lichteinfall durch die alten A12-Magazin-Dichtungen. Aber auch das kann man als einzigartigen Vorteil des Films gelten lassen, denn versuchen Sie mal ein Lichtleck mit einer digitalen Kamera!

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Foto oben: Der Lichteinfall des Hasselblad A12 Magazins macht das Foto einzigartig.

Probieren Sie mal mit einer Mittelformatkamera analog ein Polaroidrückteil. Das sind einzigartige Aufnahmen, die kaum reproduziert werden und im Falle von großen Fotografen heute irrsinnige Auktionspreise pro Foto erzielen können. Die Lomografie (englisch: Logography) ist auch eine Kunstform der Fotografie, die wunderbare Ergebnisse bringt, jenseits von Pixelpeeping und Perfektion von Megapixeln und fast fehlerfreien Objektiven:

#Lomography bei Instagram >>

Lomography bei Instagram

Lomography bei Instagram.

Marken Mittelformatkamera analog kaufen

Vielleicht fragen Sie sich: Welche Mittelformatkamera soll ich kaufen? Wenn Sie kaufen möchten, dann können Sie sich zunächst über das Format klar werden, in dem Sie den Rollfilm belichten wollen. Sind Sie eher die Fotografin für Panoramen (17×6), für das Quadrat (6×6), das wunderbare Rechteck 6×7, 6×12 oder für das 6×4,5 (3×2) Format, wie wir es vom Kleinbild kennen?

Eines ist klar, die Zeit für die analoge Fotografie war nie so günstig wie heute. Seit ein paar Jahren ist die Renaissance der analogen Fotografie in vollem Gange, vor allem in den USA, aber auch in Japan und anderen Ländern. Deutschland, die Schweiz und Österreich hinken dem Trend ein paar Jahre hinterher. In 80 Prozent der deutschen Haushalte ist noch eine analoge Kamera vorhanden, die viele von uns nutzen können. Geht es aber um Mittelformatkameras analog, dann zeigen die Preise nur in eine Richtung, nach oben. Wie Sie trotzdem günstig ins Mittelformat einsteigen:

Rolleicord und Rolleiflex – Mittelformatkamera analog

Zwei hervorragende analoge Mittelformatkameras aus dem Hause Rollei sind heute wieder so aktuell wie nie zuvor. Die zweiäugige Rolleicord, von Franke & Heidecke entwickelt, hatte Ihre hohe Zeit in den 50er-Jahren und ist die preiswertere der beiden Markenkameras. Die Rolleicord ist vollkommen ausreichend, wenn sie in Ordnung ist, sprich die Dichtungen nicht zerbröseln und das Fett noch geschmeidig ist. Beide zweiäugigen Kameras haben zwei “Augen”, ein Objektiv oben, durch das wir Fotografen schauen und eines mit Zentralverschluss unten, welches den Rollfilm belichtet. Eine Rolleicord mit 75 mm Objektiv F3.5 (Schneider Xenar 3,5/75 mm) in gutem Zustand (A, AB, B) kostet etwa zwischen EUR 200,- und EUR 500,-. Es ist eine Kamera zum Verlieben. Wenn Sie schwarzweiß mit der Rolleicord fotografieren möchten, dann versuchen Sie unbedingt einen Gelbfilter, Orangefilter und Rotfilter für die Kamera zu ergattern.

Rolleicord und Rolleiflex Mittelformatkameras analog 221228-5002

Rolleicord und Rolleiflex Mittelformatkameras analog.

Eine gute Rolleiflex erkennen Sie auch an der Drehkurbel auf der rechten Gehäuseseite (von hinten gesehen). Diese Kamera kann etwas mehr kosten, als eine Rolleicord. Wenn Sie eine Rolleiflex mit 75 mm Objektiv F2.8 bekommen können, dann erhalten Sie eine lichtstärkere zweiäugige Kamera. Gebraucht zahlen Sie für die Kamera in gutem Zustand A, AB oder B bereits etwas mehr, als für die Rolleicord und rechnen bitte mit etwa EUR 1.000,- bis 3.500,-. Ich würde die letzten Ausgaben der Rolleiflex T aus den 60er-Jahren versuchen zu erwerben. Diese Modelle hatten bereits einen Belichtungsmesser oder gar eine Belichtungsautomatik.

Tipp: Kaufen Sie Ihre gebrauchte Mittelformatkamera analog mit Service vom Fachhändler mit Garantie.

Die einäugige Rolleiflex 6006, 6002, 6003 bis 6008 werden gerne als professionelle analoge Mittelformatkameras bezeichnet. Sie wurden in der Zeit von 1976 bis 2012 gebaut und tun auch heute gute Dienste. Allerdings sind hier schon Akkus, Elektrik oder Elektronik verbaut. Die Rolleiflex 6008 konnte bereits eine schnellere Verschlusszeit von 1/1000 Sekunde belichten. Die Kameras lassen sich zwischen EUR 1.500,- aufwärts kaufen. Versuchen Sie auch hier eine neuere Kamera mit Service zu bekommen, dann ist die Kamera auf dem bestmöglichen Stand.

Hasselblad 500 C, Hasselblad 500 C/M, 501, Hasselblad 503 CX, 503 CW, 553 ELX oder 555 ELD

Die Königin der 6×6 Fotografie ist immer noch die in Schweden von Victor Hasselblad gebaute Hasselblad 500er-Serie. Die 500 im Namen steht für die schnellste Zentralverschluss-Verschlusszeit (im Objektiv) von 1/500 Sekunde. Das schicke Design und die Modularität sind bis heute berühmt und gelten als zeitlos. Es gibt obendrein auch Schlitzverschluss-Hasselblad-Modelle der 200-/2000-Serie, für die aber keine gebrauchten Schlitzverschlüsse mehr gebaut werden. Deshalb bevorzugte ich beim Kauf eine 500er-Hasselblad, möglichst eine der neueren 503-Modelle. Aber auch die H 500 C/M ist mit entsprechendem Service wieder gangbar und ein toller Tipp.

Darum heute analog fotografieren - Hasselblad Mittelformat

Foto oben: 6×6 Hasselblad Mittelformatkamera.

Die analoge einäugige Mittelformat Spiegelreflexkamera kann die Objektive, Magazine und Sucher wechseln. Die meisten Fotografen, die mit der Kamera fotografieren möchten, bevorzugen beim Kauf mindestens ein Modell der Hasselblad 500 C/M (Baujahre 1970-1992), in der eine hellere Mattscheibe verbaut wurde, die sich sogar wechseln lässt.

Eine Hasselblad 501 CM ist mit einem größeren Schwingspiegel versehen und wurde in den Jahren 1997-2005 gebaut. Der größere Schwingspiegel sollte Sucher-Vignettierungen bei Brennweiten ab 150 mm vorbeugen.

Eine Hasselblad 503 CX wurde von 1988-1994 gebaut und ist gebraucht schwieriger zu erhalten. Im Unterschied zu den Vorgängermodellen wurde eine TTL-Blitzbelichtungsmessung verbaut, die heute vermutlich kaum jemand mehr benötigt. Alle weiteren Modelle wie die 553 ELX oder 555 ELD sind ebenfalls aktueller.

Die Hasselblad erlangte Kultstatus durch die scharfen Carl Zeiss-Objektive (Distagon, Tessar, Sonnar). Leider werden die analogen Modelle seit 2013 nicht mehr gebaut, es bleibt die Hoffnung, dass sich auch das ändern könnte. Rechnen Sie bitte mit diesen ungefähren Ausgaben für eine Hasselblad Mittelformat analog mit 80 mm Zeiss Planar F2.8 und Magazin A12 in gutem Zustand:

  • 500 C – EUR 1.100,- +
  • 500 C/M EUR 1.700,- +
  • 503 CX EUR 2.500,- +
  • 503 CW EUR 3.500,- +
  • 503 CW Millennium Edition EUR 5.000,- +

Es sind viele Objektive für die Hasselblad zu bekommen, die zwischen 40 mm und 500 mm Brennweite bieten.

Mamiya RB 67, RZ 67, M645 – Mittelformatkamera analog

Eine besondere Stellung unter den Mittelformatkameras haben die Mamiya RB 67 (6×7), Mamiya RZ67 (6×7) oder die Mamiya 645 (6×4,5). Die beiden 6×7 Mamiya Mittelformatkameras sind im Grunde zu schwer, um sie auf Exkursionen mitzunehmen. Beide waren als Studiokameras beliebt. Die Mamiya RB 67 wiegt ungefähr 3 Kilogramm, während die RZ 67 mit dem Plastikgehäuse etwa 2,5 Kilo wiegt. Wer aber das 6×7 Format schätzt, welches in Wirklichkeit eher ein 4×5 Format ist, der möchte vermutlich eine der beiden Mittelformatkameras kaufen.

Hinweis: Die RB67 ist mechanisch und besser reparabel, als die RZ67. Für die Mamiya Mittelformatkamera analog ist es schwierig in Deutschland einen Reparaturservice zu finden, der Ersatzteile bevorratet.

Aufnahmeformate der Fotografie >>

Die Mamiya M645 ist leichter als die beiden anderen, liefert aber mit dem 120er Rollfilm 6×4,5 Negative oder Dias.

  • Mamiya RB 67 EUR 2.000,- +
  • Mamiya RZ 67 EUR 1.200,- +
  • Mamiya M645 EUR 590,- +
  • Mamiya 7 (6×7) EUR 3.000,- + (Messsucherkamera)
  • Mamiya 7II EUR 6.000,- +

Pentax 67 und 645 – Mittelformatkamera analog

Eine große, schwere (2,5 Kilo) und fast straßentaugliche Spiegelreflexkamera, die aussieht wie eine Kleinbildspiegelreflexkamera auf Steroiden. Die Kamera bietet keinen internen Belichtungsmesser. Für die Mittelformatige, die man öfter mit dem bekannten Holzgriff sieht, gibt es ein großes Sortiment von Objektiven.

  • Pentax 67 EUR 2.000,- +
  • Pentax 67 II EUR 3.000,- +

Von Pentax existiert außerdem eine etwas unbekanntere 645 (6×4,5). Sie ist günstiger zu bekommen:

  • Pentax 645 EUR 800,- +
  • Pentax 645 N EUR 1.000,- +

Zenza Bronica

Eine sehr bekannte japanische Marke von Zenzaburo Yoshino war von 1958 erfolgreich und hauptsächlich für das 645 (6×4,5) und 6×6 Mittelformat bekannt. Die gängigsten Mittelformatkameras von Bronica waren die

  • Zenza Bronica ETR (ETRS, ETRSi), 4,5×6 cm, EUR 750,- +
  • Zenza Bronica SQ (SQ-A, SQ-Ai, SQ-B), 6×6 cm, EUR 750,- +
  • Zenza Bronica GS und GS-1, 6x7cm, EUR 800,- +

Alle diese Modelle boten Objektive mit Zentralverschluss. Nicht nur waren sie günstiger als Hasselblad, sie konnten auch einige interessante Funktionen mehr aufweisen.

Die Modelle sind nur schwer in Deutschland erhältlich. Die meisten Angebote kommen aus Japan. Bitte bedenken Sie die Einfuhrsteuer, falls Sie dort bestellen.

Hinweis: Der Artikel wird laufend ergänzt. Auch um andere Mittelformtkameras.

Cropfaktor Mittelformatkameras analog

Die Umrechnung ist nicht trivial, da die Formate 645 (6×4,5), 6×6, 6×7 und 6×9 nicht so einfach auf das Kleinbild im Format 2×3 zu übertragen sind. Aber wenn man die Diagonale berücksichtigt, liegt der 6×6 Cropfaktor bei 0,55x. Ein 80 mm Planar der Hasselblad entspricht etwa einer 44 mm Normalbrennweite im Kleinbild. Eine 50 mm Optik entspricht bereits einem Weitwinkel von 28 mm.

Cropfaktor Mittelformatkameras analog Modelle
Cropfaktor 6x4,5 0,62 Mamiya 645
Pentax 645
Bronica 645
Conan 645
Hasselblad H1 / H2
Fujifilm 645
Cropfaktor 6x6  0,55 Hasselblad 500er
Bronica
Mamiya Messsucher
Rolleiflex, Rolleicord
Cropfaktor 6x7 0,5 Mamiya 67
Pentax 67
Bronica
Fujifilm 670
Cropfaktor 6x9 0,43 Fujifilm 690
Voigtländer
Hinweis: Beim Cropfaktor wird die Diagonale berücksichtigt.

Video Mittelformat analog, analog fotografieren

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120er Rollfilme

Es gibt noch eine Reihe von Rollfilmen, mit unterschiedlichsten Empfindlichkeiten und Charakteristika. Insider sagen, dass nur noch Kodak und Polaroid Farbfilme herstellen, die anderen werden von einem der beiden Unternehmen als OEM-Filme produziert. Fujifilm scheint seine Farbfilme aufzutauen und inzwischen auch bei Kodak in Auftrag zu geben.

Mehr Wettbewerb führt beim schwarzweiß Rollfilm zu niedrigeren Preisen. Hier produzieren laut Photoklassik-Magazin noch die Anbieter Adox, Ferrania, Foma, Ilford und Kodak.

Die folgende Liste ist nicht vollständig, wird allerdings immer wieder ergänzt (Newsletter anmelden):

120er Rollfilme ASA Rollfilm 120 schwarz weiß (sw) Rollfilm 120 Farbe Negativ C41 Rollfilm 120 Farbe
Dia E6
Besonderheiten
Fujifilm 100 Fujifilm Neopan Acros 100 120
400 Fujifilm Pro 400 H 120
100 FUJI Provia F 100 120
100 FUJI Velvia 100 120
50 FUJI Velvia 50 120
Kodak 400 KODAK T-MAX 400 120
400 KODAK TRI-X 400 120
400 KODAK TRI-X 400 120
100 KODAK Ektachrome E100 120
100 KODAK Ektar 100 Rollfilm 120
100 KODAK Gold 200 120
160 KODAK Portra 160 120 Natürliche Hauttöne
400 KODAK Portra 400 120 Natürliche Hauttöne
800 KODAK Portra 800 120 Natürliche Hauttöne
Ilford 100 ILFORD Delta 100 120
3200 ILFORD Delta 3200 120
400
ILFORD Delta 400 120
125 ILFORD FP4+ 120
400 ILFORD HP5+ 120
80 bei Tageslicht
40 bei Kunstlicht
ILFORD ORTHO PLUS 80 120 Rotblind
50 ILFORD PAN F 120
200 ILFORD SFX Film mit erweitertem Rotbereich Infrarotähnliche Wirkung
400 ILFORD XP2 Super Rollfilm 120 C41 Farbentwicklung
Cinestill 250 CINESTILL BWxx 120
800 CINESTILL 800 Tungsten Kunstlicht
50 CINESTILL 50 Daylight
Fomapan 100 FOMA FOMAPAN 100 120
200 FOMA FOMAPAN 200 120 Retro Edition Retro-Verpackung
400 FOMA FOMAPAN 400 120 Retro-Verpackung
320 FOMA RETROPAN 320 soft 120
Rollfilme bei Foto Koch >>
Rollfilme bei Calumetphoto >>
Rollfilme bei Foto Köster >>Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren - *fotowissen
Rollfilme bei Foto-Erhardt >>
Rollfilme bei Amazon >>
Diese Tabelle wird laufend aktualisiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Fotolabore Entwicklung und Scan analoge 120er Rollfilme Deutschland

Wo kann man Rollfilme entwickeln lassen? Diese deutschen Fotolabore fallen mit spontan ein, wenn es um die Entwicklung und Scan 120er Rollfilme geht:

Fotolabore Entwicklung und Scan analoge 120er Rollfilme Deutschland
Fotolabor Entwicklung und Scan Max. Auflösung Pixel 6x6 ca. Test Adresse Link Homepage
Mein Film Lab
Rollfilm Entwicklung und Scan (getestet)
Scanner n. a.
4800 x 4800 *fotowissen Testbericht Mein Film Lab Filmscandienstleistung und Einzelhandel
Jörg Bergs
Broichstraße 5
52393 Hürtgenwald-Gey
Mein Film Lab
Spieker Film Lab Rollfilm Entwicklung und Scan (getestet)
Noritsu Scanner
4800 x 4800 *fotowissen Testbericht Spieker Film Lab
Felix Reimers
Wendenstraße 388 Hinterhof
20537 Hamburg
Spieker Film Lab
On Film Lab Rollfilm Entwicklung und Scan
Noritsu Scanner
Auf Wunsch: Fujifilm Frontier
KEIN E6
4800 x 4800 *fotowissen Testbericht ON FILM LAB
Sara Ellinger
Sandweg 46
60316 Frankfurt am Main
On Film Lab
Foto Brell Rollfilm Entwicklung und Scan
Fujifilm Frontier SP3000
1800 x 1800 - Foto Brell
Jan Erik Ruelfs
Markt 11
53111 Bonn
Foto Brell
Fotoimpex Rollfilm Entwicklung und Scan
Scanner n. a.
2075 x 2075 - FOTOIMPEX GmbH
GF Mirko Böddecker
Pieskower Strasse 30 A
15526 Bad Saarow
Fotoimpex
Open Eyes Rollfilm Entwicklung und Scan
Fuji Frontier SP3000 Hasselblad X5
4200 x 4200
oder
High End
- Open Eyes Photoservices e.K.
Veit S. Müller
Eppendorfer Weg 197
20253 Hamburg
Open Eyes
Nimm Film Rollfilm Entwicklung und Scan
Fuji Frontier SP3000
4.000 x 4.000 - NIMM FILM
GF Andreas Thurm
Lionstraße 12
04177 Leipzig
Nimm Film
Trommelscan Scan Max. Auflösung Test Adresse Link Homepage
High End Scans Trommelscan, KEINE Entwicklung
66.142 x 66.142 - Dominique Ventzke
Im Roten Dudel 91B
15831 Mahlow
High End Scans
FINEART
DRUM
SCANNING
Trommelscan, KEINE Entwicklung
24.252 x 24.252 - Sebastian Dziuba
Rohrdiek 29
30966 Hemmingen
FINEART DRUM SCANNING
Zubehör für Rollfilm 120
Filmhüllen Negativ-Hüllen 6x6 bei Foto Köster >>Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren - *fotowissen
Diese wertvolle *fotowisssen Übersicht Fotolabore Entwicklung und Scan analoge 120er Rollfilme Deutschland hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ihr Unternehmen ist nicht dabei? Bitte teilen Sie uns im Kontakt Ihre Daten mit.

Dokumentarfilm Polaroid Impossible Project

Der Dokumentarfilm zeigt, wie Polaroid wieder zum Leben erweckt wurde. Der Film Polaroid Impossible Project startete 2022 im Kino und ist bei Amazon Prime zu sehen – Kino war natürlich analoger:

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Tipp: Das Buch über Gefühle im Winterschlaf, das sinnliche Vergnügen in Plattenläden zu stöbern und über das Lächeln nach dem Bezahlen für Analoges. Hochinteressant auch die Rettung des italienischen Films Ferrania, die Lomografie und die Informationen zu Polaroid:


 

Fazit Mittelformatkamera analog

Die scheinbaren Nachteile der analogen Fotografie, die Kosten, die Mühe, können auch zu einem Vorteil gereichen. Schließlich ist es ein bewussteres Fotografieren, mit einzigartigen Ergebnissen. Das entschleunigte Fotografieren, die Fotografie vom Stativ, mit externem Belichtungsmesser, Rotfilter, Verlaufsfilter und Wasserwaage, ist eine Herausforderung und wird gerade deshalb zu einem Vorteil für das Leben. So wie heute viele Menschen die Schallplatte vor dem Streaming, das Buch vor dem Tablett, den Alfa-Romeo vor dem Toyota bevorzugen, ist die analoge Kamera mit vielen der altmodischen Eigenschaften gar nicht im Nachteil.

Manchmal braucht es einen Schritt zurück, um einen großen Schritt nach vorn zu tun.

Das analoge Mittelformat hat vor dem Kleinbild den Vorteil der Auflösung und vor dem Großbild den Vorteil der Handlichkeit. Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren zu gehen, macht eine unglaubliche Freude und ist erlernbar. Die analoge Technik erweitert unseren Horizont und kann zu einem meditativen Ausgleich unserer schnellen Gesellschaft beitragen. Bitte probieren Sie es unbedingt aus, wenn Sie das Thema interessiert. Gute Beratung und gute Mittelformatkameras finden Sie im analogen Fachgeschäft.

Analog fotografieren mit Film >>

Darum Heute Analog Fotografieren >>

Alle Artikel zur analogen Fotografie >>

Dieses Tutorial über die analogen Mittelformatkameras war ca. 50 Stunden Arbeit. Es wäre nett, wenn Sie die Links nutzen, damit ich auch in Zukunft so aufwändige Testberichte für Sie bereitstellen kann. Auch für einen Blick auf den individuellen Fotokurs unten bin ich dankbar.  

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Mit der Mittelformatkamera analog fotografieren.


In eigener Sache: Fotokurs analoges Fotografieren:

Fotokurs analoges Fotografieren

Sie suchen einen besseren individuellen Fotokurs Analog Fotografieren und Belichten? Dann lieben Sie, wie ich auch, die analoge Fotografie im Kleinbild oder Mittelformat? Hier finden Sie den individuellen Fotokurs für Ihre analoge Kamera, der auf Ihrem Wissen aufbaut:

Fotokurs Analog Fotografieren >>

Fotokurs Analog Fotografieren und Belichten

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

9 Kommentare

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  • Ein sehr ausführlicher Artikel, vielen Dank dafür, und ich weiß natürlich, dass man sich trotzdem irgendwo einschränken muss, aber was wirklich fehlt, ist eine Auflistung der TLRs von Mamiya. C2, C3… C330. Denn die haben gegenüber der Rolleiflex den großen Vorteil des Objektivwechsels.

    • Danke für den Hinweis. Es fehlen noch viele andere interessante MF-Kameras, aber das ist unglaubliche Arbeit und Mühe. Im Laufe der Zeit werde ich sowohl die MF-Kameras, als auch die Rollfilme ergänzen.

      Herzlich,
      Peter R.

      • Geschätzter Herr Roskothen
        Danke für Ihren sehr guten Artikel. Ich verfiel dem Mittelformat Ende 80-er Jahre dank einer Makona Plaubel 67, welche mich nach Syrien sowie auf zahlreiche Bergtouren begleitete. Wunderbare Nikon Optik 80mm f 2.8, Spotbelichtungsmesser, punto Handlichkeit und Gewicht sowie Robustheit im Format 6×7 unübertroffen. Hinzu kamen die Rolleiflex mit 3.5 Tessar, eine RB67 mit 65mm und 180mm sowie, da ich auch gerne Dias mache ein Götschmann 6×7 Projektor mit 180 Schneider Kreuznach. Bei den Dias wird es leider zunehmend schwieriger, 6×7 Rahmen zu finden…

  • Peter Roskothen ist schuld ;-)

    Ok nicht so ganz. Wie ich schon im Nachwort des Beitrags „extreme Naturfotografie“ geschrieben hatte, möchte ich dieses Jahr über dem Polarkreis mal ein Base Camp aufbauen, von welchem aus ich Tagestouren unternehmen werde und mich besser der Fotografie verschreiben kann.
    Da liegt dann kaum etwas näher als eine Pentax 67 mit einem 45mm Weitwinkel ins Gepäck zu legen – soeben bestellt. Begleiten wird die CAM eine APS-C für Aufnahmen während der aktiven Teile der Wanderung bzw. für Aufnahmen bei Sturm und Regen.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

  • Ich komme gerade durchgefroren und nass vom ersten Test meiner „neuen“ Pentax 67 mit dem 45mm f4.0 (23mm KB) zurück. Als Film hatte ich den Kodak Portra 800 eingelegt. Die Kombination, die ich dieses Jahr mit über den Polarkreis auf meine Solotour mitnehmen will.

    Parallel hatte ich meine Fuji GFX dabei, in welcher ich in etwa ein jpg Rezept für den Kodak Portra eingestellt hatte. Als Optik war auf dieser das TSE 23mm von Canon drauf (ein analoges Til-Shift.) Zu jedem analogen Bild wollte ich ein parallel ein Digitales anfertigen.

    Und schon beim Einstellen des Rezeptes zeigte sich der Vorteil der alten Pentax gegenüber des digitalen Mittelformat. Ich hatte die Fuji GFX50s ein halbes Jahr nicht mehr angefasst. Nun war nicht nur die Batterie leer, sondern auch alle personalisierten Einstellungen verschwunden. Die Pentax kam mir da fast vor wie eine Vollautomatik an der man nichts einstellen muss. :-)

    Ich gehe mal eine Stunde in die Rheinauen, sagte ich zu meiner Frau.
    Als ich den ersten Film (10 Bilder) in Ruhe durchfotografiert hatte – ein Bild pro Motiv – schaute ich auf meine Armbanduhr und stellte fest, dass drei Stunden wie im Flug vergangen waren. … und ich muss sagen, ich habe mich in das analoge Mittelformat verliebt.

    Viele Grüße,
    Bernhard

    Rezept Kodak Portra auf Fuji (eigentlich für die Version mit x-Trans IV Sensoren):
    – Classic Chrome
    – DR 400
    – Körnung Stark, groß
    – Color Chrome Stark
    – Color Crome Blue Schwach
    – WB 5200K +1R; -5B
    – Highlight +1
    -Color +3
    – Schärfe -2
    – Rauschreduzierung -4
    – Klarheit -4

  • Spannend ist natürlich auch das Preisgefüge für Entwicklung und Digitalisierung.
    Mal als Beispiel, für eine kostenintensive Einsendung eines einzelnen 120er C41 Film.

    C41 XL – MF Entwicklung & Scan Größe XL Mittelformat 120 20,17 Euro
    Digitalisierung im TIF 16BIT 13,45 Euro
    Datenträger USB Stick inkl. Überspielen 7,55 Euro
    4 Verpackung&Versand Basic 3,24 Euro

    Mit Steuer Endbetrag 52,85 Euro

    mit Kodak Portra 800 etwa in Summe 70,- Euro

    Macht etwa 7 Euro pro digitalisiertem Farb-Negativbild!

    Es lebe der SW Film und die Eigenentwicklung ;-)

    • Hallo Bernhard,

      wie gut, mal eine schonungslose Rechnung dazu zu lesen. Ich bin zwar nicht blauäugig genug, um anzunehmen, dass diese Art Fotografie “günstig” wäre, aber im Einzelergebnis liegt es doch über dem, was ich so geschätzt hätte.

      Kurzum, man feiert also die Entspanntheit und Reduzierung ab, die das Analoge so mit sich bringt, um dann anschließend bei Erhalt der Rechnung Bluthochdruck zu kriegen… ;-))

      Na. Spass beiseite, die Ergebnisse werden schon 1. Sahne sein, wenngleich ich froh bin, dass hinter meinen analogen Altgläsern eine digitale Kamera steckt. Auf die ersten Ergebnisse hier bin ich jedenfalls schon sehr gespannt, lass uns nicht zu lange zappeln!!

      Beste Grüße, Dirk

      • Es geht auch günstiger, wenn man sw fotografiert und den Film selbst entwickelt und scannt, dann ist das noch anders. Ich selbst lasse nicht in 16 BIT scannen, dann ist es auch schon etwas günstiger. Aber: Darauf kommt es nicht an, denn analog ist einfach anders.

        Herzlich, Peter

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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