Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Canon Tilt- / Shift-Objektive (TS-E)

Die Nikon oder Canon Tilt- / Shift-Objektive können ein guter Grund sein, auch heute noch Nikon oder Canon Spiegelreflexkameras zu kaufen. Was macht diese Shift- und Tilt-Objektive so interessant?

Übersicht Canon TS-E Objektive

Übersicht Canon TS-E Objektive

Canon Tilt- / Shift-Objektive

Canon baut fünf sehr interessante sogenannte Tilt- / Shift-Objektive mit Brennweiten von 17 mm, 24 mm, 50 mm, 90 mm und 135 mm. Diese Objektive werden bevorzugt von Profifotografen genutzt, welche in der Architekturfotografie, Produktfotografie, Landschaftsfotografie oder im künstlerischen Bereich tätig sind. Die interessanteste Funktion dieser Objektive ist das Shiften (dt. Verschieben) des Objektivs nach oben oder unten, um stürzenden Linien zu vermeiden (Verschieben des Objektivs nach oben und unten).

Ein Shiften / Verschieben nach oben oder unten, links oder rechts, kann auch genutzt werden, um besonders hochwertige Panoramafotos zu erstellen (Links zu Calumet):

Stürzende Linien – Gerade Linien in der Architektur

Mit dem Shiften eines Objektivs werden stützende Linien vermieden, welche unweigerlich entstehen, wenn man die Kamera nach oben schwenkt. Es gibt vier Methoden, um Gebäude mit parallelen senkrechten Kanten zu erhalten:

  1. Kippen der Kamera meist nach oben. Spätere Bildbearbeitung von stürzenden Linien zu gerade Linien in einer Bildbearbeitungssoftware wie zum Beispiel Lightroom oder Capture One Pro.
  2. Fotografieren mit einem gebührendem Abstand bei nachträglichem Beschneiden des Fotos um die große Bodenfläche, welche mit aufgenommen wurde
  3. Fotografieren aus einem nahegelegenen Gebäude und der mittleren Höhe des zu fotografierenden Gebäudes
  4. Fotografieren mit einem Shift-Objektiv

Shiften erklärt

Zu 1: Kippen und Bildbearbeitung

Der Nachteil des schrägen Fotografierens mit einer nachträglichen digitalen Bearbeitung in einer Bildbearbeitungssoftware wie Lightroom liegt darin, dass das Bild an mindestens einer Kante auseinander gezogen wird. Hierbei leidet die Bildqualität. Beim nachträglichen Betrachten von starken Begradigungen durch eine Bildbearbeitungssoftware stellt sich heraus, dass die Bildqualität nicht besser wird. Was bei einer Bildgröße im Internet noch nicht auffällt, macht sich später in Vergrößerungen und Postern deutlich bemerkbar. Auch für Exposees in der Gebäudefotografie (Immobilien Makler) ist eine solche schlechtere Bildqualität unbedingt zu vermeiden.

Zu 2: Abstand

Hohe Gebäude lassen sich mit gebührendem Abstand vom Boden aus Fotografieren. Um dabei stürzende Linien zu vermeiden, wird die Kamera auf einem Stativ montiert, gerade ausgerichtet (der Sensor muss im rechten Winkel auf der Erdachse stehen – 3D-Wasserwaage der Kamera oder Libelle für den Blitzschuh) und ein Großteil des aufgenommenen Bodens in der Bildbearbeitung abgeschnitten.

Quenox 3-Wege-Kamera-Wasserwaage mit 3x Libelle für Standard ISO Bitzschuh und Sony Multi Interface Shoe
  • Diese Wasserwaage zum Einschieben in einen Kamerablitzschuh ist ein wichtiges Hilfsmittel für stativbasierte Foto- und Videoaufnahmen. Mithilfe der Wasserwaage kann man seine Kamera präzise nivellieren. Das ist wichtig für Panoramafotos und für Videoaufnahmen, denn eine perfekt nivellierte Kamera ist unerlässlich für deren Gelingen.
  • Die Wasserwaage eignet sich für alle Kameras mit einem Standard-ISO-Blitzschuh. Außerdem passt sie auch an Kameras mit einem Sony Multi Interface Shoe.
  • Die Wasserwaage besitzt drei Stablibellen, von denen in jeder Raumebene immer zwei über Kreuz liegen. Dadurch lässt sich die Wasserwaage sowohl im Querformat als auch im Hochformat verwenden, ohne dass man sie umstecken muss.
  • Material: Kunststoff; Aufsteckfuß: für Standard-ISO-Blitzschuh; Maße: ca. 2,5 x 2,5 x 2,3 cm; Gewicht: ca. 15 g
  • Lieferumfang: 1 Wasserwaage

Zu 3 Gebäude aus mittlerer Höhe

Man finde ein hohes Gebäude, welches mindestens die mittlere Höhe des zu fotografierenden Gebäudes hat. Dann fotografiere man von dort aus auch mit senkrechtem Sensor zur Erdachse. Damit spart man sich den Beschnitt des Bodens wie in 2).

Zu 4: Shift Objektiv

Das Fotografieren mit einem Shift-Objektiv ist längst nicht so schwierig, wie man es vermuten würde. Die Verschiebung des Objektivs wurde schon mit alten und analogen Fachkameras besonders gut möglich. In der Kleinbildfotografie sind Shift-Objektive eine besonders preiswerte und gute Methode um stürzende Linien zu vermeiden. Beim Stiften wird das Objektiv parallel zum Motiv verschoben. Die Bildergebnisse sind in Sachen Kleinbild-Qualität ungeschlagen.

Objektiv Testberichte

Ob man nun im Internet recherchiert oder Testberichte in Magazinen liest: die Ergebnisse solcher Testberichte sind oft schwierig zu interpretieren. Ich persönlich leihe Hardware aus, um mir dann ein eigenes Bild zu machen über die Verzeichnung des Objektivs in den Ecken und die Anfälligkeit für Gegenlicht und chromatische Aberration.

In der einer der letzten Ausgabe zum Thema Fotografie des Heise Verlags werden 24 mm Objektive verglichen. Dabei taucht auch ein hochpreisiges Zeiss Objektiv mit über Euro 2.500 auf. Leider wurde beim Vergleihstest vergessen, dass Canon Tilt- / Shift-Objektiv mit 24 mm zu testen. Das TS-E 24mm f/3.5L II ist eine der besten Linsen, welche im 24 mm Bereich zu erwerben ist. Die Linse liegt preislich noch unter dem Zeiss Objektiv und wäre eine wirkliche Alternative gewesen für den Test. Man kann diese Linse als Tester in Sachen Fotografie sehr leicht vergessen, denn es ist ein Spezialobjektiv. Außerdem ist der technische Test nur sehr aufwändig möglich, da viele Einstellungen verglichen werden müssen.

Objektivwahl

Ich selbst suchte nach einer Linse für die Canon EOS 5DsR im Bereich von 20-24 mm. Zoomobjektive kamen bei meiner Auswahl nicht infrage, denn ich suchte die beste mögliche Bildqualität. Für mich kamen die Festbrennweiten von Canon (EF 20mm f/2.8 USM / EF 24mm f/1.4L II USM / EF 24mm f/2.8 IS USM) allerdings qualitativ nicht in Frage. Das 20 mm Sigma schied aus, denn ich kaufe keine Sigma Objektive. Die Lösung war das:

Objektiv Testbericht Canon TS-E 24mm f/3.5L II

Tilt-Shift-Canon TS-E 50mm f/2.8L MacroTatsächlich ist das herstellereigene TS-E 24mm f/3.5L II eine der besten Linsen, die ich je in Händen hielt. Gut, dass ich es leihen konnte, um mich von der Qualität zu überzeugen. Diese Linsen haben einen extrem großen Bildkreis, um sie shiften (verschieben) zu können. Damit passen sie an jede Canon Spiegelreflexkamera. Man kann diese Objektive allerdings auch zum Beispiel mit einem Adapter an den Sony Alpha Kameras oder einer Fujifilm GFX 50S betreiben. Ich den Tipp geben, dass die TS-E Objektive, insbesondere die Funktion des Tiltens in einem elektronischen Sucher mit Lupe wesentlich einfacher fällt! Eine Vignettierung (Randabschattung) ergibt sich beim TS-E 24mm erst bei extremem Stiften bis zum Anschlag.

Das Tilten macht großen Spaß, ist jedoch auch nicht so einfach. Wie oben schon angemerkt ist es kaum möglich mit einem nicht elektronischen Sucher den Fokus richtig zu setzen. Das gelingt erst mit dem Blick auf das hintere Display der Canon Kamera und dem gleichzeitigen Hereinzoomen.Und das wiederum gelingt nur an einem Tag und aus einer Position auf der nicht sehr helle Sonne auf das Display fällt.

Beim Fotografieren mit dem Tilt Effekt, den viele als Miniatureffekt kennen, wird das Auge entweder mit komplett scharfer Ebene nach hinten verwöhnt, oder komplett verwirrt durch partielle Unschärfen, die so beim natürlichen Sehen nicht vorkommen.

Tipp Handhabung: Während man das Tilten nicht aus der Hand hinbekommt, ist das Shiften mit eingeblendeter Wasserwaage im Sucher der Kamera tatsächlich aus der Hand möglich.

Tipp Filter: Das Canon TS-E 17mm f/4L kann nicht ohne weiteres Filter aufnehmen, da die Frontlinse sehr gebogen ist. Ich bevorzuge auch aus diesem Grund das TS-E 24mm.

Klare Kaufempfehlung für die Tilt-Shift-Objektive von Canon!

Beispielfotos mit dem TS-E 24mm II

TS-E 24mm f/3.5L II bei Calumet >>

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

1 Kommentar

  1. Das Canon TS-E 24 mm II ist auch meine absolute Lieblingsliste. Zum fokussieren nutze ich immer Live-View. Für das Problem von Gegen- oder Sonnenlicht habe ich die sogenannte Bildschirmlupe bzw. Viewfinder von Kinotehnik LCDVF. Ein super praktisches Teil, gibt es in unterschiedlichen Ausführungen auch von anderen Herstellern.

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