Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Rollfilme 120

Es gibt sie noch, die guten analogen Rollfilme 120. Ich hätte es fast nicht für möglich gehalten, aber tatsächlich:

Analoge Rollfilme 120 bestellen

Bei Calumetphoto und bei Amazon habe die analogen Fujifilm Acros 120er Rollfilme entdeckt. Ich wusste gar nicht, dass es die noch gibt. Sogar der Ilford Pan F 120 existiert noch. Die guten alten Zeiten, als wir noch mit analogem Film unterwegs waren! Zeit sich mal wieder einen dieser Filme zu kaufen und los zu ziehen. Ich jedenfalls werde das gleich mal unternehmen. Jetzt erst einmal bestellen und dann kommt der Vergleich, Analog versus Digital. Ich bin mal sehr gespannt :-)

Den Acros habe ich übrigens noch die probiert. Früher habe ich alles mit Ilford belichtet. Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Vergleich Acros Rollfilm versus Fujiflm X-T2 / GFX 50S  mit Acros-Filmsimulation ausfällt. Nicht, dass ich in Zukunft wieder zurück zum analogen Fotografieren möchte?

Einen Entwicklungsdienst mit Digitalisierung habe ich auch schon im Internet gesichtet. Den werde ich ausprobieren und dann hier auf *fotowissen.eu berichten. Haben Sie Interesse an einem solchen Bericht? Dann mal bitte im Kommentar unten melden, oder eigene Vorschläge machen, danke!

Fujifilm Acros Rollfim bei Calumetphoto bestellen >>

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Der Acros ist mit 100 ASA einer der unverwüstlichen Filme mit besonderem Charme.

Fujifilm Acros Rollfime 120

 

Tipp: Wenn Sie mich mit der Rollei oder der Fujifilm GFX herumlaufen sehen, sprechen Sie mich an. Sie bekommen ein Getränk von mir geschenkt!

Mittelformat Kamera Rolleicord 6x6. Durch die obere Linseschaut man, die untere macht die Aufnahme. Für die Kamera benötigt man Rollfilme 120.

Mittelformat Kamera Rolleicord 6×6. Durch die obere Linseschaut man, die untere macht die Aufnahme. Für die Kamera benötigt man analoge Rollfilme 120.

Nachtrag 27.05.2018:

Analoges Fotografieren

Nachdem Calumet die beiden Acros Rollfilme 120 lieferte, drehte ich einen der beiden analogen Filme in die Rolleicord. Ich wusste noch wie es geht :-). Schade, dass die Pappverpackung fehlte; der Film war nur in einer Aluminiumverpackung untergebracht.

Leider war die alte Lederhülle zur Aufbewahrung der Kamera an einer Seite komplett aufgegangen. Die Nähte, offensichtlich noch per Hand genäht, waren spröde geworden. Immerhin reichte es auch so für meinen Fotowalk durch den Park. Ich nahm absichtlich nur die Rollei mit einem Film á 12 Aufnahmen und rein manuellen einen Belichtungsmesser mit. Das analoge Fotografieren war durchaus ganz anders als das Digitale.

Analog versus Digital Fotografieren

Wissentlich der nur verbleibenden zwölf Aufnahmen fotografierte ich sehr bedacht. Der ohnehin sehr dunkle Sucherschacht der alten Rolleicord musste erst wieder unter Kontrolle gebracht werden. Schließlich steht das Bild zwar nicht Kopf, ist aber seitenverkehrt. Bevor man das Motiv gerade und gestalterisch genau im Sucher sieht, dauert es tatsächlich auch mal eine Minute. Ich bin verblüfft, gleichzeitig aber auch fasziniert. Wie konnte man mit einer solchen Kamera spontane Fotos schießen? Natürlich ist alles eine Frage der Übung und Gewöhnung. Mit weiteren Fotos wurde es für mich einfacher.

Das besonnene Auswählen der Motive und langsame Abdrücken, welches in Wirklichkeit ein Ziehen des Auslösers nach Rechts bedeutet, war ungewohnt. Ein leises Klicken des Blatteverschlusses (Leaf Shutter) / Zentralverschlusses belohnt das Ohr. Den Film weiter zu drehen und den Zentralverschluss wieder zu spannen ist noch in Fleisch und Blut. Die Bewegungen kommen aus der Erinnerung  ohne ein Nachdenken.

Schwarzweiße Motive und Belichtungsmessung

Ich suchte nach interessanten Schwarzweiß-Motiven. Vor dem unteren Objektiv, welches für die Aufnahme zuständig ist, prangte ein Rotfilter, der mir immer gute Dienste leistete. Zwischendurch musste ich den Belichtungsmesser bemühen und fragte mich immer wieder, ob eine Blende 8 mit der 1/30 Sekunde wohl überbelichten wird. Ich muss die Antwort abwarten bis zur Entwicklung des Filmes.

Mit dem Fotografieren kam eine Gelassenheit, die mich an ein Asana im Yoga erinnerte. Meditation pur machte sich breit. Ich war eins mit der Rollei und der Natur. Einfach wunderbar. Was daran anders war als im Digitalen? Weiß ich nicht. Vermutlich die Neugier, die Verweildauer, das bedachte Schauen durch den kaum auszuwertenden Sucherschacht. Immer wieder fragte ich mich, wie Bilder im Dunkeln damit möglich waren. Ich konnte das mal sehr gut.

Entdeckungen in der Natur

Beim Fotografieren eines Baumstumpfes schaut mich ein riesiges Insekt an. Niemals habe ich das live gesehen. Ganz offen schaut mir das Tier in die Augen und ich denke: Wie riesig, was ist das? Die Rolleicord schaffte es nicht nah genug heran. Die Naheinstellgrenze lässt Makrofotos nicht zu. Plötzlich fliegt das Insekt links von mir gen Himmel. Vielleicht war der Sicherheitsabstand auch zu meinem persönlichen Vorteil. Ich vermute es war eine riesige Hornisse. Herausgefunden habe ich das noch nicht.

Etwas weiter kommt bei Bild 9 einer meiner Lieblingeshunde Marvin um die Ecke und macht sofort ein Fass auf. Ich bringe die Rolleicord mit ausgestrecktem Arm in Sicherheit, während Marvin den Kontakt sucht. Gleich darauf ist auch sein Frauchen bei mir, um mir die Hand zu schütteln. Sie bemerkt: „Das ist ja eine ganz alte Kamera!“. Ich mache mit der Alten die Bilder 10 und 11 von ihr und Marvin. Dabei passiert das normalste der Welt. Beim Abdrücken von #10 drehen beide den Kopfe weg. Ich konzentriere ich, denn es sind nur zwei Aufnahmen übrig. Die #11 gelingt, so glaube ich. nachgucken kann ich es nicht. Warten ist angesagt. Ich werde nach der Entwicklung des 120er Rollfilms sicher auch wieder wissen, was das zwölfte Motiv war.

Schmecken Acros Rollfilme 120 nach Pfefferminze?

Der analoge Fotowalk hat Spaß bereitet. Ich freute ich darauf den Acros Rollfilm 120 aufzuwickeln und mit der Zunge den abschließenden Papierstreifen anlecken zu dürfen. Würde er nach Pfefferminze schmecken wie in der Vergangenheit? Leider blieb mir diese schöne Erinnerung verwehrt. Der Film hatte ein selbstklebendes Ende. Ich vergass, dass es wohl die Ilfords waren, die nach Pfefferminze schmeckten?

Nachts wache ich auf und denke: Das durftest Du doch gar nicht! Laut der DSGVO musstest Du von Marvins Frauchen doch vorab eine Einverständiserklärung haben! Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Kurz darauf fällt mir ein, dass das nicht für analoges Fotografieren gilt. Mir schießt durch den Kopf: „Frau Merkel, Sie sind eine Totalversagerin!“. Durfte ich das denken?

Zurück in die Vergangenheit mit analogen Rollfilmen 120 – eine besondere Entschleunigung!

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Analoge Rollfilme 120

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

3 Kommentare

    • Der Testbericht zum Labor folgt, Georg. Hast Du wieder Spaß am analogen Fotografieren? Herzlich, Peter

      Auf diesen Kommentar antworten
      • Ein Freund hat im Nachlass seines Vaters eine Mittelformat Yashica gefunden.
        Die wollen wir reaktivieren

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