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Fuji GFX 100 II im Test

Fuji GFX 100 II im Test

Der *fotowissen Test Fuji GFX 100 II zeigt die Fähigkeiten der Mittelformatkamera. Als Fujifilm Flagschiffkamera kann sie 8 Fotos pro Sekunden aufnehmen und hat einen verbesserten Autofokus. Aber es sind noch mehr interessante technische Details, die uns Fotografen unterstützen. Im Artikel wird geklärt, für wen die Kamera perfekt ist:

Video Fujifilm GFX 100 II im Test inklusive GF 30mm T/S und GF 110mm T/S

Test Fuji GFX 100 II Revolution

Vor dem Jahr 2017 hätte man sich nicht vorstellen können, dass eine digitale Mittelformatkamera zu einem Preis von etwa € 8.000,- erwerblich sein würde (GFX 50S / 50R). Anschließend wurde aus 50 Megapixeln Auflösung noch gleich das Doppelte, auch für diese hohe Auflösung sind die Fujifilm GF-Objektive konstruiert (GFX 100). Aber bei 100 Megapixeln war nicht Schluss, sondern der große Sensor (68 Prozent größer als Vollformat) wurde mit einem IBIS ausgestattet, der längere Verschlusszeiten mit einem hochauflösenden Sensor erlaubt. Und dann kam die GFX 100 II, die plötzlich 8 Bilder pro Sekunde und Motiverkennung, sogar Augenerkennung von Menschen und einigen Tieren erlaubt.

Fujifilm revolutioniert das digitale Mittelformat immer wieder neu. Auch die Bedienung der ursprünglichen GFX 50S mit der ISO, Belichtungszeit auf den Schultern der Kamera wurde überdacht. Heute ist eine GFX-Kamera mit dem PSAM-Wahlrad ausgestattet. Das ist eine Gewöhnung, für diejenigen FotografInnen, die eine X-T-Kamera oder eine GFX 50S/R gewohnt sind. Vorteil des PSAM-Wahlrads ist die Verbreitung, die auch von Canon, Nikon, Sony und anderen Herstellern angeboten wird. Und die Möglichkeit sich bestimmte Foto-Situationen in der GFX 100, GFX 50S, GFX 100S, GFX 100 II zu speichern. Dazu sind auf dem PSAM-Wahlrad noch die C-Programme, die Custom-Programme zu finden, mit der sich schnell von einer Landschaftsfotografie auf Portrait oder Sport umschalten lässt.

Fuji GFX 100 II im Test
Fuji GFX 100 II im Test

Der Clou der neuen Fuji GFX 100 II ist die Erweiterung der Kamera mit schneller Bildfolge von 8 Bildern pro Sekunde für die Sportfotografie, Actionfotografie und Wildlifefotografie. Deshalb ist auch ein GF 500mm Objektiv in Planung. Ferner hat die GFX 100 II endlich auch einen verbesserten Autofokus, der auch Motive erkennt und einen Augenautofokus liefert. Mehr noch:

Revolutionäre Fuji GFX 100 II im Test

Unterbrechungsfreier Sucher mit 9,44 Millionen Pixeln

Wenn wir mal den Highspeed-Modus der Kamera einstellen und mit bis zu acht Fotos pro Sekunde arbeiten, merken wir beim Blick durch den Sucher, dass der nicht nur unterbrechungsfrei arbeitet. Der EVF der GFX 100 II im Test zeigt auch dank über 9 Millionen Pixeln ein glasklares Bild. Ich möchte den Sucher allerdings nicht ohne den optional erhältlichen EVF Tilt Adapter (EVF-TL1) nutzen, denn das ist der eigentliche Clou der Kamera. Beim Test der Vorgängermodelle GFX 50S oder GFX 100S fiel auf, dass Fujifilm aus Kostengründen auf einen festen Sucher setzte, zu dem der Tilt-Adapter nicht passte. Das ist einer der größten Nachteile beider Kameras.

Viele der Fotografen, die mal eben € 15.000,- oder mehr für einen Kamerabody mit Objektiven ausgeben, damit auch Architektur, Landschaft, Produkte oder anderes fotografieren. Bei nahezu allen Aufnahmen ist der neigbare und schwenkbare Sucher ein Vorteil, der das Arbeiten in Bodennähe, vor dem Bauch oder vom Stativ erleichtert. Schließlich können wir im Sucher immer besser sehen, als auf dem Klappdisplay. Die Investition der etwa € 600,- für den EVF Tilt Adapter sollte also unbedingt überlegt werden. Damit ist der Sucher in der Bedienung ähnlich dem Schachtsucher von analogen Mittelformatkameras wie der Rolleiflex, Hasselblad oder Mamiya.

Der neue Sucher der GFX 100 II ist eine Wucht.

Fuji GFX 100 II im Test - Seitenansicht mit dem GF 100mm F5.6 T/S Makroobjektiv
Fuji GFX 100 II im Test – Seitenansicht mit dem GF 100mm F5.6 T/S Makroobjektiv.

Revolution 8 Serienbilder pro Sekunde

Schalten wir die Kamera links oben auf der Rückseite der Fuji GFX 100 II mithilfe der Drive-Taste auf die schnellen acht Bilder pro Sekunden, dann wird beim Blick durch den Sucher kein Schwarzbild oder eine Unterbrechung sichtbar. Die Kamera verfolgt das Motiv unterbrechungsfrei.

Dass die GFX 100 II im Test acht Bilder pro Sekunde schafft, ist die eigentliche Sensation, denn der große Sucher erfordert einen viel größeren Aufwand. Die riesigen Datenmengen des 100-Megapixel-Sensors müssen schnell vom Zwischenspeicher (RAM) auf die CFExpress oder SD (UHS II) Karte geschaufelt werden. Der mechanische Auslöser muss wahre Wunder vollbringen.

Gemessene Geschwindigkeit (1/250s, RAW verlustfrei)

  • MS (mechanischer Verschluss): 12,5 Sekunden, bevor die Kamera langsamer wird, 99 Fotos, etwa 8 Bilder pro Sekunde
  • ES (elektronischer Verschluss): 18 Sekunden, bevor die Kamera langsamer wird, 984-886, 98 Fotos, etwa 5 Bilder pro Sekunde
  • EF-E (nicht möglich)

Der Test zeigt, dass die hohe Geschwindigkeit ausschließlich mit dem mechanischen Verschluss unterstützt wird, was Sinn macht, weil beim MS kein Rolling-Shutter-Effekt auftritt, wie beim ES.

Die Revolution der Fuji GFX 100 II liegt im mechanischen Verschluss, der im Menü, trotz mehrfacher Hinweise von *fotowissen, immer noch mechanischer Auslöser genannt wird. Der Verschluss ist eine unglaubliche Meisterleistung. Man darf beim Mittelformat nicht vergessen, wie groß der mechanische Verschluss ist, denn er muss den großen Sensor bedienen. Nicht vorstellbar, was mit einem Global Shutter ohne den Rolling-Shutter-Effekt bei einer GFX 100 III in Zukunft möglich sein wird. Werden es 60 Bilder pro Sekunde im Mittelformat?

Revolution 8 Bilder pro Sekunde mit MS.

Autofokus

Der Autofokus ist auch dank des neuen X-Prozessor 5 (Computer der Kamera) erheblich zuverlässiger und schneller* geworden als bei älteren GFX-Kameras. Dazu kommt, dass der GFX 100 II Autofokus auf das menschliches Gesicht / Augen, die Augen von Tieren, Insekten und auf Objekte wie Autos, Motorräder, Fahrräder, Flugzeuge, Drohnen und Züge scharfstellt.

*Die Schnelligkeit des AF ist abhängig vom Objektiv, das 120mm Makroobjektiv ist schwieriger als andere. Insbesondere offenblendige Objektive parieren auch bei Dunkelheit noch ausgezeichnet.

Offensichtlich hat der japanische Hersteller Fujifilm die komplette Berechnung des Autofokus überarbeitet und folgte der Kritik an der veralteten Technik. Leider ist das Umschalten im Menü unübersichtlich und kompliziert. Die Trennung zwischen menschlichem Gesicht / Auge und Tieren / Objekten ist unlogisch und wenn ich auf Tiere umschalte, ist der Mensch ausgeschlossen. Irgendwie hätte das alles auf einen Button gehört, mit dem ein Umschalten dann wenigstens nicht in zwei verschiedenen Menüpunkten notwendig ist. Wer die Funktionen häufig unterschiedlich nutzt, der muss sich zwei von den raren Tasten der Kamera damit belegen.

Der Autofokus ist auf der Höhe der Zeit, hängt aber von den verwendeten Objektiven ab.

Damit wären wir bereits bei dem größten Kritikpunkt an der Kamera: Der Wegfall der Bedienwippe. Diese äußerst praktische Tastenwippe mit vier Windrichtungen und Menü/OK-Taste in der Mitte fehlt an der GFX 100 II. Damit fehlen mindestens vier belegbare Funktionen und das kann das Touchdisplay nicht auffangen, welches von Profis meist gleich als erstes ausgeschaltet wird. Alsdann bleiben die beiden praktischen Tasten auf der Vorderseite der Kamera, gleich neben dem Griff. Die drei Tasten oberhalb des Auslösers, die ich auch nach 14 Tagen Test der GFX 100 II immer noch verwechsele, wenn ich sie beim Blick durch den Sucher versuche zu treffen. Letztlich bleibt noch die AEL-Taste, von der ich niemals Gebrauch mache und es sind sechs programmierbare Tasten, viel zu wenig für eine solch komplexe Kamera an der ich den Verschluss, Autofokus (2x), ISO, Belichtungskorrektur, Filmsimulationen, Wasserwaage, Histogramm schnell zugänglich bedienen möchte.

Der Verzicht auf die Bedienwippe ist ein fataler Fehler von Fujifilm.

Fuji GFX 100 II im Test - Rückseite der Kamera
Fuji GFX 100 II im Test – Rückseite der Kamera

Bildqualität GFX 100 II

Die Bildqualität der GFX 100 II im Test ist über jeden Zweifel erhaben. Ich stelle etwas mehr als 13 Ev für den Dynamikumfang fest. Leider kann ich es nicht mit anderen Kameras vergleichen, weil mir die Zeit fehlt, den Dynamikumfang andere Kameras zu testen. Ich vermute, der Test den die Hersteller nutzen ist anders aufgebaut als meine sehr einfachen Mittel. Die niedrige Basis-ISO von 80 ist ein deutlicher Indikator für den enorm großen Tonwertumfang der Kamera. Aber ob sich dieser von einer GFX 50S oder GFX 50S II unterscheidet? Ich werde die GFX 50S mal testen und es Ihnen verraten. (Nachtrag hier, bitte Newsletter abonnieren).

Was ich persönlich sofort sehe, ist die dreidimensionalität oder Plastizität des Mittelformats, was einfach anders “leuchtet” als das von APS-C-Sensoren oder von Kleinbild-Sensoren, die sich übertrieben Vollformat-Sensoren nennen. Damit wären wir schon bei der herausragenden Eigenschaft dieser GFX-Kameras. Sie vermitteln ein anderes Foto, auch wenn nicht jeder das sehen kann. Naturwissenschaftliche Kritiker bezweifeln diese Dreidimensionalität im Foto, aber ich halte daran fest.

Filmsimulation GFX 100 II

Im Unterschied zu den Vorgängermodellen ist eine neue Filmsimulation REALA ACE hinzugekommen. Die wird im Menü als mit harter Tonalität bezeichnet. Anwendungsbeispiele werden nicht gegeben. Der Fujifilm REALA 100 Negativfilm war mal ein Tageslichtfilm mit besonders realistischen Farben. Erreicht wurde das mit einer 4-Lagen-Technik. Der Film wurde gerne von Hochzeitsfotografen eingesetzt, die besonderen Wert auf die Hauttöne der Menschen legten. Leider war der Film sehr kostenintensiv und die Produktion wurde 2013 eingestellt. Die Preise für die Restposten des Films sind inzwischen exorbitant gestiegen, sodass er nur noch selten eingesetzt wird.

Ich würde den Film den Fotothemen Naturfotografie und Portrait zuordnen, aber natürlich lässt er sich auch einfach als Effekt für andere Fotothemen nutzen. Die GFX 100 II hat diese Filmsimulation selbst in der Grafik rechts eingeordnet. Das bedeutet, die Filmsimulation REALA ACE ist weniger Farbintensiv als PROVIA oder NOSTALGIC NEGATIVE.

GFX 100 II Test Filmsimulation Reala Ace, Grafik Fujifilm

Grafik oben Fujiflm: GFX 100 II Test Filmsimulation Reala Ace.

Testfotos Fuji GFX 100 II Test Reala Ace FilmsimulationTestfotos Fuji GFX 100 II Test Provia Filmsimulation

HEIF ist das neue JPG

Wer sich fragt, warum man so oft das Bildformat HEIF (High Efficiency Image File Format) liest, dann weil es das neue JPG ist. Momentan werden sämtliche Bildbearbeitungssoftware und alle Betriebssysteme in die Lage versetzt, das neue Format lesen zu können. HEIF hat eine höhere Bittiefe und weniger sichtbare Kompression. Das HEIF-Datenformat kommt aus dem Videobereich und nun auch für die Fotografie verwendet wird. Es ist ein non-destruktives Datenformat und 10 BIT bis 14 BIT liefern. Es existieren zwei Endungen:

Die Fujifilm Endung ist .hif, die von den beiden oben abweicht, aber im MAC OS gelesen werden kann. Das HEIF-Format kann 30 Prozent Speicherplatz sparen und liefert im Falle der GFX 100 II im Test 10 BIT, was über einer Billion Farben entspricht. Das JPG konnte hingegen 16.7 Millionen Farben. Lange Rede, kurzer Sinn:

Wenn Sie zusätzlich in HEIF fotografieren, ist das besser als zusätzlich in JPG.

Dass Fujifilm in der GFX 100 II HEIF anbietet, ist ein Fortschritt.

8K Video

Dass die Fujifilm GFX 100 II ganz nebenbei auch 8K-Video bei 30fps kann, bleibt den Videographen vorbehalten. Beim Filmen kann die Kamera dann Motive verfolgen und zwischen Motiven umschalten. Ich teste das Video in Kameras nicht und werde es auch in Zukunft nicht tun, weil ich mit GFX-Kameras nicht filme, sondern fotografiere. Wenn ich filmen möchte, dann nehme ich erstaunlicherweise das iPhone, da meine Video-Anprüche keine so hohen sind.

IBIS GFX 100 II im Test

Den IBIS geben viele Hersteller, nicht nur Fujifilm, nach einem Test von CIPA-Standards an. Das ist falsch gestetet, so wie die Autohersteller grundsätzlich den Spritverbraucht untertreiben, wird der IBIS übertrieben. Fujifilm gibt 8 Ev an, die der IBIS bringen soll. Ich habe es mit einem GF 45 mm F2.8 ausprobiert.

Bei einem 45mm Objektiv sollten wir bei 100 Megapixel mit mindestens 1/35 Sekunde fotografieren, wenn wir die alte Regel 1/Brennweite in Sekunden berücksichtigen. Lieber mit einer 1/60 Sekunde, da der Sensor so hoch auflöst. Noch besser wäre 1/100 Sekunde. Nehmen wir an, eine 1/100 Sekunde wäre empfehlenswert, dann könnte man bei 8 Ev noch mit 2 Sekunden aus der Hand belichten.

Das stimmt leider nicht. Die Aufnahmen aus der Hand, die mit dem Objektiv noch scharf wurden, lagen bei 1/5 Sekunde. Das sind etwa hervorragende 5 Ev. Würden wir die 1/60 Sekunde als Standard setzen, dann wären es 4 Ev. Immer noch hervorragend. Das bedeutet, wir können mit dem Mittelformat noch lange Belichtungszeiten aus der Hand fotografieren. Die Regel sollte maximal lauten:

4/Brennweite x 1,3 für verwacklungsfreie Aufnahmen mit GFX 100 II IBIS.

Der IBIS der GFX 100 II schafft im Test 5 Ev.

Das IBIS-Kamera-Testverfahren

Ich stelle auf ein Motiv scharf, schieße Salven von mindestens 10 Aufnahmen. Ich halte die Kamera entspannt und bestmöglich, um nicht zu verwackeln. Dann verlängere ich die Verschlusszeit zwischen den Salven um jeweils eine Ev. In der 100 Prozent-Ansicht am Monitor stellt sich heraus, ob mindestens die Hälfte der Aufnahmen einer Salve verwacklungsfrei sind.

Gehäuse Veredlung

Mit einem BISHAMON-TEX Leder hält sich das Kameragehäuse griffig und sieht gut aus. Da hat sich Fujifilm etwas getraut, was mal ganz anders aussieht und sich gut anfühlt.

Schulterdisplay GFX

Eines der besten Schulterdisplays ist in der Fuji GFX 100 II verbaut. Es handelt sich um ein OLED-Display, welches auch im ausgechalteten Zustand der Kamera Daten anzeigt. Es lässt sich dreimal umschalten und auch invertieren:

Schulterdisplay Fuji GFX 100 II im Test
Schulterdisplay Fuji GFX 100 II im Test

Testfotos GFX 100 Mark II

Pixel Shift

Auch in dieser GFX-Kamera gibt es ein Pixel-Shift, welches Fotos mit 400 Megapixeln erzeugen kann. Leider ist diese Funktion außer bei absoluten Stillleben unbrauchbar. Das hat vor allem damit zu tun, dass jedes Resultat der 16 zusammengefügten Fotos mit leichten Bewegungen im Motiv unbrauchbar ist. Warum Fujifilm sich diese Funktion nicht erspart, ohne eine Software mit guter Geisterreduzierung zu liefern, bleibt mir verborgen.

Pro und Contra GFX 100 II

Pro und Contra Fujifilm GFX 100 II
Pro Contra
Bester Sucher bislang Fehlende Bedienwippe
Schnell und zuverlässig Joystick gewöhnungsbedürftig
Überragende Bildqualität Pixel Shift überflüssig
Fujifilm Filmsimulationen Wahl zwischen Autofokus Modi umständlich
Sehr schneller Autofokus Menü unübersichtlich und teils falsch übersetzt
Augenautofokus, Objektautofokus
Hohe Serienbildfrequenz
Heif Format 10 BIT
EVF Tilt-Adapter
Weltbeste Objektive

Fazit Testresultat Fuji GFX 100 II

Was einer GFX 50S und 50R, wie auch einer GFX 100 noch fehlte, waren ein schneller Autofokus und Serienbildgeschwindigkeit. Mit der GFX 100 II hat Fujifilm dieses Manko beseitigt. Jetzt ist das Mittelformat nah an den Geschwindigkeiten einer Vollformatkamera. Die GFX 100 II ersetzt die ältere GFX 100 mit kompakterem Kamerabody und für das Mittelformat revolutionärer Geschwindigkeit.

Die Fujifilm GFX 100 II ist in vielen technischen Fähigkeiten aufgerüstet und erfüllt allerhöchste (!) Ansprüche an Bildqualität, Bedienung und Autofokus. Die Innovation der Fuji GFX 100 II im Test liegt in der enormen Bildfrequenz von acht Fotos pro Sekunde bei gleichzeitig unterbrechungsfreiem, hochauflösenden Sucher. Der Autofokus wurde auf Motiverkennung und Tieraugen erweitert, arbeitet rasant und zuverlässig.

Kritik kann man an der fehlenden Bedienwippe und dem Joystick üben, der gewöhnungsbedürftig ist. Das Bestätigen durch Eindrücken des Joysticks ist fehleranfällig. Ich bevorzuge die Bedienwippe, auch weil ich weitere programmierbare Tasten erhalte und den Touchscreen nicht für Sonderfunktionen nutzen muss.

Das Menü der Kamera ist überholungsfähig, zu komplex und ist insbesondere bezüglich Autofokus-Motive (Mensch, Tier, Objekte) unsachgemäß angelegt. Teile des Kameramenüs sind fehlerhaft übersetzt.

Überragende Kamera

Insgesamt ist die GFX 100 II eine überragende Kamera für Fotografen, die gerne im Mittelformat fotografieren und die hohe Erwartungen haben. Es fehlt noch der Global-Shutter, der aber seine eigenen Nachteile wie verringerten Dynamikumfang mit sich bringt. Ansonsten ist die Kamera perfekt ausgestattet und glänzt mit dem beweglichen Sucher (Zubehör). Die über alles erhabenen Objektive verhelfen der Kamera zu einer der besten Kameras auf dem Markt, auch was die Bildqualität angeht.

Oft vergessen werden die unzähligen anderen Vorteile von Fujifilm-Kameras, wie der Blendenring, die sichtbare Schärfentiefe beim leichten Druck auf den Auslöser, die Hyperfokaldistanz, die im Sucher angezeigt wird. Aber das wird hoffentlich jedem Fujifilm-Käufer klar sein.

Dennoch ein Hinweis zur Ehre der Kamera: Diese Kamera ist komplex und insbesondere mit den Tilt-Shift-Objektiven anspruchsvoll für uns Fotografen. Sie zu bedienen ist eine Sache, ihr gerecht zu werden eine andere. Das wird Sie vielleicht eher neugierig machen …

Ich empfehle die GFX 100 II und gebe ihr den *fotowissen Gold-Award.

Ausgezeichnet - Gold Award fotowissen.eu

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Verfügbarkeit und Preis Fujifilm GF-Produkte

  • GFX 100 II – € 7.999,-, 28. September 2023
  • Hochformat-Batteriegriff VG-GFX II – € 549,-
  • GF 55mm F1.7 – € 2.599,-, 28. September 2023
  • GF 30mm F5.6 T/S – € 4.499,-, Oktober 2023
  • GF 110mm F5.6 T/S – € 3.999, November 2023

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Test GF 30mm F5.6 Tilt-Shift Objektiv und GF 110mm F5.6 Tilt-Shift Objektiv

Mit im Fuji GFX 100 II Test sind auch das neue GF 30mm F5.6 Tilt-Shift Objektiv und GF 110mm F5.6 Tilt-Shift Objektiv für Landschaftsfotos, Produktfotos, Architekturfotos. Beide Objektive werden in einem eigenen Beitrag getestet, der in Kürze veröffentlicht wird.

Falls Ihnen dieser Testbericht bei der Kamerawahl hilft, finden Sie rechts in der Seitenleiste einen Spendenbutton, vielen Dank. Dieser Testbericht war ca. 60 Stunden Arbeit (Produktfotos, Text, Test-Fotografie). Es wäre nett, wenn Sie die Links nutzen, damit ich auch in Zukunft so aufwendige Testberichte für Sie bereitstellen kann. Auch für einen Blick auf den individuellen Fotokurs unten bin ich dankbar.

*fotowissen-Experten-Info: Vermutlich werden Sie denken, der Test ist kostenlos, ich kaufe direkt beim Händler und spare noch ein bisschen Geld. Prima. Wären Sie so nett, uns 10% oder 20% der Ersparnis in der Seitenleiste via Paypal für den Aufwand zu spenden? Wir würden uns freuen und ganz ehrlich, wir haben keine Werbeeinnahmen, sind also unabhängig. Anders als Hochglanzmagazine. Deshalb können wir ehrlich testen. Danke!

 

Wie *fotowissen testet

*fotowissen testet mit dem Expertenwissen und der Praxis, denn ich fotografiere seit Anbeginn der GFX 50S mit dem Fujifilm Mittelformat. Ich kenne alle Objektive und die meisten Tricks im Umgang mit der Kamera. Das ist viel mehr wert, als eine technische Untersuchung, die ich ebenfalls durchführe. Kameras werden in der Praxis getestet und auf Herz und Nieren untersucht.

Objektive werden ebenfalls im Einsatz getestet und es werden auch Objektiv-Testcharts abfotografiert. Damit lassen sich Vorteile und Nachteile von Objektiven bestens untersuchen.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Fuji GFX 100 II im Test

Fragen und Antworten GFX 100 II

Ist die GFX 100 II die beste Kamera der Welt?

Es gibt keine beste Kamera der Welt. Allerdings gibt es eine beste Kamera für jeden Einzelnen. Die Fujifilm GFX 100 II im Test ist eine Kamera für anspruchsvolle Fotografen, die großen Wert auf die Plastizität des Mittelformats und auf hohe Auflösung beispielsweise für Ausstellungen legen. Diese Kamera macht per se keine besseren Fotos als ein analoge Hasselblad Mittelformatkamera. Der Unterschied in der Qualität der Aufnahmen ist immer der Mensch, dessen Auge und Kreativität. Wenn Sie glauben, dass die teuerste Kamera bessere Fotos macht, als eine preiswerte gebraucht, dann irren Sie. Diese Kamera kann in verschiedenen Fotothemen den Fotografen bezüglich Bedienung und Schnelligkeit besser unterstützen als andere. Ob dabei bessere Fotos herauskommen, liegt allein an der Fotografin / dem Fotografen.

Lohnt sich die Anschaffung der Fuji GFX 100 II?

Wenn Sie Wert legen auf große Auflösung und die Plastizität des Mittelformat-Sensors plus den weltbesten GF-Objektiven, dann lohnt sich die Anschaffung unbedingt.

Müssen es 100 Megapixel sein?

Das hängt sehr davon ab: Mir als Profi reichen 50 Megapixel vollkommen aus. Ich fotografiere mit einer antiquierten GFX 50S und ich bin hochzufrieden, was Produktfotos, Landschaftsfotos, Architekturfotos angehen. Wenn ich die Daten der GFX 100 II auf meinen MacBook-Pro 16 kopiere, dann lasse ich sie anschließend an den Testbericht sofort auf einer externen Festplatte verschwinden und lösche alles, was ich nicht benötige sofort, weil mir die Datenmengen zu riesig sind.

Würde ich in den Himalaja fliegen und dort im Basecamp den Mount Everest fotografieren, würde ich die Kamera entweder erwerben oder leihen. Dort hätte ich gerne diese Auflösung, um die schönen Details in bestmöglicher Auflösung festzuhalten.

Mehr als drei bis vier Fotos im Format 120 x 90cm haben vermutlich nur wenige in Ihrem Heim aufgehängt. Wer aber in Galerien ausstellt und höchsten Wert auf Qualität legt, der ist mit einer 100-Megapixel-Kamera sicherlich hervorragend ausgestattet.


In eigener Sache (Werbung für den besten Fotokurs, seit es Handbücher gibt):

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Fotograf und Fototrainer Peter RoskothenWenn Sie mehr wissen möchten zum Fujifilm-Mittelformatsystem, dann biete ich Ihnen einen individuellen Fotokurs für die GFX an. Der Fotokurs baut auf Ihrem vorhandenen Wissen auf, egal ob Sie Grundwissen oder fortgeschrittenes Wissen über die Fotografie mit der Kamera besitzen.

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Fuji GFX 100 II im Test - *fotowissen
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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

1 Kommentar

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  • Den nicht vorhandenen Global-Shutter sehe ich nicht als Defizit. Es gibt für Fotografen extrem wenige Anwendungen, die dieses Feature voraussetzen. Anders für die Hersteller, die sich mechanische Teile einsparen können. Die Nachteile mit reduzierter Dynamik finde ich im Mittelformat viel bedeutsamer als bei einem Sportfotografen, der sich kaum eine GFX anschafft. Deshalb tut man sich doch die grossen Geräte an und schleppt sie mit sich.

    Bei so teuren Geräten sollte ein mechanischer Verschluss viele Auslösungen durchhalten. Damit sind die meisten Fotografen gut genug bedient.

    Vermisst habe ich im Test einen praktischen Hinweis zu Grösse und Gewicht. Die Kamera ist schwerer als die 100S, mit dem extra Sucher und den neuen T/S-Objektiven könnte die Grenze überschritten sein, wo man sich ohne zwingendem Bedarf ein leichteres System zurück wünscht.

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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