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Fakten zur Fujifilm GFX 50S II

Fuji GFX 50S II wird genauso aussehen wie die GFX 100S
Fuji GFX 50S II wird genauso aussehen wie die GFX 100S

Am 02. September 2021 stellte der japanische Hersteller die Fujifilm GFX 50S II vor. Das Fujifilm Summit 2021 zeigte diese Fakten zur Fuji GFX 50S II und den neuen GF-Objektiven:

Fakten zur Fujifilm GFX 50S II

  • Die Fujifilm GFX 50S MkII wird gleich aussehen, wie die GFX 100S. Die Bedienung weicht ab von der GFX 50S (Version 1). Die Kamera basiert auf dem PSAM-Wahlrad. Lieferbar ab dem 30.09.2021.
  • Der Sensor ist derselbe, wie in der GFX 50S (Version 1), hat aber einen IBIS mit bis zu 6.5 EV.
  • Die Fuji GFX 50S II kostet nur € 3.999,-.
  • Ein neues kleines und preiswertes Objektiv GF 35-70mm wird für EUR 500,- Aufpreis im Kit mit der 50S II angeboten. Kleinbildäquivalente Brennweite 28-63mm. Naheinstellgrenze 35cm. Achtung!!! Kein Blendenring!!! Kitpreis GF35-70mm mit GFX 50S II € 4.499,-.
  • Neues GF 55mm F/1.7 angekündigt. Kleinbildäquivalente Brennweite 43mm.
  • Neues GF 20-35mm Superweitwinkelzoom angekündigt. Blenden noch unbekannt. Die kleinbildäquivalente Brennweite beträgt 16-28mm.
  • GF-Tilt-Shift-Objektiv angekündigt. Die Brennweite und Blende des GF-Tilt-Shift-Objektivs ist noch unbekannt.

 

 

Video Test GFX 50S II

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Großer Testbericht GFX 50S II von Fuji:

Dieser englischsprachige dpreview Video Test der GFX 50S II kommt im Grunde zu dem Schluss, dass eine Sony A7 RIV oder Nikon Z7 II preiswerter und versatiler ist, als die neue 50 Megapixel Mittelformatkamera. Ich würde sagen, dabei wurden die wunderbaren Objektive der GFX vergessen, plus der Plastizität der Aufnahmen, die ich unvergleichbar gut finde. Aber das ist subjektiv, genau wie das Fazit dieses Videos Tests der GFX 50S II:

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Vier neue Fuji GF-Objektive angekündigt
Vier neue Fuji GF-Objektive angekündigt:
GF35-70mm F4.5-5.6
GF20-35mm
GF55mm F/1.7
GF Tilt-Shift Objektiv
Fujifilm GF-Tilt-Shift-Objektiv
Das Fujifilm GF-Tilt-Shift-Objektiv ist riesig und sicherlich ein Schwergewicht. Noch ist weder die Brennweite noch die Anfangsblende (F4 ?) klar.

Meinung zur Fujifilm GFX 50S II

Ich hatte gehofft, dass die Fuji GFX 50S II wieder einen klappbaren und drehbaren Winkelsucher haben würde. Vermutlich wurde er jedoch aus Kostengründen eingespart. Dass der Sensor der GFX 50S (der selbe Sensor wie in der Pentax 645z) aus dem Jahr 2017 wieder eingesetzt wird, ist eine Enttäuschung und kann ebenfalls nur mit Kostengründen zu tun haben. Der Sensor ist in die Jahre gekommen, hat kein BSI und keinen Phasen-AF. Gut, die Kamera zielt auf die Mitbewerber Canon, Sony und Nikon, will günstig daher kommen und ist eine ernstzunehmende Konkurrenz, aber für welche Fotografen?

GF35-70mm F4.5-5.6, Gewicht 390 Gramm
GF35-70mm F4.5-5.6, Gewicht 390 Gramm

Leider ist eine Mittelformatkamera mit etwa 3 Bildern pro Sekunde keine Konkurrenz für die Sportfotografie, Wildlifefotografie oder Actionfotografie. Auch zum Klettern oder auf langen Wegen werden wir Fotografen lieber eine Fujifilm X-System Kamera, wie eine X-T4 oder X-S10 mitnehmen. Bleiben für die GFX 50S II diese Fotogenre:

  • Studiofotografie
  • Produktfotografie
  • Potrait / Imagefoto
  • Mode (hier wird sicher die GFX 100(S) vorgezogen)
  • Architektur (GFX 100(S))
  • Naturfotografie / Landschaftsfotografie
Filmsimulationen GFX 50S II
Filmsimulationen GFX 50S II

Unterschiede GFX 50S und GFX 50S II

Wo also sind die Unterschiede zwischen der Fujifilm GFX 50S und der GFX 50S II? Der auffälligste Unterschied wird der geringere Preis sein, der bei etwa der Hälfte des Originalpreises der ersten GFX Kamera (€ 6.999,-) anzusiedeln ist. Der zweite entscheidende Unterschied ist ein IBIS in der GFX 50S II. Weiter geht es mit dem schnelleren Autofokus und den erweiterten Filmsimulationen. Schade jedoch, dass der klappbare und drehbare Sucher aus Kostengründen wegfällt, denn das ist der riesige Vorteil einer GFX 50S I und einer GFX 100. Außerdem kann die GFX 50S II nur eine 50 Hz. Sucherfrequenz, hat also nicht die hohe Herz-Frequenz der GFX 100S.

Autofokus Reaktionszeiten GFX 50S II
Autofokus Reaktionszeiten GFX 50S II

Geändertes Benutzerkonzept

Mit dem Gehäuse der GFX 100S kommt auch die GFX 50S II mit dem  PSAM-Moduswahlrad daher. Das alte Konzept von Einstellrädern mit ISO und Verschlusszeit oben auf den Kameraschultern scheint damit beerdigt. Fujifilm folgt der Canon-, Sony- und Nikon-Bedienung. Die 50S war schnell einstellbar und übersichtlich. Der Vorteil des PSAM-Moduswahlrad und der C1-C6 Programmierung ist die schnelle Abrufbarkeit verschiedener Custom-Einstellungen. Für Fujifilm-Fans kann die Bedienung eine Enttäuschung sein.

GF 55mm F/1.7 Objektiv
GF 55mm F/1.7 Objektiv. Auch das wird kein leichtes Objektiv werden. Wir sehen bereits im Vergleich zu den Händen, dass es sich um ein recht großes, lichtstarkes Objektiv handelt.

Umstieg von MkI auf GFX 50S MkII

Für Besitzer der GFX 50S und GFX 50R wird kaum ein Anreiz geboten auf die Mark II umzusteigen. Diejenigen, die von Nikon, Canon, Sony oder anderen Marken wechseln, werden sich überlegen, ob eine Canon R5 oder Sony A7 IV nicht die bessere Wahl ist, angesichts der höheren Seriengeschwindigkeit, des Tierautofokus, der längeren Telebrennweiten. Die genannten Canon- und Sony-Alternativen sind wesentlich versatiler und nicht ausschließlich für Naturfotos, Imagefoto, oder Studio.

Datenblatt Technische Daten GFX 50S Technische Daten GFX 50S II
Sensor CMOS-Sensor
Mittelformat
43.8 x 32.9mm
(Cropfaktor 0,79)
51.4 Megapixel
CMOS-Sensor
Mittelformat
43.8 x 32.9mm
(Cropfaktor 0,79)
51.4 Megapixel
IBIS - 5-Achsen
Pixel Shift Multi Shot - 16 Fotos mit Fujifilm-Software = 200 Megapixel
(ausschließlich Stillleben, Produkte)
Sensorvergleich Größe 1.67 fache Größe im Vergleich zu KB
3.9 fache Größe im Vergleich zu APS-C
1.67 fache Größe im Vergleich zu KB
3.9 fache Größe im Vergleich zu APS-C
Aufgenommene Pixel größte Auflösung 8256 x 6192 (4:3)
8256 x 5504 (3:2)
8256 x 4640 (16:9)
8256 x 3048 (65:24)
7744 x 6192 (5:4)
7232 x 6192 (7:6)
6192 x 6192 (1:1)
8.256 x 6.192 Pixel (4:3)
8.256 x 5.504 Pixel (3:2)
8.256 x 4.640 Pixel (16:9)
8.256 x 3.048 Pixel (65:24)
7.744 x 6.192 Pixel (5:4)
7.232 x 6.192 Pixel (7:6)
6.192 x 6.192 Pixel (1:1)
Farbtiefe 42 Bit (14 Bit pro Farbkanal) 42 Bit (14 Bit pro Farbkanal)
Pixelpitch 5,3 µm 5,3 µm
ISO Auto: 100-12.800
Manuell: 50-102.400
Auto: 100-12.800
Manuell: 50-102.400
Display 3.2 Zoll (8,1cm)
2.360.000 Bildpunkte
neigbar in Hochformat und Querformat
Touchscreen
3.2 Zoll (8,1cm)
2.360.000 Bildpunkte
neigbar in Hochformat und Querformat
Touchscreen
Sucher EVF (elektronischer Sucher)
3.690.000 Bildpunkte
100 % Bildfeldabdeckung
Gitter einblendbar
EVF (elektronischer Sucher)
3.690.000 Bildpunkte
100 % Bildfeldabdeckung
Gitter einblendbar
Optionaler Winkelsucher optional Winkelsucher Adapter -
Autofokus Kontrast-Autofokus mit 425 Messfeldern
Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Flächen-Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Manuell, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht, Fokus-Peaking, Fokuslupe
Gesichtserkennung, Augenerkennung
Kontrast-Autofokus mit 425 Messfeldern
Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Flächen-Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Manuell, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht, Fokus-Peaking, Fokuslupe
Gesichtserkennung, Augenerkennung
Gesichtsautofokus / Augenautofokus in AF-S und AF-C in AF-S und AF-C
Serienbilder 3 B/s
max. 13 JPG Fotos in Folge
max. 8 RAW Fotos in Folge
3 B/s
max. 13 JPG Fotos in Folge
max. 8 RAW Fotos in Folge
Blitzsynchronzeit 1/125s 1/125s
Belichtungszeiten bis 1/4.000 s mechanischer Verschluss
bis 1/16.000 s elektronischer Verschluss
bis 1/4.000 s mechanischer Verschluss
bis 1/16.000 s elektronischer Verschluss
Verbinden WLAN WLAN
Sprachnotiz Sprachnotiz (LPCM Format) Sprachnotiz (LPCM Format)
Datenschnittstellen USB
USB-Typ: USB 3.0 SuperSpeed
WLAN: vorhanden (Typ: B, G, N)
USB
USB Type-C (USB3.2 Gen1x1)
WLAN: vorhanden (Typ: B, G, N)
Video Full-HD 1.920 x 1.080 (16:9) 30p / 25p / 24p
1.280 x 720 (16:9) 30p / 25p / 24p
1.920 x 1.080 (16:9) 30p / 25p / 24p
1.280 x 720 (16:9) 30p / 25p / 24p
Akku NP-T125 Spezialakku
etwa 400 Aufnahmen
NP-W235 Akku
etwa 455 Aufnahmen
Abmessungen B x H x T 148 x 94 x 91 mm 150 x 104 x 87 mm
Gewicht 825 Gramm 900 Gramm
Wasserwaage 3D 3D
Verschluss MS - Mechanisch
ES - Elektronisch
EFCS - 1. Vorhang Elektronisch
M+E - Mechanisch + Elektronisch
EFCS - 1. Vorhang Elektronisch, 2. Vorhang Mechanisch
MS - Mechanisch
ES - Elektronisch
EFCS - 1. Vorhang Elektronisch
M+E - Mechanisch + Elektronisch
EFCS - 1. Vorhang Elektronisch, 2. Vorhang Mechanisch
Preis UVP Body 6.999,00 € 3.999,- €
Besonderheiten Winkelsucher (optional)
Fokus-Bracketing
IBIS
19 Filmsimulationen
Weicher mechanischer Verschluss
PSAM-Bedienung mit 6 Custom-Programmen
Fokus-Bracketing
Markteinführung Februar 2017 September 2021
Kamera bei Calumet Kamerakit bei Calumet

Die ältere GFX 50S I mit dem dreh- und schwenkbaren Sucher ist immer noch eine gute Alternative zur GFX 50S II, denn die Version I ist bereits mit dem Erscheinen der Version II zu unglaublich niedrigen Gebrauchtpreisen zu bekommen.

*fotowissen wird die GFX50SMkII selbstverständlich für Sie testen und genau unter die Lupe nehmen. Es bleibt zu erwarten, dass die Bildqualität ähnlich ausfällt wie bei der Vorgängerkamera. Den Test der GFX 50S I finden Sie hier:

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Fakten zur Fujifilm GFX 50S II


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

16 Kommentare

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  • Hallo, ich hatte mir von der neuen GFX50SMkII auch genau das was Sie aufgelistet und gewünscht haben erhofft. Das was offensichtlich kommt ist nicht anspruchsvoll auch ich vermute das dieses Konzept nicht so erfolgreich sein wird. Über den Preis zu gewichten erscheint mir nicht klug. So wie es aussieht wird diese Kamera für mich nicht in Frage kommen, dann wird es vielleicht doch die GFX 100S.

  • Guten Morgen,

    die fehlende Möglichkeit den tilt Sucher auch an der 100s verwenden zu können, war für mich der Grund, nicht von der gfx 50s auf die 100s umzusteigen. Somit scheint die Mk II keine Option zu werden.

    Ich schätze und hoffe, dass eine GFX 100 MK II dann alle Wünsche erfüllt.

    Liebe Grüße
    Bernhard

    • Schade dass es noch einmal ein wenig dauern wird. Ich sehe es genauso wie Du, ich habe die 100S auch wegen des fehlenden beweglichen Suchers nicht gekauft.

  • Wenn die MkII so daher kommt, so nehme ich an, daß die X-T5 nicht nur einen anderen Sensor haben wird, sondern auch im Bereich Sport u.ä. massiv (im AF Bereich u.a.) zu den Kameras von Sony und Canon aufschließen wird.

    Ob die GFX ein Flop wird?
    Glaube ich eher nicht, ich nehme an, sie wird ein interessantes Einsteigermodell in die GFX Welt des MF.

    Ausser Studio- und Anderen Pro-Fotografen wird wohl kaum jemand mit schwenksucher fotigrafieren, die MkII wird eher auf Amateure zielen, die mit dem GFX System liebäugeln.

    Bisher hat Fujifilm stets gute strategische Entscheidungen getroffen, und ich bin mir fast sicher, daß auch diese keinen Flop nach sich zieht, insbesondere wenn man die Gesamtkosten eines qualitattiv sehr hochwertigen Systems mit 50 MP nüchtern betrachtet, ist das Angebot recht verführerisch für so manchen. Insbesondere dann, wenn die Gehäuse durch Verkleinern „tragbarer“ werden. Ein Winkelsucher ist da eben nicht möglich und wird vermutlich von den allermeisten potentiellen Interessenten der dadurch erweiterten Zielgruppe auch nicht erwartet.
    Warum sollte denn Jemand, der wie 99,9% der Fotografen durch einen normalen Sucher fotografiert, plötzlich stets den Kopf nach unten neigen wollen? Ein kleineres Gehäuse ist da klar attraktiver für diese Zuelgruppe…

    • Könnte sein, Dirk.

      Wir werden es wohl nie herausrausfinden, weil wir die Umsätze einer solchen Kamera versus Kosten nicht kontrollieren können. Vielleicht kommt noch ein Tierautofokus, das könnte helfen. Aber lass uns doch mal überlegen, wer eine solche Kamera kauft: Es sind weder die Actionfotografen, noch die Wildlifefotografen, noch die Sportfotografen. Und die Kamera ist längst nicht so versatil wie eine Eos R5. Genau deshalb glaube ich, dass sie floppen wird.

      Abgesehen davon, kann ich auf die EOS R5 einen Winkelsucher aufsetzen.

      Herzlichen Gruß, Peter

      • Hallo,

        ich glaube nicht, dass Sie floppen wird, da ich schon Monate auf sie warte. Sie ist überall ausverkauft. Dies hat aber nichts mir der allgemeinen Ressourcenknappheit am Weltmarkt zu tun (Zulieferprobleme etc.), sondern schier damit, dass Fujifilm mit so einer extremen Nachfrage nicht gerechnet hat.

        Liebe Grüße ein Canon R5 user, der Landschaften fotografiert und endlich bei noch besserer Qualität noch mehr entschleunigen will. Alles Gute,
        Armin Fröstl

    • Ich glaube,
      Du hast meinen Kommentar mißverstanden:

      Ich schrieb ja nicht, daß die GFX 50 II mit der Canon R5 konkurrieren soll, sondern daß ich eher vermute, daß möglicherweise die zukünftige XT 5 eher dafür gedacht sei.

      Wer in das GFX System einstieg oder derzeit einsteigt, weiß, daß Wildlife oder Sport damit eher ungünstig zu bewerkstelligen sein wird. Demjenigen wird es um andere Bereiche gehen. Stills, Portrait, Landschaft… möglicherweise ja auch um die so oft von Nutzern positiv angeführte „Entschleunigung“ dieser MF Kamera.

      Und: Klar, die R5 ist versatiler, keine Frage.

      Zur Strategie:
      Offenbar verkauft sich die X-S10 ja sehr gut – sie ist ja auch eher an die Zielgruppe adressiert, welche weniger Physische Bedienelemente möchte und eher an die bei Canon üblichen Menüs gewöhnt sind bzw diese bevorzugen. Könnte ja sein, daß die GFX 50 II den Verkaufserfolg der X-S10 im MF Bereich als „Einsteigermodell“ wiederholen soll?
      Das fände ich zumindest als Strategie durchaus nachvollziehbar und schlüssigen Marketing-Ansatz.
      Zudem locken die GFX Objektive ja auch mit vergleichsweise günstigen Preisen und sind ja offenbar auch für den 100 MP sensor ausreichend gut.
      Die Neuauslegung des alten GFX 50 Gehäuses wird keine dramatische Investition sein: Gleiches Gehäuse wie die 100s (?) mit den Innereien der alten GFX 50, weitestgehend gleiche Firmware aber halt günstigere Bedienelemente… das altbekannte Plattform-System als Basis der jahrzehntelang bewährten diversifizierten Massenproduktion ist ja extrem kostengünstig.

      Ich glaube einfach, daß Fujifilm aufgrund der zumehmenden Marktanteile jetzt halt auch im MF- bzw höherzahligen MP-Bereich die Mitbewerber aggressiv angeht… bei doch eher ünerschaubaren Investitionen für die GFX 50II…

      Just my 2 cts…

  • Lieber Peter,
    was Du uns da berichtest, klingt ganz und gar nicht gut, zumindest nicht für jene, die in erster Linie das Bedienkonzept – alle das Belichtungsdreieck relevanten Parameter von außen ohne die Kamera einschalten zu müssen auf einen Blick und im direkten Zugriff zu haben – lieben und schätzen. Für mich persönlich wäre das ein Flopp.

    Bezogen auf den Markt, kann es ganz anders aussehen. Ich habe von einigen YTern gehört, dass sie gerade jenes Bedienkonzept als fummelig einstufen. Das fand ich beeindruckend, wie es für mich nicht nachvollziehbar ist. Dennoch bleibt mir nichts anderes als diese Tatsache zur Kenntnis zu nehmen. Menschliche Wahrnehmung ist eben subjektiv, da wir sehr häufig sofort bewerten. Eine Tatsache, die ich in unzähligen Beobachtertrainings für Assessmentcenter registrierte. Da konnten die Teilnehmer Dinge beobachten, die gar nicht beobachtbar waren. Beispiel: “Der Teilnehmer hat seine Aussagen nicht visualisiert.” Wie kann ich etwas beobachten, das nicht geschehen ist. Geht nicht, es ist eine Erwartungshaltung, die ich sodann im Falle einer “Ent-Täuschung” sofort als negativ bewerte und somit als glasklare Beobachtung einstufe. Im Übrigen gilt ähnliches auch für Bildkritiken.

    Aber zurück zum Thema GFX 50S MKII. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass viele das PSAM-Moduswahlrad als “richtige Bedienung” bewerten, da entsprechend konditioniert; machen doch alle, kann also nicht falsch sein.
    Winkelsucher? Was soll dass? Schnickschnack für ewig Gestrige; erhöht das Gewicht und macht das Gehäuse sperriger.

    Wenn nunmehr eine “konsumentengerechte” Kamera mit einem größeren Sensor als KB auf den Markt kommt, der IBIS hat, dessen Gehäuse sogar kleiner als jenes einer ausgewachsenen DSLR ist und zu allem Überfluss auch noch günstiger als die Boliden von CaSoNi ist, kann die Rechnung schon aufgehen. Dann fehlt nur noch ein Gedanken-AF und -Auslöser mit einer Bildseriengeschwindigkeit, die jeden Film zur Schnecke macht. Ein Motivadviser wäre noch interessant… ;-)

    Okay, das war jetzt recht boshaft, aber wenn Audi einen Wagen baut, der das Logo dem Einsteigenden vor die Füße wirft, rechne ich mit ähnlichem Schwachsinn auch in der Fotografie; es geht schließlich um Umsatz und daran kommt auch Fuji nicht vorbei. Nischenprodukte, die zwar sehr gut sind können vielleicht mittelständische Unternehmen ernähren, aber keine Giganten.

    Eine GFX 50s MK II kann dennoch ein Flopp werden, wenn sich Fuji in Sachen Werbung weiterhin eher in Unterstatement übt. Ich lasse mich überraschen. Meine anfängliche Hoffnung ist zumindest vorerst deutlich gedämpft.
    Liebe Grüße Mark

    • Lieber Mark Kant,
      Ich stimme in wesentlichen Teilen zu.
      Als eher älteres Semester, weil noch lange mit Analogfotografie aufgewachsen und erwachsen geworden, fühle ich mich gelegentlich wie ein Dinosaurier, wenn ich die „digital natives“ beobachte, wie sie in atemberaubender Geschwindigkeit mit 2 Daumen auf dem Smartphone schreiben oder in abgrundtiefen komplexen Menüs von hochkomplexen Softwareprodukten wie SAP Schritte im Millisekundenbereichen machen, wo sie schneller sind als der Bildschirm der Rechner … diese Leute kann man schon so kategorisieren, daß diese Handlungen bereits quasi-genetisch verankert sind, wenn sie sich fortpflanzen.
      Und diese Leute finden eben Kameras mit komplexen Menüs, wo kurze Berührungen bereits Befehle an die Kamera geben und Einstellungen modifizieren, tatsächlich praktischer – und sie sind es wahrscheinlich auch.
      Deren Motorik und Aufmerksamkeit ist völlig anders gebahnt und auch trainiert, bei Leuten wie mir (und vermutlich auch Peter und anderen Leuten) ist das genau umgekehrt.

      Ich sehe das im Straßenverkehr. hier ist es genau umgekehrt: Junge Leute fahren immer schlechter als vorangegangene Generationen. Linksabbiegen ohne eine separate, sichere Ampelphase für Linksabbieger ist bereits oft eine Überforderung, weil man tatsächlich noch auf den Gegenverkehr achten muss.
      Sie sind uns in vielen neuen Dingen überlegen, aber sie haben erhebliche Schwierigkeiten, so „komplexe“ motorische Dinge wie 3-dimensionale mechanische Bewegungen zu machen, die mehr als Gesten sind, nämlich aktives bewegen von PHYSISCHEN Schaltern……

      Insofern ist es wohl so, daß der Markt momentan umgewälzt wird. Wie ich bereits schrieb, die X-S10 wird wie wild verkauft und ist ja auch dank diverser fehlender „Knöpfe“ kleiner.

      Der Markt teilt sich auf in haptisch-motorische Bewegungen und angedeutete Gesten und eher virtuelle Wischbewegungen.
      Der letztere Kundenbereich bzw Zielgruppe nimmt zu, der erstere ab.
      Daher ist es nur zu logisch, daß Fujifilm sich dessen annimmt.

      Wir konnten noch Ironie „zwischen den Zeilen“ lesen, heutzutage benötigen viele noch zusätzlich die Krücke eines Smilies, weil sie das nicht mehr können…

      In 15 Jahren wird kaum noch ein Mensch ein normales Auto ohne autonome Steuerung fahren können, und in der Sendung „Das war dann mal weg“ werden dann Kinder vor einem Lenkrad sitzen und sich ebenso den Kopf darüber zerbrechen, wozu dieses komische Rad wohl mal gedient hat, wie sie jetzt bereits verzweifelt vor einem Telefon mit Wählscheibe sitzen, an dem auch noch ein merkwürdiges Kabel (!!!) angeschlossen ist..

      Fuji macht also alles richtig, solange beide Generationen bedient werden…

    • Zusatz bzgl. Werbung und Understatement:

      Werbung ist extrem teuer und zumeist sehr gestreut – daher begrüße ich es, daß Fujifilm lieber das eingesparte Geld in Forschung und Entwicklung und in das Zuhören auf Kundenwünsche investiert.
      Zumal es Untersuchungen gibt, die zeigten, daß die höchste Effizienz in Sachen Werbung schlicht und einfach die bestens bekannte und kostenlose „Mund zu Mund“ Propaganda ist, also persönliche Empfehlungen.
      Und zufriedene Kunden die besten Marketinginstrumente sind, wenn man – wie Fujifilm es tut – mittel- bis langfristige Strategien hat.

      • Lieber DWL,
        ich meinte auch nicht, dass Fuji für Werbung mehr Geld ausgeben sollte, sondern die Besonderheiten klar und deutlich hervorheben. Zum Bleistift Zentralverschluss und ND-Filter einer Fuji X 100V oder wer weiß, dass das Bajonett einer GFX derart verstärkt wurde, dass ca. 8 – 10 kg daran gesetzt werden können und und und.

        Bei der X-Pro 3 haben sie es in Ansätzen hinsichtlich Gehäuse und Verschluss versucht – brachte wohl nicht den Erfolg. Indes gibt der Erfolg der X-S10 dem Marketing recht. Tja, bin halt auch nur ein Dino.
        Wünsche stets Gut Licht!
        Mark

  • Hallo Herr Roskothen, Danke, für den Beitrag. Und Danke, an die eifrigen Leser, für die Kommentare.
    Der Run und Erfolg der GFX100s zeigt u.a., dass die Nutzer eine kleinere und leichtere Mittelformatkamera wollen. Zudem erweitert sich die Zielgruppe. Kleinere Einschränkungen u.a. vom Sucher, Wählrad und Bildschirm werden in Kauf genommen bzw. nicht als solche Limitierungen wahrgenommen.
    Als Nutzer der GFX50s erkenne ich für mich derzeit nur den IBIS als kleine Verbesserung. Das Gehäuse der jungen Schwester ist zwar etwas leichter und kompakter, doch mag ich Fuji für die manuelle, direkte Wählbarkeit von ISO, Blende, Zeit.
    Einen alten Sensor in eine neue Hülle packen und den IBIS als Goody on top geben, reicht mir nicht aus. Mit den tollen GF-Objektiven überspringe ich gerne eine Kamera-Generation.

    • Was ich noch mitgenommen habe bzgl. der Gerüchte: Der Kontrast-AF der alten GFX 50er ist so “träge” da dieser sehr Prozessorlastig ist und die 50r/s noch einen relativ alten Prozessor von Fuji eingebaut hat.

      Bei der 50s2 soll der aktuelle Prozessor der 100s eingebaut sein, welcher durch seine höhere Leistungsfähigkeit einen schnelleren AF ermöglicht.
      Nicht so schnell wie bei Phasen-AF (Da man ja die Richtung nicht kennt und über den Schärfepunkt hinaus “probieren” muss). Desweiteren könnte der schnellere (als bei der 50s/r) AF auch einen Augen AF usw. (besser bzw. initial dabei – Ich habe leider keine Ahnung ob die alten 50er einen Gesichts oder Augen AF haben).

      Ich bin seit fast einem Jahr am überlegen ob ich mir eine GFX zulege (90% meiner Fotos sind Portraits, der Rest Landschaft und sonstiges). Die Initial – Investition von knapp 12.000€ für eine 100s + dem 80er oder 110er + einer weitwinkligeren Linse ist mir dann doch zu teuer.

      Da ist die 50s2 ein guter Einstieg – vor allem mit dem neuen KIT. 4500€ für Kamera mit KIT und dann nochmal 2500€ für ein 80er oder 110er sind halt immerhin 5000€ weniger als zuvor.

      Und wenn das mal da ist kann ich ja immer noch überlegen ob ich in 1-2 Jahren dann eine 100s dazu hole (ist halt nicht soviel Geld auf einmal) und die 50s2 zur Back-Up Kamera zurück gestuft wird.

      Wer wie ich auch noch mit einer Vollformat aus dem Jahre 2006 gelegentlich Fotografiert (neben Fuji X), der kommt auch mit einem etwas langsameren AF klar bzw. da ich noch aus Analogzeiten eine Menge Zeiss Linsen für 6×6 rumfliegen habe die sowieso alle manuell fokosiert werden müssen – und die per Adapter genutzt werden können – Wieso nicht.

      • Hallo Dirk,

        ich fotografiere mit der GFX 50s und habe als Optik das GF45-100 und das Canon TS-E 24mm mkII (Tilt Shift) welches ich als Ersatz für das GF 23mm gekauft habe. Weiterhin mit Tilt-Sucher.

        Mit gebrauchtem Gehäuse müsstest du so in Summe mit 7.000,- dabei sein.

        Das GF45-100 ist eine sehr gute Alternative, wenn du Landschaft und Portrait machen willst.

        Der Autofokus der GFX50s ist bei schlechten Lichtverhältnissen nicht der schnellste und beste, insbesondere wenn du die Tiefenschärfe gering setzten willst und es sehr genau sein muss.

        Was ich in der 50s vermisse, ist in der Tat lediglich ein schnellerer AF. Trotzdem würde ich nicht die MKII zusätzlich holen. Vielleicht gibt es demnächst eine GFX100 MKII.

        Mit ein bisschen Glück gibt mit Fuji die GFX100s und das GF250mm demnächst mal auf eine Polarkreistour mit. Vielleich ändert sich da meine Meinung zur GFX100s

  • Ich war die Tage mit der GFX100s über dem Polarkreis unterwegs (Bericht folgt) und muss sagen das PSAM-Wahlrad, als auch die ISO Einstellung über Daumenwahlrad sind gar nicht so schlecht, ja ich würde sagen, anders aber sehr gut.

    Wenn aber Fuji weiterhin Alleinstellungsmerkmale haben will, sollten sie den “Winkelsucher” zumindest bei ihren Spitzenmodellen beibehalten. Bei schlechten Lichverhältnissen, bei schlechten ergonomischen Gegebenheiten, ist ein Klappdisplay kein Ersatz. In meinen Bericht an Fuji werde ich auch einen Aufsteckwinkelsucher für die x-Serie Empfehlen. Den gab es ja schon für meine Olympus OM4.

    Der Preis von 4.000,- ist natürlich der Hammer. Ich denke ein jeder muss entscheiden, wo er seine Schwerpunkte setzt. “DIE” beste Kamera gibt es nicht, nur die geeignetste, für die jeweils eigenen fotografischen Praktiken.

    Für mich muss ich sagen, ich finde die GFX50s MKII und die GFX100s sehr gelungen. In der Art sehr gelungen, als dass ich mich engtspannt zurücklehnen kann und meine GFX50s MKI mit Freude weiter verwende. Mein “Muss ich haben Gen” ist nicht angesprungen.

    Bei dem angekündigten Tilt/Shift ukönnte es anders aussehen.

  • Wenn man sich mal die Dimensionen des kommenden Tilt/Shift objektivs in den plötzlich winzig aussehenden Händen des Chefs während es Summits anschaut, so muss das Ding nicht nur riesig, sondern auch extrem schwer sein… es mag logischerweise wegen des vermutlich deutlich größeren Bildkreises eine noch extremere Einstellung ermöglichen, aber es wird sich wohl im Bereich von 1,5-2 kg bewegen und preislich im Bereich des 200mm Teles liegen…

    Von daher wird es vermutlich so manchen Grund geben, auch 2022 noch CANON TSE zumindest ins Kalkül zu nehmen…

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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