FotoWissen Bildbearbeitung und Software

Affinity Photo – Der Photoshop Lightroom Killer?

Mein Tipp: Ich empfehle diese fingerlosen Handschuhe, die besonders gut für Fotografen sind. Sie kennen vielleicht die Marktbeschicker, die ebenfalls ähnliche fingerlose Handschuhe nutzen. Mit diesen können Sie auch die Fingerkuppen bedecken, wenn die Kamera gerade nicht benutzt wird. Sie wechseln zwischen fingerlosen Handschuhen und Fäustlingen:

Wer nach einer Alternative zu Adobe Produkten wie Photoshop oder Lightroom sucht, der stolpert über die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo aus Großbritannien. Die Firma Serif programmiert die Software mit Namen Affinity Photo (kurz: AP). Mittlerweile ist AP nicht nur auf MAC und Windows erwachsen geworden, sondern kann auch Adobe Lightroom und Photoshop das Fürchten lehren. Ist die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo der Photoshop Lightroom Killer?

Affinity Photo von Serif - kein Abo sondern Kauf
Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo von Serif – kein Abo sondern Kauf.

Das neue Affinity Photo Version für MAC und Windows

Die große Frage für Einsteiger lautet: Welche Bildbearbeitung soll ich nutzen? Adobe Lightroom? Adobe Photoshop? Oder ein anderes Produkt eines anderen Softwareanbieters? Was muss eine Bildverarbeitung können und was ist das beste Bildbearbeitungsprogramm?

Wenn wir die Antworten auf alle diese Fragen drastisch abkürzen, dann gibt es auf dem Markt sehr viele sehr gute Bildbearbeitungsprogramme für die unterschiedlichsten Betriebssysteme (Windows und Mac). Alle diese Versionen haben Vorteile und Nachteile. Fast alle Versionen kann man testen, bevor man sich zur Miete (Adobe) oder zum Erwerb (Lizenzierung / Kauf) entschließt:

Adobes Zwang der Fotografen

Seit einiger Zeit drangsaliert Adobe die Fotografen mit einem Mietsystem, weshalb Fotografen auf andere Bildbearbeitungsprogramme ausweichen. Nicht jedes Programm ist aber so beliebt und umfangreich wie Lightroom. Als Fotograf freut man sich also, wenn verschiedene Anbieter dem Platzhirsch Adobe Paroli bieten und wirklich gute Software anbieten, die zudem noch kaufbar anstatt mietbar ist:

Bildbearbeitung und Foto-Verwaltung

Abgesehen von den verschiedenen Betriebssystemen und Kaufoptionen muss man noch einmal unterscheiden zwischen Bildbearbeitungsprogrammen, die auch unsere Fotos verwalten können. Über Fotoverwaltungen habe ich vor langer Zeit einen Artikel geschrieben und nutze selbst als Bildbearbeitung Lightroom und Capture One. Aber es gibt eben viele Anwender, die gar keine Fotoverwaltung nutzen möchten. Hier kommt unter anderen Affinity Photo ins Spiel:

HDR-Bearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo Version 1.5
HDR-Bearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo von Serif.

Jetzt gibt es neue Hoffnung für Adobe-CC-Gegner in Form von Affinity Photo

Wer dachte Affinity Photo würde Mac-Nutzern vorbehalten sein, der irrte. Affinity Photo ist für beide Plattformen, Mac und Windows, verfügbar. Die Version ist im Vergleich zum Vorgänger erheblich aufgebohrt worden und kann Lightroom und Photoshop schon das Fürchten lehren. Zumal es eine Kaufversion für rund EUR 55,- ist. Hersteller ist die Softwareschmiede Serif.

Warum also die Bildbearbeitung nicht ausprobieren? Weil Sie zu komplex und mächtig ist, um sie mal eben im Vorbeigehen zu probieren. Es ist eine echtes Adobe Konkurrenzsoftware, die man in der Regel nicht beim Ausprobieren erlernt. Aber natürlich ist die AP erlernbar. Mehr dazu später im Artikel.

Was der Fotograf auf Anhieb beim Starten der Bildbearbeitungssoftware fühlt, ist die Seriosität, mit der sie programmiert wurde. Forscht man im Detail, so findet der Fotograf Möglichkeiten, die noch weiter gehen als bei Lightroom und sich sogar auszeichnen gegenüber Photoshop. Außerdem kann die Bildbearbeitung auch Photoshop-Dateien mit der .psd-Endung öffnen und die Ebenen darstellen. Für Profis im DPT-Business wichtig: die Software liefert und bearbeitet auch im CMYK-Modus!

Affinity Photo erlaubt die einfache Auslagerung der Bedienfelder (links) auf einem weiteren Monitor
Affinity Photo erlaubt die einfache Auslagerung der Bedienfelder (links) auf einem weiteren Monitor.

Ist die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo der Lightroom Killer?

Klare Antwort: Ja, das ist es und Nein. Im Vergleich von Affinity Photo versus Adobe Lightroom fehlt zunächst die mächtige Bildverwaltung, die bei Lightroom Classic integriert ist. Wer die Bildverwaltung nicht nutzen möchte, der ist mit Affinity noch einen ganzen Schritt weiter als mit Lightroom. Hier sind zunächst die Ebenen zu erwähnen, die es in Lightroom nicht gibt. Auch das Herausziehen der Paletten ist eine sehr angenehme Funktion, die das Arbeiten erleichtert.

Der Vergleich von Affinity Photo mit Photoshop offenbart mächtige Funktionen des neueren Programms. Aber möchte man lieber AP oder Photoshop nutzen? Der Photoshop Experte wird vermutlich nicht umsteigen, sondern sich Affinity höchsten vergleichend ansehen. Wer hingegen eine neue, sehr mächtige und moderne Bildbearbeitungssoftware sucht und bislang noch nicht das Richtige fand, der wird Affinity Photo eine Chance geben wollen.

Affinity Photo Der Photoshop Lightroom Killer

Die neueste Version von Affinity Photo läuft auf Windows (ab Win 7) und Mac (ab MacOS 10.9 Mavericks).

Interessant wird Affinity Photo immer dann, wenn Sie Capture One oder eine andere Kaufversion nutzen, aber auch aufwändige Bearbeitungen und Ebenen,  Freistellungen oder Retuschen in Ihren Fotografien vornehmen möchten. Dann passt die neue Software von Serif genau in den Arbeitsablauf und Sie müssen keine Adobe CC mieten. Denn Affinity Photo ist eine Kaufversionen und somit sparen Sie sich ab sofort die Mietkosten für Jahre.

Ich habe die Software von Serif für Mac und Windows erworben und bin begeistert vom Leistungsumfang. Was auch immer die Zukunft bringt, so hoffe ich, dass die Firma Serif bei den Kaufversionen bleibt und somit Adobe das Fürchten lehrt. Für Gestalter ist somit auch das Affinty Publisher interessant, weil es eine Alternative zu Adobe Illustrator liefert. Affinity Designer bietet hingegen Adobe Indesign paroli.

Video von Affinty Photo

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Fazit

Die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo ist kein Lightroom Ersatz, sondern eine Photoshop Alternative. Mit Affinity Photo können Sie als Fotograf eine wunderbare Arbeit erstellen und haben keine Mietkosten an der Backe. Dabei ist Affinity am Anfang sicher gewöhnungsbedürftig, wenn Sie Photoshop gewöhnt waren. Aber es ist so erfrischend anders, mietfrei und man hat den Eindruck, es ist eine echte Alternative zu Photoshop.

Ist es für den Normaluser geeignet, der nur gelegentlich mal ein Foto gerade rückt, seinen Astralkörper dünner machen möchte, die Augenfarbe ändern, Pickel wegmachen, Personen ausschneiden und mehrere Bilder einfügen möchte? Ja, ist es, aber es ist nicht kostenlos, sondern sehr preiswert. Und man kann mit der Software wachsen, sprich, hat man höhere Ansprüche, so ist man schon mit der richtigen Bildbearbeitungssoftware vertraut.

Frage: Ist die Software Affinity Photo für Profis geeignet?

Antwort: Unbedingt, ja. Ich selbst nutze Photoshop immer nur zu etwa 30 Prozent. Das kann ich mit Affinity Photos auch haben!

Software >>

Serif >>

Zusatzsoftware zu Affinity Photo

Objektiv Test Canon RF800mm F11 Original Ausschnitt - 20210928-5154-c1 1-2Objektiv Test Canon RF800mm F11 Ausschnitt Topaz - 20210928-5154-c1 1-topaz-denoiseAI-2

Zusätzlich zu Affinity Photo nutze ich gerne eine Software, die das Bildrauschen reduziert. Ich empfehle DxO PureRaw (kein Fujifilm) oder die Topaz Kombi aus Topaz DeNoise AI, Sharpen AI und Gigapixel AI im Paket (Webseite von Topaz). Letztere ist auch für Fujifilm X-System Kameras hervorragend geeignet und hat die Möglichkeit Einfluss auf die Bildergebnisse zu nehmen.

Wie lernen Sie Affinity Photo?

Neben den guten Hersteller-Videos auf YouTube existiert ein Buch vom Rheinwerk Verlag (Rezension):

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo – Der Photoshop Lightroom Killer?

In eigener Sache (Werbung für den individuellen Fotokurs):

Was lerne ich im Fotokurs von Peter Roskothen?

Ihr Fotokurs ist individuell, damit Sie genau das lernen, was Sie möchten (Fotografieren oder Bildbearbeitung). Als Einsteiger können Sie folgende Inhalte lernen:

Fototrainer Peter RoskothenEs ist gleich welches Lieblingsthema Sie haben: Familienfotos, Portraits, Tierfotos, Sportfotos, Naturfotos, Landschaftsfotos, Makrofotos, Stillleben, Architekturfotografie oder andere Themen der Fotografie. Ich gehe genau auf Ihre Interessen und Ihr Know-how ein. Immer gehört eine Fotoexkursion oder gemeinsames Fotografieren zum Fotokurs dazu. Weitere Infos finden Sie hier >>

 

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

12 Kommentare

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  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen mache ich den Abo-Terror nirgendwo mit.
    Eine solche Ausnahme ist Elma-Studios, die wunderschöne WordPress-Themes erstellen. Da zahle ich gerne die jährliche Gebühr. Aber die ist erstens erträglich und als Stammkunde gibt es zu Weihnachten immer eine 50%-Rabatt-Aktion.

    Aber jeden Monat für die Nutzung von PS zu bezahlen? Nein! Ich habe eine ältere PS-Version, die ich bezahlt habe und die mir gehört. Die setze ich ein, so lange es geht. Ein Abo für irgendeine Suite benötige ich nicht. Ich hätte dann zwar auch Zugriff auf andere Programme von Adobe, aber die will ich gar nicht.

    Daher besorge ich mir im Laufe der Zeit Alternativen. Um PDFs zu bearbeiten setze ich auf ein Drittprodukt und Filme bearbeite ich sowieso mit einem Apple-Programm (FCP). Für die Bildbearbeitung habe ich auch Affinity.
    Aber es ist so wie mit GIMP und anderen PS-Ersatzprogrammen, 100%ig stimmt der Workflow eben doch nicht mit dem Original überein. Und oft sitze ich da und überlege, wie denn was wohl funktionieren mag. Dann wird mir das zu doof, und ich fange an, wieder mit PS zu arbeiten.

    Der richtige Weg wäre, Adobe komplett die kalte Schulter zu zeigen und total auf Drittsoftware umzusteigen. In die arbeitet man sich dann richtig ein und gut ist’s.

    • Vielen Dank, Peter, für den schönen Bericht und die Tipps! Ich denke mit einem kleinen Kurs für Affinity wäre sicher alles für die Zukunft abgedeckt. Dann sitzen auch die wichtigsten Handgriffe. Ich zeige meinen Kunden in meinen Kursen immer die besten Arbeitsabläufe und sie bekommen sogar ein Handout, damit das auch bei Pausen in der Nutzung nachlesbar ist. Aber ich merke, dass es nach der Schulung sofort sitzt und somit ist auch die Bildbearbeitung einfach erlernbar.

  • Habe ich das richtig verstanden, es gibt keinerlei Handbuch oder ähnliches um sich den work-flow anzueignen ? Bei PS Und LR gibt es eben schon x Videos und Lehrbücher.
    Als relativer Anfänger in Bildbearbeitung ist man ohne solche Unterstützung verloren…

    • Das ist ein Missverständnis Ulrike. Es gibt Video Tutorials in Englisch (Vimeo) und auch Bücher in Verlagen. Wir werden sicher in Kürze ein Buch aus einem Verlag vorstellen, welches sich mit Affinity Photo beschäftigt.

      • Hallo Peter,

        wo kann man Affinity Photo erwerben?
        Bin begeistert für Affinity Photo. PhotoShop ist zu teuer für mich.

        Sorry, mein Deutsch ist ziemlich bescheiden.

  • Hallo Peter,

    ein guter Artikel und bestimmt eine spannende Software, gerade als Konkurenz zu Photoshop. Ich werde es ausprobieren und gerne mein Feedback geben.
    LG Chris

  • @Charlie, der Link ist im Text zu finden “Software >>”. Wenn Sie über den Link gehen, dann verdienen wir ein paar Cent und Sie helfen dieser Webseite. Danke!

  • Hallo Peter,
    danke für den Artikel über Affinity Photo. Ich benutze derzeit auch noch LR für die Bearbeitung meiner RAW Fotos. Ich habe mir sogar vor einem Jahr ein Abo
    der Creative Cloud gegönnt. Nun bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob ich dieses Abo verlängern möchte. In meinem Workflow überspiele ich meine Fotos zunächst auf
    mein iPad, um dort auf dem größeren Fisplay schon mal eine Vorsuswahl der Fotos zu treffen, und mit der LR mobil App erste Bearbeitungen zu machen. Und hier kommt. in der große Vorteil zum Tragen. Durch die CC werden alle Fotos mit meinem PC synchronisiert. Es ist schon toll. ,
    dass ich später einfach am Pc an dem Bild weiterarbeiten kann. Hier suche ich noch nach einer Alternative, um dann auf Adobe ganz zu verzichten. Hast du hier vielleicht einen Tipp für
    mich?

    • @Christian – Mein lieber Coautor Klaus hat folgenden Vorschlag:
      Das automatische Überspielen könnte man auch mit z.B. Onedrive oder Dropbox machen.
      Affinity gibt es auch für iPad. Eigentlich wäre dann alles abgedeckt.

  • Wer eine Bildverwaltung braucht, was bei vielen Fotos ja von Vorteil sein kann, kann auch eine Externe Verwaltungen verwenden. Ich verwalte meine Fotos, also die RAWs mit dem FastStone Image Viewer. Dies ist so konfiguriert das ich eine RAW Datei markiere, die Taste E drücke und schon wird es zu AP übergeben und im Entwickler Modus geöffnet. Mit einem Tastendruck mehr, die ganze mieterei gespart. :-)

  • Das Adobe uns verarscht ist mir nicht neu. Ich bin Benutzer von Photoshop Elements. Vielleicht nichts für Profi Photografen aber für meine Zwecke reicht es. Bisher habe ich jedes zweite Jahr ein Update durchgeführt. Auch zwangsweise durchführen müssen als neue Prozessoren und damit auch neue Funktionen in das Programm einflossen. Die Bildverwaltung habe ich nie mit dem Programm gemacht – einfach nur Schrott.
    Für meine Bilder, es sind nun an die 20 000 Fotos verwende ich ein System aus Dateinamen/-Folder Struktur und dem Faststone Image Viewer – nun ich bin kein Profi und mir reicht das was das Programm kann. Für den Privatbereich kann ich das Programm nur empfehlen. Nun ja wenn Elements eingestellt oder in Mietvariante umgewandelt würde – dann wäre das nicht so schön.

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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