Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

PC für Photoshop Lightroom – Bildbearbeitung

Fotografen stellen immer mal wieder die Frage: Wie sieht der ideale PC für Photoshop Lightroom aus? Was muss ich beim Kauf beachten? Die wichtigsten Antworten finden Sie hier bei uns:

Der optimale PC für Photoshop Lightroom

Ein PC besteht aus vielen einzelnen Komponenten. Daher müssen wir diese auch einzeln betrachten. Jede hat einen anderen Einfluss auf die Gesamtgeschwindigkeit.

Mainboard – Das Grundgerüst

Auf dem Mainboard (Hauptplatine) werden alle Komponenten verbaut. Es ist die Basis für alle weiteren Komponenten. Dazu zählt z.B. die Anzahl und Art der USB und Festplatten Anschlüsse. In diesem Zusammenhang fällt auch immer der Begriff „Chipsatz“. Bildlich gesprochen sind das die Nervenbahnen Ihres Systems. Der Chipsatz verbindet alle Komponenten über das Mainboard miteinander und lässt sie miteinander kommunizieren.

Die Auswahl des „richtigen“ Mainboards erfolgt immer in Abhängigkeit von der CPU. Die CPU benötigt einen passenden Sockel und Chipsatz.

CPU – Der zentrale Denker

Die CPU (Central Processing Unit) ist das Gehirn Ihres PC’s. Je schneller der Takt (wird in GHz gemessen) einer CPU ist, desto schneller denkt bzw. rechnet Ihr PC. Heutzutage hat eine CPU mehrere Cores (Kerne). Dadurch können Berechnungen parallel durchgeführt werden. Photoshop Lightroom nutzt diesen Vorteil aber leider nicht. Daher ist es für uns auch unerheblich wie viele Cores der jeweilige Prozessor hat.

Bei Intel sind die Standard Prozessoren in drei Produktfamilien unterteilt. Aufgrund spezieller Funktionen innerhalb der Familien lassen sich die CPU’s nicht anhand Ihres Taktes miteinander vergleichen. Ein Intel® Core™ i7 ist ca. 25% schneller als Intel® Core™ i5 bei gleicher Taktrate (GHz).

  • Intel® Core™ i3 – Einsteiger – Alltag (Texte schreiben / surfen)
  • Intel® Core™ i5 – Mittelklasse – Büro (anspruchsvolle Programme / Bildbearbeitung)
  • Intel® Core™ i7 – High End – Spezial (Spiele / Videobearbeitung)

Es gibt immer wieder neuere Versionen dieser CPU’s. Dabei spricht man von Generationen. Auch wenn das ein wenig Pauschal ist und nicht zu 100% stimmt, aber je neuer die Generation desto besser. Aktuell (Stand 02/2016) gibt es die 6te Generation. Diese erkennt man an der ersten Zahl nach dem Bindestrich. Die folgende Auflistung zeigt die möglichen Kandidaten.

Intel Prozessoren

der 6ten Generation

Intel® Core™ i7-6700K @ 4.00GHz

Intel® Core™ i7-6700 @ 3.40GHz

Intel® Core™ i5-6600 @ 3.30GHz

Intel® Core™ i5-6500 @ 3.20GHz

Anmerkung: Intel® bietet auch sogenannte Xeon™ Prozessoren an. Diese finden Verwendung in High-End Computern und Firmen Servern. Für unsere Betrachtung eines PC für Photoshop Lightroom, klammern wir diese aber aus, weil sie für unsere Anforderungen zu hoch gegriffen sind. Das wäre mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Arbeitsspeicher – Das Kurzzeitgedächtnis

Der Arbeitsspeicher (RAM [Random Access Memory]) wird benötigt um alle aktuellen Daten dem System zur Verfügung zu stellen. Wie muss ich mir das vorstellen? Schauen wir uns ein gestartetes Lightroom an. Als Beispiel nehmen wir das Entwicklungsmodul. Ein Foto wird mir in der Vorschau gezeigt. An der rechten Seite habe ich alle Einstellungen für das ausgewählte Foto. Am unteren Bildrand habe ich eine Leiste von Miniaturansichten von den aktuellen Bildern. All diese Informationen sind zu diesem Zeitpunkt im Arbeitsspeicher geladen und stammen aus dem Katalog und den beim Import generierten Vorschauen.

Laut den Mindestanforderungen von Adobe reichen bereits 4 GB (Gigabyte) an Arbeitsspeicher aus. Da aber auf einem PC, im Normalfall, mehr als nur Lightroom installiert bzw. gestartet ist, sollte man dieser Empfehlung nicht zwingend folgen. 8 GB Arbeitsspeicher sollten es schon sein. Wenn Sie zusätzlich mit Photoshop Elements oder Photoshop arbeiten möchten, können 16GB oder mehr nicht schaden. Das hängt aber stark davon ab, wie sie die Programme nutzen.

Die Art des Arbeitsspeichers (Geschwindigkeit / Steckplatz) hängt wiederum vom Mainboard ab.

Festplatten – Das Langzeitgedächtnis

Die Festplatten (HDD [Hard Disk Drive]) benötigen wir für unsere Foto Erinnerungen. Hier wird alles dauerhaft gespeichert was uns lieb und teuer ist. Dazu zählen in erster Linie unsere Bilder und der oder die Lightroom Kataloge.

Für die Bilder benötigen wir wesentlich mehr Platz als für die Kataloge. Aufgrund der Arbeitsweise von Lightroom wird nur zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten auf diese Original Bilder zugegriffen.

  1. Import von Fotos
  2. Export von Fotos
  3. Zoom Ansicht des aktuellen Bildes

Der dritte Punkt ist davon abhängig wie die Vorschau in Lightroom konfiguriert worden ist. Wenn eine Smart oder 1:1 Vorschau im Katalog hinterlegt ist, fällt der dritte Punkt vollständig weg. Die Vorschau des Bildes wird dann aus den Informationen generiert die im Katalog Verzeichnis vorliegen.

Der Platzbedarf für Bilder und Katalog ist sehr unterschiedlich. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, ziehe ich meine persönlichen Konfiguration als Beispiel heran. In meinem Katalog befinden sich ca. 10.000 Bilder. Mein Katalog inkl. der Vorschauen hat eine Größe von ca. 10 GB. Die dazu gehörigen Fotos (Canon RAW/20 Megapixel) nehmen ca. 250 GB in Anspruch.

Unterschiedliche Festplatten

Eine normale Festplatte speichert die Daten auf rotierenden Magnetplatten. Ein sich bewegende Arm liest und schreibt die Daten. Die Funktionsweise ähnelt einem Plattenspieler. Bei einer SSD werden die Daten direkt in Speichermodulen abgelegt, wie bei einem USB Stick. Allerdings erfolgt der Zugriff über eine andere Schnittstelle und ist dadurch rasant schnell. Heutige Standard SSD’s  sind ca. 2-3x so schnell wie mechanische Festplatten.

Aufgrund dieser Voraussetzungen kann man Bilder und Kataloge auf zwei Festplatten verteilen. Eine SSD (Solid State Drive) mit 256 GB für das Betriebssystem und die Kataloge und eine 3,5″ HDD, mit mindestens 1 TB (Terabyte) für die Fotos. Warum überhaupt unterteilen, wenn doch SSD so viel schneller ist? Weil eine SSD auch entsprechend teurer ist als eine HDD. 🙂

Es gibt eine weitere Möglichkeit das System zu beschleunigen. Der Standard Anschluss für Festplatten lautet derzeit SATA (Serial Advanced Technology Attachment). Um es einfacher zu machen, die Festplatte wird mit einem Kabel (das entspricht einem Kanal) angeschlossen. Es gibt aber SSD Festplatten als Steckkarte. Diese „Festplatten“ werden mit einem vielfachem dieser Kanäle angesprochen. Mit wie vielen ist vom Modell und vom Mainboard und seinem Chipsatz abhängig.

PC für Photoshop Lightroom fertig?!

Eigentlich ist der PC für Photoshop Lightroom an dieser Stelle bereits fertig. Aber fehlt denn nicht noch eine Grafikkarte? Ja und Nein. Also weiter im nächsten Abschnitt.

Grafikkarte – Fürs Auge

Die Grafikkarte hat die Aufgabe ein Bild auf dem Monitor anzuzeigen. Auch wenn man an vielen Orten etwas anderes liest, eine 2D Darstellung eines statischen Bildes, wie in Lightroom, ist für einen heutigen PC keine Herausforderung mehr. Durch unsere bisherige Auswahl an Komponenten, ist bereits eine sogenannte Onboard Grafiklösung auf dem Mainboard vorhanden (Intel HD 530). Das hängt mit der Auswahl des Prozessors zusammen. Diese Grafikkarte unterstützt bereits die Auflösung von 4K (das 4fache von Full HD) Monitoren.

Die aktuelle Lightroom Version verspricht eine sogenannte GPU Beschleunigung (Rechenprozesse werden auf die Grafikkarte ausgelagert). Macht es dann nicht Sinn eine teure zusätzliche Grafikkarte zu kaufen? Wir sagen: Nein. Die Umsetzung dieser Funktion ist Adobe, glaubt man den vielen Berichten, nicht wirklich gelungen. Also verlassen wir uns hauptsächlich auf die Geschwindigkeit der CPU.

Anmerkung: Die offiziellen Hardwareanforderungen für Lightroom 6 lauten:

OpenGL 3.3- und DirectX 10-fähiger Video-Adapter für GPU-bezogene Funktionen.

Die oben erwähnte Intel HD 530 unterstützt OpenGL 4.4 und DirectX12.

Wann benötige ich eine zusätzliche Grafikkarte?

Es gibt zwei Hauptgründe, bezogen auf Photoshop Lightroom, für eine zusätzliche Grafikkarte:

  1. Standardmäßig übertragen Grafikkarten ein 8 Bit Signal zum Monitor und stellen somit 16,7 Millionen Farben auf dem Display dar. Es gibt Grafikkarten die ein 10 Bit Signal übertragen können im Zusammenspiel mit dem passenden Monitor. Dann erhält man über eine Milliarde Farben.
  2. Die maximale Auflösung des Monitors ist größer als 4K. Inzwischen gibt es z.B. 5K Displays.

Daher sollte man gut überlegen, ob eine Anschaffung in Frage kommt.

Fazit

Die Wenigsten werden nun los ziehen und alles einzeln kaufen. Es sei denn, man hat Spaß daran, den zukünftigen PC selber zusammen zu bauen. Vielmehr sollen die Hinweise für ein besseres Verständnis sorgen. Lassen sie sich Ihren individuellen PC, durch einen Fachhändler, maßgerecht bauen.

Empfehlung eines PC für Photoshop Lightroom:

 

Mindestanforderung

  • Intel® Core™ i5 mit > 3 Ghz
  • Mainboard mit aktuellen Skylake Chipsatz
  • Onboard Grafik – Intel HD 530
  • 8 GB RAM
  • 256GB SSD
  • 1 TB HDD

Optimaler PC für Photoshop Lightroom

  • Intel® Core™ i7 mit > 3,4 Ghz
  • Mainboard mit aktuellen Skylake Chipsatz
  • AMD Firepro oder Nvidia Quadro Grafikkarte
  • 16 GB RAM
  • 256GB SSD als PC-Steckkarte
  • 2 TB HDD

Weiterführende Links

Nachdem wir nun einen PC haben, fehlt noch der passender Monitor.
Auch bei diesem Thema können wir helfen >> Monitor für Fotografen.

Farbkalibrierung des Monitors ist ebenfalls ein wichtiges Thema.
Daher empfehlen wir Ihnen, auch diesen Artikel zu lesen >> Kalibrierte Fotobearbeitung

Quellen

CPU Geschwindigkeit: CPU Benchmarks

Adobe: Hardware Anforderung Photoshop Lightroom / GPU – FAQ

Wir wünschen viel Erfolg beim Kauf Ihres eignen PC für Photoshop Lightroom.

Klaus Dicken

Autor: Klaus Dicken

Ich bin Fotograf aus Leidenschaft. Unterstützt werde ich dabei von der Fotoschule Roskothen. Ich entdecke immer wieder neue Möglichkeiten die Fotografie kreativ zu nutzen. Meine Kameras begleiten mich dabei an die unterschiedlichsten Orte. Weitere Bilder finden sich unter www.d-photography.de/

Teile diesen Artikel auf

10 Kommentare

  1. Susanne Bien

    Hey Klaus,

    Du hast einen sehr interessanten Artikel geschrieben, ich verstehe aber nur weniger als die Hälfte;-)
    Nun, ich bin ja auch alles andere als eine PC-Leuchte…

    Wenn mein Laptop allerdings mal die Hufe hoch macht, werde ich Deine Liste abschreiben und
    in den PC-Laden meines Vertrauens gehen und mir einen „zurecht basteln“ lassen.

    Danke für Deinen Artikel

    LG

    Susanne

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Hi,

    toller Artikel. Ich fand zu dem Thema nur Halbwissen…
    Eine Frage: ich betreibe seit heute LR 5.7 mit einem i7 Skylake (Intel HD 530 Grafik). Das Signal wandert per Displayport in einen 4K Monitor. Leider läuft LR beim entwickeln alles andere als flüssig. Woran liegt das? Brauche ich LR 6 und/oder eine dedizierte Grafikkarte?

    Viele Grüße
    Oli

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Klaus Dicken

      Hi, das ist eine spannende Frage. Einen 4K Monitor hatte ich bisher nicht berücksichtigt. Ein einfacher Test: Die Auflösung auf Full HD (1920×1080) stellen. Ist es dann besser? Es kommt aber nicht nur die Grafikkarte als Lösung in Frage. An ein Update auf LR6 mag ich nicht glauben weil man häufig liest das es dann eher langsamer wird.
      Liegt der Lightroom Katalog auf einer SSD? Wie viel Arbeitsspeicher verbraucht Lightroom in der 4K Ansicht?
      Unabhängig davon gibt es eine Lightroom Einstellung welche für 4K angepasst werden müsste:
      Bearbeiten – Katalogeinstellungen … – Dateihandhabung – Standardvorschauqualität.
      Da ich ebenfalls den Umstieg auf 4K plane kann ich die Frage zukünftig vielleicht besser beantworten.
      Grüße Klaus

      Auf diesen Kommentar antworten
    • Klaus Dicken

      Inzwischen kann ich diese Beobachtung leider nur bestätigen. Seit dem Wechsel auf einen 4K Monitor fühlt sich LR im Entwicklungsmodus an wie Kaugummi. 🙁

      Am Arbeitsspeicher (16 GB) liegt es definitiv nicht. Ich werde in nächster Zeit ein paar Tests mit meinem System machen.
      1. Lightroom CC in der Testversion aufspielen.
      2. Eine dedizierte Grafikkarte von Nvidia einsetzen.

      Die Ergebnisse werde ich dann hier veröffentlichen.

      Auf diesen Kommentar antworten
  3. Den Artikek fand ich sehr interessant, Da ich LS CC und PS CC verwende und das oft auch parallel habe ich zwei Fragen, und zwar

    lassen sich die Anforderungen auf die Anwendung mit PS CC im Solobetrieb anwenden
    und muss ich bei der Paralkelanwendung zur max. Version greifen?

    Ich nutze einen Eizo 240 Cx-Monitor. Kann ich da auf eine Grafikkarte verzichten oder benötige ich sie wegen meiner vorher beschriebenen Anwendung?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Klaus Dicken

      Um es vorweg zu nehmen, ich habe bisher noch nicht so weitreichende Erfahrungen mit Photoshop gesammelt wie mit Lightroom.

      Bei parallelen Betrieb würde ich vor allem auf die Auslastung des Arbeitsspeichers achten. Es hängt aber auch von Ihrer Arbeitsweise ab. Im Gegensatz zu Lightroom ist es in Photoshop möglich mehrere Bilder gleichzeitig zu öffnen was den Bedarf an Arbeitsspeicher entsprechend erhöht. Allerdings gibt es dort eine Grenze ab der weiterer Arbeitsspeicher keinen Sinn mehr macht, da Photoshop die Festplatte als Cache nutzt. Mehr als 32 GB würde ich daher nicht empfehlen.

      Noch ein Wort zu der Grafikkarte. Sollte der Arbeitsspeicher alleine nicht den gewünschten Effekt erzielen kann eine Grafikkarte nachgerüstet werden. Die CC Versionen haben eine entsprechende Unterstützung. Es muss aber nicht einer der hochpreisigen Karten aus den beiden genannten Serien sein. Bei Nvidia würde ich beispielsweise die Quadro K620 oder die Quadro M2000 in Betracht ziehen. Diese beiden Karten werden vom Hersteller PNY für Photoshop empfohlen.

      Auf diesen Kommentar antworten
  4. Was ein Geschwafel: Grafikkarte – fürs Auge … was haben wir gelacht. Mindestanforderung

    Intel® Core™ i5 mit > 3 Ghz
    Mainboard mit aktuellen Skylake Chipsatz
    Onboard Grafik – Intel HD 530
    8 GB RAM
    256GB SSD
    1 TB HDD

    auch falsch! Läuft mit weniger.

    Mein Tipp: besser sachlich schreiben und mit mehr Vernunft/Hirn.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Klaus Dicken

      Hallo Herr Brenner,
      es freut mich sehr, das ich Sie zum lachen gebracht habe. Dies ist hoffentlich nicht nur bei Ihnen der Fall. Schließlich sollte der Artikel kein trockener technischer Lesestoff sein.
      Sie haben natürlich recht, Lightroom läuft auch mit weniger. Aber darum ging es hierbei ja auch nicht. Lightroom soll, mit dieser Konfiguration, schnell laufen und Spaß machen.

      Auf diesen Kommentar antworten
  5. So ein unnötiger Kommentar vom HB-Männchen! Da macht sich jemand die Mühe und schreibt einen Artikel der Nutzer auf einem speziellen Niveau helfen soll, dann finden sich immer irgendwelche Schwätzer die es ja besser wissen. Schreiben Sie doch einen vergleichbaren Artikel und ich freue mich schon darauf ihn zu zerpflücken!

    Auf diesen Kommentar antworten

Ihre Meinung interessiert uns

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.