Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Optimierter Import von Fotos mittels Lightroom

Zur Einordnung des Artikels möchte ich Ihnen zunächst eine Idee geben, warum das Thema Foto-Import wichtig und nützlich ist und welche Schritte während des Importvorgangs automatisiert verarbeitet werden können.

Umbenennen der Bilder

Wenn die Bilder auf der Speicherkarte der Kamera liegen, heißen Sie in der Regel DSC1234.JPEG oder ähnlich.
In meinem konkreten Fall heißen die Dateien z.B. _DSC0145.NEF, _DSC0146.NEF usw.
Die Kamera zählt die erstellten Fotos numerisch aufsteigend hoch.

Warum sollte man diese Dateinamen während des Imports umbenennen? Solange es keine zwei gleich benannten Fotos gibt, ist doch alles gut, oder? Im Prinzip schon. Sobald Sie das 10.000 Foto gemacht haben, beginnt die Kamera mit der Nummerierung wieder bei 1. Spätestens dann haben Sie mehrere Fotos gleichen Namens auf der Festplatte. Auch das ist noch nicht so schlimm, solange diese in unterschiedlichen Ordnern liegen. Sobald Sie dann aber Fotos aus mehreren Ordnen in einen neuen Zielordner kopieren, sollten Sie sicher sein, dass es keine Dubletten gibt. Sonst verlieren Sie Fotos beim unachtsamen kopieren oder verschieben.

Ich benutze eine standardisierte Namenskonvention: JJJJMMTT_AA_####.DNG

Dabei steht JJJJ für das Jahr der Aufnahme, MM für den Monat der Aufnahme, TT für den Tag der Aufnahme, AA für die Kamera die ich genutzt habe (erkläre ich gleich) und #### ist die Nummer, die die Kamera dem Bild ursprünglich gegeben hat.

Welche Vorteile hat diese Konvention ?

  1. Die Bilder sind (auch wenn man sie im Dateibrowser ansieht) immer in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie aufgenommen wurden.
  2. Es würde erst dann eine Dublette geben, wenn man mehr als 10.000 Fotos an einem Tag aufnehmen würde.
  3. Das Tagesdatum im Dateinamen schafft zusätzliche Übersicht.
  4. Die Kennung der Kamera ebenfalls. Ich nutze z.B. das Kürzel ‚_61_‘ für meine D610, ‚_IP_‘ für Fotos die ich mit meinem Smartphone mache, ‚_PS_‘ für Bilder die ich mit Photoshop aus verschiedenen anderen Fotos zusammengesetzt habe und ‚_XX_‘ für Bilder die ich gespeichert habe, aber nicht von mir fotografiert wurden.

Ist das Umbenennen nicht viel zu aufwändig?

Im Gegenteil. Lightroom nimmt mir die Arbeit komplett ab. Sehen Sie sich den dargestellten Importdialog an.

Unter (1) können Sie eine Importvorgabe definieren, mit der Sie u.a. eine Vorgabe für das Umbenennen der Dateien (2) angeben können, als auch während des Importvorgangs auszuführende Entwicklungseinstellungen (3) und Vorgaben für die Metadaten (4), die während des Imports mit in das Bild kopiert werden.

Im Einzelnen:
Meine Namensvorgabe sieht wie folgt aus:

Lightroom erkennt das Datum der Aufnahme und beginnt damit den Dateinamen, gefolgt von einem festen Namensanteil (in diesem Fall ‚_61_‘ für meine D610), sowie der vierstelligen Bildnummer aus der Kamera. Letzteres hat den Vorteil, dass (falls beim Import mal irgendetwas schiefgehen sollte) Sie immer noch einen namentlichen Bezug vom umbenannten Foto zu dem Originalnamen haben. Sollten nach dem Import z.B. versehentlich einzelne Fotos gelöscht worden sein, können Sie sehr schnell anhand der Nummer erkennen, welche Sie erneut importieren müssen.

Aus _DSC0145.NEF wird bei mir also 20160511_61_0145.DNG (da ich meine Fotos im DNG Format ablege).
Außer die Importvorlage auszuwählen, muss ich nichts dafür tun.

Warum ergänze ich nicht noch Stunde, Minute und Sekunde der Aufnahme? Immer dann, wenn Sie Serienbilder fotografieren, entsteht mehr als ein Foto in der Sekunde. Die Angabe der Sekunde ersetzt also in keinem Fall einen zusätzlichen Bildzähler. Wenn ich den Bildzähler aber eh‘ benötige, bringt mir die Uhrzeit im Dateinamen keinen zusätzlichen Nutzen, sondern nur längere Dateinamen. Wenn ich wirklich bei einem einzelnen Bild wissen möchte in welcher Sekunde es geschossen wurde, brauche ich ja nur in den EXIF und/oder IPTC Daten des Fotos nachzusehen.

Damit aber nicht genug.

Entwicklungsvorgaben

Unter (3) können Sie Entwicklungsvorgaben einstellen, die während des Imports immer angewendet werden. Ich habe diese „Standard-Importvorgaben“ genannt.

Was könnte sich für sämtliche Fotos eignen?

Für mich zumindest die unter „Objektivkorrekturen“ zu findenden Einstellungen „Profilkorrekturen aktivieren“ und „Chromatische Aberration entfernen“. Damit wird die Verzeichnung des Objektivs (anhand einer Referenztabelle) herausgerechnet und mögliche Farbsäume werden entfernt.

Dies sind Schritte, die ich sonst bei jedem Bild vornehmen würde. So ist dies bereits mit dem Import erledigt.
Sind Sie jemand der gern 3-4% ‚Klarheit‘ bei seinen Bildern anwendet oder ähnliches? Sämtliche bei der Bildbearbeitung möglichen Optionen können auf diesem Weg über den Import bereits angewendet werden. Wenn Sie sich drei, vier Vorlagen schaffen (z.B. eine eher für Landschaftsfotografie zu verwendende, eine für Portraitaufnahmen, usw.) haben Sie die grundlegenden Einstellungen bereits mit dem Import erledigt und müssen sich nur noch um das „Feintuning“ der individuellen Fotos kümmern.

Metadatenvorgaben

Zuletzt betrachten wir noch kurz die unter (4) einzustellenden Metadatenvorgaben.

Hier habe ich einen Satz mit meinen Copyrightinformationen abgelegt, die ebenfalls beim Import mit in das Bild kopiert werden. Einmal eingestellt, kann es nicht mehr vergessen werden.

Fertig !

Das Bild hat jetzt einen eindeutigen Namen, die grundlegenden Bild-Korrekturen sind bereits angewendet und es hat die erforderlichen Metadaten.

Autor: Ulrich Schifferings

Ich bin seit vielen Jahren Hobby-Fotograf und arbeite seit 2003 mit NIKON Kameras. Zuerst mit einer der ersten digitalen Bridge-Kameras, später mit einer DSLR.

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