Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Test Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR

Das Fujifilm / FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR ist die derzeit längste Brennweite für das Fujifilm X-System. Sind die spiegellosen Fujifilm Systemkameas (X-T2, X-T20, X-Pro 2, X-H1, X-E3 und weitere) mit dem APS-C Sensor sind damit für Wildlife und Sportfotografie gerüstet? Wir haben das Fujifilm XF 100-400mm getestet:

Test Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR

Fujifilm 100-400mm Objektiv

Der komplette Name des Telezooms lässt sich kaum merken. Zu viele Abkürzungen, von denen man nur zwei wirklich kennen muss:

  • OIS – Bildstabilisator
  • WR – Spritzwasserschutz und Staubschutz

Legende der Fujifilm ObjektivAbkürzungen

Die Legende der Fujifilm Objektiv-Bezeichnungen erklärt:

XF = Diese Objektivreihe ist überwiegend aus Metall und hat größere Blendenöffnungen

R – Diese Fujinon Objektive besitzen einen Blendenring. Dieser Blendenring fehlt zum Beispiel an dem flachen XF27mm F2.8 (35mm KB-äquivalent). Beim Pancake wird die Blende über das vordere Einstellrad vorgenommen.

WR = Wheather Resist, dt. Wetterresistent und Staubgeschützt

LM = Linear und schneller Motor für den Autofokus.

OIS = Optical Image Stabilization ist das Fujfilm Bildstabilisierungs-System zum Ausgleichen von Zittern und Bewegungen. Das System sitzt im Objektiv. Mit diesen Objektiven können Sie aus der Hand längere Belichtungszeiten fotografieren, als ohne OIS-Stabi.

Drei Schalter am XF100-400 Objektiv

An der Seite der Drehzooms finden sich drei Schalter: Der linke dient dem Einschalten und Ausschalten des OIS-Bildstabilisators. Mit dem mittleren Schalter kann die Blende am Blendensring manuell bedient werden, oder in der Einstellung A automatisch erfolgen. Der rechte Schalter begrenzt den Autofokus entweder von 5 m bis Unendlich, oder von der Naheinstelltgrenze (1,75 m) bis Unendlich. Fotografiert man beispielsweise Vögel im Flug, die meistens mehr als 5 m entfernt sind, so kann der Autofokus die Vögel schneller scharf stellen, wenn er auf diese Distanz (5 m bis Unendlich) begrenzt ist.

Test Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR - Schalter am Fujifilm 100-400mm

Schalter am Fujifilm 100-400mm

Streiflichtblende mit Verriegelung

Die Streiflichtblende (im Volksmund auch Gegenlichtsblende genannt) besitzt eine Verriegelung, damit sie fest am Objektiv sitzt und sich nicht lösen kann. Außerdem ist ein Schiebefenster in der Streiflichtblende eingelassen, welches bei Öffnung die Möglichkeit bietet einen Polarisationsfilter einzustellen ohne die Streiflichtblende abzunehmen. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 77 mm.

Weitere technische Daten des Fujinon XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR

Mit einem Gewicht von etwas unter 1,4 kg ist das Telezoom von Fujifilm kein Leichtgewicht. Im Vergleich: das Canon 100-400 mm Vollformat Objektiv wiegt nur etwas über 1,6 kg. Insgesamt liegt eine Fujifilm X-T2 mit dem Fujifilm 100-400 mm Objektiv bei 1,9 kg, vorausgesetzt es wird kein Batterie Griff verwendet. Zum Vergleich: eine Canon EOS 7D Mark II mit dem Canon EF 100-400 mm bringt 2,5 kg auf die Waage.

Im Objektiv sind 21 Elemente in 14 Gruppen verbaut. Die physikalischen 100-400 mm Brennweite entsprechen einem Kleinbildäquivalent Objektiv von 152-609 mm. Die größte Blendensöffnung liegt bei F4,5 (100 mm Brennweite) bis F5,6 (400 mm Brennweite). Mit dem optional erhältlichen 1.4x-Telekonverter erhält man eine physikalische Brennweite von 140-560 mm, die einer Kleinbildäquivalent Brennweite von 210-840 mm entsprechen. Die Naheinstellgrenze liegt bei 1,75 Meter.

Das Fujifilm 100-400mm Drehzoom ist kein Leichtgewicht.

Test Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR

Das ausgefahrene Objektiv bei 400mm

Pro und Contra Fujifilm Telezoom

im Fujifilm 100-400 mm Drehzoom ist ein leiser und schneller Autofokus integriert. Es handelt sich um einen Twin-Linearmotor. Der Bildstabilisator verursacht auch im ausgeschalteten Zustand bei eingeschalteter Kamera immer ein leichtes Rauschen, welches aber nur hörbar ist wenn man das Ohr das Objektiv legt. Laut Hersteller bewirkt der Stabilisator fünffach bessere Verschlusszeiten aus der Hand. Nach meiner Erfahrung sollte man bei 400 mm jedoch eine 1/200 Sekunde nicht unterschreiten. In der Wildlifefotografie und auf der Sportfotografie wird man sowieso immer bemüht sein eine 1/500, 1/1.000, 1./2.000 Sekunde oder sogar kürzer zu verwenden.

Das relativ hohe Gewicht für ein APS-C Objektiv von 1,4 kg hat mich überrascht. Das Objektiv liegt aber sehr gut in der Hand und macht einen bärtigen Eindruck, obwohl der Tubus im vorderen Teil aus Plastik gefertigt ist. Das Drehzoom ist sehr gut Spritzwasser und Staub geschützt. Bei meinem Test in einem niederländischen zu staubt ist sehr stark. Es gab trotzdem keinerlei Beeinträchtigungen in der Funktion oder der Bildqualität.

Die Stativschelle lässt sich sehr leicht abnehmen oder montieren, ohne das Objektiv vom Kamerabody nehmen zu müssen. Das ist gut durchdacht aber leider nicht zu Ende gedacht, sonst wäre die Stativstelle von vornherein als Arca-Swiss kompatibel ausgelegt. Hier sind neuere Objektive von Tamron vorbildlich.

Die Bildqualität des Fujifilm XF 100-400 mm hat mich besonders positiv überrascht. Sie kann absolut mithalten mit den Schiebezoom von Canon. Ich halte die Bildqualität subjektiv eher noch für etwas besser. Die beste Schärfe erreicht das Telezoom bei F8. Die Bilder sind glasklar, scharf, lebendig und voller Farben. Der Autofokus stellt bei Licht und in der Dämmerung schnell und zuverlässig scharf. Der Preis für die Linse ist mit annähernd Euro 2.000,- den Fans von Sportfotografie und Wildlifefotografie vorbehalten.

Testfoto Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR im Zoo

Ohne Konverter eine hervorragende Bildqualität

Telekonverter Fujinon XF1.4x TC WR

Das Fujifilm XF 100-400 mm zusammen mit dem 1,4x-Telekonverter hat mich in der Bildqualität nicht vollständig überzeugt. Mir fehlen bei vielen Tieraufnahmen die Struktur in den Federn und im Fell. Die beste Schärfe erreicht die Kombi aus Telekonverter mit Drehzoom bei F11 und F16.

Wenn Sie den Telekonverter Fujinon XF1.4x TC WR relativ preiswert gemeinsam mit dem Objektiv kaufen können (zum Beispiel für EUR 100,- mehr), so sollten Sie ihn mitnehmen. Wenn Sie ihn aber separat erwerben müssen, testen Sie in vielleicht besser vorher. Meinen sehr professionellen Ansprüchen genügt er nicht. Der Telekonverter verschlechtert die Offenblende um eine Blendensstufe. Das entspricht bei 400 mm nur noch F8. Hier tut sich der Autofokus in der Dämmerung sehr schwer. Der Einzelpreis für den XF1.4x von Euro 450,- ist der Bildqualität nicht angemessen.

Zusammen mit dem Objektiv und der Kamera hat sich bei unserem Test ein leichtes Spiel zwischen Objektiv und Telekonverter sowie zwischen Telekonverter und Kamerabody bemerkbar gemacht. Dieses Spiel bezieht sich nur auf die Richtung, in der ich das Objektiv auf den Telekonverter oder den Telekonverter auf die Kamera schraube. Ob diese Bewegung an der stark getesteten Demoware oder Fertigungstoleranzen lag, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei einem Kauf würde ich in jedem Fall ausprobieren wollen, ob bei dem neun Objektiv und Telekonverter ein störendes Spiel zu bemerken ist. Das Spiel macht sich in der Bildqualität nicht bemerkbar, sollte aber in dieser Preisklasse nicht sein. Mich hat dieses Spiel bei der Handhabung des Objektivs anfangs gestört.

Ich habe den Zweifachkonverter nicht gestestet. Ich denke die Konverter sollten bestehenden Telebrennweiten mit größeren Offenblenden vorbehalten bleiben. Vielleicht entwickelt Fujifilm auch in der Zukunft noch ein 300 mm F2.8 oder ein 400 mm F2.8 Teleobjektiv. Hier würden wir den Telekonverter dann erneut für Sie testen.

Den Telekonverter kann ich nur empfehlen, wenn er preiswert mit dem Objektiv erworben werden kann.

Test Fujifilm FUJINON XF1.4 TC WR

Testbilder 100-400mm

Testchart Bilder

Links Original, Rechts Ausschnitt ca. 100%

Testchart Bilder mit Telekonverter 1.4x

Links Original, Rechts Ausschnitt ca. 100%

Video Fujifilm 100-400mm Zoom

Fazit Fujifilm 100-400 mm Telezoom und 1.4x Telekonverter

In der Preisklasse von EUR 2.000,- hätte ich eine andere Lösung als den Plastiktubus vorne am Objektiv erwartet. Die Streiflichtblende ist hervorragend gelöst. Dass man die Stativschelle abnehmen kann, ohne das Objektiv von der Kamera zu lösen ist positiv. Das Drehzoom ist sehr gut ausgewogen und liegt mit ausgezeichneter Ballance in der Hand. Auch auf einem Stativ (ein Beinstativ oder drei Beinstativ) liegt der Schwerpunkt der Stativschelle genau richtig. Der Autofokus läuft leise, schnell und präzise.

Der 1.4x-Telekonverter in Kombination mit dem Fujifilm 100-400 mm Objektiv machte auf mich keinen überaus positiven Eindruck. Von dem Telekonverter erwarte ich mehr Struktur in den Federn und dem Fell der Tiere. Auch das kleine Spiel in Richtung der Anschlags würde ich beim Kauf überprüfen.

In der Bedienung und Bildqualität lässt das Fujifilm 100-400 mm Drehzoom keine Wünsche offen. Die Schalter am Objektiv findet man nach kurzer Zeit im Schlaf. Ich war von der Bildqualität in Sachen Schärfe, Lebendigkeit und Farben sehr angetan. Den Preis von rund EUR 2.000,- halte ich für etwas hoch. Damit will ich nicht sagen, dass das Objektiv schlecht verarbeitet ist, ganz im Gegenteil. Es macht einen sehr wertigen Eindruck.

Eine hervorragende Bildqualität wird begleitet von einem sehr wertigen Eindruck.

Wenn sich ein Fujifilm X-System kauft, wird es vermutlich nicht so primär für Wildlifefotografie oder Sportfotografie nutzen wollen. Nikon und Canon haben zum Beispiel das weitaus interessantere Objektiv-Sortiment für diese beiden Fotogenre. Ich vermute die meisten Käufer von Fujifilm werden dieses System schätzen, weil es leicht und bestens bedienbar ist. Damit eignet sich das Fujifilm X-System vermutlich mehr für die Familienfotografie, Urlaubsfotografie, Portraitfotografie, Straßenfotografie, Landschaftsfotografie, Naturfotografie, Makrofotografie, Reportage und andere Genre als die Sportfotografie und Wildlifefotografie. Wer jedoch Sport und Wildlife fotografieren möchte, der ist mit dem 100-400 mm Drehzoom sehr gut beraten.

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Test Fujifilm FUJINON XF100-400mm F4.5-5.6 R LM OIS WR

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

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