Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Negativer Raum in der Fotografie

Artikel ursprünglich verfasst am 3. Mai 2020

Was ist Negativer Raum in der Fotografie (in der Kunst)? Wann ist Raum negativ? Gibt es etwas Negatives in der Fotografie? Um den Positiven Raum und den Negativen Raum zu verstehen, habe ich dieses Tutorial für Sie publiziert. Spannendes *fotowissen:

Positiver Raum und Negativer Raum Fotografie

Negativer Raum in der Fotografie – Negativer Raum ist hier rot markiert, der Körper ist der Positive Raum.

Negativer Raum ist Kreativität

Bildformate und die Position des Motivs sind essentiell

Fotografie – Negativer Raum

Was auch immer Sie gehört haben: Negativer Raum der Fotografie (der Kunst) ist etwas Gutes. Manche Menschen denken beim Begriff „Negativ“ an etwas Schlechtes. Das ist nicht gemeint. Es ist eher das Negativ des analogen Films gemeint. Genaueres im Folgenden:

Fotografen und Künstler verstehen unter dem negativen Raum den freien Raum um ein Motiv herum. Andere wieder sehen den negativen Raum als den Leerraum. In der Kunst sind diese Begriffe für den Negativen Raum bekannt:

  • Leerraum
  • Leere
  • Leerer Raum
  • Freiraum
  • Freier Raum
  • Kein konkreter Inhalt
  • Hintergrund
  • Negativraum
  • Gleichgewicht zum Hauptmotiv

Negative Space

Im englischsprachigen Raum ist der Begriff „Negative Space“ üblich. Der „Negative Raum“ kann auch mit Leerraum, Leere, Freiraum oder ähnlich übersetzt werden. Im Japanischen ist „ma“ unter anderen ein Begriff für Freiraum im Landschaftsdesign.

Positiver Raum und Negativer Raum – Körperraum und Freiraum

Nehmen Sie unser Beispielfoto unten: Sie sehen eine Figur auf weißem Hintergrund. Alles was die Figur ausfüllt ist Körperraum. Die Umgebung in den Lücken und um den Körperraum herum, sind Freiraum. Der Freiraum ist der negative Raum, der Körperraum ist der positive Raum. Oder anders ausgedrückt: Was beim Abziehen der Skulptur vom Raum übrig ist, ist der negative Raum (Bild mit schwarzer Kontur unten).

Fotografie - Negativer Raum (Freiraum) gleichmäßig rechts und links verteilt um den positiven Raum (Körperraum)

Fotografie – Negativer Raum (Freiraum) gleichmäßig rechts und links verteilt um den positiven Raum (Körperraum)

 

Freiraum um den Körperraum - Negativer Raum

Negativer Raum Fotografie

Verändern wir Fotografen den negativen Raum, dann verändern wir die Bildaussage.

Die Bildmitte – Bildgestaltung

Positionieren wir Fotografen ein Motiv in der Bildmitte, dann ist der negative Raum (Freiraum) zu beiden Teilen gleich neben dem positiven Raum (Körperraum) verteilt. Das wirkt in den meisten Fotografien langweilig. In den meisten Fällen heißt, dass es durchaus Ausnahmen für diese mittige Bildgestaltung gibt. Wichtig: Lassen Sie sich nichts vorschreiben. Was ich vermitteln möchte, sind Grundlagen und Wissen, welches Sie jederzeit um Ihre eigenen Experimente erweitern können.

Das Platzieren in der Mitte ist meist langweilig

Bildgestaltung – Raus aus der Mitte

Hier beginnt unbewusst oder bewusst Ihre Kreativität in der Bildgestaltung: Nehmen Sie fotografisch den Körperraum aus der Mitte heraus, verteilen den negativen Raum ungleichmäßig, dann wird Ihr Bild meist spannender. Das gilt nicht nur für Skulpturen, Portraits, Tieraufnahmen, ein Stillleben wie einen Apfel, sondern auch für Landschaftsbilder und die anderen Fotogenre.

Mit unserer bewussten Änderung des negativen Raums verändern wir Fotografen die Bildaussage

 

Verändern des Positiven Raums und Negativen Raums

Sie verändern den negativen Raum auf viele Arten:

  • Perspektivwechsel – Anderes Positionieren der Kamera (und damit des Körperraums wie des Leerraums)
  • Ändern der Brennweite
  • Nähe oder Distanz
  • Schärfentiefe
  • Schärfeebene
  • Änderung des Lichts
  • Veränderung der Beziehungen
  • Bildformatänderung (2:3, 3:4, 1:1, 16:9, …) – 1:1 = Quadrat
  • Anteile von negativem zum positiven Raum

Die Freiraum-Änderungen sind außerdem ein Anlass für eine Übung: Erstellen Sie von einem Motiv, das Sie für sich entdeckt haben, 10 völlig verschiedene Bilder. Sich mit einem Motiv intensiv zu beschäftigen, ist der Unterschied zwischen Knipsen und Fotografie. Nehmen Sie einfach dieses *fotowissen-Rezept-Kärtchen mit, welches Sie vorzugsweise auf dickem Papier ausdrucken und vielleicht noch laminieren. Sie können es in der Brieftasche aufbewahren:

*fotowissen-Rezept - Negativer Raum, Kreativität in der Fotografie

*fotowissen-Rezept

Das *fotowissen-Rezept als PDF zum Ausdrucken und Mitnehmen >>

Achtsamkeit für den negativen Raum

Ändern Sie Ihre bewusste Aufmerksamkeit, Ihre Achtsamkeit für den negativen Raum (Freiraum, Leerraum) um Ihr Hauptmotiv herum, dann schulen Sie Ihr Sehen. Sie fördern Ihre Fotografie und Kreativität.

Wir gestalten mit Negativem Raum

Positiver und Negativer Raum Fotografie

Das 1:1 Format ist das quadratische Format, bekannt auch von der analogen Rolleiflex und Hasselblad. Es ist ein interessantes Format, welches unsere fotografischen Möglichkeiten erweitert. Das quadratische Format kann Ruhe und Kraft bieten. Probieren Sie es aus. Stellen Sie Ihre Kamera auf JPG (oder RAW und JPG), so unterstützen die meisten Kameras im Menü das 1:1 Format.

 

Negativer Raum Fotografie

Das 16:9 Format ist das Fernsehformat. Es ist kein echtes Panoramaformat. Das Panoramaformat hat ein Seitenverhältnis von 3:1. Dennoch ergibt auch das 16:9 Format eine ganz neue Perspektive auf unser Motiv.

Bildformate Fotografie

Foto-Bildformate 1:1, 4:3, 3:2, 16:9, 3:1

Eine der ersten Übungen in meinen Fotokursen ist das Fotografieren eines einzigen Gegenstandes, wie eines Apfels oder einer Gabel. Werden Sie mit diesem einfachen Motiv kreativ, dann fällt Ihnen das Fotografieren wesentlich einfacher. Mehr noch: Das Hobby Fotografie macht Ihnen größeren Spaß.

Geschult wird bei der Übung Ihr Blick, Ihre Wahrnehmung, der Aufbau von Spannungen im Bild. Mit der Übung verstehen Sie die Grundregeln der Kunst, die Ihnen vermutlich kein Lehrer in der Schule jemals erklärt hat (großer Fehler unseres Schulsystems). Sie werden mit dem Wissen um den positiven und negativen Raum einen bewussten Blick entwickeln, Verhältnisse und Raum im Fernsehen anders betrachten. In Zukunft werden Sie Fotos, Malerei oder Werbung analysieren. Mit Ihrem Bewusstsein wird sich Ihre Fotografie verändern. Das ist gut, denn das bewusste Gestalten mit der Kamera und dem Motiv wird Ihre Fotografie verbessern.

Künstler sind sich einig, dass weniger Inhalt oft mehr ist. Dass freier Raum, Leere, negativer Raum eine wunderbare Sache ist. Experimentieren Sie mit dem negativen Raum

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  • Design: Kay Bojesen
  • Material: Teak und Limbaholz
  • Maße: h 26,5 cm, b 7,5 cm

Die Philosophie des Negativen Raums

Was ist wichtiger, negativer Raum oder positiver Raum? Schwarz und Weiß, Vordergrund und Hintergrund gehören zueinander. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. So ist nicht der positive Raum wichtiger als der negative Raum, sondern der negative Raum betont meist den positiven Raum. Der negative Raum lenkt den Blick auf den positiven Raum. Der eine erlaubt das andere. Beide können nicht ohne den anderen existieren. Beide Räume sind Gegengewichte. Eins plus Eins gleich Eins. Der negative Raum fördert den positiven Raum.

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und gutes Licht für Ihre Experimente. Sie werden vermutlich ab sofort auch abstraktere Motive für sich entdecken.

Der positive Effekt von negativem Raum in Bildbeispielen

Flügel - Landschaftspark Nord Schwarzweiß Fotos - Geraldine Roskothen

Eine sehr ausdrucksstarke Fotografie. Quadrat, Kreis, Diagonale, Senkrechte, Dreiecke,  Rechtecke, Schwarz und Weiß, Positiver Raum und Negativer Raum in einer einzigen Fotografie. Kompliment!

Portrait - Negativer Raum und Positiver Raum, Freiraum und Körperraum

Dieser Artikel wird laufend ergänzt.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Positiver Raum und Negativer Raum in der Fotografie

In eigener Sache (Werbung für die besten Fotokurse seit es Handbücher gibt):

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Der individuelle Fotokurs Fotografie

Möchten Sie noch schönere Fotos belichten und damit Ihre Lieben überraschen? Möchten Sie wissen, wie Ihre Kamera im Detail funktioniert? Oder sind Sie schon länger dabei, benötigen aber noch mal einen richtigen Schub nach vorne, was die Kunst des Sehens, die Bildgestaltung und die Kunst des Fotografierens angeht? Dann ist der individuelle Fotokurs der beste für Sie, denn hier können Sie alle Ihre Fragen stellen, wir gehen genau auf Ihre Kamera ein und bauen einfach schnell Ihr Wissen aus:

 

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Exklusiver Fotokurs – Fotografieren Lernen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

2 Kommentare

  1. Lieber Peter,

    es ist für mich immer wieder „erhellend“, was sich durch deine Beiträge an dem konkretisiert, was eher intuitiv oder weniger greifbar vorher schon da war. Das betrifft auch diesen unkomplizierten, sehr aufschlußreichen Artikel, lieben Dank dafür!
    Mit den beschriebenen Möglichkeiten positiv-negativ arbeite ich im Grunde schon lange, richtig bewußt geworden ist mir das en detail nochmal beim Lesen gerade.
    Es ist im Übrigen spannend: Unterhalte ich mich mit Leuten über Fotos, die nicht selbst fotografieren, und ich lasse Bilder auswählen, die ihnen besonders gut gefallen, trifft es meistens welche, bei denen die großen Grundregeln der Bildgestaltung vorhanden sind. Drittel, positiv/negativ, Freistellung…etc. Es scheint also überwiegend zu funktionieren ;-)

    Die Idee mit den ausdruckbaren Themen-Rezepten als PDF finde ich klasse!

    Herzlich grüßend & einen guten Wochenstart wünsche ich,

    Dirk

    Beantworten
    • Danke lieber Dirk!

      Ich freue mich auch, dass Dir die ausdruckbaren *fotowissen-Rezepte gefallen. Ich hoffe, dass noch mehr Lesern diese Rezepte ausdrucken?

      Herzlich, Dein Peter

      Beantworten

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