Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Sind professionelle Fotos mit einem Smartphone möglich?

Artikel ursprünglich verfasst am 31. Dezember 2018

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Mit der Antwort auf diese Frage – „Sind professionelle Fotos mit einem Smartphone möglich?“ – scheiden sich die Geister: Ein Profi, der tagtäglich hochwertigste Aufnahmen mit perfekter Belichtung, idealem Weißabgleich und einer idealen Tiefenschärfe fotografiert, kommt schnell zu dem Schluss, dass das Smartphone die hoch-professionelle Spiegelreflexkamera / Systemkamera nicht ersetzen kann. Allerdings ist das Smartphone zum Konkurrenten der Kamera-Modelle geworden, die gute bis sehr gute private Aufnahmen zulassen. Warum das so ist, welche Vor- und Nachteile das All-in-one-Gerät Smartphone hat und was nötig ist, um mit dem Smartphone möglichst professionelle Aufnahmen zu machen, verrät dieser Beitrag.

Smartphone vs Spiegelreflexkamera

Abbildung 1: Griffbereit ist das Smartphone immer. Das ist mitunter auch der größte Vorteil der Kamera im Gerät. Doch wie viel Professionalität ist eigentlich mit einer Smartphone-Kamera möglich?

Technik und Handling sind die größten Vorteile des Smartphones

Der größte Vorteil des Smartphones besteht vor allem in der praktischen Form: Leicht und flach in der Gestalt ist es das Gerät, das im Grunde immer in der Hosen- oder Handtasche ist. Da das Smartphone eine ganze Reihe an Funktionen erfüllt (Messenger, Telefon und Kalender sind nur einige wenige davon), ist es längst zum Dauer-Begleiter geworden – Pech für die Digitalkamera, die in diesem Zusammenhang nur einen zusätzlichen Ballast darstellen würde. An zwei Stellen im Direktvergleich verliert die Smartphone-Kamera jedoch massiv und kann mit den Möglichkeiten, die eine Digitalkamera bietet, nicht mithalten: Beim Zoomen und bei der Makrofotografie tun sich die Telefone mit Kamerafunktion richtig schwer, gestochen scharfe Aufnahmen zu machen.

Dafür wird das Angebot an bildbearbeitenden Apps immer größer, so dass es mit einer mobilen Applikation möglich ist, eine Aufnahme wie ein gemaltes Bild aussehen zu lassen oder mit anderen Spezial-Effekten auszustatten. Kurz um: Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle beim Smartphone technisch hakt, so schlagen beim Fotografieren mit dem Smartphone kaum hohe Nachbearbeitungszeiten zu Buche, denn das übernimmt die passende App direkt auf dem Gerät und zwar noch bevor die Aufnahme mit anderen Kontakten geteilt wird.

Diese Grundausstattung an technischen Daten muss gegeben sein

Wer bereits bei der Entscheidung für ein neues Smartphone weiß, dass das Gerät vornehmlich auch als Kamera dienen soll, sollte vor der Wahl einen Handyvergleich mit technischen Daten aufrufen.

Beim Blick auf die technischen Details fällt auf: Idealerweise haben Kamera und Zweit-Kamera gute Fotowerte. Wer nur auf die Qualität der Erst-Kamera setzt, vergibt sich nämlich die Chance, auf gestochen scharfe Selfies. Die Anzahl der Megapixel ist in diesem Zusammenhang nur ein Vergleichswert, der spannend ist. Zu den weiteren, wichtigen Funktionen der Handy-Kamera zählen Autofokus und Bildstabilisator. Fotolicht und Full-HD sind Details, die neuere Smartphone-Generationen mittlerweile mitbringen. Sowohl das  iPhone Xs als auch das iPhone XR warten mit diesen technischen Finessen auf. Weitere wichtige technische Details sind diese Faktoren:

  • Die Blende. Die Blendenzahl erkennen Interessierte mit der Angabe in Kombination mit einem f oder F. So könnte die Blendenzahl beispielsweise bei F1.8 liegen. Was das bedeutet? Im Vergleich zur Blendenanzahl F2.0 zeigt die kleinere Zahl an, dass die Blende größer ist und damit mehr Lichteinfall ermöglicht. Fazit: Die Bilder werden (auch mit wenig Licht) ansprechender und schärfer.
  • Der Sensor. Nach der Blende ist der Sensor ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Dieser wird als Zoll-Angabe vermerkt und ist vor allem in Kombination mit dem Blendenwert aussagekräftig. Als Faustregel gilt: Hat die Blende dieselben Werte, ist das Smartphone mit dem größeren Sensor geeigneter. Ist die Sensorgröße identisch, ist das Gerät mit der größeren Blende die bessere Wahl. Achtung: Die Größe des Sensors schlägt sich auch in der Bauform des Geräts nieder. Je größer der Sensor ist, desto größer wird tendenziell auch das Smartphone. Eine Lösung für dieses Problem liefert der Hersteller Huawei mit seinem Mate 10 Pro. Der Hersteller hat zwei (dafür kleine) Sensoren verbaut.

Anwendertipps für das Profi-Foto mit dem Smartphone

Abbildung 2: Die Wahl des Formats sollte mit Blick auf das Motiv erfolgen. In diesem Fall unterstreicht das Hochformat die Linienführung der Gleise.

Die passende Technik ist wichtig, die richtige Anwendung ist aber häufig sogar noch wichtiger. Diese beginnt bereits mit der Haltung des Geräts. Auf den Display zu tippen ist für einen Hobby-Fotografen meist so unbequem, dass es deutlich praktischer ist, die Plus-Taste als Auslöser zu nutzen. Darüber hinaus wird vor allem derjenige bessere Fotos machen, der sich selbst um die Fokussierung kümmert. Das bedeutet: Fokussierung aus und lieber manuell den Bereich antippen, der scharf gestellt sein muss.

Die Qualität der Aufnahme steigt ebenfalls mit einer Überlegung zum Motiv. Schnappschüsse sind und bleiben Momentaufnahmen, bei denen es weniger um die Qualität als vielmehr um das Motiv angeht. Wer jedoch ein wenig mehr Zeit hat, ein Bild zu inszenieren, der sollte auf das Umfeld des Hauptmotivs achten – auf Laub, Gebäude, Blumen oder Wolken am Himmel. Auch der Perspektivenwechsel kann ein Bild deutlich aufwerten. Meist lässt sich das einfach realisieren, in dem aus dem Hockstand heraus geknipst wird oder ein Hocker dazu dient, den Fotografen ein Stück wachsen zu lassen. Tipp: Manchmal hilft auch der Wechsel vom traditionellen Querformat aufs Hochformat, um mehr Dynamik ins Bild zu bringen.

Falls verfügbar sollten Hobbyfotografen darüber hinaus diese technischen Kniffe nutzen: Der Blitz sollte manuell und nicht automatisch genutzt werden; HDR sorgt für mehr Kontrast in den Aufnahmen.

Abbildung 1: pixabay.com © 6689062 (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © Pexels (CC0 Public Domain)

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Autor: Andreas S.

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