Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Portraits mit Smartphone versus Kamera

Marques Brownlee vergleicht in seinem YouTube-Video die Portraits mit dem Smartphone versus Kamera. Er erklärt die Unterschiede in der Aufnahmetechnik, der Schärfentiefe und den Bokeh* im Porträtfoto mit diesen verschiedenen Techniken.

*Bokeh – Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet  so viel wie Hintergrundunschärfe. Die Hintergrundunschärfe wird im Portrait als sehr angenehm empfunden und ist auch ein Gestaltungsmittel der Fotografie.

Das Smartphone kann Portraits

Nachdem Apple das iPhone 7+ vorgestellt hatte, waren die ersten Porträts mit unscharfen Hintergrund per Smartphone möglich. Gute Porträts zeichnen sich meist dadurch aus, dass der Hintergrund unscharf ist und sich der Betrachter des Bildes auf den porträtierten Menschen konzentriert. In anderen Worten der unscharfe Hintergrund bietet wenig bis keine Ablenkung vom Porträtierten. Oder um es auf Gefühlsebene auszudrücken: ein Porträt mit unscharfen Hintergrund empfindet der Betrachter als besonders stimmig.

Vor dem Apple iPhone 7+ waren diese Porträts mit Smartphones nicht möglich. Die Sensorgröße ist eine der entscheidenden Faktoren für die Schärfentiefe eines Fotos. Smartphones lieferten mit ihrem sehr kleinen Sensor bislang eine sehr große Schärfentiefe die meist von vorne bis Unendlich reichte. Damit waren unscharfe Hintergründe (so genanntes „Bokeh“) und damit ansprechende Porträts nicht möglich. Digitale Kameras mit größeren Sensoren dagegen sind in der Lage, eine kleinere Schärfentiefe aufzunehmen.

Hinweis: Neben der Sensorgröße ist auch die Blendeneinstellung der Kamera mit größerem Sensor dafür verantwortlich, dass das Gesicht scharf und der Hintergrund unscharf dargestellt wird. Es gibt weitere Faktoren, die für das Bokeh verantwortlich sind.

Smartphones holen auf – Der Portrait-Modus

Inzwischen können auch manche Smartphones diesen unscharfen Hintergrund künstlich erzeugen. Ab dem iPhone 7+ werden dazu meist zwei Kameras im Smartphone verwendet, mit deren Hilfe der Hintergrund des porträtierten Menschen unscharf dargestellt wird. Diese Arbeit wird vom Computer im Smartphone erledigt. Beim Unschärfen des Hintergrundes erzeugen verschiedene Smartphones verschieden gute Ergebnisse mit unterschiedlichen Technologien. Während das Apple iPhone oft nur das Gesicht scharf lässt, die Kleidung und die Haare jedoch oft schon verwischen oder mit dem Hintergrund verschmieren, sind Geräte der Mitbewerber mittlerweile mit anderen Techniken für etwas bessere Ergebnisse zu erhalten.

Fakt ist, dass Smartphones eine wahnsinnig schnelle Entwicklungszeit haben, um gute Foto-Ergebnisse zu erzeugen. Kein anderer Kamerahersteller kann in der Geschwindigkeit der Entwicklung mit den Smartphone-Herstellern mithalten. Natürlich muss man sich die Bild-Ergebnisse auch einmal größer anschauen, denn nicht jedes Foto wird nur auf dem Handy angesehen oder in einer E-Mail versendet. Möchte man die Ergebnisse mit einem Smartphone einmal zu Papier bringen, dann ist spätestens beim 13 x 18cm-Abzug zu sehen, welche Fehler das Smartphone im Portrait-Modus abliefert.

Vergleich Originalphoto mit Smartphone und Portrait-Modus Foto mit Smartphone

Ausschnitt-vergleich

Dieser Ausschnitt-Vergleich zeigt deutlich, welche Fehler ein Smartphone iPhone 7+ beim Portraitmodus macht:

In diesem Beispiel sieht man, zu welchen großen Fehlern ist es führt, wenn man ein iPhone sieben im Portraitmodus benutzt. Achten Sie einmal auf den Ohrring:

Porträts mit dem Smartphone versus Kamera (Mittelformatkamera)

Sensorgrößen Vergleich - Portrait mit Smartphone versus KameraMarques Brownlee vergleicht in seinem Video die Ergebnisse von Smartphones im Portrait-Modus mit einer Hasselblad Mittelformatkamera (Sensorgröße 43,8 x 32,9mm). Um den Vergleich zu ziehen, hätte auch ein Sensor genügt, wie er zum Beispiel in einer APS-C Kamera (22,2 * 14,8mm) oder im Kleinbildformat (36 × 24 mm Sensorgröße) zur Anwendung kommt. Der Sensor eines iPhones ist übrigens nur rund 4,9 x 3,7mm groß. Das ist meist kleiner als der Nagel des kleinen Fingers.

Weitere Unterschiede zwischen Smartphone-Fotografie und Kamera-Fotografie

In Ergänzung zu Marques Brownlee Beitrag „Portraits mit Smartphone versus Kamera“ kann man noch festhalten, welche Möglichkeiten eine herkömmliche Digitalkamera zusätzlich zum Smartphone bietet:

  • In Sachen Schärfe ist es mit einer Digitalkamera auch möglich, den Hintergrund scharf und den Vordergrund unscharf zu fotografieren. Oder einen unscharfen Vordergrund, eine scharfe Mitte und unscharfen Hintergrund zu belichten.
  • Beim Portrait kann ich mit einer herkömmlichen Kamera auch entscheiden, ob ich bei der abgebildeten Person nur das linke oder rechte Auge, beide Augen, den Bereich von Nasenspitze bis zum Ohr oder mehr scharf ablichten möchte.
  • Im Gegensatz zu einer Sucherkamera, können Sie mit dem Smartphone beim Fotografieren immer noch nicht durch einen Sucher schauen. Ein Sucher ist jedoch bei der Bildgestaltung sehr hilfreich, weil man sich nicht wie beim Smartphone durch die Umgebung neben dem Handydisplay ablenken lässt. Außerdem ist das Fotografieren mit ausgestreckten Armen nie so verwacklungsfrei, wie das Halten der Kamera am Kopf.
  • Die kreativen Möglichkeiten auch in Hinblick auf die Brennweite (Weitwinkel, Normalbrennweite und Tele) sind wesentlich größer. Dazu gesellen sich Makro-Objektive, Spezialobjektive, ein Aufsteckblitz, ein Klappdisplay und viele andere Dinge, welche mit dem Handy nicht möglich sind.
  • Durch den kleinen Sensor des Smartphones sind die meisten Aufnahmen in Dunkelheit sehr verrauscht. Diese lassen sich gar nicht mehr für Abzüge nutzen.

Welche ist besser: Kamera oder Smartphone?

Natürlich ist die beste Kamera immer die, welche man dabei hat. Wenn Sie mir aber ein Smartphone und eine Sucherkamera zur Wahl geben, greife ich immer wieder zur Sucherkamera, egal ob Kompaktkamera, Bridgekamera, spiegellose Systemkamera oder Spiegelreflex. Trotzdem ist die Entwicklung beim Smartphone fortschrittlich und schnell. Wir dürfen weiter gespannt sein, was da noch auf uns zu kommt.

Die beste Kamera ist die, welche man dabei hat.

Gemeinsam ist allen Kameratypen die Unterstützung des wunderschönen Hobbies Fotografie. Dieses Hobby ist Ruhe, Kreativität, Ausgleich zum Job, Meditation und Kunst. Fotografieren macht einfach riesigen Spaß.

Tipp: wenn Sie die Fotografie als Hobby entdeckt haben, dann schauen Sie auch einmal durch eine Sucherkamera und fotografieren damit. Sie werden feststellen dass die Ergebnisse noch einmal besser sind. Für jeden, der die Fotografie als Hobby entdeckt, empfehle ich eine Sucherkamera. Das Hobby Fotografie ist kreativ, fördert Ihre Kreativität, ist ein wunderschöner Ausgleich zur Arbeit und macht einen großen Spaß.

In eigener Sache: der bessere Fotokurs

Ganz gleich, ob Smartphone oder eine andere Kamera, sie lernen bei mir im individuellen Fotokurs als Einsteiger die Fotografie und als Amateur weitergehende Techniken. Gemeinsam ist jedem Fotokurs eine Mischung aus Theorie und eigener Fotoexkursion. Auf diese Art und Weise lernt man in kürzester Zeit die Theorie in die Praxis umzusetzen. Bessere Fotos erhalten Sie nicht nur, weil sie die Kameratechnik genau ihrer Kamera erlernen, sondern auch weil es um Bildgestaltung geht. Nur wer weiß, was ein gutes Foto ausmacht, kann auch bessere Bilder selbst erstellen.

Hier finden Sie weiterführende Informationen >>

Anfänger Fotokurs - Fotografie Individualkurse für Einsteiger

Mein Fotoequipment für diesen Bericht (inklusive einfachen Amazon Links):

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Portraits mit Smartphone versus Kamera

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

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