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Vergleich Smartphone versus Kamera – Besser Fotografieren

Mein Tipp: Ich empfehle diese fingerlosen Handschuhe, die besonders gut für Fotografen sind. Sie kennen vielleicht die Marktbeschicker, die ebenfalls ähnliche fingerlose Handschuhe nutzen. Mit diesen können Sie auch die Fingerkuppen bedecken, wenn die Kamera gerade nicht benutzt wird. Sie wechseln zwischen fingerlosen Handschuhen und Fäustlingen:

Wie schlägt sich eine digitale Kamera im Vergleich zur Smartphone Kamera? Wer geht beim Vergleich Smartphone versus Kamera als Sieger hervor? Die Vorteile und Nachteile beider Systeme im Vergleich für alle, die gerne fotografieren:

Der Sucher macht einen großen Unterschied zwischen dem Smartphone versus Kamera beim Fotografieren.

Leidenschaftliche Fotografen erweitern mit der digitalen Sucherkamera und Objektiven ihre kreativen Möglichkeiten.

Smartphone versus Kamera - Fotografieren Vorteile und Nachteile

Der Beitrag “Vergleich Smartphone versus Kamera – Besser Fotografieren” wurde ursprünglich im November 2019 erstellt und zuletzt im September 2020 für Sie überarbeitet.

Vergleich Smartphone Kamera versus Systemkamera – Besser Fotografieren

Vergleich Smartphone versus Kamera
(- negativ / o passabel / + gut)
Smartphone-Kamera Systemkamera
Sucher - +
Schärfentiefe - +
Objektive o +
Sport Action Wildlife - +
Portrait - +
Architektur o +
Familienfotos + +
Reportage - +
Produktfotos Print - +
Produktfotos Internet + +
Tierfotografie - +
Mode - +
Naturfotografie / Makro o +
Poster / Keilrahmen - +
Blitzgeräte - +
Auslöser - +
Handhabung - +
Preis - +
Internet + -
eMail + -
Display Größe + -
Klappdisplay - +
Dunkelheit - +
Video + +
Dynamikumfang - +
Manuelle Funktionen - +
Stromverbrauch - o
Zusatznutzen (Apps...) + -
Verfügbarkeit in allen Lebenlagen + -
Transport + -
Legende: (- negativ / o passabel / + gut)

Das Fotografieren mit dem Smartphone

Wer mit dem Smartphone fotografiert, der weiß die ständige Verfügbarkeit der Smartphone-Kamera zu schätzen. Wir fotografieren mit dem Mobiltelefon alles, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Das können Schnappschüsse sein, Erinnerungen, die Dokumentation des leckeren Essens, die gute Weinflasche oder der gesamte Urlaub. Dabei ist völlig unerheblich, dass die Kamera des Smartphones oft nicht besonders gut ist, da wir diese Schnappschüsse meist ausschließlich auf der Smartphone-Display anschauen. Beim Vergleich Smartphone versus Kamera Display, kommt uns Fotografen das Display eines iPhone-Plus oder eines großen Android-Handies / Windows-Handies groß und brillant vor.

Schade nur, dass die Smartphone-Fotos nicht geeignet sind, um sie groß an die Wand zu hängen. Schade auch, dass sich ein Smartphone so schlecht bedienen lässt. Es gibt keinen großen Auslöseknopf, der an einem vorteilhaften Platz des Gehäuses liegt. Das Smartphone liegt schlecht in den Fingern / Händen und wir verbiegen uns beim Auslösen den Zeigefinger. Wir haben nicht den Luxus eines Suchers, sondern schauen bei viel Sonne auf ein Display, welches das Motiv kaum noch anzeigt. Einen externen Blitz können wir nicht auf das Smartphone montieren. Die Schärfentiefe ist riesig und lässt sich nur bei guten Smartphone-Kameras einstellen (und auch dort nur unzureichend). Nur gute Smartphone-Kameras haben einen Nachtmodus, der aus einigen Aufnahmen ein wirklich gutes Bild zusammenrechnet. Eine Belichtungskorrektur ist weitaus komplizierter als bei Digitalkameras, so dass das Motiv schon über alle Berge sein kann. Die Optiken sind nicht austauschbar, für viele Zwecke genügen die Objektive des Handies nicht (Sport, Action, Wildlife, Architektur, …).

Knipsen und Fotografieren – Fotos mit dem Display des Smartphones

Fotos mit dem Display des Smartphones – Der Nachteil ist die Bedienung und mangels Sucher die Ablenkung um das Smartphone herum. Bei gutem Wetter sehen wir auf dem spiegelnden Display des Smartphones nichts mehr. Das passiert ausgerechnet oft bei gutem Wetter im Urlaub.

 

Tipp: Kaufen Sie Smartphones mit guten Kameras (möglichst mehrere Kameras / Brennweiten)

Die Vorteile des Smartphones sind aber zum Beispiel der schnelle eMail-Versand der Bilder, oder das Teilen der Bilder in asozialen Medien. So reicht das Handyfoto leider nur für den Austausch, bei dem Verwandte oder Freunde für eine Millisekunde auf das Foto schauen und es danach nicht weiter beachten, weil Fotos heute als Massenware gelten.

Das Blättern bei Instagramm hat nichts mit guter Fotografie zu tun. Die Millisekunden der Betrachtung werden guten Fotos nicht gerecht.

Das Fotografieren mit der Digitalkamera / Sucherkamera

Fotografieren wir mit einer Digitalkamera, so schauen wir im Idealfalle durch einen Sucher und können den Bildausschnitt kontrolliert gestalten. Bei spiegellosen Systemkameras (DSLMs) betrachten wir das fertige Bild im elektronischen Sucher (EVF) und werden nicht von der Sonne abgelenkt, im Vergleich zum Fotografieren mit dem Display / Handy. Wenn wir den endgültigen Bildrahmen festlegen, lassen wir uns dank des Suchers nicht mehr von anderen umliegenden Motiven ablenken. Das Abdrücken zur fertigen Aufnahme fällt uns leicht, da eine Kamera zum Fotografieren gut in der Hand liegt und einen großen, definierten Auslöser bietet. Wir halten die Kamera an das Auge und die Augenbraue / Nase und genießen eine ruhigere Handhabung.

Knipsen und Fotografieren – Fotos mit dem Kamerasucher

Fotos mit dem Kamerasucher – Wir Fotografen sehen ausschließlich den fertigen Ausschnitt und konzentrieren uns besser. Ganz abgesehen von der besseren Haltung, dem Auslöser und vielen anderen Bedienungsvorteilen.

 

Tipp: Beim Kauf einer Digitalkamera erwerben Sie bitte ausschließlich Sucherkameras.

Mit den Speicherkarten gehen wir voller Erwartung zurück nach Hause und freuen uns die Bilder am Monitor zu sehen und zu bearbeiten. Mit der ausführlichen Bildbearbeitung wird aus einem guten Bild ein hervorragendes (gilt auch für Smartphones). Wir haben die Möglichkeit diese Bilder im Internet zu zeigen, und sie groß an die Wand zu hängen oder in einem großen digitalen Album anzusehen.

Nachteile Sucherkamera im Vergleich zum Smartphone: Leider ist es unterwegs nicht so einfach möglich, das Bild mit Freunden / Verwandten zu teilen. Mit der Systemkamera können wir nicht mal eben telefonieren, surfen oder Nachrichten lesen. Die Digitalkamera ist in der Regel schwieriger mitzunehmen (Ausnahme Kompaktkamera / Tipp beste Kompaktkamera). Die Ausrüstung wiegt meist schwer und benötigt eine eigenen Tasche oder den Fotorucksack. Die Digitalkamera ist zunächst schwieriger zu bezahlen, da das Smartphone in einer Art Leasing oder Kreditkauf angeboten wird.

Knipsen versus Fotografieren

Es gibt die anspruchsvollen Smartphone-Fotografen. Meist werden enthusiastische Fotografen früher oder später die Sucherkamera vorziehen, da die kreativen Möglichkeiten zu fotografieren mit der “ausgewachsenen” Kamera wachsen. Selbst eine kleine Kompaktkamera (Tipp die beste Kompaktkamera der Welt) ist fotografisch umfangreicher als die meisten Smartphone-Kameras und schießt die bessere Bildqualität für das Poster, den Keilrahmen oder das Bild hinter Acryl.

Der Grund für die bessere Bildqualität und die kreativen Bildmöglichkeiten der Kamera liegen in den größeren Sensoren und Objektiven mit Blenden, welche kleinere Schärfentiefen zulassen. Eine Kompaktkamera / Bridgekamera hat in der Regel ein gutes Zoomobjektiv mit einer großen Anfangsblende. Systemkameras können mit Objektiven für verschiedenste Aufgaben bestückt werden. Wird der Systemblitz gekonnt eingesetzt, so sind wir Fotografen in der Lage, indirektes Licht über die Decke ganz natürlich erscheinen zu lassen. In dunklen Umgebungen sind Digitalkameras im Vorteil, die besseren Bilder von beweglichen Motiven zu schießen.

Achten Sie beim Kauf einer Sucherkamera auch auf eine gute Anfangsblende Ihres Objektivs (F/1.4 – F/2.8).

Die Fotogenre Sport, Action, Wildlife, Familie, Tiere, Makro, Portrait, Reportage werden von Kameras professioneller belichtet, als vom Smartphone-Kameras. Engagierte Fotografen werden auch in der Zukunft immer auf eine Digitalkamera zurückgreifen, die gut in der Hand liegt und die bessere Bildqualität abliefert. Zwar sind auch gute Fotos mit Smartphones möglich, aber beim Vergleich Smartphone versus Kamera werden leidenschaftliche Fotografen auf die analoge oder digitale Kamera zurückgreifen. Spaß bereiten können beide Systeme. Im besten Falle wird man mit dem Smartphone neugierig auf die Vorteile einer eigenen Kamera.

Lassen Sie sich nicht von Influencern (bezahlte YouTubern) verwirren, die Ihnen erklären, sie fotografieren professionell mit dem Smartphone. Das kann man machen, wird aber nicht die Regel sein. Eine Sucherkamera mit gutem Objektiv ist immer die bessere Wahl, wenn es um anspruchsvolle und achtsame Fotografie geht.

Der Fehler mit dem Kitobjektiv

Nehmen wir an, Sie haben Spaß an der Fotografie und möchten auch mal Poster aufhängen, die über DIN A3 hinausgehen. Oder Sie mögen die Fotografie und möchten die Vorteile einer digitalen Sucherkamera mit guten Objektiven nutzen. Wenn Sie eine Sucherkamera kaufen, dann achten Sie bitte auf die Optik. Ihr Objektiv sollte über eine guten Anfangsblende verfügen. Ich halte persönlich generell wenig von Zoomobjektiven für Einsteiger und auch für fortgeschrittene Fotografen. Ein Zoomobjektiv macht in verschiedenen Momenten Sinn, aber zum Lernen, Ausprobieren und für die achtsame Fotografie ist ein Objektiv mit einer Anfangsblende von F/1.8 besser geeignet.

Erste Objektivempfehlung für Kameras mit APS-C Sensor ist dabei ein 24-35 mm Objektiv mit einer Anfangsblende von etwa F/1.8. Für Vollformatkameras kaufen Sie nach meiner Empfehlung zunächst ein 50 mm Objektiv mit einer Blendenöffnung von etwa F/1.8.

Blende einer 50mm Festbrennweite (Offenblende F/1.4)

Blende einer 50mm Festbrennweite (Offenblende F/1.4).

Linkempfehlungen zum Vergleich Smartphone versus Kamera

Warum der Kamerasucher uns hilft >>

Vergleich Portraits Kamera und Mobiltelefon >>

Tipp die beste Kompaktkamera der Welt >>

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Vergleich Smartphone versus Kamera – Besser Fotografieren

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

6 Kommentare

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  • Die bedeutenden Innovationen kommen von der Softwareseite, sei es das Bokeh, Autofokus, Entrauschen oder die Eingriffe auf Grund hinterlegter Daten des Objektives. Noch hat eine Kamera in der Bedienung Vorteile, aber gerade in der Amateufotogrfie was Reise- und Erinnerungsfotos angeht hat die Kamera ihre Existenzberechtigung verloren. Um so wichtiger ist es, sich als Fotograf mit einer Kamera von den Handybildern absuzetzen. Wenn jetzt jemand schreit,; ” Aber meine Bilder rauschen nicht” ist der total auf dem Holzweg, weil das wirklich niemanden interessiert, der seine Erinnerungsbilder auf dem Handy über diverse Plattformen verteilt oder nur kleine Abzüge macht. Wie im Artikel sehr gut dargestellt wurde müssen sich Bilder von einem Fotografen durch Bildaufbau, Inhalt und eine interessante und neue Formen des Sehens unterscheiden.
    Die Handys werden weiterentwickelt da ist noch lange nicht Schluss. Vielleicht sollten die Hersteller hochwertiger Kameras einfach ein Smartphone in die Kamera integrieren. Preislich sollte das kein Problem sein, da die ganze Infrastruktur vorliegt.
    Als Fotografen müssen wir uns weiterentwickeln, was die Beleuchtung , den Bildaufbau und die Bildbearbeitung angeht.

  • Als Jugendlicher besuchte uns ein entfernter Bekannter und hatte einen „alten Fotoapparat“ dabei. Er erklärte mir, es sei eine „Mittelformatkamera mit 80mm Brennweite“. Ich konnte beides nicht verstehen. Irgendwie ist mir dieser Augenblick in Erinnerung geblieben. Daraufhin untersuchte ich meinen „Voigtländer Fotoapparat“ und entdeckte eine Aufschrift „50mm“. Später kaufte ich mir eine Canon A1 und war mächtig stolz. Im Laufe der weiteren Entwicklung war die nächste Stufe der Umstieg von analog auf eine digitale Spiegelreflex Kamera. Inzwischen bin ich bei einer Systemkamera angekommen. Betrachte ich den Markt, so hat und wird die Elektronik nicht aufzuhalten sein. Die Smartphones mit ungeahnten Möglichkeiten werden die Richtung vorgeben, da der Markt ungeheuer groß ist. Die Sucher- sowie Systemkameras werden den Trend mitgehen müssen. Beide Seiten werden sich gegenseitig anfeuern und die Ergebnisse werden immer überzeugender. Die Frage wie „scharf“ ein Bild sein muss bzw. warum es so scharf sein muss, stellt sich nicht, die Qualität hat einen extrem hohen Stand erreicht. In einem Bericht las ich, dass in Zukunft die Objektive überflüssig würden und stattdessen die Informationen über „Tastsensoren“ erfasst und umgesetzt würden. Auch dies kann ich mir noch nicht vorstellen. Was bei all diesen Entwicklungen nicht zu vergessen ist, die Freude daran, Momente festzuhalten. Der Spaß ein Motiv von verschiedenen Seiten zu betrachten und auch von unterschiedlichen Perspektiven abzulichten. Letztendlich spielt es keine Rolle mit welcher Technik, welcher Art Computer, ein Foto entstanden ist. Somit sehe ich eine Berechtigung mehrerer Systeme nebeneinander, die alle zu verschiedenen Situationen von verschiedenen Menschen benutzt werden. Ich werde meinem Hobby weiter nachgehen und dazu entsprechendes Equipment, aktuell eine APSC- Systemkamera, nutzen. Selbstverständlich habe ich mein Smartphone auch oft dabei. Danke für die umfassende Gegenüberstellung der Systeme. Vielleicht muss früher oder später noch eine weitere „Fotografie-Art“ aufgenommen werden.

  • Diese Diskussion gibt’s ja immer wieder. Ich finde ihren Artikel sehr wertvoll und aufschlussreich. Der Absatz digitaler Kameras ist in den vergangenen Jahren ja markant zurückgegangen, obwohl wahrscheinlich noch nie so viel fotografiert wird wie heute. Ich habe mal gelesen, dass sich der Verkauf der klassischen Digitalkameras in den vergangenen zehn Jahren auf einen Fünftel reduziert hat. Früher haben die Knipser halt auch mit kleinen Digital-Kameras fotografiert, heute greift die Mehrheit zum Smartphone. Nun es wird sie immer geben die Knipser (nicht falsch verstehen, der Begriff ist nicht negativ gemeint), um rasch Familie, Kinder und anderes zu fotografieren. Die haben auch Freude am Portraitmodus im iPhone und zwischendurch gelingt auch das eine oder andere Foto ganz gut. Die Auflösung reicht fürs Familienalbum. Mich hat diese Entwicklung immer sehr fasziniert, dass jeder schöne Momente festhalten kann. Für Fotoamateure, die sich echt für das Bild interessieren kann das Handy auch eine Alternative sein. Denn wer ein gutes Auge hat, macht auch tolle Fotos, mit dem Handy hat man aber halt auch Einschränkungen, wie von Ihnen im Artikel beschrieben. Die Profis brauchen wohl Profimaterial, denn da kommen oft noch andere Tools wie Blitz und anderes dazu.
    Ich gehöre zu den Amateuren mit wenig Erfahrung aber viel Freude, die bewusst mit Kamera fotografieren, weil es einfach Spass macht. Mit meiner Fuji’s habe ich bereits mit den Drehrädern Zugriff auf viele Elemente und ich setze mich gerne damit auseinander. Die Bedienung, die Freude an der Fotografie und sicher auch die physikalischen Leistungen des Sensors, IBIS und natürlich die Grösse der Linsen sind grosse Mehrwerte gegenüber Smartphones. Wenn man aber dann das User-Interface mit den Funktionalitäten einer modernen Drohne oder eines Handys vergleicht, fragt man sich schon, ob die Kamerahersteller in den letzten Jahren doch nicht einiges verschlafen haben. Die Menuführung der meisten Digitalkameras wirkt wie eine 10-15 Jahre alte Spiegelreflexkamera oder ein altes Autoradio. Stolz speichert man bei der Fuji die 7(!?) JPG-Einstellungen und erfreut sich über die Vorgaben wie Classicchrome. Klar ich mag das, denn ich konzentriere mich so mehr aufs fotografieren. Aber Hand aufs Herz, ist das zeitgemäss? Viele Handyfotoapps bieten fast schon unbegrenzte Möglichkeiten. Hier müssen die Kamerahersteller auf der Hut sein, denn die anderen schlafen nicht. Wieso schaffen es also Kamerahersteller nicht, ein zeitgemässes Userinterface mit einem app-basierten Angebot zu installieren? Wieso kann ich beim Fotografieren nicht gleich Lightroom oder Luminar starten, meine Einstellungen direkt machen und dann direkt in Echtzeit Fotografieren im Sinne von what you see is what you get? Wieso kann ich auf dem Handy mit PhotoPills Fotografie planen und mit meiner Kamera nicht. Mit Augmented Reality sehe ich direkt, wann und wo die Sonne oder der Mond sein werden, warum ist das bei der Kamera nicht möglich? Warum muss ich immer nachträglich noch Orte in die Dateien erfassen und warum trägt die Kamera nicht automatisch die Orte in die Bildinformationen? Warum muss ich die Bilddateien noch auf zwei Speicherkarten speichern und warum geht nicht jedes Foto direkt auf die Cloud? Wieso gibt es nicht einen integrierten Fotoassistenten wie z.B. Arsenal, der mich direkt bei der Fotografie unterstützt? Diese Tools gibt es alle schon und es sind keine Game Changer mehr. Diese Tools befinden sich dann z.B. auf einem Smartphone von Huawaei (mit einer 50Megapixel Linse). Eine digitale Kamera ist meilenweit davon entfernt. Ich gebe zu, nicht jeder braucht diese Tools. Die Kamerahersteller tun aber gut daran, diese rasch anzubieten in einer modularen Art und Weise, integriert in die Kamera oder wenigstens als wirklich gute App zu der Kamera. Was man will, kauft man sich dazu, das andere nicht. Der eine hat dann eine Basis Digitalkamera die jederzeit ausbaufähig ist, der andere hat eine ultimative Powerkamera mit allen Gadgets, welche als Gesamtes jedes Smartphone in den Schatten stellt. Spricht man mit jüngeren Leuten, schütteln sie den Kopf, wenn wir Luftsprünge machen, dass eine Fujifilm X-T 4 nun einen schwenkbaren Bildschirm hat und dass es ein neues Eterna-Bleach Preset gibt. Die Zielgruppe, welche auf die Handys ausweicht, will moderne Tools und wenn diese das Smartphone bietet, dann greift diese Zielgruppe auf das Smartpohne und kauft sich keine Digitalkamera. Coole Usability, Anbindung auf Social Media ist für die breite Masse heute wichtig und dazu gehören teilweise auch Fotoamateure, die so etwas wollen. Im Moment ist die Einzigartigkeit der digitalen Kameras gegenüber dem Smartphone die Physik und ein paar tolle Dinge wie IBIS und so, grössere Linsen und natürlich die Haptik. Aber wenn die Hersteller der Digitalkameras weiter schlafen punkto Userinterface und Innovationen, dann treten diese Vorteile weiterhin in den Hintergrund. Mehr und mehr werden dann digitale Kameras nur noch Teil einer Nische oder für absolute Profis. D.h. dann auch, dass diese wieder teurer werden, denn die Absatzmenge bestimmt ja bekanntlich den Preis. Ich habe wie viele andere Fotoamateure grosse Freude an den digitalen Kameras, wie sie heute daherkommen, aber ich bin auch nicht die Zielgruppe der Zukunft, wo man wieder einige Marktanteile gewinnen könnte.

  • Ich habe mir vor einem Jahr ein Galaxy S10 gekauft, weil ich eine moderne Kamera haben wollte. Dann liefen S10 und die Canon EOS M3 mit den sehr gut auflösenden Objektiven 1 Jahr parallel.
    Im Ergebnis bleibt die EOS M3 zu Hause, weil diese beim Dynamikumfang hoffnungslos auf verlorenem Posten steht. Bei Aufnahmen gegen das Licht kann man bei der EOS M3 mit HDR-Technologien basteln wie man will, es kommt nichts vernünftiges dabei heraus. Mit dem smarten Phone kein Problem, solange die Sonne nicht direkt im Bild ist.

    Man kann nicht immer dann vor Ort sein, wenn das Licht gerade aus der richtigen Richtung kommt. Außerdem kann man die Belichtungsautomatik (Vollautomatik oder die Programmautomatik oder die Zeitautomatik) der EOS M3 vergessen. Man muss die Manuelle Belichtung wählen und mehrere Aufnahmen machen. Da steht aber nur eine Belichtungsreihe mit 3 Bildern zur Verfügung. Das ist knapp. Und wenn sich zwischenzeitig eine Schleierwolke vor die Sonne schiebt, dann stimmt die ganze Belichtung und die Graukartenaufnahme für den Weißabgleich nicht mehr. Man verliert unterwegs viel zu viel Zeit.

    Ich verwende die EOS M3 nur noch bei Nachtaufnahmen vom Stativ, oder wenn ich eine besondere Sehenswürdigkeit zur richtigen Tageszeit in besserer Qualität haben will.

    Geld in Systemkamera-Neuware investiere ich nicht mehr – viel zu teuer. Ich brauche auch keinen Profi-Fotografen-Nimbus für mein Selbstwertgefühl. Ich muss mir nicht beweisen, dass ich die Autotour auch zu Fuß zurücklegen kann.

    • Liebe(r) Anonymous,

      ich kann Ihre Entscheidung verstehen, sehe aber auch die möglichen Ursachen. Es kann sein, dass Sie Ihre Kamera in einem Elektronikmarkt gekauft haben? Eine Canon EOS M3 wurde Ihnen vielleicht mit einem Kitobjektiv verkauft. Dann wurde Ihnen ein Kitobjektiv mit der Kamera angeboten, welches nicht besonders lichtstark ist (F/3.5-F/5.6). Die Kamera selbst hat keinen Sucher. Somit unterscheidet sich Ihre M3 kaum von einem Smartphone, außer dass sie günstiger ist (als die meisten Smartphones).

      Der Kamera fehlt ein Sucher und ein lichtstarkes Objektiv. Außerdem gibt es mehrere Ansätze, Ihre Fotografie nach vorne zu bringen, denn ich vermute es fehlen ein paar Kniffe. Bitte schauen Sie mal, ob mein individueller Fotokurs Sie über diese Worte hinaus interessieren würde. Ich schule beides: Smartphone und Kamera individuell.

      Herzlich,
      Ihr Peter

  • Ich denke, dass es kein “Entweder-Oder” gibt, sondern ein “Sowohl als auch”. Wenn ich mal eine Runde um den Block laufe und eine Kamera für spontane Schnappschüsse dabeihaben will, nehme ich das Smartphone mit, welches eine gute Kamera hat. Wenn ich bewusst Fotografieren gehe und Zeit fürs Hobby habe, nehme ich eine “richtige Kamera” mit, also eine DSLR oder DSLM. So denken vermutlich viele fotointeressierte Menschen, weshalb der Markt für die normalen Kompaktkameras immer kleiner wird. Für sie gibt es zwischen Smartphones und DSLR/DSLM einfach keinen Platz mehr.

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