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Monitor Kalibrierung für die Bildbearbeitung – Automatisch Kalibrieren wie geht das?

Artikel ursprünglich verfasst am 14. April 2019

Falsche Farben am Monitor oder im Abzug? Engagierte Fotografen wissen um die Wichtigkeit der automatischen Monitor Kalibrierung und die Farbechtheit. Doch wozu dient überhaupt eine einfache Monitor Kalibrierung und was ist das? Dann die Frage Wie kann ich meinen eigenen Monitor automatisch kalibrieren? Auf diese Fragen erhalten Sie bei *fotowissen Antworten und zusätzlich viele Tipps. Hier im folgenden Artikel mit begleitendem Video:

Einfache Monitor Kalibirierung
(In diesem Artikel führen alle Links zu Amazon oder Calumetphoto)

Was ist eine Monitor Kalibrierung? Falsche Farben korrigieren

Sie sehen die falschen Farben an Ihrem Bildschirm? Sie haben Fotos vom Profi Fotografen erhalten oder sehen die eigenen Bilder an? Alle Helligkeiten und Farben kommen Ihnen falsch vor oder Sie bekommen ein Fotoalbum, einen Abzug, ein Poster mit total falschen Farben? Dann ist es höchste Zeit Ihren Monitor zu kalibrieren.

Zunächst zur Frage, was ist eigentlich eine Monitor Kalibrierung? Ähnlich wie in der Werkstatt beim Auto dessen Motor stottert, werden beim Kalibrieren des Bildschirms die Helligkeit und die Farben überprüft und neu eingestellt. Wie das funktioniert? Ganz einfach und das können Sie mit etwas Know-how selbst erledigen: Sie kaufen ein Messgerät mit beiliegender Software und setzen das Gerät auf den Monitor, ähnlich wie der Autoelektriker ein Kabel an den Motor anschließt, um ihn zu überprüfen und zu kalibrieren.

Bei diesem Vorgang misst das Kalibrierungsgerät / Profilierungsgerät die Helligkeiten und Farben und stellt alles richtig ein. Fertig. Jetzt zu der Frage, warum man Helligkeiten und Farben misst und einstellt, schließlich hören Sie bei Ihrem Bildschirm kein Motorstottern:

Hinweis: Die kostenlose Kalibrierung kann ich nicht empfehlen, da sie immer ungenau bleiben wird.

einfach den Monitor kalibrieren

einfach den Monitor kalibrieren: Messgerät aufsetzen und Software starten

Warum überhaupt eine Bildschirm Kalibrierung?

Die Kalibrierung des Monitors ist immer dann besonders nützlich, wenn Fotografen und Fotoamateure sich Mühe mit der Bildbearbeitung geben und zum Beispiel RAW-Fotos bearbeiten. Aber auch für JPEG Fotos sollte man seinen Monitor automatisch kalibrieren. Die Farbechtheit eines Monitors gehört im Zeitalter der digitalen Bilder auf dem PC oder Mac dazu. Generell kann man sagen, dass jede Kalibrierung notwendig ist, um die richtigen Helligkeiten und Farben auf dem Monitor zu sehen. Doch was passiert ohne Kalibrierung?

Ganz einfach: Sie arbeiten die ganze Zeit an einem Bildschirm, der Ihnen die falschen Helligkeitswerte und Farben anzeigt. Das führt letztlich dazu, dass Sie Ihre Bilder nicht richtig sehen und wenn Sie zusätzlich noch Ihre Fotos mit Hilfe eines Programms wie Photoshop, Lightroom, Affinity Photo, Luminar oder Capture One bearbeiten, dann verschieben Sie Helligkeiten und Farben des Bildes völlig falsch. Das kann dazu führen, dass Ihre Bilder im Internet, auf Abzügen, auf Postern und in Fotobüchern falsch aussehen. In der Regel ist nicht das Fotolabor für diese Fehler verantwortlich, sondern Ihr nicht kalibrierter Monitor, der Ihnen die Helligkeiten und Farben Ihrer Fotografien falsch anzeigt.

Im schlimmsten Falle investieren Sie an einem nicht kalibrierten Monitor vergebliche Menschenjahre an Mühe in die Bearbeitung Ihrer Fotos.

einfach und automatisch den Monitor kalibrieren

einfach und automatisch den Monitor kalibrieren

Wie kann ich meinen Monitor automatisch kalibrieren?

Im Grunde benötigen Sie für die einfache Monitor Kalibrierung nur ein Messgerät mit der entsprechenden Software. Man unterscheidet beim Profilieren zwischen der softwareseitigen Kalibrierung eines Monitors und der hardwareseitigen Kalibrierung. Was bedeutet das für Sie? Ganz einfach:

Softwareseitige Profilierung
Wenn Sie einen billigen Monitor besitzen, dann werden sie ihn mit Hilfe der Software kalibrieren, die dem Messgerät beiliegt. Beim Messvorgang passt die Software die Grafikkarte in Ihrem Rechner / Notebook so lange an, bis die Helligkeiten und Farben bestmöglich dargestellt werden.

Hardwareseitige Profilierung
Wenn der Monitor selbst kalibriert werden kann (in der so geannten Look UP Table = LUT), dann ist das immer vorteilhafter, als wenn in der Grafikkarte des Rechners die Farben für den Monitor angepasst werden. Nicht jeder Monitor kann aber hardwareseitig kalibriert werden. Die wirklich guten Monitore zum Beispiel von EIZO haben genau diesen Vorteil. Bei dieser Art der Kalibrierung bleibt die Grafikkarte außen vor, die Helligkeiten und Farben werden im Monitor angepasst. Dabei erhält man ein wesentlich größeres Farbspektrum des Bildschirms, welcher diesen Farbraum besser darstellen kann als bei der Lösung über die Grafikkarte.

Hinweis: In Wirklichkeit ist die Sache noch etwas aufwändiger, was die genaue Kalibrierung angeht. EIZO beispielsweise kalibriert seine Monitoren bereits vor der Auslieferung. Auch benutzt der japanische Monitor-Hersteller zwei LUTs, um den Monitor besonders gut kalibrieren zu können. Sie können das im Detail auf der EIZO-Webseite nachlesen >>

Softwareseitige Profilierung oder hardwareseitige Profilierung

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht sofort einen neuen Bildschirm kaufen. Aber beim nächsten Kauf achten Sie auf die Möglichkeit, dass der Bildschirm in der LUT kalibriert werden kann.

Eine softwareseitige Profilierung ist allemal besser als keine Profilierung!

Wie funktioniert jetzt die Profilierung?

Für die einfache Monitor Kalibrierung spielen sie eine entsprechende Software auf Ihrem Rechner auf, die dem Monitor oder dem Kalibrierungsgerät beiliegt. Sie können die Software auch beim Hersteller des Messgerätes / Profilierungsgerätes im Internet laden. Bei EIZO Monitoren ist es die Software ColorNavigator, welche die gängigen Kalibrierungsgeräte unterstützt. Anders ausgedrückt: Wenn Ihr Monitor keine Kalibrierungssoftware mitliefert, dann nutzen Sie die Software, die Ihrem i1 Display Pro-Kalibrierungsgerät oder Spyder 5-Kalibrierungsgerät beiliegt.

Der Rest ist im Grunde sehr einfach: Zunächst verdunkeln sie den Raum, in dem sie kalibrieren. Jetzt starten Sie die Software und setzen das Messgerät auf den Bildschirm oder das Display vom Notebook. Das Messgerät wird mit dem Windows-Rechner oder dem Apple Mac per USB verbunden. Die Software startet den Messvorgang und zeigt dabei verschiedene Grautöne und Farben auf dem Monitor für das Kalibrierungsgerät. Diese werden vom Messgerät erfasst und die Software berechnet, welche Abweichungen vom Monitor dargestellt werden. Diese Abweichungen werden korrigiert.

Die Monitorkalibrierung sollte man mindestens jeden Monat erneuern. Der eigentliche Vorgang dauert nur ein paar Minuten, genug Zeit um sich einen Tee oder Kaffee zu holen.

Welche Kalibrierungs-Einstellungen sind richtig?

Die Fachbücher (siehe unten) und viele Experten raten zu den folgenden Grundeinstellungen für die Fotografie:

  • Leuchtdichte 120 cd/qm (Leuchtkraft des Bildschirms)
  • Weißpunkt – CIE Lichtart D65 (6.500 Kelvin Farbtemperatur)
  • Gamma 2.20

Ich persönlich rate zu angepassten Einstellungen je nach Umgebungslicht. Das bedeutet, wenn Sie im Dunkeln sitzen, also die Rollos herunterlassen oder nur eine kleine Tageslichtquelle zulassen, dann sind eine Leuchtdichte von 100 cd/qm besser, da Ihr Bildschirm nicht zu hell ist und Ihre Augen schont. Was die Farbtemperatur angeht, so ist meist 5.500 Kelvin, sprich CIE Lichtart D55 die bessere Wahl, wenn Sie mit Tageslicht arbeiten.

Mein Rat ist es, im Fachhandel ein Leuchtmittel für die Abendstunden in der gleichen Farbtemperatur zu erwerben, welches Sie in die Fassung Ihrer Lampe setzen. Es gibt bei Amazon LED-Birnen mit 5.000 Kelvin oder mit 6.500 Kelvin.

Wenn Ihr Umgebungslicht stark von der Farbtemperatur Ihres Bildschirms abweicht, dann erscheinen Ihnen die Farben Ihrer Fotos am Monitor zu warm oder kühl. Die Farbtemperatur vom Umgebungslichtkönnen Sie mit einer Graukarte messen, wie im Video gezeigt.

LED Birne 6.500 Kelvin >>

LED Birne 5.000 Kelvin >>

Graukarte zur Messung der Farbtemperatur und Belichtungsmessung >>

Tipp: Die Graukarte muss hochwertig sein, sonst taugt sie nichts. Die meisten Graukarten sind nicht zur Belichtungsmessung geeignet!

Welches Kalibrierungsgerät / welches Messgerät / welchen Profiler soll ich kaufen?

Es gibt unter anderen zwei wichtige Hersteller von Monitor-Kalibrierungsgeräten / Notebook-Display-Kalibrierungsgeräten, die auch Drucker Messgeräte herstellen:

  • X-Rite (i1 Display Pro)
  • Datacolor (Spyder5 Pro)

Beide Hersteller bauen preiswerte und sehr gut nutzbare Messgeräte, welche leicht zu bedienen sind und mit einer Software ausgeliefert werden, die auch preiswerte Bildschirme unterstützt.

5 Monitore – 5 unterschiedliche Darstellungen

Sie sind sicher schon einmal in einem Geschäft für Fernseher gewesen und haben festgestellt, dass alle ein anderes Bild zeigen. Das ist auch bei Computermonitoren nicht anders. Wenn Sie fünf Monitore verschiedene Hersteller nebeneinander stellen, dann haben sie fünf unterschiedliche Darstellungen. Das liegt daran, dass nur wenige Monitore bei der Herstellung grundlegend kalibriert werden. Wie also sollen sie auf dem Monitor feststellen, welches die richtigen Farben ihres Bildes sind?

Das Problem ist, dass sie sich an die Fehlfarben ihres Monitors schnell gewöhnen und ihre Bilder in Lightroom, Photoshop, Capture One und andere Bildbearbeitungssoftware entsprechend falsch bearbeiten. Das betrifft nicht allein die Korrektur der Farben, sondern auch die Helligkeitseinstellungen. Im schlimmsten Falle führt es dazu, dass sie tausende oder zehntausende Fotos falsch bearbeiten.

Auf die Farben und Helligkeiten eines neuen Monitors können Sie sich nicht verlassen. Eine Kalibrierung des Bildschirms ist für Fotoamateure und Fotografen unerlässlich.

Was passiert ohne Kalibrierung?

Ohne eine entsprechende Monitor Kalibrierung kann es Ihnen passieren, dass die Abzüge, Poster Fotoalben und Bilder im Internet total falsch dargestellt werden. Im schlimmsten Falle bedeutet es, dass sie sich erschrecken, wenn Sie Ihr Poster oder Bild hinter Acryl für teuer Geld vom Fotolabor geliefert bekommen. Dann fragen Sie sich vermutlich, ob das Fotolabor Mist gebaut hat. In aller Regel ist das nicht der Fall, denn die meisten Fotolabore arbeiten kalibriert. Das bedeutet, die Ursache für die Farbabweichungen liegen in der fehlenden Kalibrierung ihres Bildschirms. Erst wenn Sie einen guten Chemie-Abzug neben ihren Bildschirm halten und dieser die gleichen Farben zeigt, können Sie sicher sein, dass sie nicht tausende Stunden Lebenszeit für die Bildbearbeitung in den Sand setzen.

Notebook Display profilieren

Auch das Display vom Notebook sollten Sie kalibrieren. Wenn Sie ein Notebook neu kaufen, sollten Sie auf eine mattes Display achten. Aber auch spiegelnde Displays können Sie kalibrieren. Auch für Notebooks gilt, ein kalibriertes Display ist besser als ein nicht kalibriertes.

Monitor Kalibirierung vom Notebook Display

Die automatische Monitor Kalibirierung vom Notebook Display ist ebenso wichtig, wie die vom Desktop PC Monitor

iPad kalibrieren – iPhone kalibrieren

Da Tabletts wie das iPad Pro und Smartphones wie das iPhone oft mit Apps von Lightroom oder Affinity Photo genutzt werden, kann auch die Kalibrierung dieser Geräte sinnvoll sein. Allerdings, das muss man einschränkend sagen, werden beide Mobilgeräte ja in unterschiedlichen Lichtszenarien genutzt. Damit müssten sie eigentlich in jedem neuen Umgebungslicht erneut kalibriert werden. Die Kalibrierung von Mobilgeräten ist also nur für Fotografen oder Agenturen sinnvoll, die gerne unter immergleichen Lichtbedingungen ihre Bilder präsentieren möchten.

Die beiden Hersteller X-Rite und DataColor bieten auch für das iPad und iPhone entsprechende Apps zur Kalibrierung an. Dabei wird ein Rechner im Haus für den Anschluss des Kalibrierungsgerätes über USB genutzt. Das Tablett oder Smartphone vernetzen sich über das WLAN mit ihrem Rechner und können auf diese Art kalibriert werden. Die Apps heißen bei X-Rite ColorTRUE und bei Datacolor SpyderGallery.

Mit den Kalibrierungsgeräten i1 Display Pro von X-Rite und Spyder5 Pro von Datacolor können Monitore, Beamer und Mobilgeräte (Tablet und Smartphone) kalibriert werden.

Video der Kalibrierung

In diesem Video erkläre ich Ihnen, wie die Kalibrierung funktioniert:

*fotowissen YouTube Videos

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Buchtipp Farbmanagment für Fotografen: Wer darüber hinaus auch noch seinen Scanner und Drucker kalibrieren möchte, oder noch etwas mehr zum Thema lernen möchte, dem empfehle ich das hervorragende Buch aus dem mitp-Verlag von Thomas Hoppe mit dem Titel Farbmanagement für Fotografen. Ich kann das Buch auch sehr als Kindle Buch empfehlen, dann nämlich kann sie darin auch hervorragend suchen.

Buch bei Amazon >>

 

Farbmanagement für Fotografen von Thomas Hoppe, erschienen im mitp-Verlag

Buchtipp Farbe in der Bildbearbeitung mit Photoshop und Lightroom: Das Buch ist für alle Fotografen von Nutzen, die gerne RAW-Fotos belichten und nachträglich bearbeiten. Schließlich ist es von Vorteil, wenn man im RAW-Foto die Farbtemperatur in Kelvin genau einstellen kann. Dazu muss man wissen, wie man das in Photoshop und Lightroom bestens anstellt. Das Buch erläutert ausführlich die Änderung von Hellichkeiten, Farbverschiebungen und mehr in der Bildbearbeitung. Es geht außerdem um Farbharmonien, sowie um unterschiedliche Farbwiedergaben.

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Farbe in der Bildbearbeitung mit Photoshop und Lightroom

Jetzt viel Spaß mit Ihrer Bildschirm-Kalibrierung, der Bildbearbeitung und vor allem auch beim Fotografieren! Natürlich freue ich mich wie immer über Ihre Kommentare unter dem Artikel.

X-Rite i1 Display Pro >>

Datacolor Spyder 5 Elite >>

In eigener Sache:

Individueller Fotokurs – Schnell und intensiv die Fotografie erlernen oder dazulernen

Fototrainer Peter Roskothen ist Fotograf und Fotojournalist

Fototrainer Peter Roskothen ist Fotograf und Fotojournalist

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Monitor Kalibrierung für die Bildbearbeitung – wie geht das?

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

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