Testbericht Analoge Fotografie

Test Spieker Film Lab Filmentwicklung und Scan

Test Spieker Film Lab Entwicklung und Scan 230104-5024

Der Test Spieker Film Lab Entwicklung und Scan zeigt, was das Fotolabor in Hamburg leistet. Auf der Liste der Dienstleistungen steht das Entwickeln und Scannen von 35 mm Filmen und 120er Rollfilm. Erfüllt das Angebot unsere Wünsche an Negativentwicklung und das Digitalisieren von analogen Filmen?

Test Spieker Film Lab Hamburg

Rollfilme können wir am in vielen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nicht mehr einfach zu einem Fotoladen bringen. Fotogeschäfte entwickeln Rollfilme oft nicht mehr. Was bleibt also übrig, wenn ich mir keine Dunkelkammer einrichten möchte? Ein Film-Labor wie das von Spieker:

Das Spieker Film Lab hat ein ähnliches Angebot wie das bereits getestete Mein Film Lab in Hürtgenwald-Gey. Spieker entwickelt und scannt analoge Filme. Genauer gesagt entwickelt das Fotolabor Negativfilme (C41), Diafilme (E6) und Schwarzweißfilme aus Einwegkameras, 35 mm Kleinbildkameras und 120er Rollfilm aus Mittelformatkameras. Das Angebot kann ausschließlich die Filmentwicklung, ausschließlich das Digitalisieren / Scannen der Filme umfassen, oder Filmentwicklung und Scan miteinander verbinden. Ferner entsorgt, archiviert oder sendet das SpiekerFilmLab unsere Negative zurück. Ein überschaubares Angebot. Wie es funktioniert:

Filme senden und Scans erhalten

Ich habe meine 120er Rollfilme (Mittelformat) zum Spieker Film Lab gesandt und das Fotolabor auf Herz und Nieren getestet. Mein erster Film war ein 120er Portra 800, der in einer 6×6 Mittelformat Hasselblad 503 CX belichtet wurde. Auf der Webseite wählte ich im “Shop” Spieker Entwicklung und Scan. Anschließend wählte ich den “Color C41” Prozess, Format “120” (Rollfilm), Scan Size “XL” für EUR 18,50. Hinzu wählte ich das Rücksenden der Negative für EUR 3,50. Ich nahm einen C5-Umschlag und gab neben dem Film geknülltes Papier hinein, damit der Film bei der Post nicht gequetscht werden würde. Nachdem ich den Adressaufkleber aufgeklebt hatte, ging ich zur Post und buchte den Maxibrief mit Prio, wie auf der Spieker Webseite empfohlen. Kosten bis hier:

  • Entwicklung und Scan XL € 18,50
  • Rückversand der Negative € 3,50
  • Porto Maxibrief Prio € 3,85
  • Gesamt € 25,85

Test Spieker Film Lab Hamburg - www.spiekerfilmlab.de

Günstiger wird es nur dann, wenn wir 35 mm Film (Kleinbildfilm) versenden und nicht die maximale angebotene Scanqualität wünschen. Oder wenn wir unsere Negative dort lagern und gesammelt zurücksenden lassen.

Wenige Tage später erhielt ich eine eMail mit dem Link zur Dropbox, von der ich die Scans herunterladen konnte. Beim Betrachten der bereits positiv invertierten Negativscans in 8 BIT Tiff-Dateien, wurde klar, dass Licht durch den Einschub für den Magnetschieber fiel. Das Hasselblad A12 Magazin hatte defekte Dichtungen. Ein bekanntes Phänomen alter A12-Hasselblad-Magazine. Beim zweiten intensiven Betrachten der Scans, fiel mir auf, dass das erste Negativ abgeschnitten war. Später fand ich durch einen Tipp von Herrn Carstensen vom Photohaus.de heraus, dass der zu früh begonnenen Film am zu schnellen Vorspulen des Films im Magazin liegen kann. Auch das zweite Foto und mehrere der weiteren Belichtungen zeigten die beschriebenen Lichtlecks. Keinen der Fehler führte ich auf das Fotolabor zurück.

 

Quadratische Fotos Fotografieren und Entdecken 1:1 – Video >>

Fehler beim Scannen – Behoben

Bei der genauen Sichtung der positiven Negativ-Scans sah ich später eine seltsame senkrechte Linie in den drei letzten 6×6-Negativen. Sie fiel mir erst auf, als ich genau hinsah (100 % Ansicht) und feststellte, dass diese Linien in den Fotos kein Lichteinfall sein konnte. Ich legte alle drei Negative in Photoshop übereinander und wurde gewahr, dass die Linie in allen drei Fotos an derselben Stelle lag. Meine Frage an das Spieker Film Lab Hamburg stellte ich via eMail und bekam keine 6 Minuten später eine Antwort von Felix Reimers, dem Inhaber des Filmlabors.

Felix Reimers schrieb in seiner Antwort, der Fehler sei tatsächlich beim Scannen passiert und versprach, die Negative neu zu scannen. Diese Scans erhielt ich wenige Tage unaufgefordert nachgeliefert. Der Fehler war behoben und trat danach nicht mehr auf. Worauf der Fehler zurückging, hat mir Felix Reimers mir nicht erklärt. Ich tippe auf ein Vorschubproblem beim Scannen.

Erfahrungen mit Spieker Film Lab

Inzwischen habe ich einen Kodak Portra 800, zwei Portra 160, zwei Kodak Gold 200, einen schwarzweißen HP5 und Acros im Spieker Film Lab entwickeln und digitalisieren lassen und bin mit dem Service zufrieden. Spieker hat einen prompten eMail-Support von spätestens 24 Stunden (an Werktagen) und eine preiswerte Dienstleistung von Entwicklung und Scans. Die Scans der Farbnegativfilme zeigen keine Flecken oder Staub, sprich sind hochwertig sauber. Für den Preis verbietet sein ein eigenes Scannen der Filme für mich zunächst. Besonders in Hinblick auf die Zeit, die ein Scanner mit Infrarot-Fleckenbeseitigung benötigt.

Ein kleiner Verbesserungsvorschlag an das Spieker Team sei erlaubt: Wenn ein Film per Post ankommt, wäre es wünschenswert, eine Bestätiungs-eMail zu erhalten.

Spieker Film Lab Hamburg - www.spiekerfilmlab.de

Spieker Film Lab arbeitet mit Fujfilm Minilab und JOBO Autolab für die Filmentwicklung und einem Noritsu Scanner beim Digitalisieren. Das allein ist kein Garant für gute Qualität, denn jeder Scanner-Operator macht einen eigenen subjektiven Job. Ob es sich lohnt selbst zu scannen oder die Fotos abzufotografieren? Ja, wenn ich die Kontrolle über die Qualität der Digitalisierung und die Farben, Dichte und Kontraste haben möchte und ausreichend Zeit habe. Klar ist, dass es mindestens zwei gute Scanner für 120er Rollfilme gibt:

  • Epson Perfektion V850 Pro – Durchsicht Flachbettscanner mit Dichte 4.0 und 4.800 dpi
  • Plustek OpticFilm 120 Pro – Filmscanner mit und Dichte 4.01 und 5.300 dpi

Beide Scanner haben Vorteile und Nachteile. Der Epson scannt bis zu 2.900 dpi (nicht die Werksangabe) und kann auch größere Filme im Großformat scannen. Der Plustek bietet Filmhalter für 35 mm und 6×6, 6×7, 6×9 und 6×12, leider nicht für 6×17. Er hat den Nachteil, die Negative und Dias nicht mit dem Filmrahmen zu scannen (Filmangaben fehlen).

Die Alternative zum Filmlabor wie Spieker Film Lab, ist ein eigener Scan, oder das Abfotografieren der Negative oder Dias mit einer Kamera plus Makroobjektiv, Reprostativ, einer Leuchtplatte und einem Filmhalter. Wie das funktioniert, und ob die eigene Arbeit sich lohnt, werde ich in Kürze testen. Dabei wird sich auch herausstellen, wie gut die Scans von Spieker im Hinblick auf Farben und Belichtung sind.

Eigener Scan

Zuvor habe ich den eigenen Scan mit einem Epson Perfection 2450 Photo Scanner ausprobiert. Ich wählte die Testversion von Silverfast 9 Studio AI und für die Invertierung in Lightroom Classic installierte ich die Testversion Negative Lab Pro. Die Ergebnisse enthalten ein Wasserzeichen der Silverfast-Testversion, lassen sich aber vergleichen. Mir erschien der Rotton des Schirms im Spieker-Scan künstlich. Die Farbe vom eigenen Epson Scanner gefiel mir besser, was aber nicht bedeutet, dass er realistischer ist. Ansonsten sind beide Scans farblich ähnlich. In der Schärfe gefällt mir der Spieker-Scan besser:

Test eigener Scan versus Noritsu Scan Spieker

Test eigener Scan (links, 2400 dpi) versus Noritsu Scan Spieker Film Lab (rechts). Gut zu sehen, ist das hervorstechende Rot vom Schirm. Die Auflösung von Spieker ist eindeutig besser. 

Fazit Test Spieker Film Lab Hamburg

Spieker Film Lab Hamburg ist im Test ein gutes Fotolabor mit guter Entwicklung, guten Scans und schnellem Service im Falle einer Nachfrage. Außerdem stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Leider sind bislang keine Extras wie Kontaktabzüge buchbar. Die können wir aber schnell aus unserer Bildbearbeitungssoftware drucken.

Ich würde mir einen 16-Bit-Scanservice und das Scannen der Ränder wünschen. Zudem bevorzuge ich eine sichere Cloud in der Schweiz (Tresorit) vor Dropbox.  Alle meine Vorschläge würden allerdings die Kosten erhöhen und gerade die sind besser als bei anderen Filmlaboren.

  • Entwickeln: Läuft gut. Negative sauber verpackt zurückerhalten.
  • Scannen: Kratzer und Staub werden herausgerechnet. 8 Bit TIFF werden schnell innerhalb 3-5 Tagen via Cloudlösung bereitgestellt. Die Ränder des Negativs oder Dias fehlen.
  • Service: Schnell innerhalb 24 Stunden ausschließlich via eMail. Es fehlt noch die Bestätigungs-eMail des Labors über den Filmerhalt.
  • Preis-Leistungsverhältnis: Hervorragend.
  • Extras: Nur Push-Pull-Sonderleistungen zubuchbar. Kein 16 BIT TIFF möglich. Keine Abzüge, keine Kontaktabzüge.

Klare Empfehlung für das Spieker Film Lab Labor.

Spieker >> 

Selber Scannen / Digitalisieren

In Kürze lesen Sie von meinen Erfahrungen, Dias und Negative selbst abzufotografieren. Ich habe mich zunächst entschieden, meine Fotos mit einer hochauflösenden Kamera und Makroobjektiv über einem Kaiser Vario Kit zu digitalisieren:

Dias und Negative digitalisieren mit Vario Kit bei Foto-Köster >>Test Spieker Film Lab Filmentwicklung und Scan - *fotowissen

Reprostativ bei Foto Köster >>Test Spieker Film Lab Filmentwicklung und Scan - *fotowissen

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Dieser Testbericht war ca. 25 Stunden Arbeit. Es wäre nett, wenn Sie die Links nutzen, damit ich auch in Zukunft so aufwändige Testberichte für Sie bereitstellen kann. Auch für einen Blick auf den individuellen Fotokurs unten bin ich dankbar.  

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Test Spieker Film Lab Filmentwicklung und Scan


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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