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Polfilter – Filter für Digitalkameras?

Artikel ursprünglich verfasst am 30. August 2018

Auf uns oft erreicht uns die Frage: Benötige ich Filter für Digitalkameras (ND-Filter / Graufilter, Polfilter, …)? Die kurze Antwort: Ja, sie benötigen mindestens einen Polfilter für Ihre digitale Kamera. Die informative Antwort zu den Polfilter Anwendungen lesen Sie hier:

Polfilter - Filter für Digitalkameras

Der wichtigste Filter für Fotografen: Der Polfilter

Der wichtigste Filter für digitale Kameras ist der PolfilterDer wichtigste Filter für Digitalfotografen überhaupt, ist der Polfilter, auch Polarisationsfilter oder kurz „CPL“ genannt. Dieser drehbare Filter ist in der Lage Reflexionen / Spiegelungen zu mindern und auch zu verstärken. Gemeinhin ist er als der Filter bekannt, der es möglich macht durch spiegelnde Scheiben hindurch zu blicken. Allerdings ist ein Polarisationsfilter noch wesentlich universeller einsetzbar. In der Landschaftsfotografie beispielsweise nimmt er Reflexionen von Blättern, ist in der Lage Spiegelungen im See oder in der Pfütze zu verstärken oder abzumildern. Der Polfilter ist auch dafür zuständig, den blauen Himmel noch intensiver hervorzuheben und dunkler zu gestalten. Letzteres könnte man etwas schlechter auch mit einem Grauverlaufsfilter oder aber nachträglich in der Bildbearbeitung bewirken. Besser wirkt der Polfilter.

Kleiner Nachteil des Polfilters: Er nimmt etwa 1-2 Blendenstufen (EV = Lichtwert) Licht weg. Das bedeutet, man fotografiert mit langsameren Belichtungszeiten oder höherer ISO. Bei Sonnenschein ist es möglich, mit etwas längeren Belichtungszeiten zu arbeiten.

CPL – dt. Zirkularer Polfilter erklärt

CPL ist eine Abkürzung und steht für „circular polarizer/linear“. Beim zirkularen Polfilter wird ein Lichtteil absorbiert. Ausschließlich Lichtwellen in bestimmte Richtung werden hindurch gelassen. Viele Belichtungsmesser der Digitalkameras benötigen diesen zirkularen Polfilter für eine korrekte Messung. Deshalb ist es auch wichtig für die heutigen Digitalkameras ausschließlich einen zirkularen Polfilter zu verwenden. Dem Himmel sei Dank, gibt es heute kaum noch lineare Polarisationsfilter, sondern fast ausschließlich zirkulare.

Filtertypen CPL

Es gibt zwei Möglichkeiten für Polfilter:

  1. Einen großen Polarisationsfilter für Ihr Objektiv mit dem größten Gewindedurchmesser oder für das Wunschobjektiv mit größtem Durchmesser für die Zukunftssicherheit. Dazu kaufen Sie sich so genannte Stepdown-Ringe, die den Filter auch an kleineren Objektivgewinden fest machen.
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  2. Ein Filterset, welches auf die meisten Objektive passt und mehrere nützliche Filter wie den Graufilter und Polarisationsfilter „CPL“ liefert.
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Polfilter Anwendungen – Polarisationsfilter und Spiegelungen

Polfilter: Spiegelungen können Sie am besten vor Ort mit dem Polarisationsfilter beseitigen oder sogar verstärken. Der Polfilter wird vorne aufs Objektiv geschraubt. Dazu benötigen Sie einen Polfilter mit dem Durchmesser des Filteranschlusses ihres Objektivs. Kaufen Sie diesen Filter ein paar Nummern größer mit zum Beispiel 77 mm Durchmesser, dann können Sie ihn auf vielen Objektiven mit einem Step-Down-Ring (sehr preiswerter Ring, der den großen Durchmesser Ihres Filters auf den kleineren Durchmesser des Objektivs reduziert) nutzen. Das hat zwar den Nachteil, dass sie auf bestimmten Objektiven keine Streiflichtblende mehr aufsetzen können, hat aber den Vorteil, dass sie mit einem Filter für meherere Linsen mit verschiedenen Filter-Durchmessern auskommen. Wichtig: Spiegelungen in Objekten sind nicht einfach nachträglich mit einer Polfiltersimulation in der Bildbearbeitung zu bewerkstelligen.

Der Polfilter ist unverzichtbar für Landschaftsfotos, Architekturfotos, Städtefotos und sogar für die Tierfotografie

Der Polfilter wird vorne auf dem Objektiv aufgeschraubt. Am besten schrauben Sie den Filter nicht zu fest, damit der sich auch vom Objektiv wieder lösen lässt. Vor der Nutzung des Filters wird er entsprechend auf dem Objektiv eingestellt. Dazu wird der Polfilter vorsichtig und ganz langsam gedreht, bis man den Effekt erreicht, der einem zusagt. Am besten drehen Sie den Filter in der gleichen Richtung, wie sie ihn auf das Objektiv gedreht haben, damit er nicht herunterfallen kann, wenn er nur leicht angeschraubt ist.

Filter nie zu fest ziehen, damit man sie wieder abdrehen kann

Bildvergleich links ohne, rechts mit Polarisationsfilter

Kombination Graufilter plus Polfilter

Die Kombi aus Graufilter (ND-Filter) plus Polfilter wird oft unterschätzt. Gerade habe ich Bilder mit Langzeitbelichtungen an einem Bergfluss erstellt. Man sieht deutlich den erstaunlichen Unterschied im Wasser (Spiegellungen), den Farben und auf den Steinen, wenn man zusätzlich zu dem ND-Filter für längere Belichtungszeiten, auch einen Polfilter vor das Objektiv schraubt:

Der Effekt des zirkularen Polfilters CPL ist verblüffend. Wie Sie in den obigen Bildern sehen können, wirkt sich der Filter nicht nur auf den blauen Himmel, sondern auch auf das Blattgrün und andere Farbflächen positiv aus. Wie Sie ihren Polfilter richtig einstellen, um Spiegelungen zu vermeiden oder hervorzuheben und besondere Farben zu belichten, kann man am einfachsten in einem kurzen Video zeigen:

Video Tutorial Polfilter für Digitalkameras – Polarisationsfilter richtig einstellen

Wissenswertes zum zirkularen Polfilter – wichtige Tipps

  • Zirkulare Polarisationsfilter werden von den Belichtungssystemen der Kameras unterstützt
  • Den Polfilter richtig bedienen: Der drehbare Filter sollte beim Einstellen in die aufgeschraubte Richtung (gegen den Uhrzeigersinn von der Kamera ausgesehen) gedreht werden
  • Wechseln Sie vom Querformat ins Hochformat, so müssen Sie den Polarisationsfilter neu einstellen
  • Schrauben Sie den Filter am besten im Hocken auf einem weichen Untergrund auf Ihr Objektiv. Dann kann er beim versehentlichen Herunterfallen nicht beschädigt werden
  • Die sogenannte Gegenlichtsblende (besser „Streiflichtblende“ oder „Streulichtblende„) ist ein großes Hindernis für den zirkularen Polfilter CPL. Da sie den Filter zum Einstellen drehen müssen, ist die Streiflichtblende meist hinderlich. Gute Gegenlichtblenden haben heute ein kleines Fensterchen (Öffnung), durch den man den Polfilter noch greifen und drehen kann
  • Nutzen Sie keinen Polfilter, wenn sie Panoramaaufnahmen erstellen. Das erschwert und verhindert das Zusammenrechnen des breiten Fotos
  • Ein guter Polarisationsfilter kostet ab etwa EUR 40,- aufwärts. Bei meinem zirkularen Polfilter Test stelle ich fest, dass Fotografen, die einen großen Anspruch an die Bildqualität besitzen, für einen großen Filter mit einem Durchmesser von 77 mm etwa EUR 80,- rechnen sollten. Zu empfehlen sind zum Beispiel die Marken Heliopan, Hoya, B+W
  • Die gängigsten Größen sind Polfilter 58 mm, 62 mm, 67 mm, 72 mm, 77 mm, 80 mm. Ich selbst nutze ein Polfilter 77 mm mit Steppdown-Ringen
  • Arbeiten Sie mit Superweitwinkel-Objektiven, dann sind Slimfilter (dünne Filter) zu empfehlen. Verwenden Sie dünne Filter, da sich sonst im Weitwinkelbereich der Polfilter sehr leicht an den Rändern ihres Bildes abzeichnen könnte

Polfilter kaufen

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Den vierteiligen Bericht meines Kollegen Ulrich Schifferings zu Graufiltern finden Sie hier >>

Polfilter richtig reinigen

Um einen Polfilter richtig reinigen zu können, bedarf es mehr als einem Brillenputztuch. Selbst ein gutes Brillenputztuch ist nach meiner Erfahrung nicht die Lösung für die Reinigung ihrer Filter und Objektivgläser. Es entstehen auch mit einem sauberen Brillenputztuch meist Schlieren und/oder Staub auf dem Glas. Insbesondere Grauverlaufsfilter und Graufilter scheinen besonders anfällig für Staub und Schlieren zu sein.

Hier hilft nur eine besondere Reinigungsflüssigkeit, die mir mein Redakteurkollege Klaus Dicken vor kurzem empfahl. Ich habe gleich drei Fläschchen dieser Reinigungsflüssigkeit mit den entsprechenden Putztüchern bestellt, um in jedem Fotorucksack und jeder Fototasche einen kleinen Vorrat zu haben. Kleiner Tipp: mit Flüssigkeiten sollte man immer vorsichtig sein, deshalb stecke ich diese noch mal in eine kleine Tüte hinein, um ein Auslaufen zu verhindern.

Lassen Sie sich bei Amazon nicht durch die wenigen schlechten Rezensionen dieser Reinigungsflüssigkeit verwirren. Diese Reinigungsflüssigkeit funktioniert wirklich hervorragend. Hier das Wundermittel, um Polfilter richtig reinigen zu können:

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  • SIMPEL UND EFFEKTIV: Sprühe einfach einige Tropfen Reinigungsmittel auf die Oberfläche und benutze das mitgelieferte Mikrofasertuch, um das Objektiv deiner Kamera oder den Bildschirm deines Smartphones oder Tablets zu reinigen.
  • NIE MEHR SCHLIEREN ODER FINGERABDRÜCKE: Dieser Reinigungsspray entfernt nicht nur Staub, Schlieren und Fingerabdrücke. Nach der Anwendung des Sprays bleiben Staub und Schlieren länger fern, als ohne das Reinigungsmittel.
  • FÜR ALLE KAMERAMARKEN: Sicher zum Reinigen von Objektiven von sämtlichen Marken, inklusive Canon, Fuji, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Samsung, Sigma, Sony, Tamron und Zeiss.
  • FÜR ALLE TABLET UND SMARTPHONEMARKEN: Sicher zur Reinigung von Tablet und Smartphonedisplays von sämtlichen Marken, inclusive Acer, Apple (iPad, iPhone), Asus, BlackBerry, Dell, Fujitsu, HP, HTC, Huawei, Lenovo, LG, Microsoft, Motorola, Nokia, Panasonic, Samsung (Galaxy, Galaxy Tab, Galaxy Note) und Sony.
  • AUCH FÜR ANDERE GERÄTE VERWENDBAR: Dieser Reinigungsspray kann auch für die Reinigung der moisten Action Cameras, Notebooks, Computerbildschirmen, Plasma/LCD/LED Fernseher, mobilen Gaminggeräten, E-Readern, Smartwatches und MP3- und Videoplayern verwendet werden.

Graufilter

Wie schon weiter oben im Tutorial erwähnt, ist ein weiterer wichtiger Filter in der digitalen Fotografie von besonderer Bedeutung: der Graufilter, auch ND-Filter (engl.: Neutral Density) genannt. Mit dem Filter ist es möglich der Kamera Licht vorzuenthalten. Damit wird es möglich, längere Belichtungszeiten einzustellen und zu nutzen. Dieser Effekt ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn man an einem hellen Tag mit sehr offenen Blenden arbeitet (F1.2, F1.4, F1.8, F2.0, F2.8) oder wenn man lange Belichtungszeiten zwischen fünf und 35 Sekunden für Langzeit-Belichtungen erreichen möchte.

Den vierteiligen Bericht zu Graufiltern finden Sie hier >>

UV-Filter

UV-Filter sind bei Profifotografen verpönt. Sie gelten gemeinhin immer wieder als der Schutz für das Objektiv. Meiner Meinung nach ist das vollkommener Blödsinn. Geht der erste Filter beim Sturz kaputt, so beschädigt er mit Sicherheit die erste Linse des Objektivs. Der wirksamste Schutz für ein Objektiv ist immer die Streiflichtblende, die aber auch verwendet werden sollte. Die Streiflichtblende (im Volksmund auch Gegenlichtblende genannt) ist nicht nur der wirksamste Schutz des Objektivs vor leichtem Hinfallen, sondern auch gegen Blendenflecke und Streiflicht, die im Bild auftreten können, wenn Licht von der Seite auf das Objektiv fällt.

Ein Filter verhindert so gut wie gar keine Beschädigungen. Mir ist noch kein einziger Fall bekannt geworden, in dem ein Filter eine Beschädigung des Objektivs verhindert hätte. Im Gegenteil: der UV-Filter produziert nur wieder eine extra Lage Glas, zwischen der sich Licht reflektieren und so für Blendenflecke sorgen kann. Damit ist ein UV-Filter nach meiner persönlichen Meinung eher kontraproduktiv. Das Geld kann man sich sparen und besser in eine Streiflichtblende oder in ein Polfilter investieren (der aber teurer als ein UV-Filter ist).

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Individueller Fotokurs mit Profi Trainer

Egal, ob Sie Einsteiger oder fortgeschrittenere Fotoamateure sind, finden Sie im individuellen Fotokurs auf alle Ihre Fragen eine Antwort. Ich erläutere ihnen entweder die Grundlagen, oder wir bauen auf Ihrem vorhandenen Amateurwissen auf. Sie können die Inhalte des Fotokurses selbst bestimmen. Egal welches Foto Genre sie interessiert, welche Kamera sie haben oder welches Alter: im individuellen Fotokurs lernen Sie genau das, was sie für bessere Fotos in Zukunft benötigen. Selbstverständlich können Sie in diesem Kurs auch Filtertechniken erlernen.

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Fotokurs digital Fotografieren lernen

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Polfilter – Filter für Digitalkameras?

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

3 Kommentare

  1. Der Beitrag war für mich sehr aufschlussreich, insbesondere, da ich mich erst seit kurzer Zeit intensiver mit der Materie befasse.

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  2. Hallo, ich bin irritiert. Unter dem Amazon-Link zum Step Down Filter steht, dass dies für grosse Objektive ist, an welchen man einen kleineren Filter anbringt. So wie sie es erläutern müsste es ein Step- Up Ring sein, der dazu dient zB einen 77mm Filter auf ein 67mm Objektiv zu befestigen. Ist da was durcheinander geraten? LG

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