Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Pflanzenfotografie – Das Stativ

Artikel ursprünglich verfasst am 14. Dezember 2014

Das Stativ ist in der Pflanzenfotografie unverzichtbar

Eine der häufigsten Fehlerquellen in der Fotografie sind unscharfe Fotos durch Verwacklungen. Sobald Sie den Auslöser drücken, wirken Sie auf die Kamera ein – die Kamera bekommt auch vom zärtlichsten Finger einen, wenn auch geringen Stoß, der unter bestimmten Umständen zu einem Wackler und schließlich zum unscharfen Foto führt.

Stabiles Stativ für Pflanzenfotografie

Derartige Bilder vermeiden Sie auch in der Pflanzenfotografie sicher durch die Verwendung eines Stativs. Nun gibt es im Handel so viele verschiedene Stative, dass ich Ihnen nur einige Eigenschaften nennen kann, die ein Stativ für die Pflanzenfotografie haben sollte:

  1. Die Stabilität des Stativs muss in einem vernünftigen Verhältnis zum Gewicht Ihrer Kamera (zusammen mit dem schwersten Objektiv) stehen.
  2. Für die Pflanzenfotografie kommen nur Drei- oder Vierbeinstative in Frage, weil diese sicher positioniert werden können.
  3. Die Masse der Pflanzen ist klein, deshalb sollten sich die Stativbeine so weit spreizten lassen (Bild), dass die Kamera dem Erdboden sehr nahe kommt.Benro - 2 beschriftet
  4. Das lässt sich auch erreichen, wenn die Mittelsäule umgekehrt (oberes Bild) oder in jedem beliebigen Winkel (unteres Bild) eingesetzt werden kann.

StativMittelsäule waagerecht

Stativköpfe verbinden die Kamera mit dem Stativ

Die Stativköpfe verbinden nicht nur das Stativ und die Digitalkamera, sie können die Kamera auch noch in die optimale Position zum Objekt bringen und darin halten. Für die Pflanzenfotografie sind Kugelköpfe und Getriebeneiger nützlich.

Ein Kugelkopf ist vom Gewicht her sehr günstig und durchaus universell verwendbar. Die Kamera kann in fast jede Position gebracht werden, bevor sie darin bleibt, muss die Kugel aber sicher arretiert werden.

Stativkopf-2

 

Mit dem Getriebeneiger arbeite ich fast nur zu Hause in meiner Fotoecke, er bringt die Digitalkamera schnell millimetergenau in Position und hält sie dort automatisch.

 

Stativkopf

 

Beachten sollten Sie, dass drei Ausrüstungsgegenstände, das Stativ, der Stativkopf und die Kamera samt Objektiv, was Gewicht und Stabilität betrifft, aufeinander abgestimmt sein müssen. Deshalb sollten Sie beim Erwerb des Stativs und des Stativkopfes die Kamera samt schwersten Objektiv mit in das Fachgeschäft nehmen. Dort ist es ratsam, wenn Sie alle Teile probeweise zusammenbauen.

Schwenkbares Display oder Winkelsucher an einer Systemkamera

Die Pflanzen wachsen „unten“ und sind zudem noch relativ klein – jedenfalls die Mehrzahl. Von ihnen Aufnahmen zu machen, lässt den Pflanzenfotografen immer wieder „in die Knie“ gehen. Mancher hat deshalb immer eine wasserfeste Unterlage bereit, um sich darauf zu knien oder zu legen. Hat Ihre Kamera ein bewegliches Display, können Sie Aufnahmen auch in den ungünstigsten Positionen machen. Sie müssen nur bei der Arbeit darauf achten, dass das abstehende Display nicht beschädigt wird.

Ältere Systemkameras haben nur ein feststehendes Display. Hier kann der Winkelsucher Abhilfe schaffen, der auf den Sucherrahmen aufgesteckt wird. Er macht den Blick durch den Sucher nicht nur bequemer, er vergrößert auch noch das Sucherbild und schirmt mit dem Gummiring am Okular störendes Licht ab. Ein weiterer Vorteil des Winkelsuchers ist seine Schwenkbarkeit aus der senkrechten in die waagerechte Position, wodurch ein Fotografieren „um die Ecke“ möglich wird.

Winkelsucher

Kabelauslöser oder Timer für Pflanzenfotos?

Das Drücken des Auslösers kann zu erheblichen Verwacklungen der Kamera führen, wodurch die gefürchteten Verwacklungsunschärfen in den Bildern entstehen. Arbeiten Sie mit der Kamera auf einem Stativ, sollten Sie immer einen Kabelauslöser verwenden, durch den Verwacklungsunschärfen vermieden werden können. Neben den Auslöser, der mit der Kamera durch ein Kabel verbunden ist, gibt aus auch den, der den Auslöser über Funk betätigt. Bevor Sie sich einen Kabel- oder Funkauslöser zulegen, überlegen Sie, ob Sie nicht vielleicht später mal Zeitrafferaufnahmen machen werden, für die brauchen Sie einen Timer, der gleichzeitig auch Kabelauslöser ist.

Timer (1)Das Lichtzelt für Pflanzenfotografie

Mein Lichtzelt wird wie ein Regenschirm geöffnet und geschlossen. Es hat für die Pflanzenfotografie im Freien zwei wichtige Funktionen. Im Lichtzelt ist das Licht, gleichgültig von welcher Quelle und aus welcher Richtung (außer von vorn) es kommt, weich bzw. mild – so zerstreut, dass es nur ganz schwache oder gar keine Schatten gibt.

Der größte Feind des Pflanzenfotografen im Freien ist der Wind. Mit dem Lichtzelt können Sie Windstille schaffen. Dass der Wind das Zelt aber nicht fortträgt, stehen an den Seiten Stoffbahnen über, die mit Steinen o.ä. beschwert werden können. Lichtzelte gibt es in vielen anderen Ausführungen. Im Internet finden Sie auch Anleitungen für den Selbstbau.

Lichtzelt und Stativ für Pflanzenfotografie

Lichtzelt und Stativ für Pflanzenfotografie

Einige sehr nützliche Kleinigkeiten für Pflanzenbilder

Pflanzen stehen in der Natur in aller Regel im Verband, selten als Solitär. Kommen alle diese „Nachbarn“ mit auf das Foto, so können diese leicht von Hauptmotiv ablenken und das ganze Bild zerstören. Sie können das durch die Wahl der richtigen Blende versuchen und oft auch schaffen: Hauptmotiv scharf, alles was davor, dahinter und daneben steht unscharf. Gelingt das nicht, sollten Sie den Hintergrund entsprechend gestalten.

Dazu bietet der Handel Fotokartons in verschiedenen Ausführungen an, die mit einfachen Wäscheklammern an Stöckchen befestigt und hinter das Motiv gesteckt werden kann. Oft bietet es sich auch an, diese Hintergründe an Zweige und Äste von Sträuchern bzw. Bäumen anzubringen. Neben ihrer Funktion als Hintergrund können die Fotokartons auch als Aufheller dienen. Halten Sie besonders helle Kartons so, dass sie Licht auf die Schatten der Objekte werfen und diese aufhellen.

 Fotokartons-2

Fast von jeder Fototour habe ich Pflanzen oder Pflanzenteile mit nach Hause genommen, um sie in meiner Fotoecke zu fotografieren. Damit diese nicht verwelken, habe ich in einer Packtasche meines Fahrrades ein passendes Gefäß mit etwa Wasser und einem Deckel. Wenn ich die Pflanzen erst kurz vor der Heimfahrt schnitt, haben sich diese sehr gut gehalten.

Lichtzelt für Makrofotos >>

Warum ist ein Stativ für Fotos wichtig? Video Bedienung

© Günter Hauschild ist Autor, Fotograf und Biologie-Lehrer in Pension. Stabiles Stativ für Pflanzenfotografie

Autor: Günter Hauschild

Günter Hauschild ist Hobbyfotograf. Seine Begeisterung für die Digitalfotografie verbindet er mit seinem Interesse für die Natur und seinen didaktisch - methodischen Fähigkeiten. Sein "Fotokurs für junge Fotografen" (http://www.vierfarben.de) wendet sich an den Fotografen-Nachwuchs, seine "Naturfotografie - Fotografisch durch die Jahreszeiten" (http://www.it-fachportal.de) an die biologische Interessierten Hobbyfotografen. Hier auf "Fotowissen" schreibt er vorrangig Beiträge zur Naturfotografie.

2 Kommentare

  1. Ich habe eine Nikon D 3100 mit 18-105 mm, Tamron 10- 24 mm, Tamron 90 mm und Nikon 40 mm Makro und Tamron 70-300 mm Objektiv. Außerdem ein Slik -Stativ, Modell Able und einen Fernauslöser von Nikon sowie einen Ringblitz.
    Bin ich mit dieser Ausstattung für die Landschaftsy – und Pflanzenfotografie gut gerüstet ?

    Mit freundlichem Gruß

    Andreas Ebert

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    • Guten Tag Andreas Ebert. Vielen Dank für Ihr Interesse an meinen Beiträgen auf „fotowissen.eu“. Die Ausrüstung, die Sie haben, kenne ich nicht und kann deshalb keine Einschätzung zu deren Qualität geben. Ich denke aber so: Natürlich benötigt man zu Landschafts- und Pflanzenfotografie eine entsprechende Fotoausrüstung, aber das entscheidende ist der Fotograf hinter der Kamera: ob er Motive sieht, wie er seine Bilder gestaltet. Ich könnte Ihre Frage eher beantworten, wenn sie mir Fotobeispiele schicken und nach meiner Meinung zu den Fotos fragen würden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Günter Hauschild (grhauschild@foni.net)

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