Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

JPG oder RAW Format?

Artikel ursprünglich verfasst am 23. März 2016

Soll ich besser im JPG oder RAW Format fotografieren? Diese Frage erreicht uns immer wieder bei *fotowissen. Wir bringen Licht in dieses Thema:
Korrigiertes JPG - JPG oder RAW? Worin soll ich fotografieren?

Korrigiertes JPG

Korrigiertes RAW - RAW JPG, Vergleich JPG RAW Format

Korrigiertes RAW

Moderne Digitalkameras können das JPG Format und RAW Format speichern

Das RAW-Format speichert mehr Bildinformationen

Fehlbelichtungen lassen sich im RAW besser korrigieren

JPG oder RAW Format? Worin soll ich fotografieren?

Was ist besser: JPG Format oder RAW Format? Worin sollten Sie besser fotografieren? Welches ist das bessere Foto? Wie alles im Leben haben beide Formate gute und nicht so gute Seiten, aus denen der Fotograf wählen kann:

Heute kann fast jede digitale Kamera Fotos in JPG oder RAW Format auf die Speicherkarte schreiben. Man kann in den meisten Kameras wählen, ob man JPG speichern möchte oder lieber RAW oder sogar beides gleichzeitig. Dabei wird RAW mehr Speicherplatz auf der SD-Karte oder der CF-Karte benötigen als JPG. JPG hingegen ist ein verlustbehaftetes komprimiertes Format, RAW ist das so genannte Camera-RAW Format. Im Volksmund wird das immer wieder als Negativformat benannt.

Was macht die Kamera?

Die Kamera fotografiert immer in ihrem eigenen digitalen Negativformat. Erst der Computer der Kamera macht daraus ein JPG und „schneidet“ dabei so einige Informationen ab. Auch deshalb ist das JPG kleiner als das RAW und verbraucht weniger Speicherplatz auf der Karte. Es passen mehr Fotos auf die Karte. Nun ist das allein kein Argument für JPG, denn Speicherkarten erhalten Sie heute billig.

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Anders herum formuliert sind im RAW viel mehr Informationen der Fotografie enthalten als im JPG. Aber braucht man diese Informationen? In der Regel benötigt man diese als Amateur nicht. Als ambitionierter oder leidenschaftlicher Amateurfotograf oder als Profifotograf aber doch. Weil man in vielen Fällen hinterher mit Hilfe von Bildbearbeitung schönere Fotos aus dem RAW entwickeln kann und diese später selbst als JPG abspeichert. Hier der JPG RAW Beweis welches Fotoformat das bessere ist:

Warum nicht gleich im JPG Format fotografieren?

Jetzt werden Sie vielleicht fragen, warum nicht gleich in JPG fotografieren, wenn ich doch hinterher sowieso aus dem RAW in JPG konvertiere? Kurze Antwort: Weil man mit der Bildbearbeitung ein besseres JPG aus dem RAW erstellen kann, als es die Kamera erzeugt.

Als Beweis möchte ich Ihnen eine Aufnahme zeigen, die gleichzeitig in JPG und RAW fotografiert wurde. Meine Canon EOS 5D II hat die Dateien beim Auslösen gleichzeitig als „_MG_7178.CR2“ und „_MG_7178.jpg“ auf der CompactFlash-Karte gespeichert. Auf Grund der Dateinamen weiß man später, dass es sich um dasselbe Motiv handelt, aber zwei Formate (RAW und JPG) gespeichert wurden. Ich habe die Datei in Lightroom importiert und sofort umbenannt in „20160323-5013.CR2“ und „20160323-5014.jpg“.

Der JPG RAW Beweis

Beide Aufnahmen sind für diesen JPG RAW Beweis / Vergleich mit Absicht so überbelichtet (+2 EV), dass der Himmel sehr hell ist. Nun kann man in Lightroom beide Bilder um 2 Belichtungseinheiten (-2 EV) herunterziehen, sprich dunkler machen. Dabei stellen wir schnell fest, dass im RAW alles prima aussieht und im JPG nicht mehr so gut. Das liegt daran, dass beim JPG zu Gunsten der Größe die Informationen in den hellen Bereichen des Himmels abgeschnitten wurden, im RAW aber noch erhalten sind.

Im Vergleich sieht man, dass das RAW nach der Korrektur wesentlich besser aussieht als das JPG. Natürlich muss das RAW nach der Bildbearbeitung noch einmal als JPG exportiert werden, um es nutzen zu können.

Wenn Sie mit Ihrem JPG zufrieden sind, gibt es keinen Grund ein RAW zu bearbeiten.

Pro und Contra JPG und RAW Format im Detail

Vorteile JPG

  • Fertiges Foto ohne weitere Bildbearbeitung – Zeitersparnis
  • Kleinere Datei, es passen mehr Fotos auf die Speicherkarte
  • Schnellere Archivierung auf dem Rechner
  • Schnellere Serienaufnahmen zum Beispiel in der Sportfotografie
  • Foto kann nach der Aufnahme sofort angesehen und an Freunde versandt werden / genutzt werden

Vorteile RAW

  • Bessere Rettung von unterbelichteten oder überbelichteten Fotos
  • Mehr Farben und Details
  • Für die Bildbearbeitung besseres Format
  • Farbabgleich wesentlich einfacher (WB – Farbtemperatur)
  • Schärfen so wie der Fotograf es möchte

Fazit JPG oder RAW Format

Der Fotograf kann, wenn er das Foto richtig belichtet auch gerne im JPG Format fotografieren. Dazu ist es wichtig die richtigen Einstellungen an der Kamera zu wählen und das Bild bestmöglich zu belichten. Möchte man aber ein Foto im Nachhinein korrigieren, dann ist ein Negativformat (RAW-Format) besser geeignet. Aus dem RAW-Foto kann man nachträglich ein besseres Foto machen (siehe der RAW Beweis oben)

In der Praxis können Sie auch beide Formate gleichzeitig fotografieren und sich so einen Überblick verschaffen, welches Format das bessere ist. Ihre Kamera speichert in diesem Falle beim Auslösen zwei Formate (JPG und RAW). Dieses Verfahren sollten Sie nur für eine Übergangszeit so handhaben, denn Sie müssen sonst immer wieder neu entscheiden, welches Format Sie später nutzen.

Tipp: Fotografen, die wenig Zeit für Bildbearbeitung übrig haben, nutzen das fertige JPG. Speichern Sie zusätzlich in RAW, dann können Sie einzelne fehlbelichtete Fotos immer noch mal aufwändiger bearbeiten. In einer Software wie Lumina sind Sie aber auch damit in Sekunden fertig.

Trick RAW und JPG

Ein gängiger und guter Trick ist auch die volle RAW Auflösung sowie die kleine JPG Auflösung zu speichern. Das kleine JPG kann dann sofort angeschaut, versandt oder bei asozialen Medien eingefügt werden.

Letztlich ist die Nutzung eines Rechners mit einer guten Fotostruktur und Fotoverwaltung aber sowieso unumgänglich, wenn Sie digital fotografieren. Schließlich müssen die Fotos doch irgendwo gespeichert werden. Dementsprechend möchten Sie sowieso eine Bildbearbeitungssoftware wie zum Beispiel Lightroom, Capture On oder Luminar nutzen, um Ihre vielen Fotos wiederzufinden. In diesem Falle können Sie auch gleich aus einem guten ein hervorragendes Fotos machen und dafür ist RAW in jedem Falle besser geeignet.

Bei Nikon heisst ein RAW: .NEF. Bei Canon ist die Endung .CR2, bei Sony .ARW, bei Panasonic .RW2. Andere Marken haben andere Bezeichnungen:
  • Nikon : .NEF
  • Canon : .CR2 oder .CRW
  • Panasonic: .RW2
  • Pentax : .PEF
  • Fuji : .RAF
  • Olympus : .ORF
  • Sony : .ARW
RAW in JPG zu wandeln bedeutet die Nutzung einer Software, die das leisten kann. Dafür liefern die meisten Hersteller von Kameras eine eigene Software. Auch Bildbearbeitungssoftware von Drittanbietern wie Adobe Lightroom, Capture One, Luminar, OnOne Software, Corel und andere Programme können aus einem RAW ein JPG erstellen. Genau mit diesen Programmen kann man auch ein RAW öffnen und ansehen.

Kostenlose Software für die RAW-Konvertierung haben Sie vermutlich bereits in Ihrem Besitz. Bei den meisten Kameras liegt auch eine Herstellersoftware für die Bildbearbeitung im Kamerakarton. Alternativ können Sie nutzen: Luminar, Capture One, Adobe Lightroom, Adobe Photoshop (Elements), ACDSee Pro, Capture One Pro, DxO Optics Pro, Corel PaintShop Photo Pro, RAW Therapee (kostenlos), Silverfast C Pro und viele mehr.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Welches ist das bessere Foto? Worin soll ich fotografieren? JPG oder RAW Format? Der RAW JPG Beweis.

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

1 Kommentar

  1. Hallo Peter,
    sehr interessant Dein Bericht und die Vergleichsfotos.
    Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
    Die Bilder werden im RAW-Format bearbeitet (wie bei Dir), leider lassen die Programme je nach verwendetem Objektiv hier nicht alle möglichen Korrekturen zu, andere wiederum gehen mir persönlich nicht weit genug.
    Daher werden die im RAW vor-bearbeiteten Bilder erst ins TIFF-Format (16 Bit) umgewandelt. Das geht mit dem RAW-Programm problemlos.
    Diese werden dann mit Photoshop endbehandelt, weil hier mehr Möglichkeiten bestehen. So können hier bestimmte Bereiche besser korrigiert werden, auch Verzerrungen, Farbkorrekturen etc. etc.
    Erst nach der Fertig-Bearbeitung kommt die Umwandlung ins jpg-Format, hier allerdings mit höchster Qualität (bei Photoshop Stufe 12, bei anderen Programmen 100% oder Stufe 10).
    Bei weitreichenden oder zeitaufwendigen Bearbeitungen wird auch die TIFF-Datei abgespeichert.
    So sind auch Panoramen in hoher Qualität möglich, die zwar einen schnellen Computer erfordern, aber mit JPG nicht zu vergleichen sind.
    Aber es ist natürlich sehr zeitraubend und es lohnt nur für wirklich gute Bilder!
    Einen Hinweis noch: Um TIFF ins JPG umzuwandeln, müssen diese vorher auf 8 Bit „zurückgefahren“ werden.
    MfG
    Klaus

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