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American New Color Photography – Faszinierende Farben in Fotos

American New Color Photography
American New Color Photography

American New Color Photography bedeutet faszinierende Farben in Fotos zu sehen. Es begann in den 70er-Jahren in Amerika. Fotografen wie William Eggleston, Stephen Shore, Joel Sternfeld, Mitch Epstein und Richard Misrach, machten den Farbfotografie-Fotostil berühmt. Heraus kamen besondere Bildstile, die noch heute in Bildbänden dieser Fotografen zu entdecken sind. Wenn Sie diese Bildstile inspirieren, können wir Fotografen den Bildstil der American New Color Photography sogar in der Bildbearbeitung nachahmen:

Wie wir Fotografen den Bildstil der American New Color Photography nachahmen können.

American New Color Photography Buch von Stephen Shore
American New Color Photography Buch von Stephen Shore.

American New Color Photography

Was ist die American New Color Photography oder auch New American Color Photography? Unter dem Begriff versteht man den Bildstil (engl.: photography look) bestimmter Fotografen in den 1970er-Jahren. Fotografen wie William Eggleston, Stephen Shore, Joel Sternfeld, Mitch Epstein und Richard Misrach, machten diesen Farbfotografie-Fotolook berühmt. Es ist eine Mischung aus bestimmten analogen Filmen und Entwicklungstechniken im Fotolabor. Die amerikanischen Fotografen nutzten die frühen Möglichkeiten der Farbfotografie, um bestimmte Aspekte der amerikanischen Kultur und Gesellschaft zu dokumentieren.

In der American New Color Photography (kurz: ANCP) belichten Fotografen amerikanische Landschaften, Alltagsgegenstände, Straßen- und Stadtszenen sowie Menschen in ihrem natürlichen Umfeld. Die Verwendung von Farbe in der Fotografie war zu dieser Zeit noch recht neu und wurde in der Kunstwelt wie alles Neue skeptisch betrachtet. American New Color Photography änderte aber die Wahrnehmung der Farbfotografie, als ernstzunehmende künstlerische Ausdrucksform, die ihr einen Platz in der zeitgenössischen Kunst sicherte.

Die Bilder des ANCP-Stils sind geprägt von einer ruhigen, beobachtenden Haltung und zeichnen sich durch ihre authentische Darstellung des amerikanischen Lebens aus. Sie vermitteln ein Gefühl von Melancholie, Intimität und Sinnlichkeit und reflektieren die soziokulturelle Landschaft der USA zu dieser Zeit.

Der Bildstil der New Color Photography

Eggleston und Shore fotografierten tagtägliche Motive des Lebens. Der Bildstil, das Aussehen ihrer Fotos jedoch gab diesen alltäglichen Motiven eine besondere Ästhetik, die nicht jeder sofort begreifen konnte. Es war eine Spannung in den Fotografien, was das Alltägliche zu etwas Besonderem machte.

Susan Kismaric, British Photography from the Thatcher Years (United States: The Museum of Modern Art,1991):

There’s nothing romantic about a small shop with boxes full of fruit stacked out front or cars stopped at a red light, but these photographs evoked a romanticised appeal beneath which there was an ‘insidious, unseen enemy.’

Frei übersetzt:

“Es ist nichts Romantisches an einem kleinen Laden, vor dem Kisten voller Obst gestapelt sind, oder an Autos, die an einer roten Ampel stehen. Aber diese Fotos riefen eine romantisierte Anziehungskraft hervor, hinter der ein „heimtückischer, unsichtbarer Feind“ steckte.” Quelle >>

American New Color Photography
Foto oben: Homage an die American New Color Photography – Nachahmung mithilfe von Bildbearbeitung.

Analoge Filme American New Color Photography

Die Fotografen nutzten diese analogen Filme für ihre Bildästhetik:

  • Kodachrome
    Ein häufig verwendeter Film mit kräftigen und lebendigen Farben, der oft in der Landschaftsfotografie und Straßenfotografie eingesetzt wurde.
  • Ektachrome
    Ein Farbdiafilm (Umkehrfilm), der als Vorbild für viele Fotografen der American New Color Photography diente. Ektachrome bot eine breite Palette an Farben und eine hohe Auflösung.
  • Fujifilm Velvia
    Ein stark gesättigter Film, der für Natur- und Landschaftsaufnahmen bekannt ist. Velvia bietet eine hohe Farbgenauigkeit und einen deutlichen Farbkontrast.

  • Agfa Precisa
    Ein Film mit feinen Kornstrukturen und hoher Farbsättigung, der häufig in der Straßenfotografie und bei Porträts eingesetzt wurde.

  • Polaroid
    Obwohl Polaroid-Kameras nicht die Hauptwerkzeuge waren, verwendeten einige Fotografen der American New Color Photography gelegentlich Polaroid-Filme für ihre Sofortbilder. Dieser Filmtyp erzeugt ein absolut einzigartiges, oft von Fehlern geprägtes, Bildergebnis.

Fotolabor Dunkelkamera Techniken New American Color Photography

Die Fotografen der American New Color Photography betrachteten die Dunkelkammer als einen Ort der kreativen Manipulation und gestalterischen Freiheit. Sie experimentierten mit verschiedenen Druckverfahren, Farbkorrekturen und dem Einsatz von Licht und Schatten, um ihre individuelle künstlerische Vision zu verwirklichen.

In der Dunkelkammer, im Fotolabor wurden neue chemische Prozesse und Techniken entwickelt, um die Farben in den Aufnahmen zu verstärken, zu verändern oder zu manipulieren. Diese Techniken ermöglichten es den Fotografen, den Bildern einen sehr individuellen und emotionalen Ausdruck zu verleihen.

Homage an die American New Color Photography
Homage an die American New Color Photography

Bücher zur American New Color Photography

Wenn Sie wie ich den Look der Bilder lieben, empfehle ich Ihnen diese Fotobücher:

Bestseller Nr. 1
Stephen Shore: Survey bei Amazon
  • Campany, David (Autor)
William Eggleston's Guide bei Amazon
  • Eggleston, William (Autor)
First Pictures bei Amazon
  • Sternfeld, Joel (Autor)

American New Color Photography in der Bildbearbeitung

Doch wie kann man den Effekt der American New Color Photography mit digitalen Kameras hinbekommen? Besteht eine Möglichkeit American New Color für Canon, Nikon, Sony, Olympus, Panasonic, Fujifilm oder etwa Leica-Kameras in der nachträglichen Bildbearbeitung zu erzeugen?

Ich wählte das DxO Nik Plugin Color Efex Pro und speziellen Werte, um den Bildlook zu simulieren. Natürlich handelt es sich um einen Post-Effekt in der Bildbearbeitung und nicht um eine Einstellung Ihrer Kamera. Der Post-Effekt bietet sich vor allem bei Aufnahmen an, die Motive der 1970er-Jahre zeigen. Zumindest sollten die Motive in die Zeit passen können.

*fotowissen Nostalgic Negative Simulation #6 mit NIK-Collection
*fotowissen Nostalgic Negative Simulation #6 mit NIK-Collection

Falls Sie die Nik-Collection von DxO noch nicht besitzen, kann ich sie Ihnen von Herzen empfehlen. Ich selbst nutze aus den sieben Plugins immer wieder verschiedene Funktionen und bin überaus begeistert von den kleinen Helfern, die sich aus Bildbearbeitungs-Software wie Lightroom Classic, Photoshop, C1 oder natürlich auch aus DxO Photolab heraus aufrufen lassen.

NIK Software neue Version >>

Eine Alternative zur Nik-Collection könnte der DxO Filmpack sein, der verschiedenste Filme simuliert. Leider ist hier nichts zum Thema American New Color Photography zu finden. Ich werde aber berichten, sobald eine Lösung verfügbar sein sollte.

NIK Software neue Version >>

Bitte die NIK-Color-Efex-Einstellungen mit rechter Maustaste laden, und bitte geben Sie mir im Kommentar ein Feedback zum Dank:

Download *fotowissen Nostalgic Neg. #6 für Nik Color Efex Pro 4 >>

Wie Sie diese Entwicklungseinstellung in Nik Color Efex Pro 4 importieren:

  1. Entpacken Sie das ZIP.
  2. Starten Sie die Software (Nik Color Efex 4) und gehen unten links im Plugin/Programm auf “Import”.
  3. Wählen Sie die Datei “_fotowissen-nostalgic-negative-#6.np”, dann ist die Einstellung verfügbar für Ihre Fotos.
*fotowissen-Info: In Nik Color Efex 6 ist die Möglichkeit des Imports weggefallen. Auch erkennt die Software bedauerlicherweise nicht die Datei, selbst wenn wir sie in den Preset Ordner der Festplatte legen. Am einfachsten kopieren Sie die oben gezeigten Einstellungen (*fotowissen Nostalgic Negative Simulation #6 mit NIK-Collection) und speichern sich diese in einem eigenen Preset “Nostalgic Negative” oder “American New Color Photography”. Die Körnung passen Sie an die Auflösung an, sprich so viel davon, wie Sie mögen.

*fotowissen Nostalgic Negative Simulation #6 mit NIK-Collection

Das Foto oben zeigt ein Schwimmbad mit American New Color Photography Simulation mit NIK-Collection. 

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – American New Color Photography – Faszinierende Farben in Fotos


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American New Color Photography - Faszinierende Farben in Fotos - *fotowissen
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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

4 Kommentare

Bitte schreiben Sie einen konstruktiven Kommentar. Links sind nicht gestattet. (Tipp: Kopieren Sie Ihren Text vor dem Absenden zur Sicherheit).

  • Lieber Peter,

    vielen Dank für diesen ungemein inspirierenden Artikel. Ich denke, dass der Look sehr gut zur ein oder anderen Art meiner Fotografien passt. Ich habe mir es gleich auf meine „Creative To Do“ Liste gesetzt.

    Liebe Grüße
    Bernhard

  • Hallo Peter Roskothen! Da die Darstellung der Seite im Augenblick geht (haben darüber mailverkehr) meine Anmerkung zu American New Color Photography.
    Ich bin begeistert davon. Danke für den Hinweis. Mache es mit Nik-Colletion 4 in Affinity Photo. Aufnahmen mit x100v oder Canon M5- Bei allen funktioniert es ausgezeichnet. Also vielen Dank für den Artikel.
    Herzl. Gruß Ragnar Manneck

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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