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Bolide gegen Mikro – Oder wieviele Pixel brauche ich?

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?
Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Es gibt Tage, da scheint das Gehirn auszusetzen: Einem guten preisgünstigen Angebot kann auch ich nicht widerstehen. Es geht hier um die kleine Systemkamera OMD E10 Mark II von Olympus. Diese wurde zum Jahreswechsel 2019/2020 für nur 299 Euro von Olympus angeboten, wogegen der örtliche Fachhandel noch 799 Euro verlangte.

Ein Schnäppchen? Klar, denn zu dieser Zeit gab es die Mark III schon länger und auch von der Mark IV war schon in den „Rumours“ zu lesen.

Egal. 299 Euro sind schon einmal ein Experiment Wert, zumal wenn das Objekt nachher bei einigen Plattformen mit nur geringem Verlust verkauft werden kann.

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Die Kamera kam gut verpackt und mit einem Kitobjektiv 12-42 (umgerechnet auf KB 24-84) an. Akku und Netzladegerät waren ebenso dabei wie eine Kurzbeschreibung.

Nun hatte ich ja bereits die OMD-E1X  und die OMD-E1 Mark II getestet und kannte von daher schon das Menü und deren Struktur, die ähnlich wie bei Sony gerne interessante Features in Unterpunkten regelrecht versteckt. Doch die technischen Daten lassen aufhorchen: 8,5 Bilder/Sekunde, da können meine Vollformater Nikon D850 und Canon 5DsR einpacken. Selbst die Nikon Z7 ist mit 9 Bildern/Sekunde bei einem zehnfachen Preis kaum besser. Nur Canons R5 kann mit 20 Bildern/Sek. hier aufholen. Aber das allein ist ja nicht ausschlaggebend, auch dass meine D850 bei 15 RAW-Bildern in Folge schlapp macht, hier bei der kleinen OMD-E10II sind es 22 (!).

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Nun, genug der Vorrede. Ein paar Bilder zeigen deutlich, dass 16 MP eben nicht 45 oder 50 MP sind, aber 45 MP haben im Vergleich zu 16 MP nicht den dreimal größeren Chip, effektiv sind es nur 1,7fach (Wurzel aus 3). Also relativiert sich das Ganze. Das zeigt auch deutlich das Vergleichsfoto, es ist kaum zu unterscheiden, welches Bild mit welcher Kamera gemacht wurde:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?
Wer erkennt den Unterschied?

Es handelt sich hierbei (oben) um Ausschnitte, die auf die gleiche Größe gebracht wurden. Beide Kameras waren auf einem Stativ und wurden gleichzeitig ausgelöst.

Bei der normalen Fotografie fallen die Unterschiede fast überhaupt nicht auf, klar, Nikon, Canon, Sony, Fuji u.a. haben jede Menge 24-MP-Kameras im Programm. Und von 24 MP ist die kleine OMD-E10II noch weniger weit entfernt. Daher könnten die folgenden Bilder auch mit deutlich teureren Kameras entstanden sein:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?
Zug der Brockenbahn ausfahrend aus Drei Annen Hohne

Was beim Kitobjektiv auffällt, ist das Signal rechts im Bild, was etwas nach links kippt, obwohl die Kamera mit der eingebauten Wasserwaage im Lot stand, hier der rechte Rand:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Und hier die Lok allein:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Ich würde sagen, die Ergebnisse lassen sich sehen, selbst bei 10mal teurerem Equipment ist da nicht viel mehr  herauszuholen.

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Ein Bett im Kornfeld

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Diese Blüten des Löwenzahns wurden ausgerissen, doch das störte sie weniger, sie wurden „notreif“, um so noch ihren Samen zu verteilen:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Aber auch die kleine Kohlmeise ließ sich problemlos ablichten, weil die Kamera sehr leise auslöst:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?
Und hier die 1:1-Version zu dem Bild davor (ist natürlich gemein, weil hier jeder noch so kleine Fehler bestraft wird)

Okay, der Autofokus ist nicht so gut, hier bedarf es noch etwas Feinarbeit in den Einstellungsoptionen. Im Gegenzug dazu ein anderer Vogel mit der Panasonic G9:

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?
Mal ein Bild, welches mit der Panasonic G9 entstanden ist (die Kamera ist auch deutlich teurer), auch ein 1:1-Ausschnitt

Es hing natürlich auch davon ab, wie ruhig das Vögelchen letztendlich während des Auslösens geblieben ist.

Bolide gegen Mikro – oder wieviel Pixel brauche ich ?

Die Vogelbilder entstanden nicht mit dem Kitobjektiv, sondern mit dem 12-200 von Olympus. Dieses (obere) Sonnenuntergangsbild mit dem 8-16 von Panasonic. Bei 8 mm zeigen sich allerdings leicht gebogene Strukturen, die sich allerdings mit einem guten Bearbeitungsprogramm reduzieren liessen.

Bis ISO 800 gab es gar keine Probleme, erst mit Werten über 2000 sollte ich vorsichtig sein. Aber das ist Jammern – angesichts des Preises – auf höchstem Niveau.

Insgesamt gesehen bin ich positiv überrascht, es muss also gar nicht eine  super-teure edel-knack-Kamera sein, es kommt letztendlich mehr aufs Motiv an. Und dabei ist es egal, ob nun eine Olympus, Fuji, Panasonic, Canon, Nikon oder Sony oder oder ins Spiel kommt. Wichtig ist, die Kamera zu beherrschen und sie so zu bedienen, dass optimale Ergebnisse herauskommen.

Wie zu beweisen war, machen die kleinen Kameras im MFT- und APS-C-Format nach wie vor einen guten Job, es müssen nicht immer teure (und schwerere) Vollformatkameras sein, für die „normale“ Fotografie reichen sie aus.

Und wer sich für diese kleine Kamera entschieden hat – oder entscheiden wird, ich denke mal zum “BlackFriday” wird sie auch wieder zu einem ähnlich günstigen Preis zu haben sein – der hat doch nichts falsch gemacht?

Bleibt gesund mit Abstand

Euer Klaus

 

PS.: Wie ich gehört habe, will die Fa. Olympus, die ja ihre Kamerasparte verkauft hat, dafür sorgen, dass der Service und die Garantie-Leistungen sicher durchgeführt werden.

PPS.: Die aktuelle OMD-E10 Mark IV wird ohne Objektiv zur Zeit für 699 angeboten, sie hat nun einen Sensor, der mit 20 MP auflöst.

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Über den Autor

Klaus D. Holzborn

Freiberuflicher Fotograf seit 1964, fotografiere gerne Landschaft und vor allem Eisenbahnen, aber genauso gerne anderes. Zur Zeit besteht die Hauptaufgabe darin, die "alten" Bilder zu digitalisieren, aber trotz allem nehme ich mir die Zeit für aktuelle Aufnahmen.

4 Kommentare

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    • Lieber Peter,
      danke für den Hinweis.
      Klar haben die Vollformater und die “hochpixeligen” Kameras unbestreitbar ihre Vorteile, gerade bei Postern und/oder wenn Ausschnitte aus den Bildern erforderlich werden.
      Deshalb sind bei mir immer noch die D850 und 5DsR im Einsatz. Wenngleich sich diese Einsätze auch bedingt durch das deutlich geringere Gewicht der OMD-10-MarkII erheblich reduziert haben.

      Doch etwas anderes wichtiges hatte ich vergessen zu erwähnen (obwohl das für alle spiegellosen Systemkameras zutrifft): Ein zweiter Akku im Gepäck ist bei längeren Ausflügen regelrecht Pflicht. Nur ist der Original-Akku bei Olympus in Relation zum Kamerapreis sehr teuer, so dass ein Ersatz-Akku von anderen Herstellern (siehe amazon.de) sich geradezu anbietet.

      Herzlichst, Klaus

  • Ich bin der selben Meinung wie der Autor. Voll – und Mittelformat sehe ich ausschliesslich im gut bezahlten Profibereich bei Studio und Modeaufnahmen sowie in der künstlerischen Fotografie. F¨ür die normale Fotografie ist es einfach zu teuer und wird die Investition nie mehr einspielen. Die Bilder ändern sich kein bisschen wenn man mit teurem und schweren Equipment unterwegs ist. Sie ändern sich mit interessanten Perspektiven und guter Beleuchtung. Das Bild von der Lokomotive verdeutlicht das gut.
    Für das Geld eines VF Boliden bekomme ich eine komplette MFT Ausrüstung vor allem dann wenn man auf gebrauchte Objekte zur¨ckgreift. Meine Lumix G80, das Panaleica 8-18, das Sigma 1.4 30mm sowie das Olympus 1.8 45mm haben mich gebraucht etwas mehr als 1000 Euro gekostet.
    Youtube und Blogs halten uns permanent in dem Glauben, nur grösser, teurer und schwerer lassen und gute Fotos machen. Es ist aber nicht das Werkzeug, welches die Bilder macht sondern unsere Ideen lassen Bilder entstehen. Neben der Kamera und guten Linsen braucht man Stative, Reflektoren und Licht. Ganz wichtig sind gute Kenntnisse in der Bildbearbeitung, denn nur mit dieser lässt sich aus einem guten Foto ein Topfoto machen.

  • Lieber Klaus
    …… eigentlich habe ich (75, Industriefotograf) bereits genügend Kameras, bin aber auch seit meiner Kindheit leidenschaftlich mit dem Zauber der Fotografie verbunden. Nun also, da kam im Mai 2020 ein Mail von Olympus bei mir an. Angeboten wurde die genannte OM-D E-M10MkII zum Komplettpreis von SFr. 333.– ? Da war ich zuerst verunsichert, ob das wohl wahr sein kann. Ich wusste schon dass es bei Olympus geschäftliche Veränderungen gibt. Mit Olympus war ich in die digitale Fotorafie eingestiegen und habe schon mit dem erscheinen der E-1 (die habe ich heute noch) bald gemerkt dass, obwohl nur 5 MP, tolle Bilder aus dem FT-Sensor kommen, die mir auch heute noch gefallen. Dass diese Olympus-Linsen etwas besonderes sind, bestätigt sich heute mit den MicroFT-Bildern. So habe ich mir dann diese OM-D E-M10MkII bestellt und nach 3 Tagen war der originale,schwarze Karton da.
    Was ist das für ein feines kleines Schmuckstück, ein richtiges kleines Kunstwerk das man nicht mehr weglegen mag. Bereits das leichte, kleine 14-42mm Kit-Objektiv liefert so fantastische Fotos, dass ich es sicher nicht verkaufe. Kurz darauf kam dann noch ein 40-150mm dazu. Fantastisch, wie leicht und Kompakt alles zusammen ist. In meiner Schimansky-Jacke mit großen Taschen hat alles Platz inkl. Reserveakkus. Das macht so richtig Spass, das grosse, schwere PhaseOne oder Canon Geschirr bleibt in der Vitrine, aber die Bilder die ich vom Stadbummel oder aus dem Studio mit nach Hause bringe, lassen mich staunen, selbst wenn ich diese bis DIN A0 ausdrucke. Da glaubt mir kaum ein Kunde, dass diese Bilder aus einer mFT -Kamera kommen. Das war ein guter Kauf und eine wertvolle Erfahrung, dass es auch ohne Boliden möglich ist eine gute Arbeit zu machen. Also: Preis / Leistung TOP

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