Buchrezension Fotografie

Buchrezension: A. Schulz: Architekturfotografie

Diese Buchrezension beschäftigt sich mit dem Buch von A. Schulz: Architekturfotografie. Mein persönlicher, sehr positiver, Eindruck vom Buch wird beschrieben. Der Inhalt wird kurz wiedergegeben.

Dieser Frau muss geholfen werden!

Cover A. Schulz ArchitekturfotografieJa, ich weiß, die Architekturfotografie ist eigentlich so gar nicht das Genre, in dem ich mich auskenne oder gar sicher fühle. Ganz im Gegenteil! Aber kennen Sie das nicht auch? Stellen Sie sich vor, ich bin unterwegs, vielleicht im Urlaub, oder einfach auf einem fotografischen Spaziergang, und dann passiert es. Ich sehe ein Gebäude und fühle mich angesprochen, schon möchte ich es ablichten. Tja und dann zu Hause passiert am PC, beim Sichten der Fotos, das Unausweichliche. Ich bin unzufrieden, die Linien stürzen und ich muss mir ernsthafte Sorgen um die Statik und Standfestigkeit des Gebäudes machen. Doch nun naht Hilfe, Antworten auf meine Fragen und Unzufriedenheit kündigen sich in Form eines Buches an! Auf geht’s, es kann nur besser werden!

Adrian Schulz: Architekturfotografie. dpunkt.verlag. Heidelberg 2019

Ich muss es vorweg gestehen, ich liebe die Publikationen aus dem dpunkt.verlag. In der Regel sind sie vom Einband, über die Abbildungen und natürlich auch inhaltlich erste Sahne, durchweg empfehlenswert und gut lesbar. So auch das vorliegende Werk von Adrian Schulz, der mich mit auf seine Reise durch die Architekturfotografie nimmt. Doch ich will nicht zu weit vorgreifen.

Inhalt Buch Architekturfotografie

A. Schulz startet zunächst mit einem geschichtlichen Abriss über die Architekturfotografie. Das mag sich zwar recht dröge anhören, grundsätzlich fasst sich der Autor aber kurz und schafft es einen durchaus interessanten Bogen zu spannen. Er startet bei ursprünglich malerischen Abbildungen architektonischer Besonderheiten und arbeitet sich dann auf wenigen Seiten durch die Geschichte der Kamera bis hin zu den epochalen Erscheinungsformen der Architekturfotografie.

Es folgt ein sehr ausführlicher Überblick über die Fototechnik, im Sinne der aktuellen Möglichkeiten. Bereits hier zeigt er entsprechend der gewählten Kamera, Objektive, Einstellungen, Speichermedien, Filter etc. auf, welche Vor- und Nachteile, aber auch welche Probleme die jeweilige Wahl mit sich bringen. Die Kapitel sind so aufgebaut, dass man sich gut jene heraussuchen kann, die den individuellen, aktuellen Bedarf treffen. Das ist für mich als Leserin ein großer Pluspunkt, denn ich bin nicht sehr technikaffin und von solchen Kapiteln schnell überfordert. Eine gute Grundstruktur der Unterkapitel ermöglicht mir den spontanen Zugriff auf die Themen, die gerade anliegen.

Dann geht’s ans Eingemachte, die Aufnahmetechnik. Ich muss (rein subjektiv) sagen, mehr geht nicht! Alle Facetten der Architekturfotografie die ich mir denken oder nichtdenken kann, werden hier behandelt und gut verständlich erklärt. Seien es Hinweise zur Motivwahl, zu Perspektiven, zu den bereits beklagten stürzenden Linien, zur Wahl des Standortes von dem ich aufnehme, über Brennweiten, Formate, Kompositionen, Einstellungen, Filter – hier wird mir alles, aber auch wirklich alles erklärt. Und wider Erwarten finde ich es sogar spannend! Überaus informativ und verständlich werden z.B. die verschiedenen Perspektiven dargestellt, sowie Für und Wider diskutiert. Ergänzend folgen Hinweise zu Besonderheiten wie der Architektur im Innenraum, der Landschaftsarchitektur, Drohnenaufnahmen, den Einflüssen von Wetter und Tageszeit. Abgerundet und beendet wird dieses Kapitel, was gut gern 150 Seiten einnimmt, von kreativen Tipps für besondere Architekturfotografien.

Nach der Aufnahmetechnik darf natürlich die digitale Bearbeitung nicht fehlen, um den Prozess zu beenden. Auch hier wird wieder mit den Grundlagen gestartet, so dass ich Informationen zu Hardware, aber auch zu den Dateiformaten (Vor- und Nachteile), dem Workflow und anschließend zu den Möglichkeiten und Grenzen der Bearbeitung erhalte. Ein gelungener Rundumschlag, der auch die HDR Fotografie und die Zusammenstellung von Panoramen gut erläutert und auch hier nochmals kreative Ideen vermittelt.

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Mein persönliches Fazit – Buch Architekturfotografie

Ja, ich gebe es zu. Ich habe wenig Interesse an Technik, sei es die Kameratechnik oder die Aufnahmetechnik. Schnell fühle ich mich überfordert und suche eher das Weite statt die Auseinandersetzung. Aber dieses Buch hat es geschafft, meine Fragen so zu beantworten, dass selbst ich die technischen Aspekte verstehen und nachvollziehen kann. Für mich liegt darin die große Kunst. Ich fühle mich gut abgeholt, bin gefordert aber nicht überfordert und habe Lust, die Kapitel tatsächlich zu Ende zu lesen. Und, das Buch schafft es, mich für die Architekturfotografie zu begeistern, statt solche Aufnahmen eher zufällig, oder am Rande, “mitzunehmen”.

Ich habe so viel gelernt! Hier einige Beispiele:

  • Ich weiß jetzt um die Wirkung und Bedeutung verschiedener Perspektiven und Fluchtpunkte.
  • Ich weiß jetzt warum – wann – welches Format seinen optischen Zweck erfüllt.
  • Ich weiß welche Art der Architekturfotografie mir persönlich eigentlich am meisten liegt.
  • Ich weiß jetzt was ich sowohl bei der Aufnahme, als auch bei der Bearbeitung am PC bedenken kann, um stürzende Linien zu vermeiden oder halt am Ende doch noch zu reduzieren.

Hier noch einige mal mehr und mal weniger gelungene Beispiele aus meiner Praxis.

Mich nimmt dieses Buch sehr gut mit auf die Reise durch die vielen Facetten der Architekturfotografie. Die Fotografien erläutern und unterstützen die Erklärungen gut und verständlich. Nach der Lektüre habe ich einen umfassenden Überblick über das Genre bekommen und habe unzählige Ideen, mich auch kreativ auszuprobieren. Für Einsteiger in die Architekturfotografie (wie mich) eine absolute Bereicherung, ein umfassendes Grundlagenwerk welches ich nicht mehr missen möchte.

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Über den Autor

Maike Lehmann

Ich fotografiere mit einer Nikon D610 und versuche mich in die digitale Fotografie und die verschiedenen Genres einzuarbeiten. Ich bin fasziniert von der Makrofotografie, versuche aber auch bewusst Abstecher in verschiedene andere Bereiche zu unternehmen. Früher habe ich gern gemalt und gezeichnet, es scheint als würden sich meine Vorlieben für Aquarelle und den Impressionismus auch in den Fotografien wiederfinden können. Ich bin auf der Suche nach meinem eigenen Stil und finde diesen Weg sehr spannend. Schaut gern bei Instagram vorbei: mai_leh
Ich freue ich über eure Kommentare!

2 Kommentare

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  • Hallo Maike,

    danke für die sehr gute Buchrezension. Ich freue mich sehr, dass Dich das Buch abgeholt hat, denn Du fotografierst ja viele Gebäude. Deine Fotos gefallen mir sehr! Insbesondere 6/13, 11/13 und 12/13 sind der Hammer. Es kommen in diesen Bildern viele abstrakte Elemente zusammen und Du hast das sehr gut gesehen. Ich bin der Meinung, dass 11/13 hervorragend gestaltet ist. Kompliment.

    Herzlich,
    Peter

    • Hallo Peter!
      Herzlichen Dank für das Kompliment!
      Ja, die 6 ist schon ein besonderes Bild, es ist in Hongkong entstanden und die dortigen Wohnverhältnisse sind für europäische Gemüter doch sehr beeindruckend. Hier sieht man eine gut situierte Wohngegend… Ansonsten hat mir die Lektüre verdeutlicht und erklärt, in welchem Genre der Architekturfotografie ich mich wohl fühle. Das zeigt die 11 sehr deutlich.
      Herzliche Grüße,
      Maike

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