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Straßenfotografie mit dem Nürnberg Unposed Collective

Straßenfotografie mit dem Nürnberg Unposed Collective

Meine Straßenfotografie mit dem Nürnberg Unposed Collective fand, wie der Name schon erahnen lässt, kürzlich gemeinsam in Nürnberg statt. Die Idee, uns sozusagen “außer der Reihe” zu treffen, und für einen Tag zum Street-Fotowalk in Nürnberg aufzubrechen, resultiert im Grunde aus meiner Teilnahme an „Meet & Street 2023“. Diese große Veranstaltung wurde ja bekanntermaßen vom Nürnberg Unposed Collective ausgerichtet. Dazu finden Sie hier bei *fotowissen.eu übrigens auch einen entsprechenden Beitrag. In diesem Artikel möchte ich Ihnen gerne davon berichten, wer oder was, das Nürnberg Unposed Collective überhaupt ist, welche Intention und Ziele sie in der Street Photography verfolgen, und wie sich das aus meiner Sicht alles ineinander fügt. Überdies habe ich einige Fotografien des Tages in Nürnberg für Sie mitgebracht, die meinen Blick in die Straßen dieser Stadt zeigen. Die JPEG-Belichtungen sind entstanden mit der FUJIFILM X-T2 + XF 35mm F1.4 R.

Nürnberg Unposed Collective

Das etwa 5 Jahre existierende Nürnberg Unposed Collective besteht aktuell aus 8 Mitgliedern, die ihren Teil dazu beitragen möchten, Street-Photography/Streetfotografie sichtbarer zu machen. Ihnen geht es nicht darum, im Internet bloß plakativ heraushängen zu lassen, was man könnte oder möchte. Es geht eher darum, auf Basis guter Grundlagen Freundschaften zu pflegen, und dabei jeden auf seine Art zu schätzen, der sich, wie auch immer, einbringen möchte. Von ihren Hauptberufen und den individuellen Stils ihrer Streetfotografie unterscheiden sie sich, wie alle anderen Fotografierenden auch. Doch wie der Begriff schon sagt, haben sie daraus dieses kollektive, gemeinschaftliche Miteinander werden lassen.

Lässt man sich erst ein auf das, was Nürnberg Unposed zu erzählen hat, erkennt man schnell, dass es gut gelungen zu sein scheint, Herausforderungen zu meistern, Gemeinsames auf die Beine zu stellen, und als Kollektiv zusammenzuwachsen. Mir als oftmals alleine tätigem Street Photographer macht es Spaß, für einen Tag lang teilhaben zu können daran, wie völlig unterschiedliche Menschen, mit völlig unterschiedlichen Stils in der Streetfotografie, gemeinsamen Konsens finden und etwas richtig Cooles daraus machen. Und meinem Eindruck nach gelingt das auf beste Weise.

Neben ihrer eigenen Fotografie ist Vernetzung ein großer Baustein ihrer Arbeit, und diese geht mittlerweile über Deutschland hinaus. Abgesehen von eigenen Ausstellungen und ihren Teilnahmen an diversen Veranstaltungen im Bereich Street/Fotografie, pflegen sie gute Kontakte zu Einzelpersonen, die sich engagieren und im Bereich Streetfotografie sichtbar unterwegs sind. Wer etwas tiefer in die Materie des Nürnberg Unposed Street Collectives eindringen möchte, findet auf deren gut gemachter Webseite detaillierte Informationen zu den Personen, ihrer jeweiligen Fotografie, den vergangenen und zukünftigen Aktionen, und ein gutes Paket Runduminformationen zur Streetfotografie und deren Szene in Deutschland.

Sollten Sie also in der Nähe Nürnbergs unterwegs sein, und Interesse an der Streetfotografie haben, versäumen Sie nicht, beim NUC vorbeizuschauen. Und falls Sie sonst wo in Deutschland aktiv sind, würde es mich freuen, auch auf die Webseiten und Publikationen der vielen anderen Kollektive zu schauen, die es in der Fläche mittlerweile gibt, denn sie sind es allesamt wert!

Gemeinsame Straßenfotografie in Nürnberg

Wo wären wir, und zwar unabhängig von der Fotografie, ohne unsere Kontakte? Eigenmotivation ist das eine, aber woraus resultiert der Rest? Der positive Impuls guter Kontakte, Netzwerke, oder eben auch eines Kollektives, ist hinter verschlossenen Türen kaum erreichbar. Unser gemeinsamer Street-Fotowalk in Nürnberg hat mir noch einmal ganz deutlich gezeigt, wie bedeutsam Vernetzung gerade auch in der Street Photography ist. Und was noch wichtiger ist: Es ist eine ziemlich coole, schöne, höchst persönliche Angelegenheit! Und so sind wir in lockerer Runde mit wechselnd 5-10 Leuten losgezogen. Gerne habe ich mich bisschen dran gehängt, und mir zeigen lassen, wo, und vor allem wie die Nürnberger ihre Streetfotografie verstehen und betreiben. Mir fällt sofort auf, wie Mentalitäten die Vorgehensweisen prägen. Mal versteckt, mal etwas progressiver, findet das eine oder andere Motiv seinen Weg auf die Speicherkarte, bzw. auf den Film. Denn es geht auch analog zur Sache!

Nürnberg Unposed Collective
Nürnberg Unposed Collective

Natürlich, wir möchten fotografieren. Für Small Talk und den Besuch in einem Café, dem LEICA- & FUJI-Store bleibt dennoch Zeit genug. Als große Abschlussgeste werde ich ganz kollektiv mitgenommen zur Roten Galerie. Dort fand die Vernissage von DAMN statt. Dahinter verbergen sich 4 Frauen, die als Fotowalk-Mitglieder seit 2 Jahren unterwegs sind, und ihre zweite Ausstellung präsentieren. In diesem feierlichen, lockeren, schönen Rahmen geht dann ein Tag zu Ende, der für mich einfach zu wenig Stunden hatte. Und während ich mein Quartier für die Nacht aufsuche, denke ich noch nach über das, was jede/r Einzelne von uns für sich erarbeiten, in Erfahrung bringen, und tatsächlich umsetzen kann, wenn die Bedingungen stimmen. Bedingungen, die nicht von alleine kommen, sondern Mut, Einsatz und Leidenschaft benötigen.

Fazit und Dank an das Nürnberg Unposed Collective

Meinen Artikel möchte ich gerne im Sinne aller verstanden wissen, die viel für die Streetfotografie tun, und das über den Tellerrand hinaus. Ob wir nun fotografieren, oder journalistisch tätig sind, oder beides, ist irrelevant. Mir ist wichtig, deutlich zu machen, dass es eine lebendige Szene Straßenfotografie gibt. Ob Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Nürnberg, oder sonst wo, diese Szene lebt! Um das selbst zu erleben, möchte ich Sie ermutigen, sich aufzumachen, wenn Ihnen danach ist. Hier bei *fotowissen.eu schreibe ich weiterhin zum Thema. Doch schauen Sie bitte auch in die Kollektive und Fotowalk-Communities hinein, es begeistert in jedem Fall. Als Starthilfe finden Sie eine wahrscheinlich nicht vollständige, aber für den Anfang gut gesetzte Übersicht der mir bekannten Webseiten anderer Street Kollektive, die sich anzuschauen sicherlich lohnt:

https://berlin1020.com/

https://collateraleyes.com/

https://nürnbergunposed.de/

https://offperspective.de/

https://offperspective.de/

https://www.streetcollective.hamburg/

https://www.streetphotographycologne.com/

https://germanstreetphotography.com/

Mein persönlicher Dank richtet sich in erster Linie an das Nürnberg Unposed Collective, vor allem für den erkenntnisreichen Tag, und die Möglichkeit zu diesem Artikel. Mein Dank und Gruß geht aber auch raus an euch Aktiven, die ihr uns mit Öffentlichkeitsarbeit, Initiativen und euren tollen Fotografien immer wieder motiviert, Street Photography zu betreiben. Wir brauchen Euch, aber wir brauchen uns auch alle gegenseitig, um diese wunderbare Facette der Fotografie lebendig, erlebbar, und nachhaltig gut zu machen.

Mit den besten Grüßen von der Straße,
Dirk Trampedach

Sollte sich wider Erwartens eine Person auf den künstlerischen Straßenfotos finden und mit dieser Veröffentlichung nicht einverstanden sein, melden Sie sich bitte im Kontakt und wir entfernen das Foto gerne prompt. 

© Dirk Trampedach, Journalist für Fotografie bei *fotowissen – Straßenfotografie mit dem Nürnberg Unposed Collective

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Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Foto-Themen, denen ich mich gerne widme, sind Berichte von Touren im VW T3 WESTFALIA, Street Photography, sowie Storys um klassische Automobile und deren Besitzer. Wenn Sie mehr über mich erfahren möchten: www.dt-classics.de.

6 Kommentare

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    • Hallo Richard,

      danke für ihre Begeisterung!

      Wenn Großraum Nürnberg/Erlangen ihr Revier sein sollte, finden sich sicher Gelegenheiten zu Kontakten, Ansprechpartner finden sich ja mittlerweile reichlich.

      Freundliche Grüße, Dirk Trampedach

  • Schöner Übersichtsartikel zur Streetfotografie und anregende Gedanken zur kollektiven Streetfotografie. Was ich als Nicht-Profi NIE fotografieren würde sind randständige Personen, von denen es hier einige Bilder gibt.
    Dieses Thema gehört für mich in die Reportage-Fotografie und in den Rahmen eines Projekts, das sich explizit und vertieft mit der Situation randständiger Personen auseinandersetzt und diese auch in das Projekt einbezieht.
    Es wäre für mich spannend zu erfahren, wie Sie diese Thematik sehen.
    Mit freundlichem Gruss
    Mandi

    • Hallo Mandi,

      vielen Dank für das Interesse am Artikel, und ebenso bedanke ich mich für den Gedankenanstoß.

      Gut stehenlassen kann ich individuelles Vorgehen bzgl. Motiven und Situationen, die fotografiert und präsentiert werden. Ob das ein Amateur, oder ein Profi macht, ist glaube ich weniger bedeutsam. Was das Zeigen von sogenannten Randgruppen anbelangt, fängt meine Betrachtung dahingehend an, wirklich mal zu fragen, wer das eigentlich festlegt. Nahezu keiner, der in vermeintlichen Randgruppen ist, hat für sich entschieden, Mitglied einer Randgruppe zu sein. Die Ausgrenzung aus der Masse an den Rand ist keine selbstbestimmte Sache. Sie geschieht durch „uns“.

      Durch die Betrachtung meiner Fotos, und die Deutung, Randgruppen unangemessen zu zeigen, potenziert sich leider diese Sicht der Dinge. Durch Nichtzeigen, Weglassen, oder diffuse, indirekte Dokumentation von vermeintlich Randständigen geschieht leider erneut Ausgrenzung. Ich möchte gerne einen Blick auf alle Menschen zu legen versuchen, der dem vorbeugt. Natürlich ist es dennoch legitim, für sich zu entscheiden, was man fotografieren und zeigen möchte. Aber wenn wir propagieren, Gleichheit und Wertfreiheit anzustreben, dürfen wir streng genommen nicht gleichzeitig ein (fotografisches) Verhalten teilen, das genau diese Ränder definiert.

      Vielleicht gehört eher dazu, dem Ungewohnten und der Verunsicherung entgegenzutreten, die solche Fotos immer noch auslösen, und die Fotografie dahingehend positiv zu nutzen, den Blick darauf zu ändern, die Menschen selbstverständlich ins Bild zu holen, und in unseren Köpfen diese Ränder aufzulösen.

      Danke nochmals für die anregenden Gedanken!

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

      • Hallo Dirk
        Lieben Dank für die ausführliche Antwort. Sehr vieles davon ist für mich nachvollziehbar. Die Antwort ist sehr gut formuliert, aber in gewissen Teilen fühle ich mich falsch verstanden. Es gibt in der Menschenfotografie Bereiche, in denen besondere Sorgfalt geboten ist, dazu gehören Kinder, Obdachlose, Behinderte, Menschen in verfänglichen und unvorteilhaften Situationen (z.B. Betrunkene). Hier braucht es viel Sorgfalt, eine ethische Haltung, welche die Menschenwürde und die Persönlichkeit achtet und aus meiner Sicht auch das Einverständnis der Betroffenen. Das habe ich mit „professionellem“ Vorgehen gemeint. Das die Betroffenen dadurch erst recht stigmatisiert würden ist für mich nicht stichhaltig und nicht ganz nachvollziehbar.
        Ich jedenfalls werde weiterhin als Streetfotograf durchaus Menschen auf der Strasse fotografieren – auch mit einer gewissen Prise Frechheit – aber ich werde weiterhin dem „exotischen“ Reiz der Darstellung von Obdachlosen, Behinderteren, … widerstehen, ausser es handle sich um eine Reportage, die sich vertieft und unter Einbezug der Betroffenen mit deren Situation auseinandersetzt.
        Und zum Schluss: Wahrscheinlich liegen unsere Grundhaltungen gar nicht weit auseinander, aber ich hätte 2, 3 der oben gezeigten Bilder als Dokumentation eines Streetwalks hier nicht eingestellt.
        Mit lieben Grüssen
        Mandi

      • Hallo Mandi,

        deine Sicht der Dinge kann ich gut nachvollziehen, weit auseinander wird das auch nicht sein. Ich nehme deine Kritik ernst, werde einfach mal 2 Fotos rausnehmen, das ist nichts, was einzementiert ist, und denke das Ganze nochmal in Ruhe für mich durch.

        Einen schönen Abend, und weiterhin “Gut Licht” auf der Straße!

        Liebe Grüße, Dirk

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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