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It´s not dark yet – *fotowissen Bild der Woche

it´s not dark yet - Foto: Dirk Trampedach - *fotowissen Bild der Woche

Mein Foto trägt den Titel “It´s not dark yet”, und das ist ein Song von Bob Dylan. Er ist kürzlich 80 Jahre alt geworden, eine lange Spanne davon auf der Bühne. Seine Stimme mochte ich nie, wohl aber einige seiner Songs, und die Bilder darin. Ich interpretiere einige seiner Lieder seit Jahren, dieser Song gehört absolut dazu.

Das Foto ist ein klassisches Selbstportrait. Ich habe viel herum experimentiert, denn ich wollte gerne den Titel, wie auch “ein bewegtes Musikerleben” abbilden. Und es sollte nicht statisch, sonder nach “Bühne” aussehen. Als Stilmittel dafür habe ich die Unschärfe gewählt. Also…leicht gewackelt…viele Male, gefühlt tausende Einstellungsvarianten, bis es mir endlich gefiel. Puh, das war eine echte Expedition ;-)

Das Ergebnis ist entstanden mit der X-T2 und einem PENTACON auto 2,8/29mm. Belichtet habe ich bei ISO 200, 1/75sec., f4,5

Herzlich, Dirk

Foto: Dirk Trampedach

Geschrieben von:

Bild der Woche (Wahl der Redaktion)

Die *fotowissen Redaktion veröffentlicht das Bild der Woche, welches Leser zur Publikation eingesandt haben. Nicht alle eingesandten Fotos werden veröffentlicht. Wir publizieren grundsätzlich besondere Fotos, die herausstechen. Die einsendenden Fotografen werden gebeten, die Kommentare unter ihren Fotos zu lesen und zu kommentieren, da sich viele Leser große Mühe mit einer konstruktiven Rezension machen.

11 Kommentare

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  • Lieber Dirk,

    Du führst uns an den Saiten entlang zu dem wunderschönen Bokeh der Stimmwirbel. Ich kann erkennen, dass die Gitarre gerade gespielt wird. Natürlich hätte auch ein Strumming noch eine Dynamik hinzugefügt. Es ist überaus schwierig eine solche Aufnahme (mit Selbstauslöser?) vom Stativ zu fotografieren, mein Kompliment. Ich empfinde die Aufnahme als gelungen, auch wenn wir das Lied aus Gründen der Urheberrechte nicht hören können und so der Bezug zu dem Dylan´ Song nicht sofort klar wird.

    Vielleicht wäre eine Doppelbelichtung mit den Noten und dem Liedtext noch interessant gewesen. Hätten die Noten und der Titel über dem Bild oder rechts im Bild liegen dürfen? Du bist doch der Meister der Doppelbelichtungen :-). Ich bin gespannt, ob Du diese Idee interessant findest.

    Ich wünsche Dir nach Deinem heftigen Fahrradunfall gute Besserung und hoffe auf weitere wunderbare Beiträge von Dir. Du bist eine Bereicherung!

    Herzlich,
    Dein Peter

    • P. S.: Die Stimme von Dylan in den Song ist schwer erträglich, da gebe ich Dir recht. Die Version von Shelby Lynne gefällt mir nicht ganz so gut, die Stimme und Interpretation des Songs von Jimmy LaFave schon besser. Aber ich hatte noch eine Idee für Dich:

      Warum machst Du nicht mal ein Video, wie Du den Song interpretierst und erstellst dazu die passenden Fotos, die Du in den Video einbindest. Wenn Du das bei YouTube veröffentlichst, dann ist sind die Rechte in meinen Augen unproblematisch, vorausgesetzt es ist keine Werbung enthalten.

      Herzlich,
      Dein Peter

      • Lieber Peter,

        vielen Dank für deine ausführlichen Ideen! Doppelbelichtung, ja, das wäre auch was gewesen ;-)
        Per Selbstauslöser lassen sich m.M.n. solche Kompositionen im Selbstportrait kaum umsetzen. Ich war von der Kamera deutlich zu weit entfernt, um MIT Gitarre auszulösen, und dann binnen kurzer Zeit die vorab eingenommene Position etc wiederzufinden.
        Ich arbeite (u.a. in solchen Fällen) per Smartphone mit der App “FUJI Camera Remote”. Diese macht in solchen Fällen möglich, sitzen zu bleiben, das Smartphone bequem und unsichtbar neben mir als Auslöser zu nutzen, und ich kann in einem auch noch am Display des Telefones das sehen, was die Kamera sieht! Die App empfinde ich insgesamt nicht perfekt, aber für solche Anlässe super, vor allem eben auch, weil ich das Bild am Smartphone kontrollieren kann. Das liefert kaum ein 0/8/15-Fernauslöser.

        Videos bei YT habe ich mal probiert, aber da fehlt mir zur Erstellung der gewünschten Qualität so einiges an Equipment und filmischem Knowhow.

        Herzlichen Dank für deinen wohlwollen Blick, und vor allem auch für die Genesungswünsche!

        Ganz liebe Grüße,

        Dirk

  • Hallo Herr Trampedach,

    da haben sie sich einem ambitionierten Projekt gewidmet, das mir im Ergebnis überwiegend gefällt. Das dem Betrachter entgegenkommend leuchtende Bokeh im Bilddunkel, gefällt mir sehr gut – es ist halt noch nicht dunkel. Der Bildaufbau spricht mich sehr an, es gibt dem Bild Tiefe. Indes, etwas mehr Luft zwischen rechtem Handrücken und Bildrand, ohne dabei zu mittig zu werden, gefiele mir noch besser – ein Kinderspiel mit Selbstauslöser oder nicht? ;-)

    Das angespielte Saiten wie auch die Spielhand bewegungsunscharf sind unterstreicht den Live-Effekt, den Gitarrenkorpus hätte ich versucht schärfer zu bekommen.

    Insgesamt gefällt mir auch die Lichtstimmung, die einen Bühnenauftritt sehr gut simuliert. Solcher Bilder gern mehr.

    Auch von mir gute Besserung und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der digitalen Lichtmalerei.
    Mark Kant

    • Lieber Herr Kant,

      für den konstruktiven Kommentar bedanke ich mich recht herzlich!

      Es freut mich, wenn das Foto samt Aussage so ist, dass es nachvollziehbar wird. Handrücken, Bildrand…ja, da finde ich mich wieder. Mit diversen Bildformaten und Brennweiten habe ich herumexperimentiert, mich dann letztlich für diese Variante entschieden. Es war mir wichtig, den Hintergrund sehr dunkel zu bekommen, das Drittel halbwegs zu treffen, die Saitenlage, Hände und Korpus der Gitarre sichtbar zu halten, und das bei größtmöglicher Formatfüllung. Tolle Idee, hm… ;-) Von daher mußte der Winkel der Gitarre zu Licht und Kamera so sein, wie am Foto. Etwas weiter zurück wäre aber generell denkbar, durchaus.
      Der Einwand bzgl. unscharfer Gitarre ist interessant, weil ich das auch zu vermeiden versucht hatte. Die Fotos waren aber nix. Da fehlte mir die Prise Dynamik, die jetzt in allem drin ist, und die das Foto zu dem macht, wie ich “sehe”.

      Auch ihnen einen lieben Dank für die Genesungswünsche,
      und freundliche Grüße dazu!

      Dirk Trampedach

  • Sehr geehrter Herr Trampedach,
    vorab wünsche ich Ihnen gute Besserung.
    Vielen Dank, dass ich dieses wunderbare Foto, dessen Stimmung mich sozusagen in einen Konzertsaal versetzte, sehen durfte.
    Den ganzen gestrigen Sonntag ging mir die Musik von Bob Dylan nicht mehr aus Kopf und mir ist schmerzlich bewusst geworden, wie sehr ich Livemusik vermisse.
    Viele Grüße
    Wolfgang Brune

    • Geschätzter Herr Brune,

      so reichlich Genesungswünsche, ich spüre den Effekt schon, herzlichen Dank dafür!

      Sie haben völlig recht, Livemusik, Theater, oder einfach nur mal einem Strassenmusiker lauschen, das fehlt, und schmerzlich könnte es nicht passender umschreiben. Es freut mich ungemein, wie sie das skizzieren, was das Foto ihnen sagt, denn genau so ist es gemeint!

      Herzlich grüßend,

      Dirk Trampedach

  • Lieber Dirk,

    Das Foto gefällt mir sehr, weil es wirklich damit gelingt, innerhalb von einer Sekunde beim Betrachter den „Kopf-Film“ Schalter auf „Ein“ zu stellen!

    Die knalligen Farben und die Unschärfe erinnern an farbiges Bühnenlicht, einen Spot, der den Spieler in Szene setzt, aber dennoch die Bühne im Halbdunkel lässt.

    Ich erinnere mich sofort an so manches Konzert, wo genau diese sehr authentisch wirkende Lichtstimmung und fas Überstrahlen der verchromten Auge fast schon schmerzt, weil es sich an die ansonsten abgedunkelte adaptiert hat.

    Auch bei mir kommt die Sehnsucht auf, bald wieder Musik in einem Konzert zu hören.

    Mir gefällt neben der knalligen Farbgebung die sehr schöne Unschärfe – welche der Fantasie des Betrachters die Gelegenheit gibt, in sich gerade die für ihn richtige Musik „dazu zu denken“ auch die sehr passende diagonale Perspektive. Das die Gitarre und Dich stabilisierende Bein ist ein guter Kontrast zu der schön umgesetzten „Action“ und gibt nicht nur Dir, sondern auch dem Auge des Betrachters einen Halt, ein neruhigend-stabilisierendes Zentrum im Bild.

    Ich mochte die Stimme von Dylan nie. Wer Grönemeyer schlimm findet, sollte erstmal eine Stunde Dylan hören müssen….

    Den Text des Stückes finde ich gut – meine Interpretation ist, daß es am Ende den Moment des Erschreckens beschreit, wo er feststellt, daß es jetzt endgültig aus ist mit „knocking on heaven‘s door“ – jemand hat die Tür aufgemacht… obwohl: ist es wirklich der Himmel? Oder nicht doch vielleicht eher…..

    Beste Grüße
    Und nie ohne guten Helm fahren!

    • Lieber Namensvetter,

      auch dir vielen Dank für deine Zeit, die du in mein Foto investiert hast!

      Die bunten, kräftigen Farben verdankt das Foto übrigens nur der frühen Abendsonne, die warm ins Fenster schien. Das Setting war denkbar einfach. Im Zimmer selbst habe ich alle Lampen ausgeknipst. Das machte möglich, die Gitarre entsprechend in Szene zu setzen und zu belichten, und den dunklen Bühnenhintergrund sozusagen “frei Haus” dazu zu bekommen. Dass es gelungen zu sein scheint, die Idee dieses Fotos “verständlich umzusetzen”, freut mich ungemein, danke für die entsprechende Rückmeldung.

      Der Hunger nach öffentlicher Kunst, und die Sehnsucht, rauszugehen und es einzusaugen, umtreibt uns irgendwie alle. Ich freue mich auch schon auf das erste Stück Livemusik. Und ja, der Vergleich mit Grönemeyer ist sehr trefflich.

      Freundschaftlichen Gruß,

      Dirk

  • Hallo Herr Trampedach,
    ein tolles Bild das mich total begeistert denn ich glaube Bob Dylan daraus zu hören. Dieser Song ist wahrlich auch eine Erinnerung an meine Studentenzeit. Ein Foto so zu gestalten dass die Unschärfe auch noch qualitativ einen so starken Eindruck hinterlässt ist wirklich grosse Kunst.
    Herzliche Grüsse H.Gratzer

    • Sehr geehrter Herr Gratzer,

      ihr positives Resumé freut mich mächtig, herzlichen Dank für ihren Kommentar!

      Zugegeben, der Punkt mit der Unschärfe ist der Hauptgrund gewesen, warum mich dieses Foto einen halben Tag beschäftigt hat. Es gab auch durchaus andere Ergebnisse mit Unschärfe, und es ist erstaunlich, wie wenig unterschiedlich Unschärfe sein kann, und was dieses Bisschen dann anrichtet ;-)

      Ihnen alles Gute und weiterhin eine freudige Fotografie!

      Herzlich, Dirk Trampedach