Fotografie der Woche

Zu Hause geblieben – *fotowissen Bild der Woche

Zu Hause geblieben, Foto Herbert - *fotowissen Bild der Woche

Während der Coronazeit mit der Kamera des Iphones auf Lichtspiele reagiert. Die Architektur des Raumes und der Möbel kommen schön in der Abendsonne zur Geltung.

Technische Details : Iphone SE

Foto: Herbert

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8 Kommentare

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  • Moin,

    dieses Bild passt gut zur Diskussion im aktuellen Artikel “Titel eines Bildes” , finde ich.
    Beim Betrachten dieses Bildes fällt mir auf, daß wir Diskutanten in dem Artikel lediglich die Rahmenbedingungen einer Titelgebung aus der Perspektive des Fotoschaffenden, aber nicht aus der des Rezipienten, des Betrachters beleuchtet haben.
    Diesen einen Aspekt der –> Erwartungshaltung (!) anlässlich eines Bildtitels kann ja Jeder mal an sich selber analysieren: Was hat man als Betrachter erwartet, als man nicht das Bild, sondern zunächst nur den Titel kannte, insbesondere zu Corona-Zeiten?

    Bei mir kamen da folgende Assoziationen auf:
    Themenbereiche: Freiwillig oder Unfreiwillig zuhause bleiben.

    Einigeln zuhause – es sich gemütlich machen – die Sehnsucht, rauszugehen – Einsamkeit – Verlassenheit einer Person- Ängste (ökonomische, gesundheitliche) – …. ich denke also bei allem an eine zuhause gebliebene PERSON. Vielleicht eine, die sehnsuchtsvoll hinaus schaut, vielleicht eine, die es sich bewusst zuhause in ihrem Kokon gemütlich macht, vielleicht eine, welche über sich selber (und das Verhältnis zu “Draussen”) nachdenkt?

    Und was sehe ich: Ein dokumentiertes, reizvolles grafisches Schattenspiel des Sonnenlichtes durch eine Jalousie auf ein extrem puristisches Möbelensemble. KEINE Person, nicht mal die Spur eines menschlichen Aufenthaltes. Der krasse Widerspruch zwischen Titel(Erwartung) und dem präsentierten Bild irritiert mich.

    Ich versuche also erst einmal, irgendwie den Titel gedanklich-interpretatorisch so hinzubiegen, daß es irgendwie passt. Klappt aber nicht. Möbel bleiben IMMER zuhause, solange man sie nicht weggibt oder umzieht. Einladend sieht das Ensemble aus Sessel und Tisch auch nicht aus, in seiner puristischen Art gleicht es mir eher einer Klosterzelle oder einem Entzug an Umgebungsreizen. Zudem ist es sicherlich nicht angenehm, im Sessel zu sitzen und in die fast schon schmerzhaften Kontraste der Jalousie mit blendenden Sonnenstreifen und schwarzen Jalousieschatten zu schauen….

    Ok, ich sage mir schulterzuckend halt: Titel verfehlt oder Bild verfehlt – je nachdem, ob erst der Titel oder das Bild da war.

    Mir ist (als letzte Möglichkeit) selbstverständlich klar, daß mit dem “zuhause geblieben” vermutlich der Umstand gemeint ist, daß man in Zeiten einer Pandemie halt zuhause nach Motiven sucht. Aber auch diese Geschichte erzählt das Bild nicht – es könnte auch gut irgendwann vor oder nach der Pandemie entstanden sein, es hat keinen stringenten Bezug auf die Pandemie. Also auch in diesem Zusammenhang erscheint mir der Titel aus der Perspektive eines Betrachters (zumindest der meinen) nicht in einer verständlichen Art in einen spontanen Kontext mit dem Bild zu passen.

    Nun zum Bildaufbau:

    Die Möbel haben streng horizontale Linien, die Licht-/Schattenstreifen zaubern schräg/diagonale Linien, welche bereits auf der Wand prinzipiell durch grafische “Konkurrenz” im Hinblick auf die Aufmerksamkeit durch den Betrachter reizvoll sind. Hier zaubern jedoch zusätzlich die senkrechte Wand sowie die horizontalen Ebenen von Boden/Teppich und Tisch, aber auch Schaukelstuhl und vor allem auch der Metallbeine des Tisches eine reizvolle Plastizität in das Ensemble.

    Man kann die Gestaltung ein gut finden oder nicht – das ist ganz davon abhängig, wie der Betrachter sich auf die vielen Linien einlässt.

    Ich persönlich neige immer mehr dazu, bei grafisch dominierten Motiven, möglichst streng ästhetisch alles “auf den Punkt” zu reduzieren: Die Kunst der Abstraktion ist dabei mein Ziel, welches ich stets versuche, zu erreichen.

    Und da stören mich einige Bildbestandteile:
    – Der Schaukelstuhl, der nur noch teilweise am gestreiften Schattenspiel teilnimmt, zudem zerschnitten ist: keine Rücklehne, nur eine Kufe und nur ein teil der Sitzfläche sind zus Ehen… nicht sehr einladend.
    – Die Bodenfläche wird unruhig aufgebrochen, weil sie sich in braune und helle Bestandteile teilt, die braunen umgeben dazu auch noch die helle Teppichoberfläche. Ungünstig aus ästhetisch-grafischer Sicht.

    Ich selber hätte versucht, das Bild auf die wesentlichen grafischen Bestandteile zu reduzieren:
    Wand, Boden, Tischplatte und den oberen Teil der Beine mit dem schönen Schattenwurf darauf.

    Zudem hätte ich versucht, den Teppich zur Wand zu ziehen, oder ihn aus dem Bild zu entfernen (aufrollen, damit er aus dem Bild verschwindet) , damit er entweder komplett die unterste Horizontale bildet, oder eben nur der Parkettboden. So hätte man den “Bruch” der untersten Ebene vermeiden können. Klingt aufwendig, ist es aber nicht. Ebenso hätte ich versucht, den Tisch so etwas zu drehen, daß das li. Tischbein nicht im Schatten der Tischplatte versinkt, sondern durch drehen li nach vorne ebenfalls vom Schattenwurf der Jalousie profitiert und “Tigerstreifen” bekommt.

    Wenn man das schöne Linienspiel an der Wand als primären Punkt nimmt, um anschliessend das Auge des Betrachters zu führen, so sollte man ein Abschweifen des Auges in das langweilige, viel zu große dunkle Dreieck li oben und das wenig reizvolle Schattenspiel des Sessels vermeiden.

    Und so käme ich persönlich (es geht ja nicht darum, absolute Ranglisten aufzustellen, sondern darum, wie Andere das Bild gestaltet hätten, als Anregung) also zu der Gestaltung der Bodenfläche entweder komplett Parkett oder (fände ich schöner, weil vom Tonwert angenehmer) komplett vom Teppich bedeckt, sowie einer deutlichen Beschneidung:

    Ich hätte eine etwas andere Perspektive versucht, aber bei dem vorhandenen Bild würde ich senkrecht li. so beschneiden, daß die Tischfläche so gerade komplett gezeigt wird, und unten horizontal so, daß auf dem Tischbein ganz rechts gerade mal 4 Schatten”ringe” zu sehen sind.
    weitere Vorteile dessen: der häßliche senkrechte Schatten an der wand verschwindet ebenso, wie der dunkle dicke farbige Streifen im Teppich!

    (Á propos Farbig: Das Bild schreit nach einer S/W Umsetzung).

    Oben würde ich ebenfalls etwas horizontal beschneiden. Und zwar so, daß aus dem großen, ablenkenden Schattendreieck an der Wand nur noch ein deutlich kleinerer Kontrapunkt in Form eines KLEINEN Schattendreiecks wird. Der lenkt dann nicht mehr ab, sondern betont sogar ästhetisch die diagonalen Streifen und schliesst das Bild oben li. wunderbar ab ohne abzulenken. So wird aus einer öden, großen, ablenkenden Fläche plötzlich eine anmutige Ergänzung.

    Weniger ist zumeist mehr.

    Da dieses Motiv ja an jedem sonnigen Tag mindestens einmal erneut auftaucht, könnte man sogar über Wochen eine interessante Serie anfertigen, welche – nicht unähnlich dem Vorgehen von Dirk Trampedach in seinem “Stuhl”- Projekt – die vielen gestalterischen Möglichkeiten spielerisch ausreizt und eine bereichernde Erfahrung ist (und dann einen Artikel mit Bildstrecke daraus machen).

    Danke fürs Zeigen

    und stets gutes Licht (und Schatten)

    DWL

    • Hallo “DWL”,
      danke für Ihren Kommentar und die konstruktiven Vorschläge zur Verbesserung der graphischen Wirkung des Bildes.Ich habe noch nie bei meinen Fotos irgendwelche Arrangements getroffen und werde auch zukünftig keinen Teppich einrollen oder einen Tisch verschieben um ein Bild zu gestalten. Dieses Foto ist zufällig entstanden und ich habe es einfach mit dem I-phone geknipst.
      herzliche Grüsse
      Herbert

  • Hallo (Herr) Herbert,

    bei mir stellte sich angesichts des Titels eine ordentliche Verblüffung ein. Angekündigt als “Zuhause geblieben” antizipierte ich zunächst ein Wesen (Mensch und/oder Tier), dass sich einer solchen Situation mehr oder weniger bewusst werden kann und sein damit einhergehendes Gefühl per Habitus widerspiegelt.

    Mein spontaner Gedanke war dann auch, dass sich der Titel eher als Ramen bzw. als Thema einer Bildserie eignet und mir ein Titel wie “schlicht”, “Licht- und Schattenseiten” oder “Was bleibt” eher anböte.

    Indem ich zuvor genannte Titelalternativen ersann, kam mir ein weiterer Gedanke bzw. eine Frage. Wieso machst du dich von deiner Erwartung nicht frei? Warst nicht gerade du der Trainer, der seine Teilnehmer damit konfrontierte, dass du nicht wissen willst worauf sie warten wollen und statt dessen ihre Trainingsziele zu erfahren wünschst? Du wolltest darauf aufmerksam machen, dass tradiertes Denken, Fühlen und Verhalten zwar legitim, aber nicht zwangsläufig förderlich sein muss.

    Kaum, dass ich meine Erwartungshaltung verließ, bot sich eine ganz andere Perspektive und diese benötigt kein Wesen, dass sein Leid “zu Hause geblieben” zu sein widerspiegelt – sie nimmt ein Stimmungsbild des Fotografen wahr – visualisierte Emotionen.

    Insbesondere im Zuge der Coronamaßnahmen – Schließungen von Geschäften, Betrieben, Sport- und Kultureinrichtungen – gab es Stimmen, die darauf abzielten, sich des Wesentlichen bewusst zu werden und darin eine Chance des Überdenkens grundsätzlicher Lebensweisen sehen.

    Wird das substantielle, das Wesentliche eines Wohnzimmers – Sitzgelegenheit, Tisch, darunter ein Teppich und steuerbarer Lichteinfall per Jalousie um nicht geblendet zu werden – nicht ganz hervorragend in Szene gesetzt? Muss ein Foto in irgendeiner Form stets spektakulär sein? Auf einmal bekam selbst das rot leuchtende Kissen, das meinen Blick permanent “ablenkte” einen ganz anderen Sinn, nämlich als satten Farbtupfer, wie es Mohnblumen in Wiesen sein können. Reicht das nicht?

    Je länger ich das Bild in diesen Kontext stellte , desto besser gefiel es mir und zeigte mir meine Denk und Fühlbarrieren auf.

    Herzlichen Dank für diese Übung, auch Dir lieber Peter, der Du das Bild im Zusammenhang mit dem Wochenthema “Bildtitel” gelungen präsentiert hast.

    Wünsche weiterhin stets Gut Licht
    Mark

  • Ja, der Titel passt nicht so recht, aber das Bild ist spitze. Jetzt sollte der Fotograf/Autor noch mal meine Analyse bekommen:

    Herr Herbert, das Bild ist für mich wunderbar anzusehen. Ich überlegte aber, was noch besser sein könnte. Zum Einen kommt mir das Schattenspiel auf dem Tisch zu kurz, entsprechend hätte ich vielleicht versucht, etwas weiter von oben zu fotografieren, zum anderen ist oben rechts die Ecke im Bild verwirrend und ein klitzekleiner Beschnitt der oberen Partie hätte gut getan. Ich würde das Bild auch in schwarzweiß gelungen finden.

    Die Linien, Schatten, Kontraste sind überaus spannend, diagonal aufsteigend und senkrecht. Sie geben Dynamik und Ruhe gleichzeitig. Es treffen so viele Linien aufeinander, dass der ovale Tisch und der Teppich eine beruhigende Note bekommen. Das rote Kissen ist richtig angeschnitten und baut eine Spannung auf. Der Kopf sieht ein Dreieck (Pfeil) im Bild, welches zum Kissen/Schaukelstuhl führt. Die Beziehung zwischen Tisch und Schaukelstuhl ist spannend, haben beide doch das Wohl des Bewohners im Sinn. Auch sie sind Ruhe (Tisch & Schaukelstuhl) und Dynamik (Schaukelstuhl).

    Insgesamt fühle ich mich in dem Foto/Raum sofort wohl und würde dort gerne noch länger das Licht- und Schattenspiel verfolgen, allein es wäre sicher in Minuten wieder ein anderes.

    Der Titel würde bei mir heißen:
    „Ruhe in der Dynamik“

    Damit würde es prima zu der Wirkung des Schaukelstuhls auf den Menschen passen.

    Herzlich,
    Peter R.

    • Hallo Herr Roskothen,
      Danke Ihnen für Ihre positive Kritik! Ja, ich gebe zu der Titel des Bildes ist nicht berauschend, aber ich bin es nicht gewohnt meinen Bildern Namen zu geben.Normalerweise fotografiere ich mit meiner Fuji-Kamera, aber wie das oft so ist- die beste Kamera ist die die gerade greifbar ist- war es hier das i-phone. Das Bild wurde auch überhaupt nicht bearbeitet, es entstand fast zufällig als ich auf der Couch ein Buch las.Ich habe einfach schnell auf diese schöne Lichtstimmung reagiert und glaube auch dass dieses Bild in schwarz-weiss eine interessante Wirkung haben kann.
      Freundliche Grüsse Herbert

  • Hallo miteinander, ich gehe mit allen dreien Beschreibungen konform, eine jede hat ihre Berechtigung. Es hat ja ein jeder einen anderen Geschmack, am besten gefiel mir der Kommentar von Peter R., denn ich finde die Idee mit dem abgebildeten Wohnzimmer und den Lichtspielen einfach gut!
    So wünsche ich euch noch eine schöne Woche und freue mich auf das nächste Bild,
    ciao Gisela G.

  • Hallo Herr Gratzer,

    für mich ist dieses Foto eines, das in die Rubrik “Hingucker” passt. Ich schaue einfach echt interessiert hin, es ist spannend, und ausgefallen obendrein. Und ich gebe ihnen da völlig recht, intuitiv und ohne große Arrangements entstehen eben auch echte Sahnestückchen. Manchmal leuchtet die Sonne für so eine Situation nur für Sekunden, was will man da machen! Es dennoch bestmöglichst einzufangen, ist auch eine Kunstform für sich.
    Für mich gäbe es jetzt rückwirkend nur 2 Minimalpunkte, die ich mir gerne anders sehe. Zum einen rechts oben der unterbrechende Fleck am Ende der Schatten: Das hätte ich wahrscheinlich so beschnitten, dass er weggefallen wäre. Und die Lehne des Stuhls! Die schreit mich förmlich an, “Bitte dreh mich parallel zum Schatten..” ;-)
    Grundsätzlich ist ihr Foto (natürlich im Wissen um seine Entstehung) ein schönes Beispiel dafür, was Intuition und ein fotografischer Blick auch auf die Schnelle zu schaffen in der Lage sind. Mir gibt das eine feine Vorlage, nicht immer nur zu akribisch herumzukonstruieren, sondern das freie Fotografieren immer auch zu wertschätzen.

    Danke und einen freundlichen Gruß,

    Dirk Trampedach

    • Hallo Herr Trampedach,
      danke Ihnen sehr für Ihre Stellungnahme, ja, ich habe jetzt das Bild oben etwas beschnitten um die störende Ecke zu bereinigen. Es wirkt selbstverständlich wesentlich besser.
      Freundliche Grüsse H.Gratzer