Fotografie der Woche

Hochwasser – *fotowissen Bild der Woche

Hochwasser - Foto: Wilfried Klein - *fotowissen Bild der Woche

Das Bild ist am Rhein bei Emmerich aufgenommen. Es ist eindrucksvoll wie breit der Rhein auf einmal ist. Ich habe es so aufgenommen, dass der Zaun mit dem Gras eine Diagonale formt. Ich habe die Farbe des Gras noch etwas betont und den Rest entsättigt, nicht viel, da es ein sehr grauer Tag war.

Foto: Wilfried Klein

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13 Kommentare

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  • Die Bildgestaltung ist vom Grundprinzip her richtig konzipiert, mit der den Blick führenden starken Diagonalen. Gut gesehen und umgesetzt.
    Womit ich meine Schwierigkeiten habe, das sind die nachgeordneten gestalterischen Aspekte der Bildgestaltung, die Zielrichtung bzw. der Kontext des Bildes und vor allem die heftige Nachbearbeitung.

    Zunächst einmal fände ich es besser, wenn der Kirchturm frei sichtbar wäre und sich dessen Spitze NICHT in den Baumzweigen verfangen würde. Das Panorama der Stadt soll ja die Bedrohung der “Zivilisation” durch die Naturgewalten zeigen, nicht einen pittoresken See.
    Folgerichtig müssen die dreidimensionalen Verhältnisse optisch klarer voneinander getrennt werden, um DANN genau dadurch dramaturgisch heftiger miteinander kollidieren zu können.
    Trotz der sicherlich durch das Wasser beengten Möglichkeiten wäre hier bereits ein etwas niedrigerer Standpunkt erfolgreich gewesen. Wäre man gleichzeitig etwas mehr nach rechts gegangen, so wäre auch das rechte höhere Bauwerk (vermutlich ebenfalls eine Kirche?) gleichzeitig freigestellt worden UND die durch die leicht tiefere Position die Wasserfläche noch imposanter und bedrohlicher geworden.
    Schade finde ich, daß der Teil der Graslinie links unten farblich total absäuft und nicht mehr Strohgelb ist. Das hat vermutlich weniger mit dem authentischen Licht zu tun als mit der heftigen Nachbearbeitung: Eine für meinen ganz persönlichen Geschmack viel zu heftige, völlig übertriebene Vignettierung, welche alle 4 Ecken pseudodramatisch bzw übertrieben effektheischend abstürzen lässt.
    auch der Himmel wird dadurch völlig unrealistisch dramatisiert – was im Übrigen von der ja (vermutlich) eigentlichen Intention der Darstellung einer Bedrohung durch das Hochwasser (Naturgewalt vs. Zivilisation) eher ablenkt und diesen Aspekt eher verdeckt anstelle ihn dramaturgisch-dokumentarisch angemessen zu präsentieren.

    Auch wenn es heutzutage im Trend liegt, wild an den Reglern zu drehen, ist das für mich persönlich trotz der prinzipiell schönen Grundgestaltung wilde Malerei , welche die guten Ansätze zu einem guten Teil wieder zunichte macht. Schade!

    Muss man heutzutage wirklich aus jeder Situation gleich ein Hollywood-Drehbuch machen und damit eine fotografisch-dokumentarische Gelegenheit zu einem Melodrama?

    Ich meine: nein. Es geht mit subtileren Methoden oft genug besser und eindrucksvoller.
    Ist aber möglicherweise einfach eine Frage der jeweils kurzfristigen Modeerscheinungen und der Nutzung von eigentlich unterstützenden Möglichkeiten der Nachbearbeitung über die Grenze des Sinnvollen hinweg in Richtung Selbstzweck.

    95% Inhaltlicher und formaler Gestaltung findet für mich vor Ort bei der Komposition des Bildes statt und nicht hauptsächlich in Photoshop und Co. Je besser man das Bild vor Ort macht, desto weniger Muss es im Nachhinein nachgebessert werden.

    Das klingt jetzt nach einem völligen Verriss – so ist das aber nicht gemeint, es ist ehrliche, konstruktive Kritik.

    Ich formuliere lediglich das, was mir ganz persönlich als Betrachter beim Anschauen dieses Bildes hinsichtlich formaler Gestaltung und letztlich beim Betrachter ankommender Bildaussage durch den Kopf geht, Andere mögen das völlig anders empfinden und das von mir kritisierte sogar als tollen und gelungenen Griff in den unendlich großen Werkzeugkasten der Nachbearbeitung sehen.

    Womit ich jedoch sehr einverstanden gewesen wäre: Die Sensorflecken entfernen, die zumindest im Himmel re. oben stören.

    Gruß
    DWL

    • Vielen Dank DWL, dass Sie sich so ausführlich mit meinem Bild beschäftigt haben. Aus Kritik kann ich nur lernen. Den Sensorfleck habe ich in der Tat übersehen.
      VG Wilfried Klein

  • Hallo Herr Klein,
    aus meiner Sicht ist das eine gelungene und stimmungsvolle Aufnahme, die mir sehr gut gefällt. Die geringfügige und sensible Entsättigung der Farben betont die Situation treffend. Die Tiefe entsteht durch den Zaun mit dem Gras- prima gemacht. Ansonsten wäre das Bild ein wenig “flach” geworden.
    Zutreffend ist hier mal wieder der alte Spruch: “Des einen Freud ist des anderen Leid”. Mit “anderen” denke ich an die evtl. vom Hochwasser Betroffenen.
    Danke für das schöne Bild und weiterhin gutes Licht,

    Roland Gosebruch

  • Hallo Wilfried,

    vielen Dank für die Einsendung dieser schönen Aufnahme. DWL hat ja schon etwas zum Konflikt zwischen den Bäumen im Vordergrund und der Stadt im Hintergrund geschrieben. Ich selbst finde es persönlich manchmal sehr stressig, nervend, frustrierend, wenn ich an einer tollen Stelle mit Bäumen angekommen bin, sich diese dann aber nicht so freistellen lassen, wie ich es mir vorstelle. Der Blick durch die Äste kann manchmal echt alles zunichte machen. Bei dir wäre vielleicht wirklich etwas “in die Knie gehen” schon die Lösung gewesen. Was in meinen Augen die Diagonale etwas stört ist aber der Busch auf der linken Seite. Sobald ich am Gebüsch an der rechten Seite angekommen bin, wird mein Blick sofort nach links gezogen, mein Auge fängt an zu springen. Vielleicht ließe sich der linke Busch retuschieren. Auch die Industrieanlage links hinten, bringt mir etwas zu viel Unruhe in dieses eigentlich stille Szene. Was auch ein Versuch Wert gewesen wäre, wäre vielleich eine Langzeitbelichtung, um die Wellen glatt zu ziehen und die Mystik deines Looks zu unterstützen.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

    • Hallo Bernhard,
      In die Knie gehen ist eigentlich kein Problem, aber vor mir war ein Zaun, über den ich mich gebeugt hatte. Ich habe verschiedene Blickwinkel ausprobiert, aber bei keinem waren die Kirchen völlig freigestellt. Bei den 2 Kirchen habe ich mich letztlich für die Linke entschieden, um die so sichtbar wie möglich zu haben. Mir kam es dann darauf an, die Diagonale des Zauns auch noch durch die Bäume wieder aufzunehmen. Irgendwann ist es halt ein Kompromiss, wenn man nicht alles haben kann. Der Hinweis auf die Langzeitbelichtung ist nicht schlecht. Das wäre sicher gut geworden, aber wie gesagt, ich hatte auch mit einem Zaun zu kämpfen.
      VG Wilfried Klein

  • Hallo Herr Klein,

    ja, es ist in der Tat eindrucksvoll – in zweierlei Hinsicht. Zum einen der über seine Ufer hinaus tretende Fluss, wie aber auch ihre Bildumsetzung. Gut, dass Sie dem Betrachter ihr Motiv zu erkennen geben, so lässt sich eine Kritik daran üben, ob auch für einen Betrachter nachvollziehbar, ihre Gedanken und Gefühle wahrnehmbar sind, was Ihnen für meinen Geschmack sehr gut gelungen ist.

    Spontan fiel mir fruchtbare Tristesse ein. Die Hervorhebung des vertrockneten Grases ist eine gelungene Kontrastverstärkung und hat schon beinahe etwas philosophisches – die Koexistenz und Relativität zwischen Leben und Tod, die einander bedingen.

    Das Einzige, was ich vermutlich noch verändert hätte, wäre das Format. Als ich den oberen und unteren Bildrand abdeckte und eher in Richtung 16 : 9 kam, schien mir die Macht und Kraft des Wassers noch intensiver unterstrichen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an Ihrer Fotografie und stets Gut Licht.
    Mark

  • Ich möchte auch noch etwas zu den Möglichkeiten und Effekten einer Beschneidung des Bildes schreiben…

    Links am äusserten Rand ist einfach zu viel Ablenkung. Die dicke “Klammer” bzw. der Verbinder am Stacheldraht und ein paar im Mittelgrund befindliche kleinere Dinge im Wasser lenken von der Stadt am “Horizont” zu sehr ab.
    Ich würde am linken Rand senkrecht so beschneiden, daß die beiden kleinen, im Wasser befindlichen Büsche oder Bäume noch drauf sind und ganz knapp links davon so beschneiden, daß der kleine aus dem Wasser aufragende Pfahl so gerade noch wegfällt. Auch ich finde, daß das damit verbundene Verschwinden der auffälligen Teile der Industrieanlage positiv ist. Warum?
    Nun, die dort ohne Beschnitt noch befindlichen Bildstörungen nähren die Phantasie, daß dort wieder allmählich über dem Wasser befindliches Land ist. Bei der Bildgestaltung will man aber doch eher die Phantasie, daß weit und breit überflutetes Land vorliegt. Also sollte links der Bäume und der beiden Büsche nur noch Wasser zu sehen sein.
    Der Betrachter ergänzt dann in seiner Phantasie automatisch diesen Bereich um weitere “endlose Weiten” des Wassers – auch, wenn das in der Realität nicht so war.
    Dieses Spiel mit der Phantasie bzw. die bildgestalterische “Führung” der Phantasie des Betrachters ist ein sehr wichtiges Element der bewussten Auswahl des Fotos bzw. heutzutage der nachträglichen Beschneidung zum Erzielen einer “knackigeren Bildaussage”.
    Abstrahieren bringt es mehr auf den Punkt – alles, was nicht die Bildaussage unterstützt, kann und sollte man beim Beschneiden besser weglassen.

    Ebenso würde ich den freien Bereich des Himmels oberhalb des höchsten Baumwipfels mit einem horizontalen Beschnitt halbieren. Dann wäre auch der Sensorfleck re. oben in der Wolke so gerade nicht mehr auf dem Bild (und der in der Mitte des Himmels wäre auch so gerade nicht mehr vorhanden).

    Will man die ergreifende WEITE einer Szene in der Landschaftsfotografie betonen, so bietet sich – falls vom Motiv her möglich – eine Gestaltung/ein Beschnitt in Richtung Panoramaformat an.

    Um noch etwas mehr in diese Richtung zu kommen, könnte man auch unten noch etwas horizontal beschneiden, da wäre der eher hässliche, dunkle Teil der Graslinie auch nicht mehr so prominent, die schöne Diagonale jedoch noch erhalten. Diese Diagonale muss auch nicht lehrbuchmäßig in der li. unteren Ecke beginnen, es würde durchaus ebenso reizvoll sein, wenn sie irgendwie zwischen li. äusserstem und dem zweiten Viertel oder zwischen li. äusserstem und dem mittleren Drittel von unten hochliefe.

    Diese Beschneidungen würden fast ein Panoramaformat schaffen, zumindest sich dem annähern – und links ebenso den Eindruck von nicht sichtbarer, aber vom Betrachter vermuteter weiterer Wasserfläche erzeugen… UND dazu in einer Art leichter Telewirkung den Bildanteil der Stadt vergrößern und die Konfrontation zwischen dem überflutenden Wasser und der “bedrohten” Stadt besser zur Aufmerksamkeit bringen.

    einfach mal ausprobieren (ggf. einfach mal am Monitor so abdecken) und auf sich wirken lassen – die Wahrnehmung der Szene wird sofort eine Andere, Schlüssigere, finde ich.

    Weiterhin gut Licht

    DWL

    • Vielen Dank für diese zusätzlichen Hinweise. Ich hatte das Foto nicht beschnitten, da ich oben doch etwas Luft zwischen Baumwipfel und Bildrand haben wollte. Unten wollte ich halt den Zaun in der Ecke beginnen lassen und auch die Spiegelung im Wasser behalten. Die Industrieanlage ist halt ein prominenter Bestandteil der Stadt. Aber es ist auf jeden Fall ein Versuch wert. Auf Sensorflecken werde ich jetzt sicher achten.
      VG Wilfried Klein

  • Hallo Herr Klein,

    zum BIld der Woche meinen Glückwunsch!

    Mit Blick auf das, was ich sehe, und auf das, was sie zum Foto schreiben, möchte ich folgende Gedanken dazu beisteuern:
    Was mir ein wenig fehlt, ist das konkrete Motiv im Fokus ihrer Ansätze. Und im gesamten Bereich, in dem Bäume stehen, gehen recht viele Bilddetails ineinander über. Ich denke, ich verstehe richtig, dass das Hochwasser Hauptaugenmerk bekommen soll, und auch der Zaun samt Gras.
    Meine Idee dazu wäre, mich vom Zwang der Diagonalen des Zaunes zu lösen. Denn die schränkt nahezu alle Alternativen ein, oder macht sie unmöglich. Vorrausgesetzt, der Positionswechsel wäre überhaupt machbar, wäre ich etwas weiter nach links gegangen, und hätte in etwas spitzerem Winkel mit dem Zaun fotografiert, der dann immer noch leicht schräg ins Bild führten würde. Allerdings fände sich an seinem Ende dieser wunderbare Laubbaum in seiner kompletten Krone plötzlich völlig freigestellt! Deutlicher könnte man Hochwasser/Überschwemmung ja kaum zeigen. Der große alte Baum im Wasser, der zaun als hinführende Linie. Alles links des Laubbaumes wäre dann auch etwas sortierter, vor allem aber, weniger wichtig. Und die kleinen Fichten ganz links inkl. der ersten 3 größeren Bäume wären einfach…weg. Mir würde das als zur gewünschten Bildaussage total reichen. Und ist es nicht so, dass ggf auch hier weniger mehr wäre?
    Ich kann mir wirklich gut vorstellen, wie sie dort stehen, und dem anspruchsvollen Versuch erliegen, diese mächtige Weite, samt allem, was der Blickwinkel fasst, bestmöglichst unterzubringen. Das ist ihnen 100%ig gelungen. Vielleicht wäre nur ein bewußteres Herausschärfen von Hauptmotiv & Aussage drin gewesen. Aber das weiß der spätere Betrachter ja leider immer besser… ;-)

    Herzlichen Dank für die Möglichkeit, ihr Bild betrachten, und gemeinsam besprechen zu dürfen, denn da haben wir alle was davon.

    Freundliche Grüße,

    Dirk Trampedach

    • Hallo Herr Trampedach,
      Vielen Dank.
      Die Wahl des Standorts war leider etwas beschränkt durch Zäune. Aber trotzdem Danke für Ihre Hinweise.
      VG Wilfried Klein