Fotografie der Woche

What`s Real? – *fotowissen Bild der Woche

What´s Real? Foto: Georg Wirth *fotowissen Bild der Woche

Inhaltsverzeichnis

What`s Real?

Im Jahr 2018 nahmen wir an einer der letzten Fototouren von go2know im ehemaligen Tuberkulose-Krankenhaus Beelitz (auch Whitney Houston Haus) teil. Die alten Gebäude sind sonst öffentlich nicht zugänglich.

Während ich photographiere ist meine Frau unterwegs auf Motivsuche. So entdeckte sie hinter einer kaputten Türe einen dunklen Raum mit dem Stuhl an der Decke und dem dazu passenden Kommentar an der Wand. Mir wäre das Motiv ganz sicher entgangen.

Canon 5D Mark III, EF 11-24mm f/4 L USM, ISO 400, Brennweite 18mm, f/5.6, 0,8 sek.

What`s Real? – Foto: Georg Wirth – *fotowissen Bild der Woche

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Die einsendenden Fotografen werden gebeten, die Kommentare unter ihren Fotos zu lesen und zu kommentieren, da sich viele Leser große Mühe mit einer konstruktiven Rezension machen. Das betrifft nicht ausschließlich die eigenen Fotografien, sondern auch die anderer Leser und Autoren bei *fotowissen. Vielen Dank!

8 Kommentare

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  • Irgendwie scheinen viele Leser im Urlaub zu sein, da möchte ich wenigstens mal meine Anerkennung für das Foto zum Ausdruck bringen, Herr Wirth.

    Die schwarzweisse Umsetzung des Motivs erscheint mir logisch, denn wir haben es mit Linien, Strukturen, Kontrasten zu tun. Die sind gut ausgearbeitet. Auch der Titel gefällt mir und ist ebenfalls logisch.

    Das Bild besticht durch den Stuhl an der Decke, die vielen Diagonalen, die mein Auge allerdings hinten rechts in die helle Ecke führen. Ich frage mich, ob Sie diese Ecke vielleicht besser abdunkeln würden, aber das liegt im Auge des Fotografen.

    In “Echt” möchte ich nicht in diesem Krankenhaus gewesen sein. Dunkle Zeiten spiegeln sich an den Wänden und an der Decke. Insofern ist die Belichtung konsequent. Aber was macht der Fotograf jetzt mit diesem Bild? Aufhängen? Ausstellen bei *fotowissen ist jedenfalls eine gute Idee.

    Gut gesehen und eingefangen, vielen Dank für dieses Foto.

    • Hallo Herr Roskothen,
      zunächst besten Dank dafür, dass Sie sich mit meiner Einsendung auseinandergesetzt haben und auch für die konstruktiven Anmerkungen und anerkennenden Worte.
      Tatsächlich finde ich nun, dass der Blick zu sehr in die helle rechte Ecke geführt wird und damit unnötige Aufmerksamkeit und Konkurrenz zu dem Stuhl an der Decke bekommt, um den es in dem Bild eigentlich geht.
      Konstruktive Kritik führt einfach zu besseren Ergebnissen. So gibt es auch einen Lerneffekt, der von mir gerne angenommen wird.
      Tja, was macht der Fotograf nun mit solch einem Bild? Dazu noch folgendes:
      Meine Frau und ich suchen uns Reiseziele, bei denen solche Bilder möglich sind. Die Bilder sind dabei das Ergebnis oder das Ende eines Prozesses, der mit der Beschäftigung mit der Geschichte eines Ortes oder eines Bauwerkes beginnt, mit der Suche vor Ort nach Spuren der Vergangenheit verläuft und eine Form von Dokumentation zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Ergebnis hat. Monate später ist manchmal schon alles anders. Dabei haben wir stets interessante Menschen mit ihren Lebensgeschichten kennen- und besser verstehen gelernt.
      Die Aufnahme entstand in den Beelitz Heilstätten. Der Bau von fortschrittlichen Sanatorien vor den Toren Berlins zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Antwort auf die verheerende Ausbreitung der Tuberkulose. Die Gebäude sind einzigartig und eine architektonische Meisterleistung. Nach 1945 als russisches Armeekrankenhaus genutzt verfiel die Anlage nach der Wende zusehends. Die Gebäude sind m.W. nun verkauft und werden zu Eigentumswohnungen etc. umgebaut.
      Die dort entstandenen Photographien haben für uns deshalb auch als Zeitdokument eine besondere Bedeutung. Das eingesandte Bild ist ein spezieller Fall.

  • Hallo Herr Wirth,

    ich kenne die Gegebenheiten vor Ort nicht, insofern ist es lediglich eine Anmerkung auf hohem Niveau, wenn ich sage, ich hätte die rechte Ecke des Raumes mehr zur Mitte verschoben.

    Wie auch immer, eine wichtige Frage für mich ist immer: Würde ich mir so eine Fotografie aufhängen wollen? Hier kann ich nur ein klares “Ja” sagen. Eine tolle Aufnahme, die einfach Spaß macht zu betrachten, zum Reisen anregt und die Gedanken treiben lässt.

    Vielen dank für das Teilen.

    • Sehr geehrter Herr Labestin,

      auch Ihnen vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
      Die Frage des Bildausschnittes hat mich tatsächlich beschäftigt. Bei der Aufnahme hatte ich die Idee, den Raum als Ganzes abzubilden. Deshalb auch die Verwendung des Weitwinkelobjektivs. Bei der Bearbeitung habe ich mich anders entschieden und eine Konzentration auf diese Frage „What`s Real“ gesucht. So habe ich diesen Bildausschnitt gewählt. Es hätte aber sicher auch andere Varianten gegeben.
      Schön, dass Ihnen die Aufnahme gefallen hat.

  • Lieber Herr Wirth, ich frage mich sofort: Wie ist der Stuhl dahingekommen? Warum hängt er da? Und seit wann? Für Ihre Fotographie sind die Antworten aber völlig unerheblich. Und das ist das Faszinierende: Das Bild spricht für sich und beschäftigt so den Betrachter. Starkes Motiv!! Beste Grüße

    • Liebe Kira Crome,

      danke für die Blumen.
      Tatsächlich sind Bilder dann am interessantesten, wenn sie eine Geschichte erzählen, oder noch besser: Wenn man sich die Geschichte dazu selbst ausdenken muss. Dazu gehört schon auch ein bisschen Glück und manchmal merkt man erst zuhause, dass einem etwas Besonderes geschenkt wurde.

      Liebe Grüße aus Niederbayern

  • Sehr geehrter Herr Wirth,

    herzlichen Glückwunsch zum Bild der Woche!

    Und ich „oute“ mich mal gleich zu Anfang als (vielleicht hier einziger) Fan des Bildausschnitts inklusive weißer Ecke. Dieses weiße Ecke stellt für mich die Konsequenz eines genialen Bildaufbaus dar. Mir gefällt es nämlich unglaublich gut, dass das Foto links mit halb angeschnittener Tür beginnt, und rechts mit halb angeschnittenem Fenster endet. Das gibt dem ganzen nämlich eine Symmetrie des Besonderen, die, gerade eben, um die Ecke reicht.

    Außerdem ist ja auch nicht immer völlig frei der Standort zu wählen. Und von dort, wo sie standen, wäre bei einem leichten Linksschwenk der Stuhl nur sehr schwer im Bild zu halten gewesen, ohne dass dessen Lehne an die Seitenwand geraten, und seine Form weniger plastisch zu sehen gewesen wäre.
    Zudem ist es Ihnen sehr geschickt geglückt, zusätzlich der Anschnitte auch noch die dunkle Fußleiste und die dunkle Kante oben genau symmetrisch ins Foto laufen zu lassen. Je länger ich mir das insgesamt anschaue, um so mehr begeistert mich das. Die Wahl von S/W ist meine Erachtens selbstredend. Ein wunderbares Foto, und eine Freude, es besprechen zu dürfen!

    Herzliche Grüße,

    Dirk Trampedach

    • Sehr geehrter Herr Trampedach,

      nun sind schon einige Tage vergangen, seitdem Sie über mein Bild geschrieben haben und ich habe, ob der so positiven Kritik, nicht so recht gewusst, was ich Ihnen antworten soll. Mit Komplimenten kann ich nicht so gut umgehen.

      Tatsächlich hatte ich den Bildaufbau mit angeschnittener Türe und Fenster so beabsichtigt und das Spiel der Linien im Bild war mir bei der Entwicklung wichtig. Gleichwohl gehört schon auch etwas Glück dazu, aus einem finsteren Raum brauchbare „Rohware“ mit nach Hause zu bringen. Nicht alles ist eigenes Verdienst.

      Sie haben die große Gabe, genau zu beobachten und zu werten und Ihre Erkenntnisse präzise zum Ausdruck zu bringen. Dass Sie Ihr Talent und Ihre Aufmerksamkeit meinem Bild gewidmet haben, ist ein Geschenk, für das ich mich sehr bedanke.

      Mit freundlichem Gruß
      Georg Wirth