Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Vorwort zum Newsletter vom 17.05.2020

Artikel ursprünglich verfasst am 17. Mai 2020

Liebe Leserin und lieber Leser,

ich interessiere mich immer schon für ein Nischenthema der Fotografie. Die Infrarotfotografie hat mich schon zu Zeiten der analogen Fotografie sehr bewegt. Auch im digitalen Zeitalter gibt es diese Möglichkeit mit Hilfe eines Filters (nicht alle Kameras lassen das zu), oder eines Umbaus der Kamera. Ich wollte für mich und für Sie einen Infrarot-Kameraumbau testen. Auch wenn es sich um eine Fujifilm-Kamera handelt, die ich umbauen ließ, ist der Umbau für fast alle Kameramarken möglich:

Faszination Infrarote Fotos

Haben Sie eine alte Kamera, die Sie nicht mehr benutzen, für die es aber noch Akkus gibt und die Sie umbauen möchten? Oder eine Zweitkamera, die Sie für die infrarote Fotografie umbauen lassen möchten? Ich selbst habe den Umbauservice mit einer gebrauchten Kamera (X-T20) getestet, die ich zuvor bei mpb erwarb. Der Test lief anonym ab, ich gab lediglich meinen Namen an, nicht aber den Test für *fotowissen. Nur einer der beiden deutschen Service-Kandidaten hat auf meine Vorab-Fragen per eMail geantwortet. Doch lesen Sie und schauen sich die schwarzweißen infraroten Fotos selbst an:

Infrarot Kamera Umbau

Negativer Raum

Zwei Leser sandten mir ihre Fotografien zum Thema „Negativer Raum“. Eines dieser ausgewählten Fotos finden Sie heute als Bild der Woche (Bitte um Kommentare). Wenn Sie den Artikel zum „Freiraum“ noch nicht gelesen haben sollten, dann ist hier der Leselink für Sie:

Negativer Raum in der Fotografie 

Foto-Webseite – Fotograf vorgestellt

Die Foto-Webseite von Burkhard Mummenhoff ist ansehenswert. Bitte statten Sie dem Fotografen und seinen Bildern einen Besuch ab und genießen Sie die Online-Galerie:

mummenhoff.photo

Fotografieren ist anstrengend

Gestern gab ich einer Smarpthone-Fotografin einen Fotokurs im Düsseldorfer Medienhafen. Es war für mich eine Überraschung, dass die Mutter von zwei Kindern zuvor nie speziell zum Fotografieren losgezogen war. Sie belichtet ihre großartigen, sehenswerten Aufnahmen immer dann, wenn sie Motive entdeckt. Es war neu für die Hobbyfotografin, sich einmal drei Stunden für die Fotografie zu gönnen. Nach drei Stunden des konzentrierten fotografischen Sehens gestand sie mir, dass das Entdecken und Fotografieren sehr anstrengend, wenn auch ein großartiger Spaß gewesen sei.

Ich erzählte der Kursteilnehmerin, dass ich nach fünf bis acht Stunden Hochzeitsfotografie meist zwei Tage Jetlag hatte. Es ist die ermüdende Konzentration ohne Pause über Blende, Belichtungskorrektur, Perspektiven, Brennweiten, Blitz und mehr nachzudenken. Ich wollte keinen Moment verpassen, beim Paarshooting zu unvergesslichen Blickwinkeln anleiten und noch den letzten Gast, der ausschließlich wegen des Essens zur Hochzeit kam, positiv aufnehmen. Und in dem Moment, wo ich mich nach acht Stunden der Anstrengung zum Essen setzte, um mir eine 15-Minuten-Pause zu gönnen, kam prompt die typische Frage des Tischnachbarn: „Wie viele Fotos haben Sie heute gemacht?“, gleich gefolgt von „Vielleicht können Sie mir erklären wie meine Kamera funktioniert!“. Fast schon erfrischend war es, wenn der Tischnachbar zu einem Exkurs in sein fotografischen Leben ausholte: „Früher habe ich mit einer Canon A1 fotografiert. Danach…“.

Im besten Falle unterbrach der Bräutigam vor meinem fotografischen Ritterschlage die höchst interessante Canon A1-Geschichte mit einer eigenen Rede. Hatte man sich über diese Worte sehr gefreut, stand gleich darauf der Brautvater auf. Mit dem viel zu langen Monolog, der Stunden zuvor nur vom Pfarrer überboten worden war, knurrten einige Mägen. Gleich darauf kamen die ersten Gäste mit überladenden Tellern vom Buffet zurück. Teller, die förmlich unter der Essenslast zusammenzubrechen schienen und Ausdruck der Verzweiflung über die späte Stunde darstellten.

Nach den ersten Bissen der Buffet-Rückkehrer erkannte ich an den enttäuschten Blicken der essenden Gäste, dass das Essen überkocht war, weil die Köche zwar ihre Kunst verstanden, aber nicht mit einer Stunde Verzögerung rechnen konnten. Schon während der Reden hatten die Kinder jeweils ein Schnitzel mit Pommes bekommen und man konnte die Gedanken der Gäste lesen, die förmlich um Hilfe zu rufen schienen: „Scheiße, das wäre jetzt genau das Richtige. Viel besser als die Reden und der verkochte Brei vom Buffet!“.

Ihnen viel Spaß mit Ihrer Fotografie. Wie immer freue ich mich über Ihr Bild der Woche und darüber, wenn Sie Ihren fotografierenden Freunden von *fotowissen erzählen :-). Vielleicht leiten Sie den *fotowissen-Newsletter einmal Ihren Lieben weiter?. Danke sehr!

Herzlich,
Ihr Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

2 Kommentare

  1. Lieber Peter Roskothen,
    ich musste doch sehr schmunzeln. Meine erste Spiegelreflexkamera war eine Canon A-1. Außerdem bin ich ein pensionierter Pfarrer (ev., d.h. ich darf meine Frau auch in der Öffentlichkeit zeigen). Ich habe mir überlegt, was wohl passiert wäre, wenn wir uns bei einer Trauung begegnet wären…
    Ich habe als fotobegeisterter Mensch in meiner Amtszeit das Fotographieren in der Kirche immer erlaubt, aber sehr oft mitbekommen, wie sich ein wichtiger inniger Augenblick verflüchtete… Mein Ausbilder hatte einen Standardsatz: Die Erfahrung einer Trauung gehört in das Herz und nicht in ein Fotoalbum!
    Ob ich viel zu lange geredet habe… das müssen andere entscheiden….

    Also Danke für den letzten Newsletter, ich habe Ihre sehr informativen Artikel über die Infrarotfotographie gelesen
    Liebe Grüße
    Volker

    Beantworten
  2. Guten Morgen,

    herzlichen Dank Peter für deine klase Zusammenfassung der Dinge, und auch für den Einblick ins hochzeitliche Fotografieren. Dazu, und zum Statement von Herrn Mönkemöller möchte ich mir eine Anmerkung erlauben.
    Ich denke, das Fotografieren auf den Störfaktor vor Ort, und die „Wertlosigkeit“ als weltliche Erinnerung zu reduzieren, wird der Sache nicht genügend gerecht. Denn ich für meinen Teil sehe die Bedeutung u.a. darin, späteren Generationen ein Nacherleben zu ermöglichen, und auch ein Empfinden dazu, wie das so war, als Eltern, Großeltern geheiratet haben. Mir z. B. fehlt sowas jetzt. Ich kann zu vielen Geschehnissen meiner Eltern und Großeltern niemanden mehr fragen, und Fotos gibt es nahezu keine. Wie schön wäre es jetzt, in einem alten Fotoalbum blättern zu können, wo vielleicht auch noch ein paar Infos unter den Fotos zu finden wären….

    Herzlich,
    Dirk Trampedach

    Beantworten

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