Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro Objektiv

Artikel ursprünglich verfasst am 17. April 2017

Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro – Welches ist besser: das neue Tamron Makroobjektiv oder doch das Canon Makro? Kann das alte Tamron Makro überhaupt noch mit den beiden neueren Objektiven mithalten? Gibt es einen Sieger in diesem Vergleich? Wir haben gleich zwei Tamron Makroobjektive und ein Canon Makroobjektiv getestet und bewertet um diese Fragen zu beantworten:

Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro Objektiv – Testmodelle

Drei Modelle standen uns für den Objektivtest zur Verfügung:

  • Altes Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1 (Modell F004 / September 2004)
  • Neues Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD (Modell F017 / April 2016)
  • Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM (Modell Oktober 2009)
Vergleich Tamron vs Canon Makro

v.l.n.r.: Tamron altes Modell, Tamron neues Modell, Canon

 

Technischer Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro

Beginnen wir mit den harten technischen Fakten:

 

Modell Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1 Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM
Modell-Nr F004 (Alt) F017 (neu)
Brennweite 90mm 90mm 100mm
Lichtstärke F/2.8 F/2.8 F/2.8
Abbildungsmaßstab 1:1 1:1 1:1
Naheinstellgrenze 30cm 30cm 30cm
kleinste Blende F/32 F/32 F/32
Anzahl Blendenlamellen 9 9 9
Filtergröße 58mm 62mm 67mm
Gewicht 550g 610g 625g
AF-Motor USD USD Ring-USM
Bildstabilisator ja ja, mit XY-Shift-Funktion ja
Staub-/Spritzwasserschutz nein ja, plus Fluorine-Beschichtung ja
Garantie 5 Jahre (Nach Registrierung) 5 Jahre (Nach Registrierung) 1 Jahr
Straßen-Preis (Stand Oktober 2016) 419,00 € 749,00 € 839,00 €

Diese Liste und die zu testenden Objektive müsste im Grund genommen noch durch das Sigma-Makro ergänzt werden, welches uns aber leider nicht zur Verfügung stand. Zur Vervollständigung: die Linse heißt Sigma MAKRO 105mm f2,8 EX DG OS HSM und ist derzeit für ca 430,- Euro zu erhalten. Vielleicht hatte jemand mal die Gelegenheit eines der oben genannten Objektive mit dem Sigma-Makro zu vergleichen und mag uns seine/ihre Erfahrungen mitteilen?.

Ein kleiner Hinweis vorab: Wir benutzten für unseren Objektivvergleich keinen Testchart, um die Schärfe zu beurteilen. Unser Testaufbau war um einiges einfacher: Ein wenig Herbstlaub und Kastanien aus dem heimischen Garten, nett auf einem Tisch arrangiert, jeweils rechts und links eine Lampe und davor ein Stativ mit einer Canon EOS 70D. Nebenan die drei Objektive, die wir im Wechsel wie folgt getestet haben:

Blende 2.8, 8, 16 und 32 – ISO 100 – mittlerer Fokuspunkt (noch jeweils eine Testreihe mit rechtem und linkem Fokuspunkt). Zusätzlich wählten wir drei verschiedene Entfernungsbegrenzungen am Objektiv:

  • Full
  • 0,5m bis unendlich
  • 0,3m bis 0,5m

Vergleichsfotos / Testfotos

Die Belichtungszeit der Testfotografien passten wir entsprechend der Blende an. In Lightroom ließen wir uns die entstandenen Bilder mit 100% anzeigen und verglichen sie. Hier mag der Experte noch Unterschiede sehen, die wir mit „normalen“ Fotografen-Augen nicht erkennen können, aber einen guten Einblick kann man dennoch gewinnen.

Vergleich bei Blende 8 – Full: Links das neue Tamron-Makroobjektiv, rechts das alte Tamron-Objektiv

 

Vergleich bei Blende 8: Links das Canon-Objektiv, rechts das neue Tamron-Makroobjektiv

 

Vergleich bei Blende 2.8 – 0,5m-0,3m: Links das neue Tamron-Makroobjektiv, rechts das alte Tamron-Objektiv

 

Vergleich bei Blende 2.8 – 0,5m-0,3m: Links das neue Tamron-Makroobjektiv, rechts das Canon

 

Vergleich bei Blende 2.8 – 0,5m-0,3m – linker Fokuspunkt: Links das neue Tamron Makroobjektiv, rechts das alte Tamron-Objektiv

 

Vergleich bei Blende 2.8 – 0,5m-0,3m – linker Fokuspunkt: Links das Canon-Objektiv, rechts das neue Tamron-Makroobjektiv

Vergleich Makroobjektive für Canon Kameras

Ist das neue Tamron Makro besser als das alte Tamron Makro?

Hier gibt es eine ganz eindeutige Antwort: Jein! Auf die Abbildungsleistung sind wir ja bereits zu Beginn des Artikels eingegangen. Aber was hat sich nebenbei sonst geändert? Das neue Tamron-Modell ist eindeutig größer und schwerer geworden. Das Gewicht des Makroobjektivs liegt mit dem Canon-Objektiv fast gleich auf. Auch wirkt das Tamron-Objektiv nun deutlich wertiger als das Alte. Der Metalltubus und das neue Design sind schlicht, edel und scheinen nicht anfällig für Schmutz und Kratzer zu sein.

Im Vergleich wirkte das alte Tamron Makro eher ein wenig zu „plastik“. Doch auch die technischen Neuerungen können sich sehen lassen. Der Autofokus ist nun deutlich schneller und genauer. Auch der Bildstabilisator arbeitet wesentlich besser. Das häufige Pumpen des AF gehört mit dem neuen Tamron-Makro weitgehend der Vergangenheit an. Dieser Umstand wird vor allem Liebhaber der Makrofotografie erfreuen, die meist aus der Hand fotografieren.

Linsen – Staubschutz, Spritzwasserschutz

Neben dem optisch aufgewerteten Gehäuse des Objektivs wurden auch die Linsen mit einer speziellen Vergütung versehen, die das Entfernen von Wasser und Schmutz unterstützt. Ich gebe zu, diesen Test habe ich persönlich nicht durchgeführt, denn schließlich handelt es sich um ein Testobjektiv. Den Spritzwasserschutz kann man dagegen deutlich sehen und er flößt Vertrauen ein.

Wir können also feststellen: Der Unterschied in der Abbildungsqualität sind marginal sichtbar. Die technischen Neuerungen hingegen, machen das neue Tamron-Makro zu einem Anwärter auf das neue Lieblingsobjektiv. Mit der technischen Tamron-Unterstützung machen die Makrofotos, gerade auch für die Stativ-Muffel unter uns, einfach Spaß.

Positiv erwähnen möchte ich übrigens auch die Leichtgängigkeit der Schalter. Sie sind gut zu erreichen, leicht – aber nicht zu leicht – zu bewegen und rasten spürbar ein. Einer blinden Bedienung steht nichts im Weg. Nicht so gut gefällt mir persönlich der Gegenlichtblende (besser Streiflichtblende). Sie wird dem restlichen Design dieses hochwertigen Objektivs nicht ganz gerecht, da sie einfach nur aus Kunststoff besteht und von innen ausschließlich mit einer geriffelten Oberfläche daher kommt.

Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro

v.l.n.r.: Tamron altes Modell, Tamron neues Modell, Canon

Kann das neue Tamron Makro mit dem Canon Schlachtschiff gleichziehen?

Die Frage, ob das neue Tamron SP Makro mit dem Canon Makro gleichzieht, möchte ich persönlich mit Ja beantworten. In Sachen Abbildungsqualität geben sich beide Objektive keine Blößen. Auch von der Wertigkeit der Verarbeitung könnte ich keine negativen Punkte finden. Beide Objektive ziehen in Sachen Schnelligkeit des Autofokus fast gleichauf. Nur fast, denn das Canon scheint mir in schwierigen Lichtsituationen doch noch einen winzigen Ticken schneller zu sein. Aber in Ermangelung einer Möglichkeit die Geschwindigkeit des Ultraschallmotors zu messen, mag das auch nur Einbildung sein.

Einen großen Unterschied der Autofokus-Geschwindigkeit kann es wirklich nicht sein. Beide Objektive trumpfen mit einem großartigen Bildstabilisator auf und der Autofokus sitzt dort, wo er im Fotomotiv sitzen soll. Das lästige AF-Pumpen des alten Tamrons konnte ich nur schwer bei beiden Objektiven nachstellen. Um es ganz klar nebenbei zu erwähnen: beide Objektive sind flüsterleise.

Streiflichtblende

Ein deutlicher Pluspunkt für das Canon-Makro ist ganz eindeutig die Streiflichtblende (im Volksmund auch „Gegenlichtblende“). Übrigens ist diese Blende ebenso im Lieferumfang des L-Canon-Objektivs enthalten, wie es bei Tamron immer zum Lieferumfang gehört! Die Streiflichtblende des Canon-Objektivs ist zwar ebenso aus Kunststoff wie die der Tamron-Objektive, besticht jedoch durch die samtige Oberfläche auf der Innenseite. Ich find’s toll!

Die oben schon erwähnten Schalter dagegen gefallen mir persönlich bei Tamron besser. Sie sind etwas leichtgängiger und rasten spürbarer ein. Beim Canon Marko ist man als Fotografin / Fotograf schon einmal schnell übers Ziel hinaus und landet plötzlich in der falschen Einstellung.

Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro

v.l.n.r.: Tamron altes Modell, Tamron neues Modell, Canon

 

Vergleich und Test

Preis-Leistungs-Sieger: Das alte Tamron-Makro ist ganz klar Gewinner im Preis-Leistungsvergleich. Die Abbildungsleistung stimmt und mal so ganz unter uns, niemand hat Geld zu verschenken. Wenn man häufig mit dem Stativ auf die Makrofoto-Jagd geht, der benötigt den verbesserten Bildstabilisator nicht, sondern schaltet diesen auf dem Stativ aus. Stativnutzer fotografieren meist nicht mit Hilfe des Autofokus, sondern fokussieren manuell. In diesem Falle ist der Autofokusantrieb des Objektivs nicht ausschlaggebend für den Kauf.

Empfehlung für Einsteiger: Ich würde Einsteigern das alte Tamron Makroobjektiv empfehlen. Das Preis-Leistungsverhältnis der Linse ist unschlagbar. Der AF sitzt nicht immer sauber und der USD-Motor pumpt ab und an bei schwierigen Lichtsituationen, aber die Abbildungsleistung stimmt in unseren Augen. Greift zu, solange es das Objektiv noch auf dem Markt gibt. Die Bestände sollen schon eng werden.

Empfehlung für fortgeschrittene Fotografen und Makro-Liebhaber: Schaut Euch das neue Tamron Makroobjektiv und das Canon Makroobjektiv an. Werft vorab einen Blick in Euren Geldbeutel. Danach entscheidet Ihr, welches Objektiv ihr kaufen möchtet. Es sind die Kleinigkeiten, die den einen Fotografen zum roten Ring des Canon greifen lassen oder doch lieber zum schicken modernen Design des Tamrons. Unserer Meinung nach sind beide Objektive gleichwertig.

Garantie und Updates

Tamron TAP-01E Tap-in Console

Tamron TAP-01E Tap-in Console

Ausschlaggebend für den Kauf des Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD könnte außerdem die weitaus großzügigere Garantiezeit von fünf Jahren sein. Im Vergleich schneidet Canons Garantiezeit von nur einem Jahr deutlich schlechter ab.

Außerdem bietet Tamron ein Innovation, welche ebenfalls einen guten Service erkennen lässt: Die TAP-in-Console (Model TAP-01). Es handelt sich um ein Zusatzgerät, welches nur unwesentlich größer als ein Objektivbajonettdeckel ist. Mit Hilfe der TAP-in-Console lassen sich ausgesuchte Tamron-Objektive wie das neue Makroobjektiv vom PC aus per Software updaten oder konfigurieren. Auf diese Weise können Fotografen bei Backfokus- oder Frontfokus-Verschiebungen den Autofokus justieren.

Sieger im Vergleichstest Makroobjektive

Einsteiger, Fotoamateure und Fotografen erstellen mit der hochwertigen getesteten Hardware einfach tolle Makrofotos. Alle drei Objektive liefern sehr gute Bildqualität und Handhabung. Die Kaufempfehlung ist subjektiv. Die Qualität der Bauweise, das Design, der Preis und der Service (inkl. Garantiezeit) sprechen für das neue Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD.

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Linktipps für Makrofotografen

Dieser Beitrag zeigt Makrofotos mit dem Canon 100mm Makro. Hier finden Sie einen Gesamteindruck und Fotos mit dem neuen Tamron SP Makroobjektiv. Ideen für Makrofotos zeigt dieser Beitrag. Und im Beitrag Makrofotoschule geben wir Tipps und Tricks zur Makrofotografie.

Wie immer wünschen wir uns viele Kommentare zu dem Testbericht unten im Kommentarfeld. Danke!

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Vergleich Tamron Makro vs Canon Makro

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung! Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

3 Kommentare

  1. Hallo Britta,
    sehr guter Vergleich …aber wo finde ich die Vergleichsbilder? Finde irgendwie im Artikel keinen Link ?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Hallo Wolfgang,

      freut mich, das Dir der Vergleich gefallen hat und Du fündig geworden bist :-)

      LG
      Britta

      Auf diesen Kommentar antworten

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