Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Urlaubsfotos

Artikel ursprünglich verfasst am 11. Juli 2014

Nicht selten folgen die Urlaubsfotos einem allgemein verbreiteten Drehbuch. In strenger chronologischer Reihenfolge wird der Urlaubsablauf dokumentiert: die Anreise, die Unterkunft, der Ort, Sie“ im Sonnenstuhl, „Er“ beim Schwimmen, „Es“ beim Spiel, die Party mit …, die Abreise. Urlaubsfotos können aber auch ganz anders sein, für so manchen Urlauber müssen sie das auch. Warum?Ist es denn nicht so, dass viele Menschen ganz bestimmte Urlaubsziele haben? Der Weltenbummler reist natürlich jedes Jahr in ein anderes Land und hat reichlich Arbeit Land und Leute auf die Speicherkarte zu bannen und die Besonderheiten des Landes und der Menschen zu dokumentieren. Was aber macht der Urlauber, der seit Jahren seinen Urlaubsort, ja sogar sein Urlaubsquartier hat? Schon die Diashow vom zweiten Urlaub ähnelt sehr der aus dem ersten, weil man nach dem o.g. Schema verfährt. Es wird langweilig und schließlich reist die Kamera nur noch mit und faulenzt genau so intensiv wie sein Besitzer.

 Oder man hat neue Ideen.

Gründe für einen Urlaub an der Nordseeküste gibt es sicher viele, aber zwei treffen immer zu: Seeurlauber suchen den Sandstrand und das Wasser. Damit wären zwei Themen für den fotografischen Urlaubsbericht gefunden. Der Seesand an sich ist für einen Fotobericht gar nicht so geeignet. Erst im Zusammenwirken mit zwei anderen Faktoren – dem Wasser und dem Wind – wird es interessant. Auch das Wasser an sich gibt gar nicht so viel her, aber zusammen mit der Bewegung durch Wind und Schiffe ergeben sich Motive über Motive.  Zum Thema Sand und Wasser lassen sich z. B. an der Nordseeküste Motive sehr gut einige Zeit nach dem Hochwasser finden. Während des Hochwassers hat die Bewegung des Wassers den Sand geformt und wenn es dann wieder zurückweicht, lässt es „Zeichnungen“ der unterschiedlichsten Art zurück. Nun braucht der Hobbyfotograf nur noch einen möglichst wenig besuchten Strandabschnitt, seine Kamera, gutes Licht und los kann die Fotowanderung am Strand gehen – barfuß in Badekleidung und mit einer Schutzhülle für unerwartete Wasserangriffe. Einfach laufen, schauen und auslösen, man kann nur staunen, was sich da zeigt.

Urlaub auf Amrum

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Ein hervorragender Architekt im Zusammenwirken mit dem Sand ist der Wind. Aber vorsichtig sein – er kann für die Kamera auch der ärgste Feind werden. Allerdings benötigt der Wind für seine „Bauarbeiten“ Zeit und möglichst keine Störungen durch die wandernden Urlauber. Die Vorsaison oder die Zeiten, zu denen nur noch die Abgehärtesten ins Wasser gehen und auch die Strandkörbe am Strand fehlen, sind motivträchtig. Auch hier heißt es wieder die Kamera schultern (an einen Schutz vor Treibsand denken), durch den Sand wandern und sich über die Bilder freuen, die sich da bieten.

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So überraschend wie die Motive rund um den Sand, sind die zum Thema Wasser schon lange. Man beobachte nur einmal über einen längeren Zeitraum von mehreren Stunden, in denen das Wasser der Nordsee aufläuft, (Flut) oder ablaufend ist (Ebbe) wie sich die Wellen am Ufer abzeichnen. Da heißt es nur draufhalten und Fotos in großer Zahl machen, denn die Wellen halten nicht ein und kein Bild wiederholt sich.

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Ganz andere Bilder entstehen, wenn Wind oder sogar Sturm herrschen. Es ist spannend, ob man denn gerade den Moment erwischt, in dem sich die Welle neu aufbaut oder bricht. Auch hier kann man nur „draufhalten“. Sollte die Kamera eine Serienbildfunktion haben, muss sie hier zum Einsatz kommen.

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An der Küste gibt es aber auch Bereiche, an denen die Wellen nicht sanft auslaufen können, sondern sich am Ufer oder an den Bauwerken der Menschen brechen. Das Foto entstand an einem befestigten Küstenabschnitt. Die Sonne war gerade aufgegangen, die See lag still und glatt wie selten da, als diese Ruhe durch ein Schiff „gestört“ wurde. Die vom Schiff erzeugte Welle brach sich an der Uferbefestigung und lief über die Wasseroberfläche dahin. Innerhalb weiniger Augenblicke war der Zauber vorbei. Schön, dass die Kameras die Automatikfunktion haben und ich schnell reagieren konnte.

Wer mit den Ausflugsschiffen eine Fahrt auf der Nordsee unternimmt, will in der Regel freie Sicht nach vorn haben. Hat er aber das Wasser zu seinem Fotothema erkoren, sitzt er am Bug falsch. Er gehört ans Heck und kann dort Bilder vom aufgewühlten oder sich an den Sandbänken brechen Wasser festhalten.

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Das wären Beispiele für Urlaubsfotos an der See. Im Gebirge bzw. im Flachland oder auch in einer Stadt finden sich sicherlich Motive, die zusammen interessante Urlaubsberichte ergeben.

 

Autor: Günter Hauschild

Günter Hauschild ist Hobbyfotograf. Seine Begeisterung für die Digitalfotografie verbindet er mit seinem Interesse für die Natur und seinen didaktisch - methodischen Fähigkeiten. Sein "Fotokurs für junge Fotografen" (http://www.vierfarben.de) wendet sich an den Fotografen-Nachwuchs, seine "Naturfotografie - Fotografisch durch die Jahreszeiten" (http://www.it-fachportal.de) an die biologische Interessierten Hobbyfotografen. Hier auf "Fotowissen" schreibt er vorrangig Beiträge zur Naturfotografie.

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