Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Testfotos GFX 50S – Systemwechsel – Fazit

Im ersten und zweiten Teil des Testberichts zur Fujifilm GFX 50S habe ich mich mit den Fähigkeiten des Mittelformats und den technischen Daten der spiegellosen Mittelformatkamera auseinandergesetzt. Jetzt geht es um Testbilder. Ich hatte das ganze Internet nach brauchbaren Testfotos der GFX 50S abgesucht. Leider hatten auch diverse Magazine entweder nur Testbilder von uninteressanten Objekten, Studioszenen oder herunter gerechnete Bilder bereitgestellt. Was soll man damit anfangen? Daher war es wichtig, endlich einmal selbst mit der Kamera fotografieren zu dürfen.

Testfotos Fujifilm GFX 50S

Eines der ersten Testfotos mit der GFX50S

Testfotos GFX 50S

Ich liebe die JPG-Testfotos der GFX 50S, weil Sie keinerlei Fehler oder Verzeichnung erkennen lassen. Die Auflösung ist mit 8.256 x 6.192 Pixeln gigantisch. In den Aufnahmen erkennt man, wie im historischen Film „Blow-up“ noch Details, von denen man nicht immer weiß, ob die Publikation überhaupt erlaubt ist. Ich hatte Aufnahmen aus der Höhe über die Stadt Krefeld geschossen, die ich gar nicht verantworten kann. Weiß man, ob hinter einem der Fenster irgendwo gerade ein Mord passiert? Ob man irgendwo eine Sexszene erkennt? Auf einer Motorradaufnahme war so deutlich die Seriennummer zu erkennen, dass ich die Aufnahme gleich wieder entfernte. Ich kann im Bild gar nicht alles absuchen und konzentriere mich auf unverfängliche Straßenszenen:

Unveränderte Testbilder (rechte Maustaste – Ziel speichern unter):

https://www.fotowissen.eu/wp-content/uploads/2017/06/DSCF2807.JPG

https://www.fotowissen.eu/wp-content/uploads/2017/06/DSCF2814.JPG

https://www.fotowissen.eu/wp-content/uploads/2017/06/DSCF2841.JPG

Nachtrag 01.05.2018:

GFX 50 Testbilder

Systemwechsel vorprogrammiert?

Wenn Sie wie ich jahrzehntelang mit Canon oder Nikon fotografierten, dann fragen Sie sich vielleicht, warum Sie nicht umsteigen auf die höhere Auflösung der Fujifilm GFX 50S? Der Schritt des Systemwechsels ist gar nicht so groß. Wenn Sie 6.000,- oder 7.000,- EUR für eine Canon 1Dx Mark II oder Nikon D5 /D 850 ausgeben wollen, können Sie vorab überlegen, ob nicht der Kauf einer mittelformatigen Kamera lohnt. Auch wer, wie ich sein Geld in einer EOS 5D Mark IV investierte, wird sich vielleicht fragen, warum nicht gleich Mittelformat?

Das Gewicht und die Größe der Kameras ist ähnlich wie die der professionellen Spiegelreflexkameras. Die Bedienung der MF-Kamera ist kinderleicht und sie eröffnet Produktfotografen, Hochzeitsfotografen und Landschaftsfotografen große Format-Möglichkeiten. Dazu kommt die Gesichtserkennung und Augenerkennung, die zu einer viel größeren Bildausbeute führt als bei SLRs:

Bild Ausbeute der GFX 50S

Der wesentlichste Unterschied ist die Ausbeute an scharfen Aufnahmen. Gerade im Bereich Offenblende gibt es keine SLR-typischen Backfokus- oder Frontfokus-Aufnahmen. Die Bilder sind knackscharf und treffen genau. Im Bereich Portrait / Imagefotos ist es durch den Autofokus möglich, die Gesichtserkennung und Augenerkennung im Sucher zu nutzen. Das ist bei offenen Blenden von F2, F3.5, F4, F5.6 eine Steigerung der scharfen Aufnahmen um ein Vielfaches im Vergleich zur Spiegelreflexkamera.

Warum nicht gleich Mittelformat? Der Schritt zur GFX 50S ist nicht so schwer.

Ich zoome in Lightroom in die Beispielbilder der GFX hinein und entdecke immer wieder kleine Details, die ich im Kleinbildformat von 24-30 Megapixeln nie erkannt hätte. Die einzige denkbare Alternative zur Fujifilm ist derzeit die Hasselblad oder die Sony A7 RII / Sony A7 RIII (2018). Alle diese spiegellosen Kameras haben den entscheidenden Vorteil des elektronischen Suchers, verbunden mit einer gigantischen Auflösung und dem noch handlichen Format.

Test Fujifilm GFX 50S

Mittelformat im Vergleich zum Vollformat / Kleinbildformat

Im Vergleich zu einer Canon EOS 5DsR oder Nikon D850 ist kein Auflösungsvorteil mehr bei der GFX 50S zu erkennen. Jedoch ist die Plastizität der Bilder um ein Vielfaches größer. Die Bilder leben und haben eine ganz andere Anmutung. Hier kann ich nur den Vergleich empfehlen!

Video zur GFX 50S

Fragen vor dem Systemwechsel zum Mittelformat

Zunächst muss man sich immer fragen:

  1. Zahlen meine Kunden dieses Kamerasystem?
  2. Wissen private und geschäftliche Kunden um die Vorteile einer solchen Auflösung und Schärfe?
  3. Macht mir das Fotografieren mit der Mittelformat-Kamera so viel mehr Spaß?
  4. Kann ich alle wichtigen Objektive erwerben, die ich für meine Fotografie benötige?
  5. Werde ich der Kamera gerecht?

Viele der Antworten müssen Sie sich selbst geben.

Zur Frage 1. möchte ich meine Meinung anmerken: Vermutlich nicht. Private Kunden sind schon mit Fotos vom Smartphone zufrieden und kennen den Unterschied der Auflösung nicht. Auch geschäftliche Kunden sind oft mangels besserem Wissen (nicht immer) mit kleineren Fotografien zufrieden.

Zur Frage 4. kann ich eindeutig sagen: Zur Zeit (Juni 2017) fehlen noch ein paar Linsen beim Fujifilm-Mittelformat. Es sind derzeit vier Objektive für die GFX 50S erhältlich:

  • GF120mmF4 R LM OIS WR Macro – kleinbildäquivalent 95mm – stabilisiert – Portrait und Makro / Produkt
  • FUJINON GF32-64mmF4 R LM WR – kleinbildäquivalent 25-51mm – das einzige Zoomobjektiv
  • FUJINON GF63mmF2.8 R WR – kleinbildäquivalent 50mm – wofür soll das sein? Portrait? Mode!
  • FUJINON GF23mmF4 R LM WR- kleinbildäquivalent 18mm – Landschaft / Architektur (ab 23.06.2017 im Handel!)

Diese Linse ist in Kürze verfügbar:

  • FUJINON GF110mmF2 R LM WR – kleinbildäquivalent 87mm – Portrait

Wie Sie sich also drehen oder wenden, Ihren Objektivpark der Marke Canon oder Nikon können Sie mit diesem bescheidenen Fujinon-Sortiment nicht ersetzen.

Aber es existieren bereits diverse Adapter für alte Fujifilm-Objektive, Canon oder Nikon-Objektive, welche allerdings teilweise keinen AF oder Blendenmodus unterstützen. Dennoch kann man diese Linsen bereits auf die Kamera montieren und damit dank Fokus-Peaking und Fokuslupe hervorragend manuell fokussieren.

Nachtrag Oktober 2018:

Der Objektivpark von Fujifilm für die GFX 50S oder GFX 50R ist inzwischen perfekt. Da wir Fotografen mit der spiegellosen Mittelformatkamera kein Wildlife, Sport oder Action fotografieren, sind alle Objektive verfügbar, die wir benötigen, sieht man von einem Tilt-Shift-Objektiv ab. Ein solches Tilt-Shift-Objektiv können Sie aber mit einem Adapter auch von Canon an der GFX nutzen!

Fotografisches Verhalten mit der GFX 50S

Wer dachte, er bräuchte ein anderes fotografisches Verhalten mit dem Pixelboliden, wird positiv überrascht. Ich habe auf einem Tisch aufgelehnt noch mit 1/30 Sekunde Belichtungszeit scharfe Bilder produziert. Die Schärfentiefe der Mittelformatkamera ist geringer als bei ähnlichen Optiken der Spiegelreflexfraktion, da man mit einem Cropfaktor von 0,79 vergleichen muss. In anderen Worten, die Objektive der GFX sind länger und man erhält natürlich eine kleinere vergleichbare Schärfentiefe.

Das ist ganz besonders auffällig, wenn man sonst mit einer APS-C Kamera fotografiert. Nehmen wir das Fujinon XF 56mm F/1.2 für die X-T2, X-T20, X-Pro2, X-H1 oder X-T3, so ist das Objektiv an der GFX mit dem 110mm F/2.0 zu vergleichen. Dennoch ist die Schärfentiefe der Mittelformatkamera mit der Brennweite und offenster Blende kleiner als die der APS-C Kamera!

Man muss sich schon daran gewöhnen, Blendenzahlen eine Stufe höher  einzustellen, möchte man eine vergleichbare Schärfentiefe wie im Vollformat erhalten. Kommen Sie aus der APS-C Ecke, dann rechnen Sie gefühlsmäßig mindesten zwei Blendenzahlen mehr für eine entsprechende Schärfentiefe.

Hohe ISO im Mittelformat

Mit der neuen GFX wird es möglich auch einmal mit 8.000 ISO ein Bild festzuhalten. Mit vielen MF-Kameras war das bis zu dieser Neuentwicklung nicht möglich. So kann man jetzt unbedenklich auch höhere ISO-Werte einsetzen und erhält sehr gute Bilder.

Fujifilm GFX 50S Testbild Hohe ISO

Fujifilm GFX 50S Testbild Hohe ISO

Fazit Testbericht GFX 50S – Zugewinn?

Was bekomme ich mit der GFX 50S, was andere Kameras nicht haben? Die kurze Antwort lautet: Schärfe, Auflösung und Gesichtserkennung / Augenerkennung. Die subjektive Antwort lautet: Plastizität und Leuchtkraft. Sie erhalten dafür eine wirklich einfach bedienbare Systemkamera, zu einem für das digitale Mittelformat utopisch geringen Preis.

Die Kamera hat eine hervorragende Verarbeitungsqualität (der Body ist grundlegend Made in Japan) und erhält vom Hersteller Firmware-Updates. Beim Kauf gewinnen Sie eine Kamera, die ein gleichwertiges Gewicht zu einer professionellen SLR besitzt, aber extreme Schärfe, Auflösung und Glanz in den Augen des Betrachters hervorbringt.

Die Hauptkritikpunkte an der GFX 50S sind der Belichtungskorrektur-Knopf, die zu lange Blitzsynchronzeit von 1/125s und das fehlendes GPS. Dagegen stehen so viele positive Eigenschaften, dass es den Rahmen sprengen würde, diese aufzuzählen.

Video Testbericht GFX 50S

Dynamik & Auflösung

Wofür Sie den Pixelgiganten letztlich einsetzen ist gleich: Sie erhalten höhere Dynamik (14 EV), extrem große Datenmengen und Schärfe, Auflösung wie Plastizität. Wer das letzte Quäntchen Qualität sucht, der liegt mit der GFX-50S richtig. Bedenken Sie neben dem Kauf der Systemkamera außerdem unbedingt die extreme Performance, die Sie mit Lightroom oder anderer Bildbearbeitungssoftware für diese Speichermengen benötigen. Neben der Kamera benötigen Sie demnach einen extrem schnellen Rechner und einen NAS-Speicher. Es wird außerdem nicht einfacher die Bilder zu versenden.

Ich persönlich bin mit der Qualität und Handhabung der GFX 50S extrem zufrieden und habe den Systemwechsel von Canon und Fujifilm nie bereut. Canon wie Nikon sind etwa 4-5 Jahre zurück in der Entwicklung spiegelloser Kameras und haben zudem keine Mittelformatkameras oder Mittelformatobjektive im Programm. Es gibt auch keinen anderen großen Hersteller, der MF-Kameras führt. Weder Sony, noch Panasonic oder Olympus bieten eine so hervorragende Kamera mit großem MF-Objektivpark.

Selbst wenn Ihr Kunde die Qualität der großen Sensoren gar nicht zu schätzen weiß, werden Sie den Unterschied in der Bildqualität sofort erkennen und beste Portraits oder Landschaftsfotos mit nach Hause bringen!

Wer die beste Qualität sucht, der ist mit der GFX 50S richtig ausgerüstet.

Jede Reise kostet erhebliches Geld und Zeit. Warum also nicht das fotografisch Beste mitbringen?

Kamera bei Calumet ansehen oder kaufen:

In eigener Sache: Fotokurs Fujifilm GFX 50S

Wer diese Fujifilm Mittelformatkamera besitzt, der möchte sie sicherlich ausreizen, um bessere Bilder zu belichten. Als langjähriger Fototrainer, Profi und Besitzer dieser Kamera kann ich Ihnen nicht nur den Umgang aus technischer Sicht erklären, sondern auch helfen bessere Architekturfotos, Landschaftsfotos, Portraitfotos und Studiofotos aufzunehmen. Der individuelle Fotokurs Fujifilm GFX 50S ist für private Fotoamateure wie Unternehmen gleichermaßen geeignet. Bitte fragen Sie mich zu den Einzelheiten, die ich sehr gerne auf Ihre Bedürfnisse abstimmen:

Telefon: 49 (0) 2158 404062

Mehr Informationen >>

Fujfilm GFX 50S Fotokurs - Fotoschule Roskothen

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Testfotos GFX 50S – Systemwechsel – Fazit

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

3 Kommentare

  1. Hallo Peter,

    tolle Serie, die sehr gut erklärt und Lust auf mehr macht!

    Sicherlich eine Traumkamera, deren Bilder für sich sprechen. Der Detailreichtum ist atemberaubend!

    Qualität hat ihren Preis, das lässt sich sicherlich nicht leugnen. Für einen Umstieg sind die Preise allerdings nicht ohne. Um einen halbwegs identischen Brennweitenbereich abzudecken, so wie ihn wohl die meisten mit einer DSLR abdecken können, legt man locker 10.000.- € oder mehr auf den Tisch. Das sprengt dann doch ein wenig den Rahmen.
    Dies ist eine Kamera für jemanden, der sein Geld damit verdient und dessen Bilder hinterher die Werbetafeln zieren. Für einen Hobby-Fotografen wohl leider eine Nummer zu groß. Wobei, für einen Urlaub in Island könnte man sie sich ja vielleicht leihen :-)

    Was mich persönlich stören würde, ist die Einschränkung der Beweglichkeit des Displays. Wer, wie ich, eine Canon 70D mit Klappdisplay hat, das sich lustig in alle möglichen Stellungen bringen lässt, würde mit diesem Display wahrscheinlich verzweifeln.

    Eine Kamera, die wahrscheinlich immer ein Traum bleiben wird. Schade!

    LG
    Britta

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  2. This unthinkable sample of the about $2799 Fujifilm GF 110mm f/2 R LM WR somehow made it out of the garbage bin, calling into question the quality control at Fujifilm (does it exist?); the lens is literally unusable garbage, optically speaking.

    This copy of the Fujifilm GF 110mm f/2 R WR is by far the worst “bad sample” I have ever seen in a decade of testing. It is insanely bad—even at f/13 it cannot make a sharp image outside the central 1/2 of the frame.

    This aperture series is useful only in showing just how bad a lens can be.

    Quelle:
    https://diglloyd.com/blog/2017/20170702_2202-FujifilmGFX-110f2-aseries-FaceInBoulder.html

    Ich kommentiere das jetzt nicht weiter aber das Renommee von diglloyd steht eigentlich ausser Frage was nichts gutes verheisst.

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    • Herr Kramer, ich glaube das immer erst, wenn ich es selbst getestet habe. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass das 32-64mm und 120mm Makro extrem gut sind. Das 110mm habe ich noch nicht getestet, aber das folgt in Kürze.

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