Im August 2021 trafen sich Kira, Dirk und Peter zur Straßenfotografie Köln als Redaktionsteam von *fotowissen. Dabei stellten sich ungewohnte Aufgaben, Herausforderungen und große Müdigkeit nach drei Stunden intensiver Motivsuche:
Inhaltsverzeichnis
Straßenfotografie – Ich hab’s versucht
von Kira Crome
Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Ich hab’s versucht. Ehrlich. Aber schon unterwegs hatte ich das Gefühl: Die meisten Straßenfotos, die ich während unseres Walks mache, sind für die Tonne. Und zu Hause am Bildschirm zeigt sich: Die Idee war gut, aber die Umsetzung… Zu weit weg oder nicht nah genug dran, die Personen zu deutlich erkennbar, zu viel los im Bild – oder die Aufnahme technisch schlicht vergeigt. Streetfotografie ist eine echte Herausforderung.


Meine Ausbeute ist mager. Es ist nichts dabei, von dem ich sagen würde: Das ist es! Damit kann ich aber gut leben, denn ich habe an diesem Tag unheimlich viel gelernt. Fotografieren, so dachte ich bislang, ist ein wenig wie ein Gemälde malen. Man komponiert und fügt einzelne Elemente zusammen – ähnlich wie man einen Text schreibt und nach den richtigen Worten sucht. Tatsächlich aber lautet die Aufgabe, zu reduzieren und sich auf die eigentliche Botschaft zu konzentrieren, die ein Streetfoto vermitteln soll. Man subtrahiert Elemente, bis nur noch das übrig ist, was für die Bildaussage wirklich wichtig ist. Vereinfachen, empfehlen mir Peter und Dirk. Und das mitten im wuseligen Trubel von Fußgängern, Radfahrern, Reklameschildern, Eisverkäufern, Spiegelungen, Joggern, Touristen, Torbögen, Schaufenstern, Pfützen, Licht und Schatten, leuchtenden Farben, Hunden und Skatern….
Am Ende war es ein herrlich sonniger Tag und ein wunderbarer Fotospaziergang mit vielen Eindrücken und guten Gesprächen, die noch nachklingen.
Herzlichen Dank, Peter und Dirk!
Tipp: Dies ist einer der besten Monitore für die Bildbearbeitung. Ich nutze den Bildschirm für meine Fotokurse und alle Teilnehmer sind begeistert von der Größe, von den Funktionen, der Farbechtheit und der Kalibrierung ab Werk (Testbericht):
- Monitor für Photographers mit 27 Zoll und einer WQHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln; IPS Panel Technologie
- AQCOLOR Technologie, 99 Prozent Adobe RGB, 97 Prozent DCI-P3; 16 Bit 3D Look-Up-Table (LUT); HDR10, Hard- und Software Kalibrierung; 130mm Höhenverstellbarkeit + Pivot, OSD Controller
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Straßenfotografie Köln
von Dirk Trampedach
Liebe Fotobegeisterte,
beim Begriff der Street Photography weiß man sofort, was gemeint ist, und dennoch fällt es zumindest mit schwer, es in wenigen Sätzen auszudrücken. Ein hoch spannendes, aber eben auch teilweise vielschichtiges Thema ist es, dem zusätzlich die leidigen Umstände der Personenfotografie hier in Deutschland auch nicht gut getan haben. Bei all meiner nicht vorhanden Erfahrung und Unsicherheiten hat es mich dennoch, oder gerade deshalb, sehr gereizt.
In Köln selbst waren für einen sommerlichen Sonntag recht wenig Leute unterwegs. Da sind die Auswirkungen der Pandemie deutlich erkennbar, und das prägt das Atmosphärische von „Street“ ganz besonders. Nach einigen Stunden, in denen ich mich der Street Photography ausgesetzt fand, war mehr Konzentration auch nicht mehr aufzubringen. Das permanente, und obendrein ungewohnte Schauen nach Situationen, die dann außerdem nur für Sekunden Bestand haben, ist ganz schön anstrengend.

Als Fazit möchte ich noch ein paar Dinge herausstellen: Es hat riesig Spass gemacht, und es war ungewohnt, so wenig Zeit für ein Foto zu haben. Gerade zu dritt war es ein rundum perfekter Tag, und es gewinnt so eine Aktion eben nicht nur fotografisch. Meine hier gezeigten Fotos gefallen mir recht gut, wenngleich ich mir nicht bei jedem sicher bin, ob das denn nun wirklich klassische Street Photography sein mag… Einen herzlichen Dank für alle Aufmerksamkeit!
Freundliche Grüße,
Dirk Trampedach

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Was ist Straßenfotografie?
von Peter Roskothen
Es war ein sehr sonniger und heißer Sonntag in Köln, an dem Kira, Dirk und ich uns verabredeten, um das interessante Fotogenre Straßenfotografie zu belichten. Als wir gerade losgegangen waren, fragte Kira: „Was ist eigentlich Straßenfotografie?“. Ich war wie erstarrt, denn ich hatte im Kopf eine Idee, die ich nicht formulieren konnte. Meine Assoziationen waren:
- Stadt
- Menschen
- Lebensräume
- Geschichten
- Schatten
- Spiegellungen
- Witziges
- Zeit anhalten
Aber wie bekomme ich so viele Assoziationen in einen Satz? Ich denke, Straßenfotografie belichtet das Leben in der Stadt und auf der Straße. Genauer möchte ich das gar nicht wissen, denn sonst bremst es vielleicht meine Kreativität. Wohlgemerkt, die Antwort fällt mir jetzt erst ein, bitte entschuldige, Kira. Bestätigt wird die Definition durch verschiedene Werke berühmter Straßenfotografen, wie Henri Cartier-Bressons oder durch einen Blick in das *fotowissen Buch des Monats August 2021 „Streetfotografie“ von Valérie Jardin.
Meine Fuji X-T4 war auf Eterna Bleach Bypass eingestellt. Die Filmsimulation reduziert die Farben drastisch und ist für Industrie, aber auch die Straße prädestiniert. Erst später, als Dirk mir seine Bilder sandte, stellte ich wieder einmal fest, dass Schwarzweiß der eigentliche Zugewinn in der Straßenfotografie ist und Eterna Bleach Bypass noch zu viele Farben zeigte, obschon es unsere Aufnahmen farblich stark reduziert. Nein, jeder so wie er mag, aber für mich kam nur noch Schwarzweiß in Frage und ich wandelte die RAW-Fotos nachträglich in die Acros-Rot-Filmsimulation. Manches kann auch Fujifilm nicht verbessern, denn diese Filmsimulation ist für mich schlicht perfekt.
Ich hatte das neue XF 18mm F/1.4 zum Test auf der Kamera und das XF 56mm F/1.2 plus dem XF 55-200mm dabei. Interessanter Weise fotografierten wir alle mit Fujifilm-Kameras. War das ein Zufall? Sind die leichten und kleinen Fuji-Kameras nicht einfach ideal für die Straßenfotografie?
Wir drei *fotowissen Redakteure gingen hochmotiviert hinaus in das urbane Leben und fanden bereits auf den ersten Metern einige Motive, die aber zunächst nur hintergründig mit dem Menschen zu tun hatten. Irgend jemand hatte vier verschiedene Stühle und einen Aschenbecher vor ein Haus gestellt. In meinem Kopf konnte ich mir die Zigaretten-Pause vorstellen.

In dem Fenster eines anderen Hauses spiegelte sich die gegenüberliegende Fassade. Das Schild an der Wand zeugte davon, dass die hier lebenden Menschen benachteiligt waren, denn sie mochten offenbar keine Hunde. Ich fand es deprimierend und hielt es fest. Wieder waren die Menschen nicht unmittelbar zu sehen. Ist das Straßenfotografie?, so fragte ich mich.

Auf dem Großmarkt erinnerte alles an ein reges Treiben unter der Woche. Müll und viele leerstehende Buden mit geschlossenen Rolladentoren dicht an dicht, zeugten von regen Verkaufsaktivitäten. In der düsteren denkmalgeschützten Halle war es ein bisschen unheimlich und ich hatte den Eindruck, dass die Konstruktion sich die sonntägliche Pause verdient hatte. Unter der Woche, so bestätigte Kira, gaben sich tausende Menschen, verrückt umherfahrende Gabelstapler und Unmengen an Gemüse und anderen Lebensmitteln unter der Kuppel ein Stelldichein.
Auf dem Weg vom Großmarkt zum Rhein, durchquerten wir einen belebten Park, der die unterschiedlichsten menschlichen Aktivitäten beherbergte. Ein Gruppe junger Frauen feierte auf Picknickdecken den Geburtstag einer Freundin. Andere sonnten sich auf dem kühlen Grün. Die Kinder spielten und in einer anderen Ecke roch es wunderbar unauffällig nach Haschisch. Ganz entspannt hätten wir hier Menschen fotografieren können, allein die deutsche Gesetzgebung verbietet es uns Fotografen, die wunderschöne Straßenfotografie mit erkennbaren Gesichtern zu veröffentlichen. Wozu also Straßenfotografie in Deutschland? Das würden wir besser im Ausland probieren, war mein Eindruck. Wie konnte eigentlich eine Generation von total unterbelichteten Politikern diese wunderbare Straßenfotografie-Kunst so einschränken? Wie schade für die Deutschen. Genauso wie das Smartphone. An dem Tag entdeckte ich hunderte Menschen, die zwar zusammen losgegangen waren, aber mit dem Handy beschäftigt nebeneinander saßen. Was für eine Pleite eine solche Erfindung doch sein kann. Je älter ich werde, desto ärmer erscheint mir das wohlhabende Deutschland unter dem Bann der Smartphones heute. Es tat gut, auch Passanten zu sehen, die sich unterhielten. Vielleicht sollten wir mal einen handyfreien Sonntag probieren?
Erst am Rhein wurde mir klar, dass es durch den politischen Eingriff (DSGVO) wesentlich einfacher ist, die tierischen Begleiter der Menschen zu belichten. Immerhin bekam ich einige Bilder der Vierbeiner auf den Sensor. Dennoch war ich nach dem Ausflug wenig zufrieden mit meine Ergebnissen. Bei Fototerminen geht es mir oft so, dass ich sofort weiß, wenn ein gutes Foto dabei ist. Diesmal stellte sich dieses Gefühl einfach nicht ein. Das wiederum ist überhaupt nicht schlimm, denn ich verstehe es als Ansporn und wollte sofort wieder einen neuen Termin in Angriff nehmen. Sehr gerne beim nächsten Mal am Abend und bei Regen, mit vielen Lichtern, Spiegelungen und Regenschirmen.

Einen großen Dank an meine Freunde und Kollegen Autoren Kira und Dirk für den wunderschönen Tag und Eure wunderbare Freundschaft! Gerne möchte ich Sie liebe Leserin, Sie lieber Leser motivieren, das wunderbare Fotogenre Straßenfotografie auszuprobieren.
Sie merken schon: Er gibt eine ähnliche Definition, wie ich sie oben gab. Es ist gut, wenn die Straßenfotgorafie nicht weiter definiert wird, denn dann bleibt sie offen und kreativ.
© Kira Crome, Dirk Trampedach, Peter Roskothen – Straßenfotografie Köln mit *fotowissen
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Lieber Peter,
vielen Dank für die gestalterische Aufarbeitung unserer Ergebnisse vom Tag in Köln!
Mich hat das Thema sehr gereizt, teils verunsichert, und ich muss auch zugeben, dass liegt daran, weil „Street“ mich sehr weit rausholt aus meiner eigenen bequemen (Foto-) Ecke. Wenn ich nun die Fotos von Kira und dir hier in groß sehe, und eure Kommentare dazu lese, wird eines sonnenklar: Auch für euch war das nicht nur ein „Spaziergang“. Die 3 Kopfzeilen zusammengefasst sagen auch eigentlich schon alles. „Ich habs versucht“, „Strassenfotografie Köln“, „Was ist Straßenfotografie?“ Das bringt es gut zusammen, wie ich finde.
Das erste Foto von dir, Kira, die Dame mit Schirm, wie auch das mit Skateboarder, finde ich mega gut. Und bei deinen Fotos, Peter, überzeugen mich vor allem das mit den Stühlen, und jenes am Schluß mit den Hunden. Der ausführliche Text zu Gedanken und Entstehung vermittelt alles das sehr plastisch, was mir tagsüber auch durch den Sinn ging: Es ist nicht einfach. Für mich selbst darf ich feststellen, hat mich „Street“ Dank eurer Begleitung, Beratung und allen Gesprächen neu angefixt. Klar, es wird immer ein Randthema und eine Herausforderung bleiben, aber nur durch diese Mixture lernt man!
Herzlichen Dank nochmal, und einen lieben Gruß aus Siegen in die Runde!
Dirk Trampedach
Danke, lieber Dirk und lieber Peter, für die tolle Tour. Mir gefallen Eure Bilder ausgesprochen gut. Was mich an dieser Zusammenschau besonders fasziniert: Wir drei sind sie selbe Strecke gegangen, haben zum Teil über die gleichen Motive gesprochen – und doch hat am Ende jeder etwas anderes gesehen. Das macht das Fotografieren noch spannender! Auf bald mal wieder!! Herzlichst, Kira