Vom Naturobjekt ein gutes Foto machen
Schon einige Zeit durchdenke ich immer wieder meinen Wunsch, mich mit den Karnivoren zu beschäftigen. Obwohl sie auch als fleischfressende Pflanzen bezeichnet werden, fressen sie keineswegs so wie wir das von Tieren kennen. Richtiger wäre die Bezeichnung Insektivoren, weil Insekten ihre Beute sind. Die werden nicht gefressen, sondern eher ausgesaugt. Die Pflanze sondert einen Verdauungssaft ab, der die wertvollen Inhaltsstoffe der Insekten auflöst und dann von der Pflanze wieder aufgenommen wird, es bleiben nur der Chitinpanzer und die Beine übrig.
Schließlich hatte ich das dauernde Nachdenken zum Thema satt und bestellte bei der Firma „Exotenherz“ ein Einsteigerset. Durch die Post wurde es wohlbehalten bei mir abgeliefert, die Pflanzen waren sehr gut verpackt und sahen alle prächtig aus.
Zuerst beschäftige ich mich mit der Kannenpflanze. Die war mit Sicherheit unter optimalen Bedingungen aufgewachsen, erkennbar an der Tatsache, dass jedes Blatt eine Kanne ausgebildet hatte oder noch dabei war eine Kanne entstehen zu lassen. Eine Übersichtsaufnahme der ganzen Pflanze, soll den Zustand festhalten, der bei ihrem Erwerb durch mich bestand.

Das Faszinierende an den Insektivoren ist die Fangeinrichtung, hier sind es Kannen. Jede Kanne hat einen Deckel, der eine nektarartige Flüssigkeit ausscheidet, die die Insekten anlockt. Die rutschen an der glatten Wänden der Kanne ab und fallen unten in eine Verdauungsflüssigkeit, wo das Insekt bis auf den Chitinpanzer aufgelöst wird. Diesen Kannen muss mein Interesse als Pflanzenfotograf gelten. Ich fand eine wunderschöne große Kanne mit geöffneten Deckel. Die erste Aufnahme entstand:

Obwohl die Kanne gut abgebildet ist und jeder Betrachter wissen wird, dass zu Pflanzen in der Wohnung Töpfe gehören, stört der Plastiktopf im Foto. Ich habe den Topf gedreht und gewendet, auch das Blatt mit der Kanne vorsichtig angehoben – es ergab kein richtig gutes Bild. Stunden später, man grübelt dann ja auch bei anderer Beschäftigung immer weiter, fiel mir der Stein auf dem Hof ein, der flächig mit Moos bewachsen war.

Die Kannenpflanze ist eine Sumpfpflanze und Moos das passt zum Sumpf. Also raus auf den Hof, vorsichtig das Moos mit einem Spachtel vom Stein getrennt und im Heimstudio so unter diese schöne Kanne geschoben, dass der Eindruck eines natürlichen Standortes entsteht.

Eine zweite Kanne habe ich auch noch fotografiert, weil diese noch geschlossen ist.

Darf der Pflanzenfotograf tricksen?
In gewissen Grenzen darf er das, wenn es, schlicht gesagt, um ein „schönes Foto“ geht. Nur sollte er darauf achten, dass die Manipulationen zum Objekt passen. Moos und Sumpfpflanze, die passen zusammen. Den Blumentopf einer Insektivore unter Rindenstücken oder Laubblätter zu verstecken, was durchaus machbar ist, das geht gar nicht.
Bei einem Pflanzenfoto darf auch nicht im Ansatz getrickst werden, wenn es sich um ein wissenschaftliches Pflanzenfoto handelt, wenn Merkmale einer Pflanze oder Beweise für ihr Vorkommen Bildinhalte sind.
Übrigens war in dem Päckchen von „Exotenherz“ nicht nur eine Insektivore, sondern fünf. Welche Möglichkeiten sich für einen Pflanzenfotografen mit diesen Pflanzen ergeben, das beschreibe ich im demnächst erscheinenden Teil 5 meiner E-Book – Reihe „Pflanzenfotografie“, die bei „Amazon“ im Kindle – Shop erhältlich ist. Wer das Kindle von Amazon nicht besitzt, kann sich dort kostenfrei die Kindle-Leseanwendung für Smartphones, Tablets und Computer herunterladen.
Dies ist eine Serie von Beiträgen - Pflanzenfotografie - Lesen Sie die ganze Serie:
- Pflanzenfotografie für Einsteiger
- Pflanzenfotografie Kompaktkamera
- Pflanzenfotografie Systemkamera
- Pflanzenfotografie - Das Stativ
- Heimstudio, Computer und Software in der Pflanzenfotografie
- Die Pflanzen und der Wind
- Vorbereitungen des Pflanzenfotografen für den Frühling
- Sind Tricks in der Pflanzenfotografie erlaubt?
- Pflanzenfotografie - Die Schönheit des Vergehenden
- Pflanzenfotografie - Fleischfressende Pflanzen
- Pflanzenfotografie Weidenröschen










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