Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Schwarzweiss-Fotografie – Michael Freeman – *buchrezension

Das Buch von Michael Freeman mit dem Titel Schwarzweiss-Fotografie (Die zeitlose Kunst des Monochromen), führt uns in wunderschönen Bildern durch die alte asiatische Handelsroute zwischen China und Tibet. Der bekannte Fotograf und Autor illustriert das sw-Buch, erschienen im mitp-Verlag, durch eigene Fotografien, sowie mit Bildern von Anselm Adams bis zu Bratt Weston. Ist dieses Buch ein ideales Geschenk für sw-Fotografen?

Schwarzweiss-Fotografie Michael Freeman

Michael Freeman – Schwarzweiss-Fotografie

Michael Freeman beschäftigt sich auf weiten Passagen des ersten Kapitels seines Buches mit dem sinnvollen Einsatz der monochromen Fotografie. Er erläutert anschaulich, wo sich Schwarzweiss einsetzen lässt und besser wirkt als Farbe. Begleitend zeigt er prädestinierte Fotografien, welche hervorragend veranschaulichen, welch hohen Reiz die Schwarzweiss-Fotografie für Formen und Details besitzt. Wie zu erwarten geht der Autor auch auf die Historie der sw-Fotografie ein.

Im zweiten Kapitel seines Werks geht der international bekannte Fotograf auf die digitale Schwarzweiss-Fotografie ein. Der Autor erläutert zunächst die Hintergründe der digitalen Technik mit den drei Farbkanälen Rot, Grün und Blau. Der Unterschied zwischen einem 8 Bit und 16 Bit Foto wird mit der Illustration der Tonwertkurven unter die Lupe genommen. Ausführlich erläutert der Autor außerdem die Infrarotfotografie.

Farbwandlung in Schwarzweiß

Vermutlich verschweigt uns der Publizist mit Absicht die zwei einzigen sw-Kameras auf dem Markt. Immerhin dürfen wir davon ausgehen, dass die Mehrheit der Fotografen seine Schwarzweiss-Bilder mithilfe der Bildbearbeitung aus einem Farbfoto entwickelt. Folgerichtig stellt uns der Autor die verschiedenen essenziellen Bildbearbeitung-Programme vor. Er geht auf die wichtigste Bildbearbeitungssoftware Lightroom, Capture One, DXO Optics Pro sowie Silver Efex Pro ein.

Michael Freeman geht es offensichtlich nicht darum, die eine oder andere Kameramarke hervorzuheben. Stattdessen kümmert er sich um das Foto und um die wichtige Bildbearbeitung für die Monochrom Wandlung. Dabei lässt er leider völlig außer Acht, dass sich spiegellose Kameras mit elektronischen Sucher weitaus besser für die Schwarzweißfotografie eignen, als Spiegelreflexkameras. Dieser Hinweis wäre immerhin sinnvoll gewesen.

Filtertechnik

Für Einsteiger in die Schwarzweißfotografie, erläutert Freeman die Grundlagen der Bildbearbeitung, bevor er detailliert die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten des monochromen Bildes aus dem Farbbild heraus erläutert. Wichtig für die sw-Wandlung ist bekanntlich der Farbfiltereinsatz. Freeman beschränkt sich nicht ausschließlich darauf, die Filtereffekte zu erläutern, sondern zeigt auch die Unterschiede der verschiedenen Programme, Farbtonkorrekturen und Kontrastkorrekturen.

Interessant sind auch für Profifotografen die folgenden Erläuterungen zur sw-Wandlung auf Basis der Filtertechnik. Der Autor und Fotograf verändert mithilfe der Farbfilter die Kontraste, die Tiefe und Atmosphäre einer Fotografie. Er geht auf Hauttöne ein und erarbeitet immer wieder mehrere Varianten des Schwarzweiss-Resultats.

Auch das dritte Kapitel dieses Fotobuchs ist für Einsteiger wie fortgeschrittene Fotografen lehrreich. Große Teile dieses Kapitels beschäftigen sich mit dem digitalen Zonensystem. Freeman hat dies sicherlich auf dem analogen Zonensystem von Anselm Adams entwickelt. Endlich einmal geht auch ein Autor auf die HDR-Schwarzweißfotografie ein. Den abschließenden Teil zur analogen Schwarzweiß-Entwicklung hätte sich der Verfasser allerdings sparen können, denn der ist zu kurz und heutzutage weitestgehend irrelevant. Wenn die analoge Technik überhaupt erwähnt werden soll, dann sicherlich am Anfang des Buches. Offenbar mochte der Herausgeber es aber dort nicht unterbringen, um den Leser nicht zu langweilen. Warum bringt man es also am Schluss?

Fazit zum Buch

Das mit 192 Seiten qualitativ hochwertig gedruckte Werk (Kompliment an Verlag und Druckerei) ist eine Empfehlung für Einsteiger wie fortgeschrittene Fotografen, die sich mit der monochromen Fotografie beschäftigen. Selten sieht man so hervorragende Fotografien und liest inhaltlich schlüssige, wie umfassende Informationen zur Schwarzweißfotografie, wie in dieser Publikation. Es macht großen Spaß, dieses Buch Seite für Seite anzuschauen, zu lesen und mit seinen eigenen Fotografien am Rechner nachzuvollziehen. Wer die Hintergründe zur schwarz-weiß Wandlung erlernen möchte, weil er sich nicht mit einem spontanen Resultat aus Silver Efex Pro zufrieden gibt, der findet wertvolle Tipps und Tricks.

Neben den wirklichen Qualitäten dieses Buchs finde ich diese konstruktiven Kritikpunkte an Michael Freeman (der mitp-Verlag kann hierfür nichts):

  • Der Autor Michael Freeman verweigert uns, wie in seinen anderen Publikationen, die Aufnahmedaten (Blende, Verschlusszeit, ISO, Brennweite) zu seinen hervorragenden Fotografien. Aber ausgerechnet diese Informationen sind für jeden Leser besonders wertvoll. Wer sich auf das Wesentliche konzentriert, der darf diese Werte nicht einfach weglassen!
  • Manche Bildbeispiele wie zum Beispiel auf Seite 157, sind viel zu klein, um sie im gedruckten Buch nachzuvollziehen.
  • Die Schriftgröße des Druckwerks ist am untersten Limit.
  • Ein so wertvolles Buch würde man sich mit einem Hardcover wünschen. Allerdings ist dann der Preis nicht mehr zu machen. Also doch lieber Softcover?
  • Wie oft in Büchern zur Fotografie, so fehlt auch hier ein Hinweis auf die verschiedenen Möglichkeiten seine eigenen Fotografien zu vergrößern. Mich hätte sehr interessiert, wie Michael Freeman seine Fotografien an die Wand bringt. Dazu fehlen Hinweise über die Zusammenhänge zwischen der maximalen Ausgabegröße und den Megapixeln der Kamera.

Kauftipp

Schwarzweiss-Fotografie Michael Freeman

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Wer den Reiz der Schwarzweißfotografie noch nicht für sich entdecken konnte, der wird mit diesem Buch vermutlich ein Fan. Fotografieren Sie bereits gerne monochrom, dann finden Sie in diesem Buch viele wertvolle Anregungen und Tipps. Wer schon viele Bücher zur sw-Fotografie in seinem Bücherregal hortet, der sollte dieses Buch unbedingt nach dem Lesen in eine freie Lücke stellen oder anbauen. Das Buch macht großen Spaß!

Ich gebe Ihnen für dieses Buch meine unbedingte Kaufempfehlung.

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Schwarzweiss-Fotografie – Michael Freeman – *buchrezension

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

3 Kommentare

  1. Das Buch habe ich mir vor wenigen Tagen gekauft und bin fasziniert von den tollen Bildern. Die Druckqualität ist super.

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  2. Ich habe mir das Buch mit dem gleichen Titel vom Verlag „Markt+Technik“ von 2010 gekauft und sehr viel damit gelernt. Es ist für mich nach wie vor aktuell, weil ich Silver Efex Pro2 verwende und weil Michael Freeman auch auf die Tonung mit Lightzone eingeht, ein exzellenter RAW-Konverter, der seit längerem open source und gratis ist. Lightzone verwendet an Stelle von Gradationskurven ein Zonensystem, was für B&W sehr hilfreich ist.

    Nach dem Inhaltsverzeichnis des neuen Buchs zu urteilen, sind die Inhalte sehr ähnlich oder gleich wie im alten Band, wenn auch die Übersetzung eine andere ist.

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  3. Wer sich vertieft und mithilfe eines sehr fundierten Buches in die Materie einarbeiten oder weiterbilden will, ist meines Erachtens besser bedient mit dem Werk von Jürgen Gulbins/Andreas Zachmann: «Monochrom», das erst kürzlich in seiner zweiten Auflage im dpunkt.verlag erschienen ist.

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