Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Schöne Vergänglichkeit

Artikel ursprünglich verfasst am 2. August 2020

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Schöne Vergänglichkeit - Udo Thoms

Ort: „Piratennest“ / Flensburger Hafen
Bildname „schöne Vergänglichkeit
Kamera: Nikon Z6
Objektiv: NIKKOR Z 24-70mm f/4S
ISO 250 f/4 1/400 57mm
Das Foto entstand ganz zufällig am Flensburger Hafen am 13. Juni 2020. Es zeigt die stark verwitterte Halteöse eines alten Ankers.

Foto: Udo Thoms

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Autor: Bild der Woche (Wahl der Redaktion)

1 Kommentar

  1. Ein S/W Bild im quadratischen Format bei Offenblende.
    Die Achse des im Nahbereich abgebildeten Motivs liegt optimal in der Diagonale.

    Das Motiv zeigt verschiedene Materialien und ihre Reaktionen auf langzeitige Aussetzung an freier Luft und Wasser, also den Naturelementen.

    Der „Hauptdarsteller“ wird unten von einer Fläche mit rauher Struktur gestützt, im Hintergrund sind durch Offenblende beblätterte Baumkronen mit Bokeh zu sehen.

    Ich wäre niemals auf ein Ankerauge mit Ring gekommen, denn der eigentliche Anker ist ausserhalb des Bildes.

    Mein erster Eindruck war:
    der von bearbeitetem Holz, möglicherweise mit angelehnten, teils auch durch eine Öffnung hindurchgeführten, knollenartig verdickten Ästen bzw Narben von Astbeschnitt sowie einem um einen Teil dessen gewickeltem, grobem Gewebe.

    Die querliegende, grobporige, flächige Struktur unten könnte Baumrinde sein, aber auch ausgewaschener Beton.

    Einen funktionellen Zusammenhang kann ich ohne die Info „Anker“ nicht erkennen.

    Mein Versuch, die Strukturen genauer anzuschauen, scheitert an mangelnder Schärfe (zumindest bei der hier präsentierten Bildgröße) : ich kann beimessen Willen nirgendwo eine knackige, detaillierte Schärfe im Bildzentrum ausmachen, welche zu einem bewusst mit Offenblende gemachten Bokehlastigen HG ( im Sinne von „Ying/Yang“ ) dazu gehören würde.

    Ich liebe sehr Fotos von verwitterten Dingen, Dokumente der Vergänglichkeit.
    Aber um „Vergänglichkeit“ überhaupt als solche definieren zu können, muss man bei Dingen erst einmal anhand ihrer Struktur WISSEN, um was es sich handelt. Also: Die „Lebenserwartung“ des abgebildeten „Ding“ erst einmal einschätzen können.

    Das liegt hier nicht vor – denn die Farbe fehlt hier und mindert das vermutlich existierende nuancierte Farbspiel, welches bei allmählich verrottenden Dingen aus verschiedenen Materialien zwar subtil ist, aber sehr hilfreich und ästhetisch anmutig.

    S/W kann wunderbar wirken, wenn „Weniger Mehr ist“. Das sehe ich bei diesem Foto anders.

    Bei Dokumenten der Vergänglichkeit sollten entweder in der vergänglichen Gesamtgestalt oder in den winzigen Mikrostrukturen der Zahn der Zeit erkennbar sein – aber bei Letzterem dann auch knackig-detailscharf. Das ist nicht der Fall – zumindest nicht bei der hier sichtbaren Bilddarstellung. Auf meinem Ausgabegerät ist das Foto von Bildmitte bis zum Rand ziemlich unscharf (für meine Vorstellungen zumindest).
    Die Intention beim Bildausschnitt ist mir auch unklar:?Der HG mit den Baumwipfeln und die (vermutliche) Betonplatte im VG haben weder Bezug zum Hauptdarsteller noch können sie m.E.n. einen reizvollen Kontrast bieten – sie lenken lediglich ab.
    Daher würde ich persönlich einen deutlichen Beschnitt mit fast völligem Wegfallen beider „Ablenker“ schöner finden, bei dem sogar der Anker oben rechts leicht angeschnitten wird und der Ankerring unten links ebenfalls.

    Wenn dann noch knackige Schärfe zum lustvollen Betrachten der (mikro-)Spuren der Vergänglichkeit einladen würden, wäre es für meinen Geschmack schöner.
    Und mit subtiler Farbgebung (möglicherweise knackig, aber gerne auch sanft entsättigt) und etwas höherem Kontrast noch besser ansprechend.

    Stets gutes Licht

    DWL

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