Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

RAW JPG Vergleich – RAW Format erklärt

Artikel ursprünglich verfasst am 29. August 2019

Wenn Sie ambitioniert oder professionell fotografieren, werden Sie sich früher oder später mit dem RAW Format ihrer Kamera auseinandersetzen und den RAW JPG Vergleich anstellen. Aber auch wer mit JPG (Kurzform von JPEG) glücklich ist, weil es weniger Platz benötigt, weniger Zeitaufwand mit Bildbearbeitung bedeutet, oder weil die Kamera nichts anderes liefern kann, der möchte sicher wissen, welche Vorteile das RAW vor dem JPG in der Fotografie bedeutet:

RAW JPG Vergleich Farbumfang Digitale Fotos

RAW Bilder sind das Beste, was Ihre Digitalkamera liefert

JPG Bilder können Sie schnell versenden

RAW bietet mehr Farbtiefe

Es macht oft Sinn in beiden Formaten zu speichern

Eigenschaften von RAW-Fotos

  • RAW sind das Beste was Sie von einer Digitalkamera bekommen können
  • haben mögliche 48 BIT Farbtiefe
  • benötigen mehr Speicherplatz auf der Karte und der Festplatte
  • müssen alle bearbeitet werden (Tonwerte, Gradiationskurve, Weißabgleich, Schärfe …)
  • benötigen mehr Zeit und Know-how
  • erleichtern die Korrektur der Farbtemperatur
  • erlauben die nachträgliche Auswahl des Farbraums
  • verleihen ungeahnte Möglichkeiten bei der Korrektur der Belichtung
  • sind nicht verlustbehaftet
  • können den Bildnachweis vor Gericht bringen, wenn Ihnen Bilder geklaut wurden

JPG Bilder

  • JPG (gesprochen „dschjeipäg“) Bilder sind einfacher, haben aber auch weniger Bearbeitungsspielraum
  • sind komprimiert und verlustbehaftet aber auch kleiner und sparsamer
  • kann ich nicht in 16 BIT Farbtiefe pro Kanal erhalten, sondern nur mit 8 BIT pro Kanal (24 BIT insgesamt)
  • ist hinsichtlich der Farbkorrektur schwierig. Die Korrektur ähnelt mehr einem Ratespiel wenn das Foto keine Grautöne enthält
  • ist eine sehr gute Vereinfachung für Nichtfachleute hinter der Kamera. JPG korrigiert je nach Kamerahersteller vieles recht optimal
  • wird in der Kamera erstellt und kommt aus dem ursprünglichen RAW. Es wird korrigiert, geschärft und vom Kameracomputer optimiert und erst danach als JPG auf Karte gespeichert
  • JPG können Sie schnell mal versenden

Linkes Bild – Korrigiertes JPG, Rechtes Bild – Korrigiertes RAW

TIPP JPG versus RAW

Moderne SLR-Kameras (Single Lens Reflex = Spiegelreflex) oder spiegellose Systemkameras bieten Ihnen die Möglichkeit beide Formate gleichzeitig zu speichern: RAW und JPG. Haben Sie wenig Zeit, greifen Sie zum fertigen JPG, möchten Sie falsche Belichtungen oder Farben durch falschen Kamera-Weißabgleich korrigeren, dann können Sie das RAW entwickeln. Ein Nachteil dieser Doppelspeicher-Methode: mehr Speicherplatz wird benötigt. Die Daten auf Ihren Rechner zu transferieren dauert auch länger.

Farbräume in der Fotografie

Zunächst arbeiten wir mit Digitalkameras alle im RGB-Farbraum. Das steht im Gegensatz zum Offsetdruck oder auch zu den meisten Tintenstrahlern, die den CMYK-Farbraum nutzen. In der Kette der Verarbeitung ist daher eine Farbabweichung zwischen Motiv, Aufnahme, Monitor und Druck unausweichlich. Beide Farbräume haben nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Wiedergabe der Farben, die das menschliche Auge im Original wahrnimmt.

Der RGB-Farbraum ist additiv. Je mehr Licht ich von den drei Kanälen Rot, Grün und Blau hinzugebe, desto heller wird das Bild, bis es bei voller Helligkeit aller Kanäle weiß wird. Leicht verständlich ist das am Monitor: wenn alle drei Strahlen vorne in der feinen Maske mit voller Helligkeit zusammentreffen, entsteht Weiß. Der CMYK-Farbraum ist subtraktiv: er entzieht mit mehr und mehr Farbauftrag dem weißen Papier die Helligkeit.

Der RGB Farbraum - JPG versus RAW

Es gibt verschiedene RGB-Farbräume: SRGB und Adobe-RGB zum Beispiel. Während es sich in der Arbeitskette für Profis anbietet, den Adobe-RGB-Farbraum zu nutzen, weil dieser einen größeren Farbraum zur Verfügung stellt, ist die Ausgabe oft eine Wandlung in den SRGB oder CMYK-Farbraum, weil die meisten Ausgabemedien nicht anders drucken können.

Tipp: Ich persönlich wandele für Kunden die Fotos bei Auslieferung in SRGB um, weil ich Abzüge in beiden Varianten nebeneinander gehalten habe und die Farben und Hauttöne bei den Fotos im SRGB-Farbraum besser waren. Das ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck und daher sollte das mal jeder selber versuchen (und seine Erfahrungen ruhig hier als Kommentar posten). Das beste Licht für einen Vergleich ist Normlicht, das beste kostenlose Licht, eines was durch ein Nordfenster an einem bedeckten Tag einfällt.

Der Farbumfang im RAW JPG Vergleich

Der Farbumfang eines Fotos ist dann entscheidend, wenn man hinterher am Bild die Tonwertkurve spreizt oder sagen wir einfach wenn man die Tonwertkurve bearbeitet. In einem 24 BIT Foto entstehen beim Spreizen des Fotos hässliche Lücken in der Tonwertkurve, in denen später Bildinformationen fehlen. Das kann bei Verläufen zum Beispiel im Himmel oder in der Haut sehr leicht zu plakativen Eindrücken und Abrissen führen.

Tonwertkurve vor der Bearbeitung - RAW JPG Vergleich RAW Format erklärtTonwertkurve nach der Bearbeitung - RAW JPG Vergleich

Tonwertkurve vor der Bearbeitung – Tonwertkurve nach der Bearbeitung

Tipp: RAW in JPG wandeln mit RAW Converter >>

RAW Format versus JPG – BIT

Diese Lücken entstehen beim RAW Format im 48 BIT Modus nicht. Dort hat man statt 8 BIT pro Kanal (2 hoch 8 ist 256) nicht nur 256 Helligkeiten pro Kanal zur Verfügung, sondern man hat 14/16 Bit (2 hoch 16 ist 65536), also 65536 Helligkeiten zur Verfügung. Das bedeutet, Fotografen arbeiten bei drei Kanälen (RGB) statt mit 16.7 Mio. Farben (bei 24 BIT) mit 281.474.976.710.656 Farben (65536 * 65536 * 65536 statt 256 * 256 * 256). Natürlich entstehen hier riesige Dateien, die man aber ja gerne nach der Bearbeitung auf 8 BIT Farbtiefe reduzieren, und so verkleinern kann.

Der Unterschied zwischen dem fertigen Foto in 16 BIT oder 8 BIT ist für mich persönlich nicht feststellbar. Wenn ich allerdings von vornherein an einem 8 BIT Foto die Tonwertkurve verändere und dann ausgebe, habe ich unter Umständen Abrisse in Verläufen oder plakative Wirkung vom Foto.

  1. Tipp: Oft verwirrend, sprechen einige von 8 BIT, andere von 24 BIT: gemeint ist immer das selbe: 256 Helligkeiten pro Kanal ergeben im RGB-Farbraum eine Farbtiefe von 256 * 256 *256 = 16.7 Mio. Farben.
    Spricht jemand von 16 BIT oder von 48 BIT Farbtiefe, dann ist der größere Farbraum gemeint, der 65536 Helligkeiten pro Farbkanal zulässt und somit im RGB-Farbraum 281.474.976.710.656 Farben ergibt.
  2. Tipp: Ich arbeite in meinen Beispielen und Erklärungen mit Adobe® Photoshop®. Jedoch haben auch andere Bildbearbeitungsprogramme sehr ähnliche Funktionen. Auch haben viele Programme Bearbeitungsfunktionen für RAW (Adobe Lightroom, Luminar, Capture One, …).

Fazit RAW JPG Vergleich

Möchten Sie Zeit sparen und besitzen eine große Erfahrung oder eine spiegellose Systemkamera (DSLM), dann können Sie Ihre Fotos von vornherein richtig belichten und benötigen keine größeren Korrekturen. Sie arbeiten mit dem JPG-Format (auch JPEG-Format genannt) und sparen Zeit bei der Bildbearbeitung. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass das JPG-Format ein verlustbehaftetes Kompressionsverfahren ist. Die Tatsache an sich ist nicht schlimm, wenn Sie das Bild nicht mehrfach öffnen, korrigieren und wieder speichern.

Wollen Sie die bestmögliche Bildbearbeitung, dann arbeiten Sie mit den RAW-Fotos aus Ihrer Kamera. Sie erhalten bessere Möglichkeiten Lichter oder Tiefen, Farben und Weißabgleich zu korrigieren. Noch dazu arbeiten Sie mit einem verlustfreien Negativformat, also dem Besten, was Ihre Kamera liefert.

Tipp: Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Sie das eine oder andere Format nutzen möchten, dann speichern Sie beide, RAW UND JPG auf die SD-Karte. Nutzen Sie später das JPG zum schnellen Versenden oder für den Bildschirm und bearbeiten das RAW bei Bedarf zu einem Poster, digitalen Album oder für Ihre Präsentation im Internet.

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© Peter Roskothen Profifotograf und Fotojournalist RAW JPG Vergleich Farbumfang von digitalen Fotos Raw-Format erklärt

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

10 Kommentare

  1. Nicht nur Canon-SLRs koennen die Kombination RAW/JPG gleichzeitig speichern, zumindest Nikon-SLRs machen das ebenfalls. Wuerde mich nicht wundern, wenn das auch bei Pentax, Minolta, Fuji, Olympus usw. ebenfalls moeglich ist.

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  2. Ich habe eine Panasonic DMC-FZ50 Lumix (nicht SLR-Digital) und die speichert auch RAW und JPG gleichzeitig.
    Eure Seite hier find ich echt gut, hab sie gleich bei Favoriten reingeschmissen!

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  3. Meine Leica D-Lux 3 speichet auch RAW & Jpeg parallel, wie ich gerade beim sammeln meiner ersten Raw-Erfahrungen feststellen durfte. Und auch schoen das IrfanView RAW anzeigen kann!

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  4. Zum ersten mal hab ich gerafft warum man in RAW fotografieren sollte. Meine D40x kann auch RAW und Jpeg parallel, allerdings werden dann die Jpeg nur in niedriger Qualität („Basic“) gespeichert.

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  5. Hallo, Diese Seite ist einfach Spitze. Ich habe eine Nikon D70S,die auch beides kann.
    Eine Frage.
    Wo gibt es eine Seite wo man Schritt für Schritt erklärt wird,wie mit der Tonwerkurve gearbeitet,bzw.ein Foto mit eingestellt wird?
    Es grüßt herzlich,
    Peter

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  6. Hallo Peter, es gibt diverse gute Bücher und auch in Magazinen wird es immer wieder mal erklärt. Hier habe ich online was gefunden, was ich sehr gut erklärt finde:
    puchner.org/Fotografie/technik/nachbearbeitung/helligkeit.htm.
    Herzlichen Gruß, Peter

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    • Korrekt und das gilt auch für überbelichtete Fotos. Da ist bei JPG nicht mehr viel zu machen. Im RAW kann man sogar sehr helle Partien oft wiederherstellen.

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  7. Hallo,
    der Beitrag ist schon informativ und sehr gelungen.
    Aber, wie kann ich denn jetzt tatsächlich an dem Histogramm, welches hier aufgeführt ist erkennen, wie es aussehen sollte? Ihr Beispiel zeigt nur in dem unteren Bild Striche,was hat sich da verändert, ich kann nichts erkennen.?
    MFG. Peter

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