Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Parknächte Schloss Dyck (ehemals Illumina)

Egal, ob man sich kulturell berieseln lassen wollte oder nur visuell genießen wollte, die Illumina hat in der Vergangenheit sehr viel für Augen und Ohren geboten. Wie sieht es nun mit der Nachfolgeveranstaltung, den Parknächten im Schloss Dyck aus? Für einen (weiterhin) sehr stolzen Eintrittspreis wurde mit einem interaktiven Spektakel geworben. Ein neues Konzept, eine neue Idee und neue Leute, die diese umsetzen. Ist dies gelungen? Ich bin vielleicht der falsche Ansprechpartner, wenn es um den kulturellen Anspruch geht, aber wenn ich als Vielfotografierer mit gerade mal 60 Bildern nach Hause komme (statt ansonsten ca. 200 Fotos bei einem solchen Event) und schon eine Stunde vor Ende der Öffnungszeit wieder auf dem Weg nach Hause bin, dann kann ich die Frage nur mit Nein beantworten.

Schaut man sich die alten Beiträge zur Illumina an, dann sieht man wunderschön beleuchtete Bäume, interessante Licht-Shows, viel Licht das im wunderschönen Park des Schlosses die alten Bäume und Wasserläufe in Szene setzt. Ob es der Wassergraben im Nebel ist (mein persönliches Highlight aus dem Jahre 2016 mit einer tollen Klang- und Lichtschow) oder das als Projektionsfläche genutzt Schloss im Jahre 2015, jedes Jahr hatte ein besonderes Highlight und ganz viel in Licht getauchtes Ambiente am Wegesrand. Es hat sich gelohnt als Fotograf mit des Stativ loszuziehen und schon mit der Dämmerung auf Foto-Pirsch zu gehen.

Doch dieses Jahr, nun, dieses Jahr sollte alles anders sein. Ich bewerte die Parknächte, wie es nun heißt, aus meiner persönlichen Sicht als Hobbyfotografin. Doch kann ich die Mängel in der Organisation nicht ganz verschweigen. Um 18 Uhr öffneten sich die Tore zum Park. Für ein happiges Eintrittsgeld von 13,- € pro Person sollte man sich die Zeit mit kleinen Snacks und Getränken vertreiben und Sehen und Gesehen werden. Nun war der Essensstand schon geöffnet, der Getränkestand jedoch nicht. Dieser öffnete erst gut 15 Minuten später. Allerdings gab es dort nur Kaltgetränke, für warme Getränke also bitte zur Remise gehen. An einem Getränkestand gab es Flaschen, am anderen Pappbecher. Auch wenn alle Angestellten – wie immer – sehr freundlich und zuvorkommenden waren, das Einsammeln von Essen, kalten und warmen Getränken an unterschiedlichen Orten wurde in der Vergangenheit besser gelöst.

Doch wir waren ja zum Fotografieren gekommen. Wir haben vor Schloss Dyck angefangen und den leider sehr farblosen Sonnenuntergang noch fotografiert. Die Barockbrücke, so wie fast jedes Jahr, war wieder schön in Licht getaucht, aber das war nun nix Neues.

Schloss Dyck in der Dämmerung

Danach sind wir den mit Kerzen beleuchteten Weg gefolgt. Der „Baum der Wünsche“ sieht zwar nett aus, ist aber durch sehr schnelle Farbfolgen nur schwer fotografisch in Szene zu setzen. Welches Programm übrigens gerade gezeigt wird, kann man interaktiv selbst bestimmen, indem man über die Homepage von Schloss Dyck einen von vier Wünschen auswählt. Die Idee ist zwar ganz nett, mir persönlich hat die Umsetzung nicht zugesagt. Interessant ist bei den folgenden Installationen die Auswahl der angestrahlten Bäume. Handelt es sich doch mehrfach um Nadelgehölz, das nun einmal einfach keine schöne Reflektionsfläche für das Licht bietet. Makaber fand ich den hohen Baumstumpf, der einfach nur in rot getaucht wird. Langweilig die Bank in violett. Ich habe, einfach weil mich die „Motive“ nicht angesprochen haben, kaum Bilder gemacht. Den roten Baumstumpf (hier noch bei Dämmerung) haben wir dann übrigens Marterpfahl getauft. Der künstlerische Sinn hat sich mir ansonsten leider verschlossen. Vielleicht mag es mir jemand mit mehr Kunstverstand erklären.

Parknächte Schloss Dyck … es wird Nacht

Das Highlight, eine Lichtinszenierung auf einer Wiese war hübsch, daher habe ich hier ein paar mehr Bilder gemacht.

Parknächte Schloss Dyck … Highlight 2017

Die 3D-Animation auf der Nordfassade des Schlosses, wiederrum hat mich ebenfalls nicht angesprochen. Zudem fand ich die Wechsel zu hektisch  und den Platz als schlecht gewählt. Die Ostseite, mit der wunderschönen Spiegelung im Wasser, bietet sich einfach viel eher an und spricht mich alleine schon von der Lokation eher an. Als kleiner Mensch hat man eh keine Möglichkeit einen freien Blick auf die Fassade mit der Animation in Gänze zu erhaschen. Schade!

Besonders vermisst habe ich die vielen schönen Bäume, die in den vergangenen Jahren angestrahlt wurden. Teils noch mit Nebel, was dem Schlosspark ein verwunschenes, manchmal sogar unheimliches Ambiente gegeben hat. Mein Highlight hat daher wenig mit den Parknächten zu tun, sondern ist mir eher am Wegesrand aufgefallen.

Parknächte Schloss Dyck

Ja, die Parknächte sind keine aufgewärmte Illumina, sie wirken in meinen Augen eher wie ein abgespeckte Illumina. Es muss nicht jeder Baum in Licht getaucht werden, aber wir sind nun minutenlang durch den Park gewandert und haben außer den Kerzen, die den Weg markieren, kein Licht gesehen. Mein Fazit lautet daher: Lieber das Geld sparen und zum Beispiel in den Grugapark nach Essen fahren und dort das Parkleuchten genießen. Ja, auch dort sieht man immer wieder bekannte Figuren, aber immer in einem neuen Kontext, jedes Jahr toll neue Lichtinstallationen und da ist interaktiv auch so richtig interaktiv, wie die Planen hinter denen man so schöne Scherenschnittfiguren machen kann. Mal schauen, ob sich Schloss Dyck besinnt oder an diesem Konzept festhält. Eine zweite Chance werde ich allerdings dem neuen Künstler wohl nicht geben. Dafür fahre ich lieber zweimal zum Parkleuchten und hab sogar noch Geld für ein Getränk o.ä. über.

Übrigens war der Abend dennoch schön, denn am besten lästert und leidet man in netter Begleitung. In diesem Fall ein dickes Danke an meine Begleitung, die meine bissigen Kommentare den ganzen Abend ertragen mussten 😉

Zum Vergleich, hier als kleine Erinnerung, meine Beiträge aus dem Jahre 2016 und 2015. Vielleicht fällt Euch ja der Unterschied zu den vorherigen Jahren auf und ihr könnt meine bösen Kommentare nachvollziehen. Es ist einfach enttäuschte Liebe, denn die Illumina fand ich einfach schön!

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, die Parknächte auf Schloss Dyck sind noch bis zum 10. September 2017 täglich ab 20 Uhr zu sehen. Übrigens, der teure Eventeintritt gilt meines Wissens erst ab 18 Uhr. Kommt man deutlich früher, zahlt man den normalen Tageseintritt. Weitere Details sind auf der Homepage der Stiftung Schloss Dyck zu finden.

 

Wie immer würde ich mich über Kommentare, Anregungen und/oder Kritik sehr freuen. Danke!

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Parknächte Schloss Dyck 

Britta Dicken

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung! Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

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1 Kommentar

  1. Peter Roskothen

    Gut, dass Du die Menschen vor dem Schloss Dyck warnst. Das ist seit Jahren schon Abzocke dort. Nur durch Deinen Bericht werden Fotografen gewarnt vor dem Reinfall. Danke dafür.

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