Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Offenblende Vergleich Spiegelreflex versus Spiegellose Systemkamera

Gerade habe ich Ganzkörper Portraits bei Offenblende F/1.2 und F/1.8 fotografiert. Dabei habe ich eine Spieglreflex versus spiegellose Systemkamera (DSLM) getestet. Das Offenblende-Resultat:  EOS 5D Mark IV von Canon (85mm F/1.8) unscharf, X-T2 von Fujifilm (56mm F/1.2) scharf. Warum war das so und woran liegt das?

Offenblende Vergleich Spiegellose Systemkamera versus Spiegelreflex

*fotowissen Offenblende Vergleich Spiegellose Systemkamera versus Spiegelreflex

Was ist eine Offenblende?

Offenblende bedeutet die größte mögliche Öffnung des Objektives. Meist sind Blindenwerte von F/1.0, F/1.2, F/1.4, bis F/4 gemeint. Dabei hat der kleine Blendenwert eine große Blendenöffnung zur Folge. Aus der offensten Blende eines Obejktives resultiert seine kleinste Schärfentiefe. So erreicht man eine Unschärfe des Hintergrundes. Das Motiv wird freigestellt.

*fotowissen Offenblende Vergleich Spiegelreflex Systemkamera versus Spiegellose Systemkamera

Es handelt sich um zwei Kameras im Offenblende Vergleich (SLR und Spiegellose), die durchaus total verschieden arbeiten. Beide sind Systemkameras* mit Anspruch auf Professionalität. Ich erwarte in einer Preisklasse ab EUR 1.000,- für einen Kamerabody und Objektiven ab EUR 500,- absolut scharfe Aufnahmen. Sie auch? Ich finde, das dürfen Sie auch:

Eine Systemkamera besteht aus Kamerakörper / Kamerabody, Wechselobjektiven und Systemzubehör wie Blitzgeräten. Kamerabodies und Objektive lassen sich untereinander austauschen und für verschiedenste Aufgaben nutzen. Demnach sind auch Spiegelreflexkameras so genannte Systemkameras.
Im Englischen steht DSLM für „digital single lens mirrorless“, zu deutsch spiegellose Kamera mit wechselbaren Objektiven. Man spricht im Deutschen auch von Spiegellosen Systemkameras.

Warum ist im *fotowissen Offenblende Vergleich SLR unscharf und DSLM scharf?

Warum also lieferte mir bei einem Testshooting die Spiegelreflexkamera unscharfe Aufnahmen und die spiegellose Systemkamera die erwartete Schärfe? Der Unterschied liegt im System beider Kameras und meiner fehlenden Abstimmung der SLR auf das Objektiv. Der Fehler kann bei jeder SLR auftreten, nicht nur beim Marktführer Canon. Dazu später mehr.

Vorab sei gesagt, dass auch der Marktführer spiegellose Systemkameras anbietet. Die neuesten Modelle sind die EOS 5M und EOS 6M. Diese fallen nicht nur laut Testmagazinen in der Bewertung oft hinter  spiegellosen Systemkameras (mirrorless) von Sony und Fujifilm, Panasonic oder andere. Auch nach meiner Meinung gehört derzeit die Fujifilm X-T2 zu den besten spiegellosen Universalkameras auf dem Markt. Fotoamateure wie Profis verkaufen gerade reihenweise Spiegelreflexkameras und nehmen den Systemwechsel zu Fujifilm und anderen Spiegellosen vor.

Ein Systemwechsel ist dabei vielen Gründen geschuldet. Dieser Offenblenden Vergleich zeigt, welchen weiteren Vorteil die Spiegellose Kamera vor der Spiegelreflex hat.

Das Testszenario beider Kamerasysteme

Die Aufgabe lautete mit meinem Model Testfotos zu belichten. Ich vergleiche zwei verschiedene Kameras und Objektive bei Offenblende. Daher rüstete ich zu dem Testshooting, welches ohne Visagistin und Retusche auskommt, aber ein Modeshooting sein könnte, beide Kameras folgender Maßen aus:

  1. Canon EOS 5D Mark IV, EF 85mm f/1.8 USM, Systemblitz 600 EX RT (Gesamtwert etwa EUR 5.000,-)
  2. Fujifilm X-T2, FUJINON XF56mm F1.2 R, Metz M400 Systemblitz (Gesamtwert etwa EUR 3.000,-)

Im Test hatte ich ähnliche Brennweiten (Fujifilm hat einen Cropfaktor von 1.5, 56mm sind also etwa kleinbildäquivalente 85mm) und konnte den Abstand zum Model gleich halten. Ich wollte Ganzkörperaufnahmen belichten und dachte an einen Abstand von etwa 5 Metern zum Model. Mit dem App fürs iPhone namens SetMyCamera berechnete ich im Vorfeld die Schärfentiefe, die ich bei dem Abstand von 5 Metern zum Model erhielt.

  • die SLR sollte laut APP etwa 36,5 cm Schärfentiefe liefern
  • die Spiegellose sollte laut App etwa 40 cm Schärfentiefe liefern

Diese Schärfentiefe würde für mich ausreichen, um das Model von dem Hintergrund freizustellen. Um die Portraitierte auch schräg gestellt zur Kamera vollständig scharf zu erhalten, hätte es einer größeren Blendenzahl bedurft. Ich wollte aber mit Absicht mal die großen Offenblenden beider Kamerasysteme testen.

Gegenlicht – schwierig für den Autofokus bei Offenblende

Eine der Schwierigkeiten für ein Autofokussystem ist meine Vorliebe zu leichten Gegenlichtaufnahmen. Ich liebe Gegenlicht, aber Autofokussysteme lieben es in der Regel nicht, können sie doch nicht besonders gut damit scharf stellen. Vorab: beide Systemkameras kamen mit der Situation sehr gut klar, ich bekam immer eine AF-Bestätigung. Im Resultat funktionierten die beiden grundverschiedenen Autofokussysteme hervorragend. Dennoch wurden die Aufnahmen der SLR nicht richtig scharf.

Festbrennweiten der Systemkameras

Festbrennweiten haben den Vorteil, meist schärfer als Zoomobjektive zu sein. Außerdem liefern sie bei relativ guten Preisen (Canon EF 85mm F/1.8 Listenpreis EUR 505,- / Fujinon 56mm F/1.2 Listenpreis EUR 999,-) sehr offene Blenden, die für Portraits oder zum Freistellen von Personen, Tieren oder Objekten dienen. Warum sollte man also mit diesen relativ finanzintensiven Festbrennweiten keine Offenblenden nutzen?

Nun fotografiere ich sehr lange mit Canon* und immer wenn ich offene Blenden (kleine Blendenzahl) nutze, um eine schöne Hintergrundunschärfe zu erzeugen, hatte ich eine relativ miese Ausbeute an scharfen Aufnahmen. In der Vergangenheit schob ich das auf den trägen Autofokus meiner EOS 5D Mark II. Seit der EOS 5D Mark IV bin ich über diese Unschärfe aber verblüfft. Ich erwarte, dass eine teure Kamera mit teurem Objektiv, das Auge knackscharf abbildet, wenn ich auf das Auge scharf stelle.

  • Ich nutzte als Profi EOS D60, 10D, 20D, 40D,EOS 5D, 5D Mark II, 7D, 7D Mark II, 5D Mark IV mit vielen Canon-Brennweiten und Tamron-Objektiven.

Mein Testszenario beim *fotowissen Offenblende Vergleich ließ es auf Grund des höheren Abstands der Kamera zum Model nicht zu, dass ich auf das Auge scharf stellte. Schließlich wollte ich Ganzkörperaufnahmen belichten. Ich entschied auf Grund der Distanz, mit dem Autofokus auf das Gesicht scharf zu stellen. Bei der Fujifilm X-T2 nahm ich den S-Autofokus im Zonenmodus, welcher die Gesichtserkennung und Augenerkennung unterstützt. Vorab: die Gesichtserkennung der X-T2 arbeitete gut, wenn mir das Model zugewandt war. Das Auge wurde auf Grund der Distanz nicht erkannt. Dazu bedarf es eines größeren Gesichtsausschnittes.

Kein wissenschaftlicher Test

Das Testszenario, welches einem Modeshooting gleicht, könnte sich ebenfalls bei reinen Portraitaufnahmen wiederholen. Allerdings benötigt ein Portraitshooting eine kürzere Distanz zum Model und würde vermutlich mit kleinerer Blendenöffnung (F/2 – F/4) belichtet, da sonst die Schärfentiefe nicht mal von der Nasenspitze bis zum Ohr reichte.

Ich fotografierte nicht vom Stativ um beiden Kameras exakt gleiche Vorgaben zu ermöglichen, sondern aus der Hand von derselben Distanz einer ähnlicher Stelle, gleicher Höhe.

Das Ergebnis: unscharfe Fotos mit Spiegelreflex – scharfe Fotos mit der Spiegellosen Systemkamera

Das Resultat verblüffte mich sehr. Von den 35 Aufnahmen mit der EOS 5D IV waren 35 unscharf. Die Fujifilm X-T2 hingegen belichtete 99% scharfe Aufnahmen (aus mehr als 450 Fotos). Woran lag das?

Schärfekontrolle im Kameradisplay

Meinen Fotoschülern bringe ich während der Fotoschulung bei, wie man die Schärfe von Aufnahmen kontrolliert. Man schaue sich die Bilder im Display bei erheblicher Vergrößerung an und entscheide, ob das Ergebnis korrekt ist. Die Kontrolle funktioniert nicht immer gleich gut. Leider ist das Kameradisplay auf Grund seiner fehlenden Größe keine besonders gute Lösung zur Kontrolle einer Aufnahme. Auch kann helles Tageslicht das Display völlig nutzlos machen.

Bei der spiegellosen Fujiflm X-T2 kontrolliere ich in sonniger Umgebung daher das Ergebnis im elektronischen Sucher. Diese Methode funktioniert sehr gut, ist jedoch mit der Spiegelreflexkamera nicht möglich (da Spiegelreflex = optischer Sucher). Tatsächlich liefert das Betrachten am großen Monitor nach dem Shooting oft verblüfft dreinschauende Fotografen, die ganze Serien aussortieren.

Schärfe kontrolliert man am besten bei 100% Vergrößerung am Monitor im Büro. Die schlechtere Möglichkeit ist das Hereinzoomen im Sucher oder am Kameradisplay. Am Set kann noch ein Tablet helfen, die Ergebnisse besser zu beurteilen.

Möglichkeiten Canon unscharf versus Fujifilm scharf

Wir haben ein paar mögliche Ursachen für generelle Unschärfe in der Fotografie

  • Minderwertiges Objektiv
  • Verwackeln der Kamera
  • Schnelle Bewegung des Motivs
  • Fokusprobleme Autofokus oder manuelles Scharfstellen
  • weitere Möglichkeiten wie Defekte, Fehlbedienungen, …

Über ein Verwackeln der Kamera oder des Motivs brauchte ich mir an diesem sehr sonnigen Tag keine Gedanken zu machen. Belichtungszeiten von 1/1000 Sekunde und kürzer waren bei F/1.2 bzw. F/1.8 vorhersehbar.

Der Metz mecablitz M400 (ca. EUR 230,-) stellte sich automatisch auf HSS-Blitzen ein, während der teure Canon-Systemblitz (ca. EUR 500,-) von Hand in den HSS-Synch. geschaltet werden musste. Warum das so ist und der Marktführer den Vorgang nicht automatisiert, ist mir bis heute schleierhaft.

Schließlich kontrollierte ich nach 35 Aufnahmen mit der EOS 5D Mark IV das Ergebnis im Gesicht meines Models, das ja scharf sein sollte, nachdem der Autofokus darauf eingestellt hatte. Sie können jetzt viele Argumente bringen, wie ich Fehler begann. Sie können sagen, warum hat der Fotograf:

  • auch AI-Servo genommen
  • nicht per Hand scharfgestellt
  • nicht im Live-View mit Gesichtserkennung gearbeitet
  • so viele unscharfe Bilder geschossen und das Ergebnis nicht schon nach 5 Fotos kontrolliert

Auf einige dieser Vorwürfe hätte ich Antworten:

  • AI-Servo hatte ich immer für eine leistungsfähige Funktion gehalten, wenn etwas nicht statisch ist. Mein Test im One-Shot Modus zeigte später die gleichen Fehler.
  • Von Hand Scharfstellen muss ich nicht, wenn ich eine EUR 4.065,- teure Kamera kaufe und den Autofokus testen möchte. Abgesehen davon ist das in einer SLR ohne Schnittbild sehr schwierig.
  • Ich kaufe keine Systemkamera, um mit dem LiveView und Kameradisplay zu arbeiten, sondern habe eine Sucherkamera gewünscht.

Aber vielleicht fallen Ihnen noch andere Argumente ein, um mir Vorwürfe zu machen. Ich weiß es (noch) nicht. Dies jedenfalls war meine Testumgebung. Sie können es ja jederzeit selbst besser machen und gerne auch bei *fotowissen veröffentlichen.

Ursachenforschung Unschärfe

Zurück zur Ursachenforschung. Die Fujifilm X-T2 Systemkamera lieferte knackscharfe Fotos. Die SLR zeigte kein einzig wirklich scharfes Bild. Mir kam schnell die Idee, dass das 85mm Objektiv von Canon vielleicht nicht optimal eingestellt war und einen Backfokus* oder Frontfokus* lieferte. Die Kamera habe ich seit der Anschaffung einfach nicht auf die Objektive eingemessen. Allerdings konnte ich diesen Umstand während des Shootings nicht mehr ändern. Also griff ich fortan zur Fujifilm X-T2.

Canon unscharf – Backfokus mit Offenblende im Test

*Frontfokus oder Backfokus bedeutet, die Kamera arbeitet mit dem Objektiv nicht ganz korrekt zusammen. Das Objektiv muss im Menü der Kamera schärfetechnisch angepasst werden (wenn möglich) oder zum Service.

Schärfe untersucht

Und tatsächlich, das SLR-Objektiv hatte beim näheren Betrachten des Fotoergebnisses rund um die Füße im Gras etwa 10-30cm hinter dem Model scharf gestellt. Ich hätte demnach im Vorfeld das Objektiv mit der Kamera und einer Fokus-Justagehilfe selbst einstellen müssen oder beides beim Canon-Service (hervorragend) abgeben sollen. Die Möglichkeit an diesem Tag eine kleinere Blendenöffnung zu nutzen, schied für mich aus, denn ich wollte mein Model vor dem Hintergrund freistellen (den Hintergrund unscharf belichten). Ich kaufe keine hervorragenden Objektive, um dann die Offenblende nicht zu nutzen.

Zitat Canon zum EF 85mm F/1.8: „Kurze Telebrennweite, hohe Lichtstärke und schneller Autofokus: Mit diesen Attributen empfiehlt sich das EF 85mm 1:1,8 USM für jeden Porträtfotografen.“

Zitat Fujifilm zum 56mm F/1.2: „Das XF56mm – Objektiv verfügt über eine hohe Lichtstärke von F1.2 sowie eine Brennweite von 56mm (85mm äquivalent zu KB). Es liefert ein wunderschönes Bokeh und ist hervorragend einsetzbar für die Aufnahme von eindrucksvollen Porträts.“

Fortan fotografierte ich mit der Fujifilm XT2 die Fashionfotos und konnte sogar mit dem Metzblitz M400 ohne Unterbrechung sehr schnelle Bilder in Folge schießen. Der Autofokus der X-T2 stellte zuverlässig scharf und hatte nur ein einziges Schärfeproblem, als ich einen Fehler machte und den Schärfebutton nicht drückte, folgerichtig gar nicht fokussierte (habe die Fokussierung vom Auslöser separiert).

Alle anderen Aufnahmen waren in meinen Augen sehr scharf und hervorragend belichtet. Die unbearbeiteten JPG-Aufnahmen sind so herausragend, dass ich neuerdings nur noch wenig bis gar keine Zeit an die Bearbeitung der RAW-Bilder (Fujifilm Endung „.RAF“) mehr verschwende.

Konsequenzen des Tests

Wir vergleichen bei diesem Test zwei unterschiedliche Autofokus-Systeme. Die Firma Canon verwendet in seinen immer noch präferierten Spiegelreflexkameras den Phasenautofokus bei Nutzung des Suchers, Fujifilm in seinen spiegellosen Systemkameras den Kontrastautofokus. Der Phasenautofokus der SLRs hat immer eine Toleranz der Schärfemessung, da der Spiegel eine Autofokusmessung an anderer Stelle im Gehäuse als der Sensorebene mit sich bringt. Fujifilm misst auch bei Suchernutzung die Schärfe auf dem Sensor und hat somit scharfe Fotos, egal mit welchem Objektiv bei Offenblende – ohne diese SLR-Toleranzen.

Die Lösung für Fotos mit Offenblende

Was folgt daraus? Ich schaute mit Internet nach Lösungen. Die Spider-Lenscal-Lösung war mir bereits vertraut, aber ich wollte gerne wissen, ob es andere Möglichkeiten gäbe. Ich stieß auf dieses Video:

Als Resultat haben Sie als Besitzer einer Spiegelreflex mindestens diese Möglichkeiten, wenn Sie gerne wie ich mit Offenblenden fotografieren (nur dann ist möglicher Weise die SLR unscharf):

  1. Sie bringen alle Objektive und Kamerabodies zum Service und lassen die Offenblende kalibrieren. Zahlen und fröhlich sein, für das Fotoequipment, welches außerhalb der Garantiezeit liegt.
  2. Sie stellen im Menü „AF-Feinabstimmung“ alle Objektive bei Offendblende auf alle Kamerabodies selbst ein. Dazu nutzen Sie zum Beispiel die Hardware Spider-Lenscal-Kalibrierung.
  3. Sie nutzen die englische Software Focal Pro für die AF-Feinabstimmung, welche wirklich einfach zu handhaben ist und präzise Ergebnisse liefert. Die Software misst einen Testchart an der Wand und liefert das genau AF-Feinabstimmungs-Ergebnis, welche das Programm entweder sofort in der SLR einstellt oder Ihnen zum manuellen Einstellen mitteilt. Abhängig ist die Automatik vom Spiegelreflex-Model.
  4. Sie tauschen die Objektive beim Kauf so lange, bis eines auch bei Offenblende zu Ihrer Kamera passt.
  5. Sie kaufen eine spiegellose Systemkamera und haben zukünftig nicht mehr mit Unschärfe auf Grund von Backfokus oder Frontfokus bei Offenblende zu tun. Und sie haben viele andere Vorteile, welche ich bereits in diversen Artikeln (siehe unten) beschrieb.

Spider Lenscal Objektiv Kalibrierung

Wie schlimm ist die Spiegelreflex-Unschärfe?

Wäre die Unschärfe des Offenblende Vergleich tatsächlich so schlimm? Ein paar Einstellungen, ein paar Tage ohne Kamera, da diese beim Service liegt? Die SLR ist nur dann unscharf, wenn das Objektiv einen Backfokus oder Frontfokus hat und mit offener Blende genutzt wird.

Dass Ihre SLR mit einem Objektiv und einer kritischen Offenblende von F/1, F/1.2, F/1.4, F/1.8, F/2.0 oder F/2.8 ohne Kalibrierung richtig scharf ist, wäre Zufall.

Canon oder Nikon können (!) mit Spiegelreflexkameras knackscharfe Fotos auch bei großer Offenblende produzieren. Sie sollten folgendes wissen:

  1. Sie erhalten bei Unwissen über die Feinabstimmung einen möglichen Totalverlust an Fotos mit extremen Offenblende bei einem wichtigen Termin.
  2. Die Kalibrierung der Objektive auf die Kamerabodies müssen Sie entweder
    a) selbst vornehmen, oder
    b) vom Hersteller-Service vornehmen lassen und dabei tagelang auf die Kamera verzichten.
  3. Leihobjektive oder Objektive Dritter müssen Sie vor einem wichtigen Shooting mit Offenblende einmessen.

Mein Tipp für Einsteiger:

  1. Sie können von vorne herein eine spiegellose Systemkamera von Fujifilm, Sony, Panasonic, Olympus, Canon oder anderen Herstellern erwerben. Dann haben Sie die Aufgabe des Einmessens mit extremen Offenblenden nicht.
  2. Alternativ fotografieren Sie bei Offenblende mit der SLR im LiveView-Modus über das Kameradisplay.
  3. Sie kaufen sich eine Kalibrierungslösung.

Meine persönliche Lösung für die Offenblende bei SLRs

Ich selbst arbeite seit diesem Test Anfang Mai mit der FOCAL Pro Lösung. Diese Software-Lösung mit Testchart an der Wand kann ich sehr empfehlen. In meinen Tests lieferte die Software extrem zuverlässige Resultate für alle Objektive und Kamerabodies. Darauf kann ich mich als Fotograf verlassen, denn ich habe es überprüft (Resultate unten).

Ich habe nach dem *fotowissen Offenblende Vergleich gerade alle meine Zoomobjektive und Festbrennweiten auf meine Spiegelreflexkameras justiert. Dazu habe ich die Software FOCAL Pro genutzt. Es gab vor der AF-Feinabstimmung auf keiner meiner Spiegelreflexkameras mit den Linsen irgendeinen korrekten Wert. Alle Kameras mussten im Kameramenü (AF-Feinabstimmung) korrigiert werden.

Übersicht über die unterstützten Kameras von Focal Pro >>

Eines der großen Probleme der Offenblendenfotografie ist, dass die Justage der Objektive auf den Kamerabody nicht über die gesamte Entfernung korrekt ist. Im Nahbereich wären im Grunde noch andere Justagen nötig, als im entfernteren Bereich. Die Grafik von Focal Pro zeigt diese Problematik.Kalibriert wird mit Ausnahme von Makroobjektiven der blaue Entfernungsbereich:

Focal Pro Grafik AF-Feinjustigerung der Objektive und Offenblenden

Focal Pro Grafik AF-Feinjustigerung der Objektive und Offenblenden – Grafik: Reikan Technology Ltd

Zudem rät Ihnen der Hersteller der Software Ihre Kameras und Objektive alle 6-12 Monate zu kalibrieren. Haben Sie mehrere Kamerabodies und Objektive, dann sind für diese Justage immer ein paar Stunden fällig.

Was ich in der Zukunft tun werde, das ahnen sie bereits… meine Entscheidung ist bei diesem Testshooting gefallen. Ich fürchte die spiegellose Systemkamera ist für mich persönlich die einzige logische Konsequenz. Kommt der Marktführer zukünftig nicht mit spiegellosen Highend Kameras heraus, die der X-T2 das Wasser reichen können, dann war es das für mich und ich wechsle komplett zu Fujifilm.

Wenn Sie mich in Zukunft erwischen, wie ich eine weitere Spiegelreflexkamera vom Marktführer kaufe, dann dürfen Sie laut lachen!

Ergebnisse nach der Kalibrierung mit Focal Pro

Focal Pro lieferte für das EF 85mm F/1.8 an meiner EOS 5D Mark IV ein Feintuning -Ergebnis von -9. Das ist so erheblich, dass mich im Rückblick das unscharfe Ergebnis nicht verwundert. Im Folgenden sehen Sie die Bildergebnisse ohne und mit AF-Feinabstimmung. Ich zeige links die gesamte Aufnahme und rechts einen sehr kleinen Ausschnitt der gleichen Bilddatei:

Software Focal Pro >>

Dieser Artikel hat inklusive Testaufnahmen (ohne AF-Feinabstimmung) etwa 24 Arbeitsstunden benötigt. Über Kommentare unter dem  Artikel freue ich mich.

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – *fotowissen Offenblende Vergleich Spiegellose Systemkamera versus Spiegelreflex

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

13 Kommentare

  1. Jetzt genügt es aber mit der aufdringlichen Werbung für Fujifilm.
    Bin gespannt ob meine Anmerkung veröffentlicht wird.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Guten Tag Herr Wirth,

    ganz offensichtlich steht mein Name über dem Artikel. Demnach sollten Sie den Stil haben, mich auch damit anzureden.

    Kleiner Tipp: suchen Sie sich die Artikel heraus, die für Sie interessant sind und ärgern sich nicht. Im Artikel steht ganz objektiv drin, wie Sie Ihre SLR bei Offenblende kalibrieren können. Das ist als konkrete Hilfe gemeint. Haben Sie das genau gelesen? Dann frage ich mich, warum Sie den Artikel missverstehen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Peter Roskothen

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Guten Tag Herr Roskothen,

      Ihre Antwort auf Herrn Wirth ist lächerlich, sind sie „ehrenkäsig“ wie man im Schwäbischen sagt?
      Es gehört auch zum guten Stil auf eine Zuschrift, auch an der man sich an solch einer Lapalie wie einer fehlenden Anrede stört, nicht wie eine beleidigte Leberwurst zu reagieren. Jede andere Reaktion ist peinlich.
      Übrigens: der Artikel war durchaus interessant.

      Auf diesen Kommentar antworten
      • Sehr geehrter Herr Güdelhöfer,

        es ist Ihnen durchaus freigestellt meine Antwort zu empfinden wie Sie mögen. Ich erwarte in den Kommentaren auch eine gewisse Form, einen Stil. Wir sind hier nicht bei Facebook und die Anonymität des Internets verleitet den einen oder anderen zu provozieren.

        Wenn ich mir in vielen Stunden der Arbeit die Mühe mache, etwas genau zu erklären, mein persönliches Fazit genau abzugrenzen und ansonsten so objektiv wie möglich schreibe, dann empfinde ich es als einen schlechten Scherz sich in zwei Sätzen negativ zu äußern, ohne auf den Inhalt einzugehen. Davon kann ich nur dringend abraten.
        Und ich erlaube mir tatsächlich die Ehrlichkeit, darauf hinzuweisen.

        Wenn Sie mir sagen, der Artikel sei aus diesem oder jenem Grunde nicht objektiv, dann ist das eine Sache. Allerdings können viele Menschen nicht einschätzen, wie viel Arbeit und Mühe eine solche Publikation macht. Und ein Danke oder eine Entschuldigung ist eher selten. Komisch oder? So lustig ist das Leben, wenn es auch noch gratis ist.

        Ich glaube dem einen oder anderen fehlt es vielleicht etwas an Mitgefühl im Leben.

        Vielen kritischen Lesern bin ich dankbar, wenn sie mir per Kommentar Anstöße geben. Diesen habe ich nicht als solchen empfunden. Sie?

        Herzlichen Gruß,
        Peter Roskothen

    • Sehr geehrter Herr Roskothen,

      ein Kommentar ist per definitionem eine kritische Stellungnahme zu einem Thema. Sie bezieht sich auf den Inhalt einer Abhandlung und nicht auf eine Person. Deshalb wählte ich die von Ihnen kritisierte Form, Unfreundlichkeit liegt mir fern.

      Ich glaube nicht, dass ich Ihren Artikel mißverstanden habe. Zitat aus Ihrem Text:

      „Wenn Sie mich in Zukunft erwischen, wie ich eine weitere Spiegelreflexkamera vom Marktführer kaufe, dann dürfen Sie laut lachen!“

      Bin ansonsten schon ein Fan Ihres Newsletters, jedenfalls soweit ich den Eindruck von Objektivität und Werbeabstinenz habe.

      Mit vielen freundlichen Grüßen
      Ihr
      Georg Wirth

      Auf diesen Kommentar antworten
    • Sehr geehrter Herr Roskothen,

      ich habe mir eine Canon EOS 200 D gekauft. Das mit dem Kalibrieren habe ich eben erst entdeckt. Leider ist in der Lister vorgeschlagene Software für die Kalibrierung mein Modell nicht dabei. Gibt es Alternativen?

      Danke
      Mit freundlichen Grüßen
      S.Riedel

      Auf diesen Kommentar antworten
      • Ich denke, das wird mit der EOS 200D nicht funktionieren. Vermutlich hat diese Kamera noch keine Feinjustage der Schärfeebene, das ist teureren Modellen vorbehalten. Die einzige Möglichkeit die ich sehe, wäre der sehr gute Canon-Service, der alle Ihre Linsen auf die Kamera abstimmen könnte.

  3. Guten Tag Herr Roskothen,
    für mich stellt sich die Frage, ob generell bei allen D-SLRs das Problem der Unschärfe so offensichtlich auftritt, oder nur bei Canon.
    Ich habe mich bereits 2009 von Canon abgewandt. Ich hatte keine umfangreichen Tests wie Sie unternommen, aber ich stellte fest, daß Canon nicht so besonders präzise ist. Außerdem ist die Haptik oftmals nicht besonders ansprechend und auch mein L-Objektiv wurde „klapprig“.
    Ich hatte oft schön scharfe Fotos, aber oft auch Backfocus, und das nervte.
    Nebenbei behandelte die Fa. Canon uns kleine, regionale Händler (ich bin Fotograf, Händler und Digilab-Betreiber) nicht gerade wie einen Kunden. Die Konditionen wurden immer unterirdischer, gleichzeitig wurde der Kram im Netz verkloppt zu nicht mehr darstellbaren Preisen. Wir blieben als Kunde gelistet, bekamen aber einen sogenannten „no named account“. Sehr schmeichelhaft. …

    Mit Olympus wurde dann auf einmal alles besser. Die D-SLR Olympus E-3 nehme ich noch heute gerne in die Hand. Die Objektive sind legendär. Ich hatte endlich knackig scharfe Fotos und ganz nebenbei waren sogar die Farben viel schöner – auch ohne RAW–Verarbeitung. Sauschnell ist die E-3 / E-5 auch heute noch und braucht keine Vergleiche zu scheuen. Die MP waren etwas knapp, aber ausreichend und High-ISo-Tauglichkeit nicht besonders ausgeprägt, die Kameraentwicklung bzw. die Markteinführung stammt aber immerhin auch schon aus 2007. Mit allem anderen braucht sie sich aber nicht zu verstecken und sie erfüllt sogar heut noch ein paar Aufgaben.
    Seit Anfang 2014 verwende ich viel die Oly OM-D E-M1 und dazu auch ein paar lichtstarke Festbrennweiten. Die Art und Weise der Arbeit mit dieser hochwertigen Spiegellosen hat für mich die Fotografie revolutioniert. Es macht vor allem auch richtig Spaß. Vor allem draußen rum.
    Viele Kunden konnte ich damit auch für das System begeistern und es beflügelte mein Hardwaregeschäft.

    Jetzt hat auch eine FUJIFILM X-T2 Einzug gehalten.
    Ich kann Ihre Begeisterung für diese Kamera teilen. Ich habe zwar noch nicht so viel mit ihr gearbeitet, aber die ersten Teste mit X-T20 und X-T2 und Objektiven wie 90/2,0 und 16-55/2,8 waren schon sehr vielversprechend. Gerade über die Schärfe habe ich mich besonders gefreut und die hochwertige Verarbeitung sowieso. Die fujitypisch hochwertige JPG-Umsetzung in der Kamera ist besonders ansprechend… ich finde diese so „richtig schön analog anmutend“.

    Nur die Ergonomie läßt auch mit Power-Grip etwas zu wünschen übrig bei den X-T Modellen.
    Da liegt meine alte E-3 (ohne Powergrip) , meine E-M1 (mit Batteriehandgriff) und Pentax K-1 und K-3 II etc. doch anders in der Hand …. wie reingeschmiedet. Das fehlt mir leider etwas bei der X-T2. Vielleicht ist das aber eine eher subjektives Gefühl.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Lieber Herr Martin,

      danke für diesen ausführlichen Kommentar, der auch auf den Inhalt eingeht und Ihre wertvollen Erfahrungen schildert.

      Ob die Offenblenden-Problematik bei Canon den Fertigungstoleranzen geschuldet ist, bleibt mir nur zu spekulieren. Ich persönlich fände es prima, wenn die DSLR-Kameras eine eingebaute Lösung böten, die so wie FoCal-Pro arbeitet und die Objektive auf die Gehäuse abstimmt. Auf der anderen Seite gönne ich aber dem Hersteller der Software den Erfolg mit dieser hervorragenden Lösung.

      Mir war vor allem daran gelegen, einmal die notwendige Abstimmung für teure Objektive mit kleinen Blendenwerten ins Gespräch zu bringen und die Leser darauf aufmerksam zu machen.

      Ich persönlich werde von schönen Kameras zum Fotografieren animiert. Das Design und die Handhabung unterstützen meine Bereitschaft sofort zum Fotografieren heraus zu gehen. Die Olympus Kameras finde ich besonders schön (wie auch die Fujifilm). Leider kann ich nicht alle Kameras der Welt testen, dafür fehlt mir die Zeit und das Geld. Aber ich habe in den Fotokursen immer wieder sehr zufriedene Fotoschüler mit Olympus- und Pentax-Kameras, die hervorragende Ergebnisse produzieren.

      Was Ihnen als Händler mit Canon passierte, zeigt nur wieder, wie große Firmen (meist AGs) agieren, um den Profit zu steigern. Ich bekenne meine öffentliche Kritik an Canon hat stets zugenommen, aber andere Unternehmen sind meist per se nicht besser aufgestellt, was den einzelnen Händler oder Kunden angeht. Auch andere machen Fehler.

      Leider finden viele Fotomagazine auf Grund der Printwerbung keine solchen Ungenauigkeiten. Ich bin aber der Meinung, dass der Fotoamateur auch mal solche Meldungen benötigt, um sich umfassend zu informieren.

      Umso schöner für Sie, dass Olympus einen viel besseren Weg als der Marktführer geht und Sie Ihren Kunden von Herzen zu diesen Kameras raten können. Etwas besseres als solch eine Beratung kann nämlich kaum einem Fotoamateur oder Fotografen passieren.

      Bitte bleiben Sie uns bei *fotowissen treu und senden mir Ihre Daten, damit ich Ihre Beratung weiterempfehlen kann.

      Herzlich,
      Peter Roskothen

      P.S.: Die URL von Herrn Martin lautet
      http://www.foto-martin.de

      Auf diesen Kommentar antworten
  4. Hi Peter, mein Lieber,

    ich bin nach dem Lesen deines Artikels gerade echt hin und her gerissen.

    Die Ergebnisse mit Fuji XT-2 und 56mm 1.2 verwundern mich nicht. Im Gegenteil: Mich freut es, dass dir mit der Kombi ebenso gute Fotos gelingen, wie mir. Denn das Ding macht richtig Freude und empfehle ich auch gerne weiter.

    Die Schilderung zu Canon ist mir persönlich zu krass. Und ich muss sagen, ich kenne das auch so nicht. Ich habe zwar kein 85er 1.8 mehr, dafür aber das 85er 1.2 II, dass weit verbreitet als „Diva“ bezeichnet wird (und ich liebevoll „The Beast“ nenne.

    Ich habe vor vielen Jahren angefangen, meine Kamera-Objektiv-Kombi’s (offenblendige Festbrennweiten) immer zum CPS zu bringen. Und zwar direkt nach Kauf. Mein 1.2er war im Auslieferungszustand auch nicht knackscharf, kam aber nach wenigen Tagen optimal wieder zurück aus Willich (heute ist der CPS in Krefeld).

    Ich fotografiere überwiegend People und stehe daher auf den Look eines 85ers mit richtig Freistellungspotential.

    Was ich nicht mag, ist Zeit darin zu investieren, Schrauben zu fotografieren, Kameraschärfetests zu machen und dazu womöglich noch Geld auszugeben.

    Ich verstehe aber, dass bei 1.2er mit Offenblende und einem Hauptmotiv kurz hinter dem Mindestabstand zum Objekt (Naheinstellgrenze, beim Canon EF 85 1:1.2 L USM II sind das 95cm) der Schärfebereich extrem gering ist (wenn das Auge scharf ist, sind es Nasenspitze und Ohren schon nicht mehr – vom Hintergrund des Motivs ganz zu schweigen) und daher geringste Toleranzen zwischen Sensor, Bajonett und Linsensystem zu Problemen führen können.

    Mich wundert es allerdings, dass dir das Problem erst im Rahmen dieses Vergleichs aufgefallen ist (als ich mein 85er neu hatte, habe ich fünf Bilder gemacht und es dann gleich eingepackt und mit Cam zum CPS geschickt, ich hatte aber nicht einen so krassen Fehlfokus).

    Verstehe mich nicht falsch, aber ich wäre an deiner Stelle (CPS ist ja bei dir um die Ecke) viel früher zu den hilfsbereiten Kollegen gegangen.

    Anyway. Dein Artikel bestärkt mich darin, eine neue Linse nicht unmittelbar vor einem wichtigen Shooting zu kaufen, sondern mit ausreichend Zeit davor, ein paar Testbilder zu machen und dann zu entscheiden, ob ich die Cam professionell einstellen lasse.

    Schade finde ich, dass Canon dies nicht bei professionellen Bodies (u.a. auch deiner 5D) sowie Objektiven der L-Serie standardmäßig in Form eines dem Paket beigefügten Gutscheins löst.

    So oft habe ich schon Artikel gelesen, die über dieses Phänomen berichten. Eigentlich wäre es für Canon ein Leichtes, eine solche negative Erfahrung zu ersparen, die Negativpresse (die sich ja nicht nur auf dein Kaufverhalten auswirkt) zu vermeiden und den Kauf in ein positives After-Sales-Erlebnis umzuwandeln.

    Anyway. Da mir „the Beast“ sehr wichtig ist, habe ich vor ein paar Monaten auch mal einen Blogartikel verfasst. Er ist weniger technisch und zudem kein Vergleich. Aber vielleicht für drn einen oder anderen Leser doch von Interesse. Denn Canon kann auch echt Spaß machen…. http://www.lightflash.de/beast

    Allzeit gut Licht!

    Thomas

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    • Lieber Thomas,

      beim Lesen Deines Kommentares fällt mir auf, dass Du meinen Artikel und meine Erfahrungen genau bestätigst.

      Ich selbst war mir zwar der Notwendigkeit des Abgleiches bewusst, hatte aber nach dem Kauf der 5DIV schlicht keine Zeit. Der Unterschied zwischen Dir und mir liegt vielleicht in der Anzahl der anzugleichenden Objektive. Wenn ich damit zu Canon ginge, wären die alle für mehrere Tage weg. Ob Canon überhaupt 10 Linsen auf einmal abgleicht, weiß ich nicht.

      Die Tatsache, dass ich zum Service muss und die Zeit verliere, ist jedenfalls schon schlimm genug. Schlimmer noch ist es, wenn jemand weit weg wohnt und seine Objektive und Kamera nach Willich senden soll. Wie denn? Versichert? Wie soll das gehen?

      Die Aufgabe ist jedenfalls systemimmanent und nicht jeder Fotograf oder Fotoamateur ist sich dessen bewusst. Daher der Artikel.

      Besonders schlimm finde ich den Umstand für Leihequipment. Das müsste erst mal kalibriert werden. Wollen wir eine Wette machen, wie viele Fotografen hier unscharfe Bilder produzieren? Oder aus Verzweiflung abblenden?

      Jedenfalls hat man mit der getesteten Software von Reikan Technology eine saubere Lösung und eine scharfe Spiegelreflexausrüstung.

      Ich hoffe der Tipp ist vielen Lesern eine Hilfe.

      Herzlich, Peter

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  5. Guten Tag Herr Roskothen!

    Die Eingangsgeschichte liegt ja nun schon eine Weile zurück, dennoch, da es auch um Grundsätzliches geht:

    Ihre Verstimmung über die Art und Weise der Reaktion des Herrn Dipl.-Ing. Georg Wirth ist aus den von Ihnen genannten Gründen, auch in der Erwiderung auf den mutmaßlichen Schwaben Michael Güdelhöfer hin, völlig berechtigt.
    Und das bedarf wohl für einen Menschen, der Höflichkeit wie Mühe schätzt, keiner weiteren Erläuterung. Für jeden anderen wäre diese eh Perlen vor die Säue – also: für die Katz‘.

    Seien Sie also getrost weiterhin „ehrenkäsig“, wie man, von Herrn Michael Güdelhöfer hier darüber aufgeklärt, im Schwäbischen sagt.

    Der Vorwurf der „aufdringlichen Werbung für Fujifilm“ seitens des Prof. Dr. Georg Wirth (ich bin einfach sicher, er hat uns seine weiteren Titel aus Bescheidenheit unterschlagen!) ist außerdem dumm (mindestens…), da der des Lesens Kundige sich mühelos davon überzeugen kann, daß Sie Ihre Einschätzungen immer sehr genau, geradezu pingeligst, und damit für jeden Leser sehr gut nachvollziehbar, begründen. So gut, daß auch ein nicht so technisch versierter Leser mit etwas Mühe (die Sie Ihren Lesern durchaus abverlangen dürfen, machen Sie sich selbst schließlich sehr viel!) folgen kann.

    Viele Grüße,
    Hans-Peter Liebermann

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    • Danke Ihnen sehr, Herr Liebermann. Ich sehe das wie Sie auch.
      Herzlich,
      Peter Roskothen

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