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Offenblende Vergleich Spiegelreflex versus Spiegellose Systemkamera DSLM

Gerade habe ich Ganzkörper Portraits bei Offenblende F/1.2 und F/1.8 fotografiert. Dabei habe ich eine digitale Spieglreflex versus digitale spiegellose Systemkamera DSLM getestet. Das Offenblende-Resultat:  EOS 5D Mark IV von Canon (85mm F/1.8) unscharf, X-T2 von Fujifilm (56mm F/1.2) scharf. Warum war das so und woran liegt das? Was sind die Vorteile einer DSLM Kamera?

Offenblende Vergleich Spiegellose Systemkamera versus Spiegelreflex
*fotowissen Offenblende Vergleich Spiegellose Systemkamera DSLM versus Spiegelreflex

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 22.5.2017 erstellt, jedoch am 18. Juni 2019 komplett überarbeitet, da das Thema immer noch brandaktuell ist.

Was ist eine Offenblende?
Offenblende bedeutet die größte mögliche Öffnung des Objektives. Meist sind Blindenwerte von F/1.0, F/1.2, F/1.4, bis F/4 gemeint. Dabei hat der kleine Blendenwert eine große Blendenöffnung zur Folge. Aus der offensten Blende eines Obejktives resultiert seine kleinste Schärfentiefe. So erreicht man eine Unschärfe des Hintergrundes. Das Motiv wird freigestellt.

*fotowissen Offenblende Vergleich Spiegelreflex Systemkamera versus Spiegellose Systemkamera

Es handelt sich um zwei Kameras im Offenblende Vergleich (SLR und Spiegellose Systemkamera DSLM), die durchaus total verschieden arbeiten. Beide sind Systemkameras* mit Anspruch auf Professionalität. Ich erwarte in einer Preisklasse ab EUR 1.000,- für einen Kamerabody und Objektiven ab EUR 500,- absolut scharfe Aufnahmen. Sie auch? Ich finde, das dürfen Sie auch:

*Was ist eine Systemkamera

Eine spiegellose Systemkamera DSLM (englisch: Digital Single Lens Mirrorless, deutsch: Digitale spiegellose Systemkamera) besteht aus Kamerakörper / Kamerabody, Wechselobjektiven und Systemzubehör wie Blitzgeräten. Kamerabodies und Objektive lassen sich untereinander austauschen und für verschiedenste Aufgaben nutzen. Demnach sind auch Spiegelreflexkameras so genannte Systemkameras.

Was ist eine DSML Kamera

Im Englischen steht DSLM für „digital single lens mirrorless“, zu deutsch spiegellose Kamera mit wechselbaren Objektiven. Man spricht im Deutschen auch von Spiegellosen Systemkameras.

Fujifilm XT2 DSLM Spiegellose Systemkamera
Fujifilm XT2: eine von vielen DSLM / Spiegellosen Systemkameras

Warum ist im *fotowissen Offenblende Vergleich SLR unscharf und DSLM scharf?

Warum also lieferte mir bei einem Testshooting die Spiegelreflexkamera unscharfe Aufnahmen und die spiegellose Systemkamera die erwartete Schärfe? Der Unterschied liegt im System beider Kameras und meiner fehlenden Abstimmung der SLR auf das Objektiv. Der Fehler kann bei jeder SLR auftreten, nicht nur beim Marktführer Canon. Dazu später mehr.

Vorab sei gesagt, dass auch der Marktführer spiegellose Systemkameras / DSLMs anbietet. Die neuesten Modelle sind die EOS 5M und EOS 6M. Diese fallen nicht nur laut Testmagazinen in der Bewertung oft hinter  spiegellosen Systemkameras (mirrorless) von Sony und Fujifilm, Panasonic oder andere. Auch nach meiner Meinung gehört derzeit die Fujifilm X-T2 zu den besten spiegellosen Universalkameras auf dem Markt. Fotoamateure wie Profis verkaufen gerade reihenweise Spiegelreflexkameras und nehmen den Systemwechsel zu Fuji und anderen Spiegellosen vor.

Ein Systemwechsel ist dabei vielen Gründen geschuldet. Dieser Offenblenden Vergleich zeigt, welchen weiteren Vorteil die Spiegellose Kamera vor der Spiegelreflex hat.

Das Testszenario beider Kamerasysteme

Die Aufgabe lautete mit meinem Model Testfotos zu belichten. Ich vergleiche zwei verschiedene Kameras und Objektive bei Offenblende. Daher rüstete ich zu dem Testshooting, welches ohne Visagistin und Retusche auskommt, aber ein Modeshooting sein könnte, beide Kameras folgender Maßen aus:

  1. Canon EOS 5D Mark IV, EF 85mm f/1.8 USM, Systemblitz 600 EX RT (Gesamtwert etwa EUR 5.000,-)
  2. Fujifilm X-T2, FUJINON XF56mm F1.2 R, Metz M400 Systemblitz (Gesamtwert etwa EUR 3.000,-)

Im Test hatte ich ähnliche Brennweiten (Fuji hat einen Cropfaktor von 1.5, 56mm sind also etwa kleinbildäquivalente 85mm) und konnte den Abstand zum Model gleich halten. Ich wollte Ganzkörperaufnahmen belichten und dachte an einen Abstand von etwa 5 Metern zum Model. Mit dem App fürs iPhone namens SetMyCamera berechnete ich im Vorfeld die Schärfentiefe, die ich bei dem Abstand von 5 Metern zum Model erhielt.

  • die SLR sollte laut APP etwa 36,5 cm Schärfentiefe liefern
  • die Spiegellose sollte laut App etwa 40 cm Schärfentiefe liefern

Diese Schärfentiefe würde für mich ausreichen, um das Model von dem Hintergrund freizustellen. Um die Portraitierte auch schräg gestellt zur Kamera vollständig scharf zu erhalten, hätte es einer größeren Blendenzahl bedurft. Ich wollte aber mit Absicht mal die großen Offenblenden beider Kamerasysteme testen.

Gegenlicht – schwierig für den Autofokus bei Offenblende

Eine der Schwierigkeiten für ein Autofokussystem ist meine Vorliebe zu leichten Gegenlichtaufnahmen. Ich liebe Gegenlicht, aber Autofokussysteme lieben es in der Regel nicht, können sie doch nicht besonders gut damit scharf stellen. Vorab: beide Systemkameras kamen mit der Situation sehr gut klar, ich bekam immer eine AF-Bestätigung. Im Resultat funktionierten die beiden grundverschiedenen Autofokussysteme hervorragend. Dennoch wurden die Aufnahmen der SLR nicht richtig scharf.

Festbrennweiten der Systemkameras

Festbrennweiten haben den Vorteil, meist schärfer als Zoomobjektive zu sein. Außerdem liefern sie bei relativ guten Preisen (Canon EF 85mm F/1.8 Listenpreis EUR 505,- / Fujinon 56mm F/1.2 Listenpreis EUR 999,-) sehr offene Blenden, die für Portraits oder zum Freistellen von Personen, Tieren oder Objekten dienen. Warum sollte man also mit diesen relativ finanzintensiven Festbrennweiten keine Offenblenden nutzen?

Nun fotografiere ich sehr lange mit Canon* und immer wenn ich offene Blenden (kleine Blendenzahl) nutze, um eine schöne Hintergrundunschärfe zu erzeugen, hatte ich eine relativ miese Ausbeute an scharfen Aufnahmen. In der Vergangenheit schob ich das auf den trägen Autofokus meiner EOS 5D Mark II. Seit der EOS 5D Mark IV bin ich über diese Unschärfe aber verblüfft. Ich erwarte, dass eine teure Kamera mit teurem Objektiv, das Auge knackscharf abbildet, wenn ich auf das Auge scharf stelle.

  • Ich nutzte als Profi EOS D60, 10D, 20D, 40D,EOS 5D, 5D Mark II, 7D, 7D Mark II, 5D Mark IV mit vielen Canon-Brennweiten und Tamron-Objektiven.

Mein Testszenario beim *fotowissen Offenblende Vergleich ließ es auf Grund des höheren Abstands der Kamera zum Model nicht zu, dass ich auf das Auge scharf stellte. Schließlich wollte ich Ganzkörperaufnahmen belichten. Ich entschied auf Grund der Distanz, mit dem Autofokus auf das Gesicht scharf zu stellen. Bei der Fujifilm X-T2 nahm ich den S-Autofokus im Zonenmodus, welcher die Gesichtserkennung und Augenerkennung unterstützt. Vorab: die Gesichtserkennung der X-T2 arbeitete gut, wenn mir das Model zugewandt war. Das Auge wurde auf Grund der Distanz nicht erkannt. Dazu bedarf es eines größeren Gesichtsausschnittes.

Kein wissenschaftlicher Test

Das Testszenario, welches einem Modeshooting gleicht, könnte sich ebenfalls bei reinen Portraitaufnahmen wiederholen. Allerdings benötigt ein Portraitshooting eine kürzere Distanz zum Model und würde vermutlich mit kleinerer Blendenöffnung (F/2 – F/4) belichtet, da sonst die Schärfentiefe nicht mal von der Nasenspitze bis zum Ohr reichte.

Ich fotografierte nicht vom Stativ um beiden Kameras exakt gleiche Vorgaben zu ermöglichen, sondern aus der Hand von derselben Distanz einer ähnlicher Stelle, gleicher Höhe.

Das Ergebnis: unscharfe Fotos mit Spiegelreflex – scharfe Fotos mit Spiegellose Systemkamera DSLM

Das Resultat verblüffte mich sehr. Von den 35 Aufnahmen mit der EOS 5D IV waren 35 unscharf. Die Fujifilm X-T2 hingegen belichtete 99% scharfe Aufnahmen (aus mehr als 450 Fotos). Woran lag das?

Schärfekontrolle im Kameradisplay

Meinen Fotoschülern bringe ich während der Fotoschulung bei, wie man die Schärfe von Aufnahmen kontrolliert. Man schaue sich die Bilder im Display bei erheblicher Vergrößerung an und entscheide, ob das Ergebnis korrekt ist. Die Kontrolle funktioniert nicht immer gleich gut. Leider ist das Kameradisplay auf Grund seiner fehlenden Größe keine besonders gute Lösung zur Kontrolle einer Aufnahme. Auch kann helles Tageslicht das Display völlig nutzlos machen (Vorteil einer spiegellosen Systemkamera DSLM, welche das Bild auch im Sucher anzeigen kann).

Bei der spiegellosen Fuji X-T2 kontrolliere ich in sonniger Umgebung daher das Ergebnis im elektronischen Sucher. Diese Methode funktioniert sehr gut, ist jedoch mit der Spiegelreflexkamera nicht möglich (da Spiegelreflex = optischer Sucher). Tatsächlich liefert das Betrachten am großen Monitor nach dem Shooting oft verblüfft dreinschauende Fotografen, die ganze Serien aussortieren.

Schärfe kontrolliert man am besten bei 100% Vergrößerung am Monitor im Büro. Die schlechtere Möglichkeit ist das Hereinzoomen im Sucher oder am Kameradisplay. Am Set kann noch ein Tablet helfen, die Ergebnisse besser zu beurteilen.

Möglichkeiten Canon unscharf versus Fujifilm scharf

Wir haben ein paar mögliche Ursachen für generelle Unschärfe in der Fotografie

  • Minderwertiges Objektiv
  • Verwackeln der Kamera
  • Schnelle Bewegung des Motivs
  • Fokusprobleme Autofokus oder manuelles Scharfstellen
  • weitere Möglichkeiten wie Defekte, Fehlbedienungen, …

Über ein Verwackeln der Kamera oder des Motivs brauchte ich mir an diesem sehr sonnigen Tag keine Gedanken zu machen. Belichtungszeiten von 1/1000 Sekunde und kürzer waren bei F/1.2 bzw. F/1.8 vorhersehbar.

Der Metz mecablitz M400 (ca. EUR 230,-) stellte sich automatisch auf HSS-Blitzen ein, während der teure Canon-Systemblitz (ca. EUR 500,-) von Hand in den HSS-Synch. geschaltet werden musste. Warum das so ist und der Marktführer den Vorgang nicht automatisiert, ist mir bis heute schleierhaft.

Tipp: Für das Blitzen schauen Sie sich besonders auch unseren Artikel zu Godox Blitzen an.

Schließlich kontrollierte ich nach 35 Aufnahmen mit der EOS 5D Mark IV das Ergebnis im Gesicht meines Models, das ja scharf sein sollte, nachdem der Autofokus darauf eingestellt hatte. Sie können jetzt viele Argumente bringen, wie ich Fehler begann. Sie können sagen, warum hat der Fotograf:

  • auch AI-Servo genommen
  • nicht per Hand scharfgestellt
  • nicht im Live-View mit Gesichtserkennung gearbeitet
  • so viele unscharfe Bilder geschossen und das Ergebnis nicht schon nach 5 Fotos kontrolliert

Auf einige dieser Vorwürfe hätte ich Antworten:

  • AI-Servo hatte ich immer für eine leistungsfähige Funktion gehalten, wenn etwas nicht statisch ist. Mein Test im One-Shot Modus zeigte später die gleichen Fehler.
  • Von Hand Scharfstellen muss ich nicht, wenn ich eine EUR 4.065,- teure Kamera kaufe und den Autofokus testen möchte. Abgesehen davon ist das in einer SLR ohne Schnittbild sehr schwierig.
  • Ich kaufe keine Digitalkamera, um mit dem LiveView und Kameradisplay zu arbeiten, sondern habe eine Sucherkamera gewünscht.

Aber vielleicht fallen Ihnen noch andere Argumente ein, um mir Vorwürfe zu machen. Ich weiß es (noch) nicht. Dies jedenfalls war meine Testumgebung. Sie können es ja jederzeit selbst besser machen und gerne auch bei *fotowissen veröffentlichen.

Ursachenforschung Unschärfe

Zurück zur Ursachenforschung. Die spiegellose Systemkamera DSLM Fujifilm X-T2 lieferte knackscharfe Fotos. Die SLR von Canon zeigte kein einzig wirklich scharfes Bild. Mir kam schnell die Idee, dass das 85mm Objektiv von Canon vielleicht nicht optimal eingestellt war und einen Backfokus* oder Frontfokus* lieferte. Die Kamera habe ich seit der Anschaffung einfach nicht auf die Objektive eingemessen. Allerdings konnte ich diesen Umstand während des Shootings nicht mehr ändern. Also griff ich fortan zur Fujifilm X-T2.

Canon unscharf – Backfokus mit Offenblende im Test

*Frontfokus oder Backfokus bedeutet, die Kamera arbeitet mit dem Objektiv nicht ganz korrekt zusammen. Das Objektiv muss im Menü der Kamera schärfetechnisch angepasst werden (wenn möglich) oder zum Service.

Schärfe untersucht

Und tatsächlich, das SLR-Objektiv hatte beim näheren Betrachten des Fotoergebnisses rund um die Füße im Gras etwa 10-30cm hinter dem Model scharf gestellt. Ich hätte demnach im Vorfeld das Objektiv mit der Kamera und einer Fokus-Justagehilfe selbst einstellen müssen oder beides beim Canon-Service (hervorragend) abgeben sollen. Die Möglichkeit an diesem Tag eine kleinere Blendenöffnung zu nutzen, schied für mich aus, denn ich wollte mein Model vor dem Hintergrund freistellen (den Hintergrund unscharf belichten). Ich kaufe keine hervorragenden Objektive, um dann die Digitalkamera mit offener Blende nicht zu nutzen.

Zitat Canon zum EF 85mm F/1.8: “Kurze Telebrennweite, hohe Lichtstärke und schneller Autofokus: Mit diesen Attributen empfiehlt sich das EF 85mm 1:1,8 USM für jeden Porträtfotografen.”

Zitat Fujifilm zum 56mm F/1.2: “Das XF56mm – Objektiv verfügt über eine hohe Lichtstärke von F1.2 sowie eine Brennweite von 56mm (85mm äquivalent zu KB). Es liefert ein wunderschönes Bokeh und ist hervorragend einsetzbar für die Aufnahme von eindrucksvollen Porträts.”

Fortan fotografierte ich mit der Fujifilm XT2 die Fashionfotos und konnte sogar mit dem Metzblitz M400 ohne Unterbrechung sehr schnelle Bilder in Folge schießen. Der Autofokus der X-T2 stellte zuverlässig scharf und hatte nur ein einziges Schärfeproblem, als ich einen Fehler machte und den Schärfebutton nicht drückte, folgerichtig gar nicht fokussierte (habe die Fokussierung vom Auslöser separiert).

Alle anderen Aufnahmen waren in meinen Augen sehr scharf und hervorragend belichtet. Die unbearbeiteten JPG-Aufnahmen sind so herausragend, dass ich neuerdings nur noch wenig bis gar keine Zeit an die Bearbeitung der RAW-Bilder (Fujifilm Endung “.RAF”) mehr verschwende.

Konsequenzen des Tests

Wir vergleichen bei diesem Test zwei unterschiedliche Autofokus-Systeme. Die Firma Canon verwendet in seinen immer noch präferierten Spiegelreflexkameras den Phasenautofokus bei Nutzung des Suchers, Fujifilm in seiner spiegellosen Systemkamera DSLM den Kontrastautofokus. Der Phasenautofokus der SLRs hat immer eine Toleranz der Schärfemessung, da der Spiegel eine Autofokusmessung an anderer Stelle im Gehäuse als der Sensorebene mit sich bringt. Fujifilm misst auch bei Suchernutzung die Schärfe auf dem Sensor und hat somit scharfe Fotos, egal mit welchem Objektiv bei offener Blende- ohne diese SLR-Toleranzen.

Die Lösung für Fotos mit Offenblende

Was folgt daraus? Ich schaute mit Internet nach Lösungen. Die Spider-Lenscal-Lösung war mir bereits vertraut, aber ich wollte gerne wissen, ob es andere Möglichkeiten gäbe. Ich stieß auf dieses Video:

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Als Resultat haben Sie als Besitzer einer Spiegelreflex mindestens diese Möglichkeiten, wenn Sie gerne wie ich mit offener Blende fotografieren (nur dann ist möglicher Weise die SLR unscharf):

  1. Sie bringen alle Objektive und Kamerabodies zum Service und lassen die Linsen kalibrieren. Zahlen und fröhlich sein, für das Fotoequipment, welches außerhalb der Garantiezeit liegt.
  2. Sie stellen im Menü “AF-Feinabstimmung” alle Objektive bei Offendblende auf alle Kamerabodies selbst ein. Dazu nutzen Sie zum Beispiel die Hardware Spider-Lenscal-Kalibrierung.
  3. Sie nutzen die englische Software Focal Pro für die AF-Feinabstimmung, welche wirklich einfach zu handhaben ist und präzise Ergebnisse liefert. Die Software misst einen Testchart an der Wand und liefert das genau AF-Feinabstimmungs-Ergebnis, welche das Programm entweder sofort in der SLR einstellt oder Ihnen zum manuellen Einstellen mitteilt. Abhängig ist die Automatik vom Spiegelreflex-Model.
  4. Sie tauschen die Objektive beim Kauf so lange, bis eines auch bei offener Blende zu Ihrer Kamera passt. Das machen zum Beispiel Geschäfte, die ihre Objektive verleihen. Die packen die neu erworbenen Linsen gar nicht erst aus, sondern schicken sie sofort zum Service.
  5. Sie kaufen eine spiegellose Systemkamera und haben zukünftig nicht mehr mit Unschärfe auf Grund von Backfokus oder Frontfokus bei Offenblende zu tun. Und sie haben viele andere Vorteile, welche ich bereits in diversen Artikeln (siehe unten) beschrieb.

Spider Lenscal Objektiv Kalibrierung

Wie schlimm ist die Spiegelreflex-Unschärfe?

Wäre die Unschärfe des Offenblende Vergleichs tatsächlich so schlimm? Ein paar Einstellungen, ein paar Tage ohne Kamera, da diese beim Service liegt? Die SLR ist nur dann unscharf, wenn das Objektiv einen Backfokus oder Frontfokus hat und mit offener Blende genutzt wird.

Dass Ihre SLR mit einem Objektiv und einer kritischen offenen Blende von F/1, F/1.2, F/1.4, F/1.8, F/2.0 oder F/2.8 ohne Kalibrierung richtig scharf ist, wäre Zufall.

Canon oder Nikon können (!) mit Spiegelreflexkameras knackscharfe Fotos auch bei großer Offenblende produzieren. Sie sollten folgendes wissen:

  1. Sie erhalten bei Unwissen über die Feinabstimmung einen möglichen Totalverlust an Fotos mit extremen Offenblende bei einem wichtigen Termin.
  2. Die Kalibrierung der Objektive auf die Kamerabodies müssen Sie entweder
    a) selbst vornehmen, oder
    b) vom Hersteller-Service vornehmen lassen und dabei tagelang auf die Kamera verzichten.
  3. Leihobjektive oder Objektive Dritter müssen Sie vor einem wichtigen Shooting mit offener Blende einmessen.

Mein Tipp für Einsteiger:

  1. Sie können von vorne herein eine spiegellose Systemkamera von Fujifilm, Sony, Panasonic, Olympus, Canon, Nikon oder anderen Herstellern erwerben. Dann haben Sie die Aufgabe des Einmessens mit extremen offenen Blenden nicht. Warum sollten Sie sonst hochpreisige Objektive mit Anfangsblenden von F1.0, F1.2, F1.4 oder F1.8 kaufen?
  2. Alternativ fotografieren Sie bei Offenblende mit der SLR im LiveView-Modus über das Kameradisplay.
  3. Sie kaufen sich eine Kalibrierungslösung.

Meine persönliche Lösung für die offene Blende bei SLRs

Ich selbst arbeite seit diesem Test Anfang Mai mit der FOCAL Pro Lösung. Diese Software-Lösung mit Testchart an der Wand kann ich sehr empfehlen. In meinen Tests lieferte die Software extrem zuverlässige Resultate für alle Objektive und Kamerabodies. Darauf kann ich mich als Fotograf verlassen, denn ich habe es überprüft (Resultate unten).

Ich habe nach dem *fotowissen Offenblende Vergleich gerade alle meine Zoomobjektive und Festbrennweiten auf meine Spiegelreflexkameras justiert. Dazu habe ich die Software FOCAL Pro genutzt. Es gab vor der AF-Feinabstimmung auf keiner meiner Spiegelreflexkameras mit den Linsen irgendeinen korrekten Wert. Alle Kameras mussten im Kameramenü (AF-Feinabstimmung) korrigiert werden.

Übersicht über die unterstützten Kameras von Focal Pro >>

Eines der großen Probleme der Offenblendenfotografie ist, dass die Justage der Objektive auf den Kamerabody nicht über die gesamte Entfernung korrekt ist. Im Nahbereich wären im Grunde noch andere Justagen nötig, als im entfernteren Bereich. Die Grafik von Focal Pro zeigt diese Problematik.Kalibriert wird mit Ausnahme von Makroobjektiven der blaue Entfernungsbereich:

Focal Pro Grafik AF-Feinjustigerung der Objektive und Offenblenden
Focal Pro Grafik AF-Feinjustigerung der Objektive und Offenblenden – Grafik: Reikan Technology Ltd

Zudem rät Ihnen der Hersteller der Software Ihre Kameras und Objektive alle 6-12 Monate zu kalibrieren. Haben Sie mehrere Kamerabodies und Objektive, dann sind für diese Justage immer ein paar Stunden fällig.

Was ich in der Zukunft tun werde, das ahnen sie bereits… meine Entscheidung ist bei diesem Testshooting gefallen. Ich fürchte die spiegellose Systemkamera DSLM ist für mich persönlich die einzige logische Konsequenz. Kommt der Marktführer oder auch Nikon zukünftig nicht mit spiegellosen Highend Kameras heraus, die der X-T2 das Wasser reichen können, dann war es das für mich und ich wechsle komplett zu Fujifilm.

Wenn Sie mich in Zukunft erwischen, wie ich eine weitere Spiegelreflexkamera vom Marktführer kaufe, dann dürfen Sie laut lachen!

Persönliche Nachtrag Juni 2019: Ich bin komplett auf die digitale spiegellose Systemkamera von Fujifilm umgestiegen. Sowohl Kameras des X-Systems als auch Mittelformat Kameras des GFX-Systems nutze ich. Die Kameras sind so hervorragend, dass sämtliche Porträts scharf sind. Nur ganz selten vertut sich der Autofokus. Die Ausbeute bei spiegellosen Systemkameras wie der Fuji ist in der Regel neun von zehn Bildern, während die der Spiegelreflex eins von zehn Bildern war.

Mir ist nicht klar, warum Canon und Nikon die Vorteile der digitalen spiegellosen Systemkamera (DSLM) so unterschätzt haben und damit Tausende von Arbeitsplätzen gefährden. Sehr ärgerlich ist dies für viele Benutzer, die mehrere Objektive von Nikon oder Canon ihr eigen nennen. Sony, Panasonic, Fujifilm und einige andere weniger Hersteller sind Canon und Nikon damit um Lichtjahre voraus. Ganz besonders wichtig ist das spiegellose System für Portraitfotografen und Reportagefotografen (Hochzeit, Taufe, Journalismus), da die Kameras Gesichtserkennung und Augenerkennung im Sucher anbieten. Inzwischen haben viele Fotoamateure und Profis längst auf Fuji und Sony, Panasonic oder sogar Olympus umgerüstet.

Sie möchten alle Vorteile einer DSLM Kamera kennen lernen? Hier entlang >>

Ergebnisse nach der Kalibrierung mit Focal Pro

Focal Pro lieferte für das EF 85mm F/1.8 an meiner EOS 5D Mark IV ein Feintuning -Ergebnis von -9. Das ist so erheblich, dass mich im Rückblick das unscharfe Ergebnis nicht verwundert. Im Folgenden sehen Sie die Bildergebnisse ohne und mit AF-Feinabstimmung. Ich zeige links die gesamte Aufnahme und rechts einen sehr kleinen Ausschnitt der gleichen Bilddatei:

Software Focal Pro >>

Dieser Artikel hat inklusive Testaufnahmen (ohne AF-Feinabstimmung) etwa 30 Arbeitsstunden benötigt. Über Kommentare unter dem  Artikel freue ich mich.

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Fujifilm Systemkameras - Lesen Sie die ganze Serie:

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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

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