Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Norderney – Teil 2 – Der rote Regenschirm

Manchmal braucht es nur eine kleine Inspiration und schon hat meine Idee im Kopf, die einen einfach nicht mehr loslässt. So ist es mir vor dem Norderney Urlaub gegangen. Ich habe ein Foto gesehen, wo jemand auf dem leeren Markus-Platz in Venedig einen roten Regenschirm in der Morgendämmerung platziert hatte. Das Foto war toll und schon hatte ich überall vor meinem geistigen Auge rote Regenschirme auf meinen Bildern. Was sich so leicht anhört, ist gar nicht so leicht umzusetzen. Von meiner Erfahrung möchte ich Euch im zweiten Teil meiner Norderney-Reihe berichten: Norderney Teil 2 Der rote Regenschirm.

Von der Idee bis zur Umsetzung kann der Weg manchmal ganz schön steinig sein. Nachdem sich die Idee des roten Regenschirms geboren war, fehlte mir noch ein wichtiges Utensil – genau, der rote Regenschirm. Natürlich hat jeder Haushalt einen Regenschirm, aber unser Bestand ist zwar nicht klein, aber einen passenden Regenschirm habe ich nicht gefunden. Ich wollte ein kräftiges rot, habe aber nur einen dunkelroten mit weißen Punkten gefunden – passte also nicht. Leicht und klein sollte er sein,  die im Supermarkt gefundenen Exemplare waren teilweise klein, aber hatten die falsche Farbe. Ach ja, einen Nässeschutz sollte er auch haben, denn schließlich muss er im Fotorucksack Platz finden. Der normale Überzieher ist mir dafür zu unsicher, also musste eine Umverpackung her. Gibt es nicht. Erst nach einiger Recherche habe ich einen passenden roten Regenschirm mit einer umschließenden Kapsel gefunden. Natürlich ist dieser nicht mehr rechtzeitig für den Urlaub geliefert worden. So bin ich also etwas frustriert, mit vielen Bild-Ideen im Kopf, ohne roten Regenschirm nach Norderney gefahren.

Zum Glück kann man auf Norderney auch das ein oder andere kaufen, so bietet zum Beispiel eine Drogeriekette auch kleine, leichte Regenschirme in, genau, in rot an. Nicht ganz das rot das ich haben wollte, aber besser als gar kein Regenschirm :-)

Nun war ich also mit allem ausgestattet was ich für meine Fotos brauchte. Grundvoraussetzungen erfüllt. Aber irgendwie fehlte mir der zündende Funke für meine Bilder. Die Bilder, die ich in meinem Kopf gesehen habe, die passten so gar nicht zu Norderney. An einem Nachmittag dann, habe ich meinen kleinen roten Regenschirm einfach am Strand ausgepackt und mal versucht ihn irgendwo zu platzieren. Die ersten Bilder werde ich Euch nicht zeigen, denn sie zeigen meine Verzweiflung und sehen auch demensprechend langweilig aus. Doch plötzlich wusste ich, wie mein Bild aussehen sollte. Das erste Bild ist noch ganz nett, aber das ist es dann auch. Irgendwie hatte ich den richtigen Bildausschnitt noch nicht gefunden.

 

Norderney Teil 2 Der rote Regenschirm – Erste Versuche

Ja, ganz nett, nicht wahr? Zu viel Strand, zu wenig Regenschirm und nichts spannendes im Vordergrund. Theoretisch weiß man das alles natürlich, aber wenn man hinter der Kamera steht, vergißt man das natürlich auch gerne mal. Also habe ich es einfach weiter versucht und die nächsten Bilder gefallen mir schon deutlich besser. Was meint ihr? Ich kann mich nicht entscheiden welcher Bildausschnitt besser aussieht oder sind gar beide zu langweilig? Wie seht Ihr das?

 

Norderney Teil 2 Der rote Regenschirm – In den Dünen

 

Doch so richtig war es das immer noch nicht. Also habe ich versucht den roten Regenschirm am Strand zu platzieren. Veruscht? Ja, versucht, denn es war doch ein wenig windig. Doch mit ein wenig gutem Willen und einem Griff, der sicher im Sand steckt, hat es dann auch endlich geklappt. Auch wenn mir die ersten beiden Bilder ganz gut gefallen, so ist es doch erst das letzte Bild, mit dem ich wirklich zufrieden bin.

 

Norderney Teil 2 Der rote Regenschirm – Am Strand

 

Konzeptfotografie ist gar nicht so einfach und weit weniger spontan möglich, als ich gedacht habe. Neben dem notwendigen Equipment, braucht man auch ein entsprechendes Konzept. Ein roter Regenschirm alleine reicht da nicht. Beim nächsten Mal weiß ich, dass ich mich mit meiner Umgebung viel intensiver auseinandersetzen muss, als ich es auf Norderney gemacht habe. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Vor allem das letzte Bild finde ich ganz gelungen. Auch sehr passend, denn keine zwei Minuten später kam bei einem kräftigen Regenschauer der rote Regenschirm direkt zum Einsatz ;-)

 

Weitere Beiträge zu Norderney werden in den nächsten Tagen folgen. Schaut doch einfach nochmal vorbei ? Den ersten Teil meiner Norderney-Reihe findet Ihr hier.

Die kleineren Bilder können übrigens mit einem Klick vergrößert werden. Tut bitte mir und Euch den Gefallen und schaut sie Euch in groß an. Viele Details gehen in der Voransicht aufgrund der Größe verloren und ich fände es schade, wenn ihr die Schönheit der Insel dadurch nicht genießen könntet. Danke!

Wie immer würde ich mich über Kommentare, Anregungen und/oder Kritik sehr freuen. Danke!

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Norderney Teil 2 Der rote Regenschirm

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung! Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

8 Kommentare

  1. Ja Britta,

    wirklich nicht so einfach. Die Frage ist natürlich auch, welche Aufgabe der Schirm im

    Bild erfüllen soll. Möchte man ihn harmonisch einfügen oder soll er störend wirken.

    Mir gefällt Bild 008 recht gut. Würde den Schirm dann aber links hinter die Holzhecke

    legen. Da wo der Lichtfleck im Sand ist. Aber eine schöne Idee mit dem Schirm.

    Ähnliches werde ich auch mal versuchen.

    LG
    Gerd

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    • Hallo Gerd,

      danke für Deinen Kommentar.
      Die Regenschirm soll auf jeden Fall einen sich vom restlichen Bild abhebenden Farbklecks darstellen. Etwas, das augenscheinlich nicht zum restlichen Bild gehört und dennoch harmonisch wirkt. Ich finde, so richtig ist mir das erst beim letzten Bild gelungen. Da passt es auch thematisch gut zu den dunklen Regenwolken am Horizont.

      Ja, hinter der Hecke, schön von hinten von der Sonne angestrahlt, das wäre besser gewesen. Nur kommt man da leider nicht hin bzw. soll halt die Dünen nicht betreten. Daher musste es halt vor der Hecke sein :-(

      Ich bin gespannt, wie Du mit der Thematik klarkommst. Würde mich freuen, was darüber zu hören und zu sehen.

      LG
      Britta

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  2. Konzept Fotografie ist für mich mit einer der spannendsten Teilbereiche in der Fotografie. In der konzeptionellen Fotografie ist es entscheidend, sich als Fotograf ein übergeordnetes Ziel zu definieren, an dem man in der Regel mehrere einzelne Fotoshootings ausrichtet. Nicht selten bildet das fotografische Konzept die Basis für eine längerfristige Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema, einem Motiv oder einer ästhetik. Dazu gehört, wie Britta festgestellt hat, plötzlich völlig anders zu agieren, weil sich die Umstände geändert oder neue Perspektiven vorteilhafter erscheinen. Vielen Dank für diesen Beitrag. Meine Favoriten sind eindeutig die Strand Bilder. Hier wirkt der Schirm nicht störend sondern bildet eine Symbiose mit dem restlichen Bild.

    LG

    Thomas

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    • Hallo Thomas,

      danke für Deinen Kommentar. Ja, Konzeptfotografie lässt sich nicht mal so eben aus dem Handgelenk schütteln … leider. Ich werde den roten Regenschirm sicherlich auch weiterhin mitnehmen. Wenn ich der Meinung bin, das er irgendwo „ins Bild passt“, werde ich ihn sicherlich wieder einsetzen. Aber ich möchte damit nicht zwingend eine Geschichte erzählen oder ein bestimmtes Konzept verwirklichen. Mein Hauptaugenmerk liegt da eher in der Farbgebung – deshalb ja auch ein roter Regenschirm, der in der oben gezeigten Umgebung sonst nicht so häufig vorkommt. Mal schauen, wann er wieder zum Einsatz kommt.

      LG
      Britta

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  3. Liebe Britta,
    ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich doch die Aufnahmen auf verschiedene Menschen wirken. Mein Favorit ist ganz klar die 005. Ich kann auch erklären warum es für mich persönlich heraussticht. die 002, 003 und 008 ziehen mich nicht in den Bann, der Regenschirm geht optisch in den Dünen bzw. den Gräsern unter und steht mir zu wenig im Fokus. Bei der 004 bleiben mein Auge und mein Blick schon im Vordergrund an den vielen Sternchen hängen und es dauert zu lange, bis er über die Wellen, den Himmel und den Horizont zum Schirm wandert. Im Gegensatz zur 009 mag ich in der 004 auch sehr, wie du den Komplementärkontrast herausgearbeitet hast. Das fehlt mir persönlich in der 009 bzw. macht die 004 spannender. Den Bildaufbau finde ich klasse, da der Blick schön durchs Bild wandert und dabei eine Geschichte im Kopf entsteht. Da der Strand so schön menschenleer ist, bleibt er auch nicht an störenden Elementen hängen. Tolle Aufnahme, ich bin auf die Serie gespannt! Wo reist der Schirm als nächstes hin???
    LG Maike

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    • Hallo Maike,

      ja, die Dünenbilder sind nett, aber auch nur das :-( Wahrscheinlich ist wirklich einfach zu viel im Bild. Jetzt in Nachhinein, nachdem ich mich auch durch Schreiben des Beitrags, viel intensiver mit den Bildern beschäftigt habe, habe ich noch so viel mehr Ideen im Kopf. Aber die müssen nun warten, bis der Regenschirm wieder zum Einsatz kommt.
      In Domburg musste er leider im Rucksack bleiben, da eher wahrscheinlich eher weggeflogen wäre, als das ich ihn irgendwo hätte befestigen können. Vielleicht in Venedig … mal schauen :-)

      Mir gefällt wahrscheinlich die 9 besser, weil einfach noch ein bisschen Sonne auf den Schirm scheint und ihn so schön leuchten lässt, während der drohende Regen immer näher kommt. Kann man ja auch Regenbogen sehen.
      Du hast recht, es ist auf jeden Fall immer wieder spannend, wie unterschiedlich die Bilder auf verschiedene Menschen wirken. Das macht, für mich, mit einen Hauptreiz der Fotografie aus.

      LG
      Britta

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