Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Mittelformat für Fotoamateure

Das Mittelformat erobert seit Kurzem eine neue Zielgruppe: Die ambitionierten Fotoamateure. Mittelformat für Fotoamateure – davon konnten Fotografen und Amateure vor zwei Jahren noch träumen. Dann aber brachten Fujifilm (FF) und Hasselblad zwei Kameras zur Photokina 2016, die den Markt revolutionieren sollten.

Empfehlung Mittelformatsystemkamera Fujifilm GFX 50S - Mittelformat für Fotoamateure

Fotoamateure kaufen Mittelformatkameras

Seit der Photokina 2016 kaufen nun auch Fotoamateure Mittelformatkameras wie die Hasselblad X1D oder die Fujifilm GFX50S. Fujifilm äußert in einem Interview, sie seien selbst erstaunt, dass der Käuferanteil der GFX 50S bei 80% Fotoamateuren liegt. Dem Hersteller zufolge warteten diese Kunden außerdem auf weitere Objektive wie das 250mm F4 und wünschen sich auch eine schnellere Frequenz der Mittelformatkamera (bislang 3 Bilder pro Sekunde). Offensichtlich kaufen viele der Mittelformat-Kunden die GFX 50S zusätzlich zu der X-Serie bei Fujifilm.

Kein echtes Mittelformat aber…

Analoge Mittelformatkamera Filmgrößen und Digitalkamera Sensorgroessen im Vergleich

Analoge Mittelformatkamera Filmgrößen und Digitalkamera Sensorgroessen im Vergleich

Der 44 x 33mm große Sensor bringt kein echtes Mittelformat, ist aber vier mal so groß wie ein APS-C Sensor oder 1.7fach so groß wie ein Vollformatsensor.

Die GFX 50S wird mit sieben hauseigenen Objektiven plus dem Angebot vieler Adapter auch mit bestehenden Objektiven anderer Hersteller verwandt. Beim Interview mit dpreview wurde klar geäußert, dass man im Hause Fujifilm sehr zufrieden sei mit dem Absatz der neuen Mittelformatkamera. Zitat:

We’ve shipped more than we expected and planned for. (Wir haben mehr verkauft, als wir erwarteten oder planten.)

Erwartungsgemäß wird das Mittelformat für Fotoamateure besonders gerne für die Landschaftsfotografie gekauft. Laut Fujifilm schätzen die Käufer die höhere Dynamik der hochauflösenden Kamera mit dem größeren Sensor, im Vergleich zu APS-C Kameras.

Die Zukunft von Fujifilm

In dem Interview wurde über die Abgrenzung zu Canon und Nikon gesprochen, wenn diese in Kürze auch spiegellose Kameras veröffentlichen (2018 und 2019). Vor dem Wettbewerb fürchtet man sich offenbar nicht, sondern denkt, je mehr Spiegellose in den Fokus rücken, desto größer das Geschäft damit wird. Auch auf das große Thema Video wurde beim Interview detailliert eingegangen.

Das gesamte Interview in Englisch >>

Meine Meinung

Fujifilm hat es in nur 6 Jahren geschafft, seine Kameras (APS-C und Mittelformat) auf dem engen Fotomarkt zu platzieren. Dabei hat das japanische Unternehmen überraschend viele Kameras und Objektive verkauft und einen sehr großen Erfolg erlangt. Die hohe Nachfrage kann zum einen daran liegen, dass Canon und Nikon so lange abwarteten und weiter auf das Zugpferd Spiegelreflex setzten (man kann ein Pferd auch totreiten).

Auch hat Fujifilm in die Lücke der APS-C Kameras geschlagen, die mit der Blendeneinstellung an den meisten Objektiven besonders intuitiv zu bedienen sind. Dazu kommt ein wunderschönes, fast nostalgisches Design der Digitalkameras.

Nach meiner Fotokurs-Erfahrung vollziehen sehr viele Fotoamateure und Fotografen einen Systemwechsel von Canon und Nikon auf die X-T2, X-T20 und andere Modelle von Fujifilm. Das liegt auch an der kompakten Bauweise, dem geringen Gewicht und der guten Bildqualität des X-Trans-Sensors.

Meinung – Mittelformat für Fotoamateure

Wem nach dem Umstieg das Vollformat fehlt (z.B. um noch besser freistellen zu können oder verzerrungsfreier mit einem extremen Weitwinkel zu arbeiten), der kauft unter Umständen als Ergänzung noch die GFX 50S mit zwei bis drei Objektiven für sehr hoch aufgelöste Bilder hinzu. Auch viele Künstler, Architekturfotografen und Landschaftsfotografen im deutschsprachigen Raum Österreich, Schweiz und Deutschlands sind auf die, für Mittelformat-Verhältnisse, preiswerte Kamera umgestiegen.

Alleinstellungsmerkmale der GFX 50S

Das Mittelformat ist für Fotoamateure neben dem Preis auch deshalb so interessant, weil Fujifilm es mit seiner Kamera geschafft hat, eine leichte, kompakte Mittelformatkamera mit hohen nutzbaren ISO-Werten zu realisieren. Es ist kein Problem, diesen Sensor auch mal mit 8000 ISO zu nutzen.

Der Fujifilm Erfolg – Über 30 Fujinon-Objektive in sechs Jahren

Das alles erklärt den Erfolg von Fujifilm (APS-C und Mittelformat) aber nur zu einem Teil. Zu der guten Bildqualität und dem geringen Gewicht gesellen sich noch das große Objektivangebot im X-System. Fuji hat in nur sechs Jahren ein Angebot von über 30 Objektiven geschaffen. Diese sind zum Teil teurer als vergleichbare Billigangebote von Canon und Nikon. Sie sind preislich vergleichbar mit vielen teureren Objektiven dieser Hersteller, haben aber eine ganz andere, wirklich hochwertige Bildqualität. Bis auf die ganz langen Sport- und Wildlifeobjektive von 500 mm bis 1.000 mm vermisst ein Profi beim Systemwechsel höchstens die Tilt- / Shift-Objektive von Canon und Nikon.

Fujifilm X-Bajonett Objektiv Roadmap (APS-C-Kameras)

Fujifilm X-Bajonett Objektiv Roadmap (APS-C-Kameras)

Fujifilm G-Bajonett Objektiv Roadmap (Mittelformat-Kameras)

FF G-Bajonett Objektiv Roadmap (Mittelformat-Kameras)

Im Vergleich zu Sony sind die FF-Linsen sogar noch sehr preiswert und vor allem qualitativ sicherlich auf noch besserem Niveau. Gewicht, Bedienbarkeit, Qualität und Design sind vermutlich die wichtigsten Gründe beim Systemwechsel nicht auf Sony, sondern auf FF zu setzen.

Zumindest an der Fujifilm Mittelformatkamera kann man die Tilt- / Shift-Objektive von Canon mithilfe des Techart Adapters (wir berichteten) hervorragend nutzen. Hier zeigt sich wieder ein großer Vorteil der spiegellosen Systemkameras, die mit vielen Adaptern verschiedenste Objektive unterstützen.

Eines ist nach der Nutzung einer Mittelformatkamera sonnenklar: Die Qualität der Bilder sind nicht zu schlagen. Es geht hier nicht um das Pixelzählen, das mag auch bei einer Nikon D850, Sony Alpha 7 R III oder einer Canon 5DsR erreichbar sein. Es geht um den Eindruck von Plastizität und Lebendigkeit der Aufnahmen, die den Unterschied beim Betrachten ausmachen.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Mittelformat für Fotoamateure

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

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